EDA inszeniert Nationalfeiertag
Wohl nichts liefert besser ein Ebenbild der Schweizer Presse, als die alljährliche Berichterstattung zum 1. August. Die Medien haben hier fix folgende Ereignisse im Programm:
- die Rechtsextremen (Igitt-wie-pfui-Beitrag)
- die 1. August-Feier in Berlin
Vor allem das zweite Ereignis, wofür das EDA ca. 100 Journis*) auf Staatskosten nach Berlin jettet, ist besonders bizarr. Die Journis können dort “all inclusiv” eine Woche herumhängen. dieses Jahr durfte sich die Widmer-Schlumpf dort profilieren. Zuhause getraut sie sich ja kaum mehr unter die Leute.
Der Zufall wollte es, dass ich dieses Stell-dich-ein einmal selbst miterlebt habe.
Die misslungene Gartenparty …
Am 1. August 2005 spazierte ich in Berlin Unter den Linden entlang. Plötzlich hörte ich aus einer Seitengasse ein Alphorn blasen. Auf einem kleinen Platz, etwa 50 mal 50 Meter gross, hatte der Milchproduzent Emmi 8 Stände aufgebaut und verteilte Milchshake an eine Gruppe Rentner, die mit Bussen von einem Altersheim „herangekarrt“ wurden. Der Zufall wollte es, dass ich einen Botschaftssekretär traf, einen Studienkollege, der in grosser Eile mithalf, die Stände abzubauen. Der Platz musste bis 12:00 Uhr Mittag wieder geräumt sein. Am Abend fand dann noch ein Fest in der Botschaft statt, an dem sogar noch der Alt-Aussenminister Genscher kurz vorbeischaute – Kostenpunkt 3000 Euro. Alles in allem kaum mehr als eine misslungene Gartenparty.
… wird von der Presse zur grössten 1. August Feier hochgejubelt
Was aber schrieb die Schweizer Presse? „Die grösste 1. August-Feier der Schweiz fand in Berlin statt“ (Titelseite des Boten der Urschweiz, 2. August 2005)! Angebliche hätten „Tausende“ daran teilgenommen und in der Presse sei die Resonanz riesig gewesen… **)
Ich rief den Chefredakteur an und frage ihn, ob er dann dieses Fest miterlebt habe. Er sagte: „Ja“. Er hätte sogar eine Woche vorher hinfliegen können, inkl. Hotel, alles bezahlt vom EDA (schw. Aussenministerium). Und er war nicht der Einzige, der auf dieses Reisli durfte. Ich bedankte mich. Mehr gab es dazu auch nicht mehr zu sagen.
*) preferenziell dürfen die Provinzjournis nach Berlin. Die handverlesenen Oberjournis (NZZ, Tagi,..) dürfen in der Regel mit dem Bundespräsidenten auf Weltreise. Immer zahlt der Bund (= unabhängiger Journalismus?).
**) faktisch erschienen mehrere Inserate, die auf den Anlass aufmerksam machten. Ein Gratisblatt schrieb dann noch einen PR Artikel über den Anlass. Dann erschien auch noch ein klappriger VW Bus eines alternativen Lokalsenders, der ca. 3 Minuten darüber berichtete. Der Journi bekam von einem Mitarbeiter der Botschaft 100 Euro zugesteckt (habe das persönlich gesehen!).
Sprengkapsel am Bein der SVP
Juni 21, 2008 by Winkelried
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Wie heisst sie wieder? Bürgerliche Partei der Schweiz oder so ähnlich? Stellen wir uns doch einmal kurz objektiv die Frage, welche “Marktchance” diese Partei hat. Dabei muss man zwei Elemente berücksichtigen: das lokale und das ideologische.
Ideologie ist in den Köpfen der Wähler
Zuerst zum ideologischen Aspekt. Die Partei siedelt auf bereits besetztem Feld an. Sowohl die SVP wie die FDP ackern hier. Allerdings kann man ideologische Segmente nicht beim Kartasteramt gegen Hinterlegung der Statuten kaufen, sondern die Medien entscheiden, wie man bei den Wählern wahrgenommen wird.
SP und FDP haben faktisch die Medienkontrolle, die CVP ist traditionell lokal gut verankert. Die SVP hingegen lebt von der Antipathie der Medien, als Buhmann sozusagen.
Die Medien werden in den nächsten Monaten (und Jahren) der BDP grosse mediale Aufmerksamkeit zukommen lassen. Sie wird sich als die “anständige Variante” der SVP profilieren können.
Der Joker für Unzufriedene
Das ist nicht ohne, denn als SVP Politiker ist man in den Medien andauernd das “A*loch”. Hinzu kommt noch, dass die grössten Auseinandersetzungen nicht mit dem politischen Gegner stattfinden, sondern innerhalb der Partei selbst*). Nur Mitglieder, die die Partei finanzieren, wie etwa Blocher, sind von dieser Mühle ausgenommen.
Die SVP ist ja nicht gerade bekannt dafür, dass sie mit innerparteilichen Kritikern zimperlich umgeht. Abweichler werden dort systematisch als Karrieristen und Charakterlumpen diffamiert um sie so in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Die Medien nehmen das natürlich jedesmal dankbar auf, den letztlich wirft es vor allem Schatten auf die eigene Partei.
Die Existenz einer BDP ist hier natürlich eine Offenbarung. Die Abweichler treten vor die Presse, distanzieren sich vom Stil und gründen die BDP. Bei Wahlen kann sich das verheerend auswirken.
Beispiel: Ein SVP’ler kandidiert für den Stadtrat X. Eine geeinte SVP könnte es vielleicht knapp schaffen. Sobald aber eine BDP auf den Plan tritt, ist dieses Ziel nicht mehr zu erreichen.
Lokal - das ist der zweite Aspekt - lebt eine Partei nur indirekt vom Blocher-Bonus. Dort kommt es sehr auf das Engagement der Personen vor Ort an. Im Kanton Bern scheinen das ja nicht gerade die letzten Hinterwäldler zu sein.
Fazit
Zu behaupten, dass die BDP eine Todgeburt ist, ist überheblich. Ob sie langfristig Erfolg haben wird, wird sich noch weisen, doch Vergleiche mit der Solonummer Sigrist hinken.
Sicherlich wird die BDP aber innerhalb der SVP selbst gross Unruhe verursachen, nicht nur in Glarus, Graubünden und Bern. Auch in Zug, Aargau, BS und Zürich sind solche Signale in der Luft. Das Auftreten der neuen Partei wird vom Wähler immer als Abspaltung wahrgenommen und das wird die SVP weiter von der Exekutivmacht fernhalten.
*) Dieser Aspekt dringt kaum an die Öffentlichkeit. Nichtpolitiker haben hier ein vollkommen falsches Bild von der Politik.
Hannibal, Scipio und jetzt zu Dir, Brutus!
Der Präsident der CVP Schweiz, Christophe Darbellay, ist als Kandidat für einen Posten in der Walliser Regierung gescheitert. Seine Partei hat ihm die Nomination für die Staatsratswahlen 2009 verweigert.
Brutus ermordete mit 24 anderen Verschwörern Cesar. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, wie das Leben des Brutus weiterging…
Unmittelbar nach dem Mord gewährt der Senat den Mördern die Amnestie. Der Senat lobbyierte bei den Römern um deren Gunst. Er liess in der ganzen Stadt Affichen anbringen, Senatoren gaben sogar Theaterstücke in Auftrag, um das Volk zu beschwichtigen. Es nützte nichts … Read more
Longchamp bei der NZZ
Wir haben uns heute mal einen netten Spass erlaubt und die Abstimmung für Eveline Schlumpf bei der NZZ so richtig fett manipuliert.
Wir haben es natürlich auch der NZZ (mehrfach!) gemeldet, aber die haben die Mitteilungen einfach gelöscht.

Und so einfach geht es:
- Abstimmen
- Cookies löschen: Menü–> Extras –> Einstellungen ….
- Browser neu starten
- Gehe zu 1
Petition von Widmer-Schlumpf ebenfalls getürkt
Genau gleich konnte man übrigens auch die Petition von Widmer-Schlumpf (120′000 Unterschriften) manipulieren. Tina Fassbind, von 20min, stellte sich die Frage:
Wozu also noch auf die Strasse gehen, wenn die Unterschriften im Netz so leicht zu sammeln sind? …
«Rein technisch wäre die Unterschriftensammlung im Netz machbar», sagt Jean-Jacques Didisheim, Leiter Bereich eGovernment Informatikstrategieorgan Bund ISB, auf Anfrage von 20minuten.ch.
Auch dort haben wir ein bisschen gepfuscht. Wir gehen davon aus, dass diese Petition wohl kaum von mehr als 20000 Personen unterschrieben wurde. Der Rest war wohl ein Zeitvertreib einiger Studenten. Auch ist anzunehmen, dass Frau Fassbind nicht so blöd war, das nicht zu wissen. Es war wohl wieder ein bisschen Propaganda für die Schlumpfine, Longchamp style.
3 Sorten teures Toilettenpapier
April 27, 2008 by David Frankfurter
Filed under MEDIEN, NEWS, TITEL
Der TA Media-Konzern hat im wesentlichen drei Sorten Toilettenpapier anzubieten:
- 20min: alles abgeschrieben (aus Polizeiberichten und der deutschen Presse)
- Tagi: alles verschwiegen (siehe Fall Stocker) und die
- Sonntagszeitung: alles gelogen*)
Heute Sonntag gibt es wieder mal eine fette Sensation von der Sonntagszeitung. Sie hat ein internes Dokument der SVP entdeckt …
Eine seitenlange Sammlung von Politikerzitaten soll belegen, was die SVP Widmer-Schlumpf seit deren Wahl in den Bundesrat vorwirft: Sie habe mit der Linken paktiert, die Partei verraten und die Öffentlichkeit angelogen.
Unglaublich: die SVP hat die Zitate der Widmer-Schlumpf auf Papier gebracht. Ist das nicht ein Verbrechen?
Und dann erst der Inhalt:
Das Ziel ist klar: Das Papier soll die bevorstehende Entscheide der Basis über den Ausschluss der Bündner SVP und Widmer-Schlumpf beeinflussen.
Also irgendwie müssen Sonntagszeitungsleser oder deren Journalisten besonders blöd sein. Erwarten sie etwa ein Dokument für die Eveline Widmer-Schlumpf?
Das Dokument liegt uns schon seit mehreren Tagen vor und der Inhalt ist im wesentlichen mit den Pressecommuniques der SVP identisch. Da Pressecommuniques sind halt eben schöner geschrieben sind, verwenden wir halt eben diese.
Zeitungen sind schon sonderbare Produkte. Ein Produktehersteller würde bei einem vergleichbaren Mist sofort vom Kassensturz geprangert.
*) ja, es gibt noch weitere, die laufen dann unter alles verdreht.
Wenn Stilisten den Rhein ab gehen …
April 23, 2008 by Oli Garch
Filed under HINTERGRUND, NEWS, TITEL
Das Parteiausschlussverfahren gegen Eveline Widmer-Schlumpf rückt näher. Die fraktionslose Bundesrätin beharrt stur und kompromisslos auf ihrer SVP-Mitgliedschaft, was wohl dazu führt, dass sich die SVP Graubünden bald spalten wird und sich der liberale Flügel einen neuen Namen suchen muss.
Auch im Kanton Bern wird gemäss SonntagsZeitung hinter vorgehaltener Hand zumindest auf lokaler Ebene über eine Abspaltung diskutiert. Was eine Parteispaltung bedeuten kann, wurde im Jahr 2004 im Kanton Basel-Stadt sichtbar. Die Hälfte der Grossräte trat nach grossem Krach und medialem Getöse über Stilfragen aus der SVP aus und gründete eine eigene Partei. Keiner wurde wiedergewählt. Read more
Lockerer Umgang mit der Wahrheit
April 22, 2008 by Gastbeitrag
Filed under NEWS, PEOPLE, TITEL
„Sa verité“ – „Ihre Wahrheit“. Unter diesem Titel hat Bundesrätin Widmer-Schlumpf am Samstag, 19. April, der Tageszeitung „Le Matin“ ein Interview gegeben. Dabei nimmt sie es mit eben dieser Wahrheit einmal mehr nicht sehr genau. Sie äussert sich im Interview wie folgt: „Am 5. Dezember, an der Feier des Ständeratspräsidenten Christoffel Brändli in Landquart (GR), waren alle einflussreichen Mitglieder der Partei anwesend. Niemand hat mich auf dieses Thema angesprochen. (..) Jeder erzählt was er will.“
Mit „diesem Thema“ meint Widmer-Schlumpf die damals anstehenden Bundesratswahlen. Entgegen ihrer Aussage wurde sie aber sehr wohl vom damaligen Vizepräsidenten der SVP und heutigen Parteipräsidenten, Nationalrat Toni Brunner, in Anwesenheit eines weiteren Mitglieds der SVP-Fraktion auf die Bundesratswahlen angesprochen. Sie antwortete, er müsse keine Angst haben, sie werde das Amt nicht annehmen, sie könne sich nicht vorstellen, ohne Fraktion zu politisieren. Unterdessen wissen wir, wie viel Glauben einer solchen Aussage geschenkt werden konnte.
Weiter trifft es nicht zu, dass „alle einflussreichen Mitglieder der Partei“ am 5. Dezember in Landquart zugegegen waren. Weder Parteipräsident Ueli Maurer noch die beiden damaligen Bundesräte der SVP, Samuel Schmid und Christoph Blocher, nahmen an dieser Feier teil. Gleichentags fand in St-Prex (VD) die Feier des SVP-Nationalratspräsidenten André Bugnon statt.
„Jeder erzählt was er will“. In dieser Geschichte scheint diese Aussage insbesondere auf die Urheberin selber zuzutreffen. Wie lange dauert es noch, bis das Lügengebäude der neuen Bundesrätin einstürzt?
Die linke Spätlese im Soli-Rausch
Nach 100 Tagen in der Regierung wagte sich die Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf endlich wieder mal an die Öffentlichkeit. Es bedurfte immerhin etwa 10000 Teilnehmer, damit sie sich kurz getraute, das Bundeshaus zu verlassen. Winkelried war vor Ort.
Schon die heutige Pressekonferenz zeigte die typisch linke Marschrichtung der Bundesratin: vorwärts in die EU und zwar mit aller Kraft! Es bedurfte keine 100 Tage und der Virus zeigte seine volle Wirkung. Ansonsten plapperte sie noch etwas von Bekämpfung der Jugendkiminalität, natürlich mit den bewährten Mitteln der Linken: mehr Berater, mehr Sozialarbeiter. Alles in allem sagte Sie nur das, was schon seit Wochen auf der Webseite der EJPD zu lesen ist. Read more
Das Anfang vom Ende
April 3, 2008 by David Frankfurter
Filed under NEWS, PEOPLE
Nun ist wahrscheinlich allen klar: der Rücktritt von Widmer-Schlumpf ist eine Frage von Wochen. In der Politik sucht man bereits nach “Problemlösungen”.
Zur Zeit erleben wir den vorletzten Akt eine Rücktritts, wenn die Medien auch in ganz anderer Ebenen fabulieren und der Bundesrätin Durchhaltewillen zurufen attestieren. Doch es soll sich niemand etwas vormachen: Eveline Widmer-Schlumpf ist am Ende. Read more
Winkelried nimmt nicht teil !
Zuerst hat Widmer-Schlumpf aus “Sicherheitsüberlegungen” ihre Teilnahme am Sächsiläuten abgesagt. Kurz darauf tat es ihr der SBB-Chef Meyer gleich. Statt Kuhfladen hätte er wohl die Pickel seiner Lavoratori an den Kopf gekriegt, das ist weniger angenehm.
Nun aber fangen auch die Sozis mit Absagen an. Der erste Solibruder ist der Sozialfall Schriftsteller Capus (Schon mal gehört?). Auch er boykottiert die Veranstaltung. Zum Glück hat der Tagesanzeiger etwas darüber geschrieben, sonst hätte wahrscheinlich niemand etwas gemerkt. Read more
Widmer-Schlumpf sagte bereits im Oktober zu!
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Schlumpf von SP Gnaden
Der Bericht hat klar gezeigt, dass
a. die Drahtzieher Wyss(sp), Hämmerle(sp) und Darbellay(cvp) waren. Es zeigt mit welcher Intrigenhaftigkeit die Linken über Monate hinaus politisiert haben.
b. die Widmer-Schlumpf schon lange vorher in den Plan eingeweiht war und schon längst definitiv vorher zusagte.
Der Beitrag hat lediglich diese Gerüchte nochmals konkretisiert. Lustig war der Kommentar des Moderators, der die Linken, welche vor dem Bundeshaus waren, als Anhängerinnen von Widmer-Schlumpf bezeichnete. Vollkommen idiotisch!
++++++++++++++++++++ Read more
Ein Pausenclown und ein U-Boot
Als Verräter kann man sich in der Regel nur im Ausland verstecken. Samuel Schmid hat noch einen zweiten Ort gefunden: das Bundeshaus. Hier wartet er nun darauf, dass man ihn wieder rehabilitiert. Rückendeckung hat er eigentlich nur noch bei der SVP-Sektion Seeland, dort wo er selbst Mitglied ist. Zuerst versuchte er sich anzubiedern, als das nicht gelang, schwang er die Nazikeule. Der Siegenthaler liess kurz nach einem Treffen mit ihm verlauten, die SVP verwende “braune Methoden”. Kaum ausgesprochen, doppelte Schmid von der Muba aus nach. Read more
Schlumpfine beginnt mit Exekutionen
Noch gestern fabulierte die SVP Thurgau über eine möglichen Zusammenarbeit mit der Schlumpfine und dem Wiederherstellen des Vertrauens. Heute Read more
Einsamkeit überwinden
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