Robert Spencer in Berlin
Heute sprach ich in Berlin auf einer Versammlung gegen Antisemitismus und Islamisierung, die von der Bürgerbewegung PAX Europa (BPE), der wichtigsten deutschen Menschenrechtsorganisation, die sich darum bemüht, europäische Werte, Freiheit und Demokratie zu bewahren, unterstützt wurde.

Unter anderem sprachen dort auch Renè Stadtkewitz, Mitglied des Berliner Parlaments für die Christlich Demokratische Union (der Partei von Angela Merkel) sowie ein ehemaliges Mitglied der Grünen Partei, der seine langjährigen politischen Partner verlassen hatte, nach vergeblichen Versuchen, seine linken Gefährten vor den Risiken einer islamischen Vorherrschaft zu warnen.
Die Linke und ihre jihadistischen Verbündeten marschierten zweimal in einer Gegendemonstration vorbei und schrieen “Nazis raus”. Die Leute, die an der BPE-Versammlung teilnahmen schrieen dasselbe zurück. Natürlich gab es keine Nazis unter uns, denn wir traten gerade gegen Antisemitismus und für Redefreiheit ein, für gesetzlich garantierte Gleichheit, und eine demokratische Regierung, aber diese Tatsachen hinderten die Linken nicht daran genau dies anzuklagen, wie wir dies alle kürzlich von staatlichen verleumderischen bloggern erfahren mussten.
Viele Menschen auf unserer Versammlung hatten israelische Fahnen dabei, und wie Sie auf den Fotos sehen können, hatte ich auch eine. Nicht lange nachdem dieses Bild aufgenommen wurde, ließ ich sie auf einen Fahnenmast aufziehen und schwenkte sie ringsherum von Anfang bis zum Ende meiner Rede. Die deutsche Polizei sagte den BPE Veranstaltern, dass wir die israelischen Fahnen weglegen sollten, wenn Linke und Jihadisten vorbeigingen. Sie erzählten dasselbe mehreren Leuten in der Menge, einschließlich eines Mannes namens Florian Eurings, der so nett war, mir die ganze Situation zu erklären. Anscheinend hatten die Polizisten Angst, dass die israelische Fahne die Linken/jihadistischen Demonstranten “provozieren” würde. Aber weil ich rücksichtsloses Beschwichtigen und das Dienern vor islamischer Vorherrschaft nicht liebe, dachte ich mir, wenn die Polizei wirklich nicht will, dass die israelische Fahne gezeigt wird, sollen sie doch einen amerikanischen Staatsbürger festnehmen, dann werden die Dinge noch interessanter werden. So ging ich also nach vorne heraus, ganz in die Nähe der Gegendemonstranten, schwenkte die große Fahne, aber die deutsche Polizei schob mich zurück. Es könnte sein, dass sie auch gesagt haben, dass ich die Fahne weglegen sollte, aber ich habe auf einmal meine ganzen Deutschkenntnisse als Absolvent einer Schule mit Aufbaustudium Deutsch vergessen, und so blieb die Fahne. Ein Reporter, der das gleiche Objektivitätsniveau zeigte wie, sagen wir, Michael Kruse, ging vorbei mit einem Sperrfeuer von schrillen Wörtern für mich und meine Fahne – aber ich verstand leider immer noch kein Deutsch.
Während meines Vortrags, der an Ort und Stelle von Christine Dietrich von Politically Incorrect übersetzt wurde, sprach ich über die neue von Obama unterstützte Resolution gegen die Redefreiheit bei den Vereinten Nationen, und wie diese unechten Anklagen der Gegendemonstranten mit ein Teil des Ganzen sei. Beide repräsentieren den Versuch, den Widerstand gegen den globalen Jihad wie auch gegen die islamische Vorherrschaft als “Hass”, “Rassismus”, “Faschismus” zu dämonisieren. Ich erklärte, warum die Anklagen nicht wahr sind und nicht wahr sein können, weil wir dort stehen zur Verteidigung der westlichen, grundgesetzlichen Regierung, der Redefreiheit, der gesetzlichen Gleichheit usw., und wir kein auf einer Rasse gegründetes Problem mit dem Islam oder den Moslems überhaupt hätten- und keine Neigung hätten, weiße islamische Westrassisten wie Talib Islam, John Walker Lindh, Adam Gadahn usw freundlich zu berachten. Ich zeigte auf, wie genau der Koran religiösen Hass und Aufhetzung zur Unterdrückung und Gewalt manifestiert, über die diese Resolution spricht, aber ich merkte auch an, dass diese Resolution niemals gegen islamische Jihadisten verwendet werden wird. Im Grunde wurde sie nicht angefertigt, um sie zum Schweigen zu bringen, sondern um den Westen zur stummen Aufgabe gegen das Vorrücken des Jihad zu zwingen.
Die Situation ist sehr ernst, aber so lange es noch einige Liebhaber von Freiheit gibt, ist das Spiel nicht zu Ende. Und es gibt mehr diese Wenigen in Berlin; es war eine Freude und eine Ehre, sie zu treffen.
Übersetzung:LIZ/die-gruene-pest.com
http://die-gruene-pest.com/showthread.php?t=18958
Anmerkung eines Teilnehmers:
Die ANTIFA und die mitmarschierenden Muslimorganisationen skandierten “NAZIS raus”. Sie waren etwas überrascht, als wie Donnerhall von einer Gruppe der genehmigten Versammlung zurückschallte “NAZIS raus”. Besser wäre gewesen “Islamfaschismus raus”.
Übliche Masche: Rassismuskeule
Obama hat bereits weniger Rückhalt in den USA als Bush je hatte. 2 Mio. Menschen (Quelle NYT) demonstrierten vor dem Kapitol gegen seine Gesundheitsreform. In den Schweizer Medien erfuhr man darüber kaum etwas. Die einzige Zeitung, die darüber etwas schrieb, nannte 20000 Teilnehmer.
Ansonsten bedient man die hiesige Öffentlichkeit mit Homestories über Michelle Obama oder deren Schwiegermutter.
Fakt ist, dass die Gesundheitsreform Obamas vor dem Aus steht. Obama wollte eine vollkommen unfinanzierbare allgemeine Krankenkasse aufgleisen. Im Gegensatz zu den Schweizern lassen sich die Amis aber nicht mir Platitüden wie zukunftsorientiert und gerecht abspeisen, sondern fragen nach den Kosten.
Scheitert Obama nun mit seinen Plänen, ist er politisch erledigt. Nun versuchen die Linken zu retten, was zu retten ist. Dabei verwenden sie die übliche Masche: die Gegner der Gesundheitsreform werden als Rassisten stigmatisiert.
Die Gegner bekämpften die Vorlage nur, weil Obama ein Schwarzer sei, sagte Ex-Präsident Carter.
Die übliche Masche.
Bundesrat zu kohärenter Aussenpolitik unfähig
4. September 2009 von Herakleitos
Kategorien: SHORTCUT
Die Libyen-Mission von Bundespräsident Merz ist definitiv gescheitert. Die Schweizer Geiseln bleiben Gaddafis von unberechenbaren Launen diktierter Willkür ausgeliefert. Auch das Schweizer Bankgeheimnis geht verloren – vom ziellos handelnden Bundesrat verspielt.
Konfrontiert mit der Libyen-Krise liess die Schweizer Landesregierung jegliches Konzept vermissen. Die Mission Merz, vom Gesamtbundesrat als «letzte Anstrengung zur Geiselbefreiung» beschlossen, wurde unaufschiebbar, weil die einjährigen Versuche des EDA zur Geiselbefreiung im Sumpf desaströser Inkompetenz feststeckten.
Zurück zu Calmy-Rey
Nichts könnte die Planlosigkeit der Landesregierung augenfälliger dokumentieren als der Entscheid, das Libyen-Dossier ausgerechnet an Bundesrätin Calmy-Rey zurückzugeben, deren Sucht zur Selbstdarstellung die Hauptursache des Scheiterns aller Schweizer Bemühungen ist.
Den schwersten, schlicht unverzeihlichen Fehler beging Calmy-Rey mit der überstürzten Entlassung Botschafter Daniel von Muralts, ihres Spezialisten für Libyen, in den «Ruhestand». Als ausgewiesener Afrikakenner verfügte er allein über jenes Beziehungsnetz, dessen überlegte Nutzung unabdingbare Voraussetzung für einen diplomatischen Erfolg im Geiseldrama gewesen wäre. Eindringliche Warnungen an die nach Selbstdarstellung dürstende Bundesrätin gingen der Entlassung von Muralts voraus. Statt auf ihren Botschafter zu hören, inszenierte Calmy-Rey hinter dem Rücken des libyschen Diktators am Rande des WEF in Davos ein Komplöttchen mit dem zweiten Sohn Gaddafis. Die Geiselbefreiung gelang damit nicht, sie weckte bloss den unauslöschbaren Zorn des sich übergangen fühlenden Wüstenpotentaten.
Anstelle des erfahrenen Schweizer Botschafters Daniel von Muralt nahm Calmy-Rey ihren besonderen Günstling Jean Ziegler in ihren «Beraterkreis» auf, dessen unstillbare Schwadroniersucht alsbald Verschwörungstheorien verbreitete, wonach hinter der Genfer Polizei-Aktion gegen Sohn Hannibal Gaddafi – des Verprügelns von Bediensteten beschuldigt – der israelische Geheimdienst gestanden habe. Eine Nebelgranate, die im Wüstenzelt des Diktators ausgeheckt worden sein könnte.
Ins Kapitel gescheiterter Selbstinszenierung gehört auch der Mai-Ausflug Calmy-Reys nach Tripolis. Als Staffage für die geplante «Befreierin-Feier» liess sie voreilig auch die beiden Ehefrauen der in Libyen zurückgehaltenen Geiseln mitfliegen. Zur Siegesfeier kam es bekanntlich nicht. Die Mission scheiterte kläglich. Nur der Zorn des unberechenbaren Tyrannen wurde weiter angeheizt.
Tatenlose «Völkergemeinschaft»
So erfolglos die allein auf sich selbst fixierte Calmy-Rey in Libyen blieb, so unbeirrt pries und preist sie jene internationalen Organisationen der «Völkergemeinschaft», deren Funktion eigentlich darin bestünde, den Menschenrechten und dem Völkerrecht weltweit Nachachtung zu verschaffen: Den Uno-Menschenrechtsrat, die Uno insgesamt, den Völkerrechts-Gerichtshof in Den Haag – Organisationen und Institutionen, an welche die Schweiz bekanntlich erhebliche Geldbeträge leistet.
Geiselnahme verstösst aufs schwerwiegendste gegen Menschenrechte und Völkerrecht. Das Departement Calmy-Rey kam nicht einmal auf die Idee, diese wesentlich von Schweizer Steuergeldern lebenden Organisationen an ihre Pflicht zu erinnern, also zu konkreten Taten zugunsten von Völkerrecht und Menschenrechten aufzufordern. Nichts Derartiges geschah. Der libysche Gewaltherrscher kann sich aufführen wie er will, die für die Einhaltung internationalen Rechts zuständigen Organisationen beschränken sich auf unendliche Palaver luxuriös gehaltener Funktionäre. Rechtsverletzungen werden gegebenenfalls katalogisiert und administriert. Tätiger Einsatz gegen Diktatoren, die beides mit Füssen treten, ist – weil zu anstrengend – nicht vorgesehen. Das politische Bern nimmt’s achselzuckend zur Kenntnis.
Gefallsucht
Unsere Landesregierung leidet offensichtlich an einer schweren Krankheit, die sie unfähig macht, kohärente Aussenpolitik zur Durchsetzung schweizerischer Interessen auf internationaler Ebene zu entwickeln. Die Krankheit heisst Gefallsucht: Den von Bern so bewunderten internationalen Gremien mittels bedingungsloser Anpassung und Unterwerfung zu gefallen – dieser Trieb ist weit stärker als der Wille, für elementare schweizerische Interessen auf internationaler Ebene zu kämpfen. Verheerend dabei ist, dass das Parlament – jedenfalls seine Mitte-Links-Mehrheit – von der genau gleichen Krankheit ereilt ist. Damit existiert in unserem Land kein Organ, welches den Bundesrat energisch an seine elementaren Pflichten auch auf internationaler Ebene erinnern würde. Dabeisein – in Brüssel, in New York, wo auch immer diese angebeteten Organe tagen: Das bedeutet den Gefallsüchtigen alles. Der Wille zur Verteidigung der Interessen des Landes, der Wille zur Eigenständigkeit geht dabei verloren – restlos verloren, Verfassungsauftrag an Parlament, Verwaltung und Landesregierung hin oder her.
Verlust des Bankgeheimnisses
Der internationalen Gefallsucht opfert – unter Verrat elementarer Interessen von Land und Volk – die Classe politique der Schweiz gegenwärtig auch das Bankkundengeheimnis. Hinter dem Rücken des Parlaments handelt der Bundesrat ein gutes Dutzend Doppelbesteuerungsabkommen mit einer ganzen Reihe von Ländern aus. Das Prinzip der doppelten Strafbarkeit, elementares Fundament unserer rechtsstaatlicher Ordnung, wird darin schnöde preisgegeben. Aus Gefallsucht der OECD und Brüssel gegenüber.
Es gilt fortan nicht mehr, dass in der Schweiz gerichtlich nur verfolgt werden kann, wer eines Verbrechens beschuldigt wird, das in der Schweiz tatsächlich strafbar ist. Fortan genügt ein diffus begründeter «Anfangsverdacht» irgend einer sich der Jagd auf Vermögende hingebenden Regierung irgend eines Landes, auf dass Daten von Personen oder Personen selbst ausgeliefert werden. Privatsphäre für Vermögende? Das ist «Schnee von gestern». Unter dem Diktat aggressiv auftretender fremder Regierungen hat der Bundesrat das Bankkundengeheimnis liquidiert – ohne Volksentscheid!
Unhaltbare Ausflüchte
Die Landesregierung wiegelt ab: Für Schweizer, für in der Schweiz wohnhafte Personen blieben Bankkundengeheimnis und doppelte Strafbarkeit intakt. Welch durchsichtige Heuchelei! Sollten vermögende Ausländer zusammen mit ihrem ehrlich Ersparten vor dem masslosen Fiskus ihrer in Milliardenschulden regelrecht ersaufenden Regierungen in der Schweiz Zuflucht suchen, werden Steinbrück, Obama und Co., die Architekten der vor dem Einsturz stehenden Schuldentürme, nicht ruhen, bis sie dieser pauschal zu Verbrechern gestempelten Vermögenden habhaft werden. Ob mit legalen oder auch mit illegalen Mitteln. Über alle Landesgrenzen hinweg.
Warum weigert sich Bern, endlich der Frage sorgfältig nachzugehen, wie die USA eigentlich an die Daten von zunächst 250, inzwischen von rund 4550 angeblichen amerikanischen Steuersündern mit Konten bei der UBS gelangt sind? Woher weiss Washington, dass die UBS 52′000 Konten von Amerikanern führen soll? Pro Memoria: Die Server, über welche die Vermögensverwaltungssysteme aller weltweit tätigen Banken laufen, stehen in den USA. Der Bundesrat flüchtet sich in die pauschale Ausrede, er könne sich «illegale Einbrüche» in diese Datenwelt «schlicht nicht vorstellen».
Neue, gehässige Attacken geldsüchtiger Regierungen auf die Schweiz stehen bevor. Die Schweiz wird erneut einbrechen. Solange das Schweizervolk eine Mehrheit in Parlament und Landesregierung belässt, welche aus Gefallsucht gegenüber internationalen Organisationen allen Selbstbehauptungswillen preisgibt, kann der Ausverkauf elementarer schweizerischer Interessen gewiss nicht gestoppt werden.
Ulrich Schlüer
Quelle:Brisant vom 04.09.2009
Erst Messias, dann Ikarus und Volltrottel
25. Juli 2009 von Kulturbereicherer
Kategorien: AUSLAND, NEWS, TITEL
Der Leser unserer Qualitätspresse muss eine eigenartige Sicht des Weltgeschehens haben. Er freut sich, dass Dank Obama die amerikanische Wirtschaft bald gerettet ist und Berlusconi bald zurücktritt. Doch die Welt ist anders, als die Schweizer Journalisten es gern hätten … Read more
Fjordman: Offener Brief an Präsident Obama
Fjordman nimmt in einem Essay „ Offener Brief an Präsident Obama:
Über den Islam und die Wissenschaften“ Stellung zu Obamas Rede in der Kairoer Al-Azhar Universität. In seinem offenen Brief beschreibt er die offensichtlichen Fehler, die Obama, bewusst oder unbewusst, in seine Rede eingebaut hatte.Er konzentriert sich hierbei im Wesentlichen auf die Wissenschaften, auf Fragen wie „wer hat die Druckerpresse erfunden?“, „woher kommt die Algebra?“, „wie hat sich die Musik entwickelt?“.

Die Rede von US-Präsident Barack Hussein Obama an der Universität Kairo in Ägypten am 4. Juni 2009, enthält so viele Halbwahrheiten, Verzerrungen oder platte Lügen, dass es fast unmöglich ist, sich mit ihnen allen angemessen in einem Essay zu befassen. Ich werde mich hier insbesondere auf die Wissenschaft konzentrieren. Nehmen wir dieses Zitat:
„Als Geschichtsstudent weiß ich auch um die Schuld der Zivilisation gegenüber dem Islam. Es war der Islam – an Orten wie der Al-Azhar Universität – der das Licht der Bildung über so viele Jahrhunderte getragen und den Weg für die europäische Renaissance und Aufklärung bereitet hat. Es waren Innovationen in muslimischen Gesellschaften, durch die die Ordnung der Algebra entstanden, unser magnetischer Kompass und die Instrumente der Navigation, unsere Fähigkeit, Federhalter herzustellen und unsere Beherrschung des Drucks sowie unser Wissen um die Verbreitung von Krankheiten und wie sie geheilt werden können. Die islamische Kultur hat uns majestätische Bögen und hohe Gewölbe beschert, zeitlose Poesie und geschätzte Musik, elegante Kalligraphie und Orte der friedlichen Kontemplation. Im Verlaufe der Geschichte hat der Islam durch Worte und Taten die Möglichkeiten der religiösen Toleranz und ethnischen Gleichberechtigung demonstriert.“ [Übersetzung: http://amerikadienst.usembassy.de/us...gi?lfdnr=2366]
Gibt es auch nur eine einzige wahre Aussage in diesem ganzen Absatz? Vielleicht hatten die Muslimen eine solide Form der Kalligraphie entwickelt und einige ihrer Wissenschaftler steuerten ein paar Beiträge zur Algebra bei, aber abgesehen davon ist es beinahe blanker Unsinn. Der magnetische Kompass wurde von den Chinesen erfunden und möglicherweise davon unabhängig von den Europäern. Der Buchdruck wurde auch von den Chinesen erfunden und wurde tausend Jahre lang oder länger hartnäckig und beharrlich von den Muslimen abgelehnt, weil er auf islamischen, religiösen Widerstand stieß. Sie mochten die chinesische Erfindung von Schießpulver um einiges mehr.
Es konnte niemals eine direkte Verbindung nachgewiesen werden zwischen Gutenbergs Druckerpresse und der Kunst des Buchdrucks in Ostasien, aber es ist denkbar, dass die Grundidee des Drucks nach Europa importiert worden war. Im Gegensatz dazu wissen wir mit hundertprozentiger Sicherheit, dass die Muslime den ostasiatischen Druck kannten, ihn aber aggressiv ablehnten. Der Wissenschaftler Thomas Allsen hat in seinem Buch „Culture and Conquest in Mongol Eurasia“ [Kulturen und Eroberungen im mongolischen Eurasien] beschrieben, wie die Behörden im Iran unter mongolischer Herrschaft im Jahre 1294 versucht hatten, gedruckte Banknoten in chinesischem Stil einzuführen, dies aber nicht schafften, wegen eines weitverbreiteten Widerstands:
“Gewiß zeigte die muslimische Welt eine aktive und nachhaltige Abwehr gegen die Technologie der beweglichen Drucktypen, die im fünfzehnten Jahrhundert und später aus Europa kam. Diese Opposition, die aus sozialen, religiösen und politischen Erwägungen heraus bestand, dauerte noch im achtzehnten Jahrhundert an. Erst dann wurden Druckpressen europäischen Ursprungs im Osmanischen Reich eingeführt und erst im nächsten Jahrhundert verbreitete sich der Buchdruck in der arabischen Welt und im Iran. Diese langfristige Zurückhaltung, das Desinteresse an europäischer Typografie und das Scheitern der einheimischen, ägyptischen Drucktraditionen, sprechen sicherlich für eine Art von grundlegender, struktureller oder ideologischer Antipathie gegen diese besondere Technik.”
Es ist wahrscheinlich, dass der Nahe Osten durch den Handel mit dem Buchdruck bereits Jahrhunderte vor diesem Ereignis vertraut war, aber wegen des religiösen islamischen Widerstands übernahmen sie diese große Erfindung erst tausend Jahre oder später, nachdem es in China erfunden wurde. Minderheiten wie Juden oder griechische und armenische Christen waren die ersten, die die Druckmaschinen im Osmanischen Reich benutzten. Das erste gedruckte Buch in persischer Sprache war wahrscheinlich ein jüdisch-persisches Pentateuch.
Was die Musik angeht, die griechische Theorie zu dem Thema entwickelte Pythagoras vor 500 v. Chr. Die Kirche wurde zur dominierenden Institution im poströmischen Europa und hat die griechische Philosophie und Musiktheorie an sich gezogen. Einige Elemente des christlichen Brauchtums können sich aus der jüdischen Tradition herleiten, vor allem das Singen der Heiligen Schrift und das Unterlegen der Psalmen, Lobpreisungen aus dem Buch der Psalmen. Die Christen integrierten die Musik in ihre Liturgie. In der westlichen Kirche, wurden der gregorianische Choral und die Entwicklung der polyphonen Musik als schmückendes Beiwerk gewürdigt, ein Konzept, das von zentraler Bedeutung für die mittelalterliche Kunst und Architektur war. Nach „ A History of Western Music“ [Eine Geschichte der abendländischen Musik] siebte Auflage, von Donald J. Grout, Peter J. Burkholder und Claude V. Palisca, “erhöhte die polyphone Vorstellung die Größe und damit den Gesang der Liturgie an sich.” Dies führte zu einer musikalischen Tradition, die zu Bach, Mozart und Beethoven hinführte. Nichts Ähnliches geschah in der islamischen Welt, obwohl die Muslime zunächst den gleichen Zugang zu demselben Material hatten. Ich habe dies in meinem Essay „Why Muslims Like Hitler, but Not Mozart“ [Warum mögen Muslime Hitler, aber nicht Mozart? dt. Übersetzung: http://die-gruene-pest.com/showthread.php?t=7828 ] beschrieben.
Der Historiker Bernard Lewis schreibt in „The Middle East: A Brief History of the Last 2,000 Years „ [Der Nahe Osten: Eine kurze Geschichte der letzten 2000 Jahre]:
“Da die muslimische Anbetung mit der beschränkten Ausnahme einiger Derwisch Elemente keine Verwendung von Musik kennt, hatten die Musiker in den islamischen Ländern nicht diesen immensen Vorteil christlicher Musiker genossen, den diese durch die Schirmherrschaft der Kirche und der hohen Würdenträger genossen. Die Schirmherrschaft des Hofes und der großen Häuser war zwar zweifellos nützlich, war aber auch oft lückenhaft und episodenhaft und unterlag gefährlich oft den Launen der Mächtigen. Muslimische Musiker entwickelten keinen Standard in der Notation und ihre Kompositionen sind daher nur durch das bekannte, fehlbare und variable Medium der Erinnerung überliefert. Es gibt keinen gut erhaltenen Korpus klassischer, islamischer Musik vergleichbar mit der europäischen, musikalischen Tradition. Alles was überliefert ist, ist eine recht umfassende theoretische Literatur über Musik, einige Beschreibungen und Darstellungen von Musikern und musikalischen Anlässen von Schriftstellern und Künstlern, eine Reihe von alten Instrumenten in verschiedenen Stadien der Konservierung und natürlich die lebendige Erinnerung an längst vergangene Aufführungen.”
Es gibt nun einige, die Herrn Lewis als Gelehrten kritisieren und glauben, dass er nicht als Autorität zitiert werden dürfe. Man sollte immer eine gesunde Skepsis gegenüber allen Wissenschaftlern bewahren, aber ich weiß aus anderen Quellen, dass die oben genannten Zitate weitgehend richtig sind.
Viele Formen der Musik sind im Islam verboten. „The Reliance of the Traveller“ von Ahmad Ibn Lulu Ibn Al-Naqib und Noah Ha Mim Keller wurde offiziell von al-Azhar in Ägypten, dem höchsten Organ des religiösen Lehrens der Sunniten, anerkannt. Hier werden eine Reihe von Hadithen zitiert, sowie autorisierende Sprüche von Mohammed und seinen Gefährten, die den Kern islamischer Texte neben dem Koran bilden darunter eine, die sagt: “Es wird Völker in meiner Gemeinschaft geben, die Unzucht, Seide, Wein und Musikinstrumente als rechtmäßig ansehen werden … ” Ein anderes Zitat sagt, dass ” am Tage der Auferstehung, Allah geschmolzenes Blei in die Ohren derjenigen gießen wird, die den Sängerinnen zuhören.” Die wissenschaftliche Schlussfolgerung daraus ist, dass “all dies der ausdrückliche und zwingende Beleg dafür ist, dass Musikinstrumente aller Art unzulässig sind.” Eine weitere rechtliche Regelung besagt, dass “es rechtswidrig ist, solche musikalischen Instrumente – wie etwa solche für die Trinker bekannt sind, wie Mandolinen, Lauten, Zimbeln, und Flöten – zu benutzen oder ihnen zuzuhören. Es ist zulässig, wenn auf Hochzeiten das Tamburin gespielt wird, auch auf Beschneidungsfesten und zu anderen Festen, auch wenn es Glocken an den Seiten hat. Die Kuba zu schlagen, eine Trommel mit einer langen schmalen Mitte, ist rechtswidrig.”
Manchmal stimme ich mit Herrn Lewis nicht überein in seiner zu positiven Einschätzung der islamischen Kultur, meiner Erfahrung nach irrt er in diesem Punkt gelegentlich, aber das soll nicht zu negativ sein. Wenn man Lewis glaubt, dann traten “die ersten speziell anti-semitischen Aussagen im Nahen Osten unter den christlichen Minderheiten auf und können in der Regel zurückverfolgt werden zu den europäischen Originalen.” Diese Auffassung steht im Einklang mit den anti-europäischen, multikulturellen Verzerrungen der modernen Medien-und Hochschulen, aber sie ist ganz und gar falsch, wie Dr. Andrew G. Bostom eindeutig in seinem sehr gut recherchierten Buch „ The Legacy of Islamic Antisemitism“ gezeigt hat.
Ich würde nicht sagen, dass es in der mittelalterlichen, islamischen Welt absolut keine wissenschaftlichen Errungenschaften gab, sondern nur, dass sie heute aus politischen Gründen stark übertrieben werden. Lassen Sie uns die Wissenschaftler in drei Kategorien einteilen: Kategorie 1 umfasst diejenigen mit kleineren wissenschaftlichen Beiträgen, Kategorie 2 sind auf der mittleren Ebene angesiedelt. Kategorie 3 besteht aus Wissenschaftlern, die wichtige, grundlegende Beiträge zu einem wichtigen Zweig der Wissenschaft beigetragen haben, oder eine völlig neue wissenschaftliche Disziplin erfunden haben. Beispiele für die letzte Kategorie wären z.B. Isaac Newton, Albert Einstein, Nicolaus Copernicus, Aristoteles, René Descartes oder Galileo Galilei. Es hat noch nicht einen einzigen Wissenschaftler dieses Formats in der islamischen Welt, selbst zu ihren besten Zeiten, gegeben. Es ist nicht so schwierig einige mittelalterliche, muslimische Gelehrte zu finden, die kleinere Beiträge zur Mathematik oder Alchemie geleistet haben, und ich kann wahrscheinlich wohl ein halbes Dutzend bis zu einem Dutzend Personen benennen, die man möglicherweise unter Kategorie 2 einstufen kann.
Der wichtigste Beitrag aller muslimischen Gelehrten kommt, aus meiner Sicht, von Alhazen (Ibn al-Haytham) auf dem Gebiet der Optik. Der Mathematiker Muhammad al-Khwarizmi hat die Algebra nicht “erfunden”; bei den alten Ägyptern, Mesopotamiern, Indern, Chinesen und anderen gab es schon frühe Formen der Algebra, der wichtigste vormoderne Gelehrte war wohl Diophantus von Alexandria im dritten Jahrhundert nach Christus, und die moderne Algebra wurde in Europa erfunden. Dennoch, genauso wie man eine Geschichte der Optik nicht schreiben kann ohne Alhazen zu erwähnen, können wir auch keine Geschichte der Algebra sinnvoll schreiben, ohne al-Khwarizmi zu erwähnen. In der Geschichtsschrebung könnte auch Ibn Khaldun erwähnt werden, obwohl er durch seine Verachtung für alle nicht-muslimischen Kulturen das Wachstum der Geschichte, Archäologie und Vergleichenden Sprachwissenschaft in der islamischen Welt behindert hat. Muslimische Gelehrte studierten niemals ernsthaft andere Kulturen mit Neugier und beschrieben sie auf eine gerechte Art und Weise, die Schriften von al-Biruni über Indien sind eine der sehr wenigen großen Ausnahmen von dieser Regel.
Geber (Jaber Ibn Hayyan) hat zu seiner Zeit gute Arbeit in der Alchemie geleistet und war die erste Person, die einige Säuren erfand, aber er bleibt weit hinter Antoine Lavoisier zurück und diejenigen, die die moderne Chemie im späten achtzehnten und frühen neunzehnten Jahrhundert in Europa entwickelten. Der Perser Omar Khayyam war ein kreativer Mathematiker wie sein Landsmann Avicenna (Ibn Sina) und auch Rhazes (Al-Razi) waren zu ihrer Zeit fähige Ärzte, aber Khayyam war im besten Fall ein hochgradig unorthodoxer Moslem und al-Razi glaubte nicht ein einziges Wort von der islamischen Religion. Welche wissenschaftlichen Beiträge auch immer sie gemacht haben, so entstanden diese eher trotz als wegen des Islam. Hinzu kommt, dass ich der Ansicht bin, dass al-Razi zwar ein kompetenter Arzt war, die größte Revolution der Weltgeschichte der Medizin war aber die Theorie der krankheitenauslösenden Keime, federführend waren in Europa der Franzose Louis Pasteur und der deutsche Robert Koch im späten neunzehnten Jahrhundert. Sie wurden bei ihrer Arbeit unterstützt durch das Mikroskop, das eine rein europäische Erfindung war.
Es ist wahr, dass einige Texte durch arabische Übersetzungen wieder nach Europa zurückkamen, zumindest am Anfang, bevor sie ergänzt wurden durch direkte Übersetzungen aus byzantinisch-griechischen Originalen und dass diese in bestimmten Worten Spuren hinterlassen haben. Zum Beispiel haben einige Sterne in den modernen europäischen Sprachen arabische Namen oder arabisierte Versionen von älteren griechischen Namen. Es ist jedoch wichtig daran zu erinnern, dass die Astronomie in der islamischen Welt, von einigen Ausnahmen abgesehen, beeinflusst wurde durch Indien, welche auf der Grundlage eines ptolemäisch- griechischen theoretischen Rahmens basierte, so wie es in Europa war. Nach der Übersetzungswelle ist es wichtig festzustellen, wie schnell die Europäer alles übertrafen was wissenschaftliche Leistungen betraf, die im Nahen Osten gemacht wurden.
Die besten moslemischen Gelehrten könnten gute, beobachtende Astronomen gewesen sein, allen voran Ulugh Beg. Ein paar von ihnen machten einige Anpassungen an die ptolemäische, astronomische Theorie, darunter Nasir al-Din al-Tusi und Ibn al-Shatir, aber keiner von ihnen hatte je einen großen konzeptionellen Durchbruch vergleichbar mit Copernicus, der im Jahre 1543 die Sonne und nicht die Erde in den Mittelpunkt unseres Sonnensystems setzte. Danach wurde mit den Arbeiten von Tycho Brahe und Johannes Kepler die ptolemäische Astronomie durch die Realität in Europa überholt, noch bevor Galileo und andere das Teleskop in der Astronomie 1609 einführten. Im Gegensatz dazu beharrten die Muslime auf dem kopernikanischen Heliozentrismus, in einigen Fällen bis in das zwanzigste Jahrhundert hinein. Der Wissenschaftler Toby E. Huff erklärt in seinem Buch „The Rise of Early Modern Science: Islam, China and the West“, zweite Auflage [Der Aufstieg der frühen modernen Wissenschaften: Islam, China und der Westen]:
“Auf dem indischen Subkontinent stand Sayyid Ahmad Khan (1817-98) an der Spitze der geistigen Reform in Indien, indem er Indien ermutigte westliche Bildungsstandards zu übernehmen. Im Laufe seiner früheren Karriere in den 1840er Jahren, hatte er die ptolemäische Sicht gegen den Kopernizismus verteidigt, weil er glaubte, dass dies obligatorisch sei für die gläubigen Muslime. Als er die Angelegenheit näher untersuchte, stellte er fest, dass es notwendig sei, die heliozentrische Sicht zu übernehmen und so seine Metaphysik besser mit den traditionellen Interpretationen des Korans in Einklang zu bringen. Schon bald nachdem er seine Meinung änderte und die heliozentrische Position annahm, setzte eine gewaltige Oppositionsbewegung ein, vor allem von Jamil al-Din al-Afghani’s († 1897), der ihn in den frühen 1880er Jahre angriff. Zu diesem Zeitpunkt erkannte Ahmad Khan das Aufeinanderprallen der Weltbilder der modernen Wissenschaft und des traditionellen islamischen Denkens. Seine Bemühungen um die Formulierung einer neuen Synthese fiel in harte Zeiten. “
Unter den wichtigsten Regionen der Welt, waren die beiden mit dem ähnlichsten mittelalterlichen Ausgangspunkt der Nahe Osten und Europa. Die griechische Geometrie war in Ost-Asien in früheren Zeiten unbekannt. Dies war ein großer Nachteil für die chinesischen, japanischen und koreanischen Wissenschaftler in der Optik und der Astronomie. Die einzigen Regionen in der Welt, in denen klares Glas hergestellt wurde, waren der Nahen Osten und Europa. Klares Glas wurde von den Europäern geschaffen, um Brillen herzustellen, die das Sehvermögen korrigierten und später zum Bau von Mikroskopen und Teleskopen. Das war die Geburtsstunde der modernen Medizin und Astronomie. Die Mayas im präkolumbianischen Mesoamerika wussten nicht, wie man Glas herstellen konnte und hätten keine Glaslinsen für Mikroskope und Teleskope herstellen können. Moslems im Nahen Osten hätten dies tun können, aber sie haben es nicht. Ebenso verhielt es sich mit mechanischen Uhren: die mittelalterlichen Europäer erfanden mechanische Uhren und die Moslems nicht, obwohl beide einen ähnlichen Ausgangspunkt hatten.
Moslems hatten Zugang zur griechischen optischen Theorie, das ist der Grund, warum Alhazen das erreichen konnte was er erreichte. Es ist verwirrend, dass sein Buch der Optik, möglicherweise die größte wissenschaftliche Arbeit in arabischer Sprache, weitgehend ignoriert wurde im arabischen Raum, aber in Europa mit Interesse studiert wurde. Es wurde zwar in Kairo, Ägypten geschrieben, aber es wurde nicht an der Al-Azhar, in deren Umgebung Alhazen viele Jahre lebte, gelehrt. Ibn al-Nafis aus Kairo beschrieb den Lungenkreislauf des Blutes im dreizehnten Jahrhundert, aber seine Entdeckung wurde nicht weiterverfolgt, obwohl er in einer der wichtigsten Städte der islamischen Welt lebte und arbeitete.
Auch wenn al-Azhar ein Zentrum der Bildung in der islamischen Welt war, war es ein Zentrum des religiösen Lernens und des Scharia-Rechts, nicht des säkularen Lernens und der Wissenschaft. Im Gegensatz dazu wurden die griechische Naturphilosophie und das weltliche Lernen an mittelalterlichen, europäischen Universitäten gelehrt, zusätzlich zu religiösen Themen, das ist der Grund, warum die Optik von Wissenschaftlern an europäischen Universitäten gelehrt wurde. Der hervorragende Wissenschaftshistoriker Edward Grant erläutert dies in seinem Buch „ Science and Religion“ [Wissenschaft und Religion].
Während Menschen mit Universitätsbildung einen winzigen Bruchteil der gesamten europäischen Bevölkerung darstellten, sollte deren kumulativer Einfluss nicht unterschätzt werden. Eine bemerkenswerte Anzahl führender Wissenschaftler des frühen modernen Europas, von Kopernikus bis zu Galileo und Newton, hatte in diesen Institutionen gelernt. Obwohl die wissenschaftliche Revolution bereits im siebzehnten Jahrhundert mit der systematischen Nutzung der experimentellen Methode und einem kritischen Blick auf das Wissen der Alten begann, zum Beispiel von Einzelpersonen wie Galileo, wurde die erste institutionelle Grundlage für diese Entwicklung von den Naturphilosophen der mittelalterlichen Universitäten gelegt.
Mir sind einige, wenn auch nicht alle Institutionen außerhalb Europas bekannt, die ich “Hochschulen” nennen würde im westlichen Sinne, vor der modernen Zeit. Unter den besten Kandidaten ist das große Kloster Nalanda in Indien, das eine buddhistische Einrichtung war. Es wurde nicht von Muslimen erbaut; es wurde von ihnen zerstört, wie so viele kulturelle Schätze in Indien und Zentralasien. Al-Azhar entstand im zehnten Jahrhundert n. Chr. und wird oft als eine der ältesten “Universitäten” in der Welt gepriesen. Doch im frühen zwanzigsten Jahrhundert, beklagte sich der blinde ägyptische Autor Taha Hussein über das völlige Fehlen des kritischen Denkens, die er an der Einrichtung vermisste :
“Die vier Jahre, die ich dort [an der al-Azhar] verbrachte, schienen mir wie vierzig zu sein, so völlig ausgedehnt waren sie …. Es war das Leben der unverminderten Wiederholung, niemals mit einer neuen Sache, von der Zeit des Beginns des Studiums, bis es vorüber war. Nach dem Gebet am frühen Morgen kam das Studium von Tawhid, die Lehre von der Einheit [Allahs], dann die Fiqh, oder die Rechtsprechung nach dem Sonnenaufgang; dann das Studium der arabischen Grammatik während des Vormittags, dem eine stumpfsinnige Mahlzeit folgte; dann noch mehr Grammatik im Anschluss an das Abendgebet. Danach folgte ein bisschen widerwillig Freizeit und dann wieder ein anderes Bruchstück ein ermüdender Happen, bis dann am Abend das Gebet durchgeführt wurde, ich besuchte dann die Logikklasse, die der ein oder andere Scheich durchführte. Der Verlauf dieser Studien bestand aus dem Anhören sich ständig wiederholender Wörter und traditioneller Sprache, was weder einen Akkord in meinem Herzen anklingen ließ, noch durch Geschmack meinem Appetit anregte. Es gab keine Nahrung für die Intelligenz eines Einzelnen, keine neuen Erkenntnisse wurden den alten hinzugefügt. “
Taha Hussein war ein Intellektueller der Sorte, der absolut keinen Raum für freie Forschungen in dieser führenden islamischen Koranschule fand. Er schrieb sich an der weltlichen Universität Kairo ein, die gegründet wurde nach dem europäischen Vorblid im Jahr 1908, und setzte seine Studien an der Sorbonne in Paris fort. Obwohl er im Ausland durch seine Autobiographie Al-Ayyam (Die Tage) wohl bekannt war, rief er eine Kontroverse in Ägypten hervor, weil er es wagte darauf hin zu deuten, dass man einige Passagen des Korans nicht wörtlich lesen sollte und er behauptete, dass einige vor-islamische Poesie gefälscht wurde um die Glaubwürdigkeit der traditionellen islamischen Geschichte zu unterstreichen. Dafür wurde er der Ketzerei beschuldigt. Hätte er in der aggressiveren islamischen Atmosphäre ein paar Generationen später gelebt, wäre er wahrscheinlich dafür getötet worden. Der ägyptische Schriftsteller Naguib Mahfouz wurde im Jahr 1994 von wütenden Muslimen in den Hals gestochen und wäre fast getötet worden.
Die griechischen Texte, die ins Arabische übersetzt wurden, waren in der Regel aus Handschriften von griechisch-byzantinischen Christen abgeschrieben worden. Wie Timothy Gregory in seinem Werk „ A History of Byzantium“ [Eine Geschichte von Byzanz] schreibt, “Es wird oft darauf hingewiesen, dass die Araber, diese Schriften und Ideen der alten griechischen Philosophen, Mathematiker und Wissenschaftler verwendeten, und sie spielten eine wichtige Rolle bei der Übertragung dieses Wissens auf die mittelalterliche West (im zwölften Jahrhundert). Was nicht immer erkannt wird ist die Tatsache, dass für die Araber diese Werke “byzantinisch” waren und sie liehen sich diese Bücher aus byzantinischen Bibliotheken aus, wo die Manuskripte erhalten und kopiert wurden, und übersetzten sie ins Arabische als eine wichtige Grundlage für ihre eigene Wissenschaft und Kultur “.
Muslime lehnten den größten Teil des römischen Erbes ab, sowie viele Aspekte des griechischen Erbes, vom Wein, den Skulpturen und bildender Kunst bis hin zum Theater; der einzige Aspekt der griechisch-römischen Zivilisation, der mehr mit dem Islam kompatibel war als mit der christlichen Kultur, war die Sklaverei. Ich habe dies erklärt in meinem Essay „Why Christians Accepted Greek Natural Philosophy, But Muslims Did Not“ [dt. Übersetzug: Warum die Christen die griechische Naturphilosophie akzeptierten, die Muslime aber nicht http://die-gruene-pest.com/showthread.php?t=9794].
In der Medizin gibt es das Phänomen der “Abstoßungsreaktion” die dann eintritt, wenn ein Organ in einen anderen Körper verpflanzt wird und das Immunsystem des Körpers das Organ als einen Fremdkörper abstößt. Das ist eine nützliche Analogie, die man im Hinterkopf haben sollte, wenn man abschätzen will, wie Moslems und Christen die griechische Naturphilosophie während des Mittelalters behandelten. Auch die Moslems nahmen das griechische Erbe an, aber nur Teile davon und schließlich wurde sogar diese beschränkte Annahme von konservativen Theologen wie al-Ghazali zurückgewiesen. Das Immunsystem der islamischen Kultur dachte, dass die griechischen philosophischen Ideen, ein Fremdkörper in seinem Körper seien und bekämpfte sie und wies sie schließlich zurück. Im Gegensatz dazu sah die christliche Kultur das griechische philosophische Erbe nicht als etwas Fremdes an. Christen akzeptierten zwar nicht alle Teile des griechischen Erbes als für sie passend, aber die meisten von ihnen glaubten nicht, dass die griechische Logik, die Art des Denkens und philosophisches Vokabular per se etwas Fremdes und Feindliches waren. Wir können sagen, dass das Christentum ein jüdisches Kind war, das mit dem Wasser des griechischen philosophischen Vokabulars getauft wurde und das in einer grieschich-römischen Umgebung aufwuchs. Diese neue Synthese wurde durch den hl. Paulus, einem griechisch sprechenden Juden und Anhänger der Lehren von Jesus von Nazareth, der auch ein römischer Bürger war, personifiziert.
Der französischer Schriftsteller Rémi Brague ist der Ansicht, dass es insbesondere Muslimen in der Regel an dem europäischen Instinkt für Selbstkritik und Anerkennung “der Anderen” fehlt. Sie, oder besser gesagt die nicht-Muslime unter ihrer Herrschaft, haben die wissenschaftlichen Werke aus dem Griechischen und aus ein paar anderen Sprachen ins Arabische übersetzt, aber sie haben sich in der Regel nicht die Mühe gemacht die Originale zu erhalten. Dadurch wurden “Renaissancen”, das bedeutet indem man zurück zu den Quellen geht um sie neu zu interpretieren, unmöglich in der islamischen Welt. Darüber hinaus war es dadurch unmöglich, etwas Ähnliches wie die Sprachwissenschaften des modernen Europas entstehen zu lassen.
Europäische Wissenschaftler übersetzten nicht nur Texte aus dem Griechischen und später aus dem Persischen und Sanskrit; sie gingen weiter, um zu erforschen und zu erklären, wie diese Sprachen in erster Linie entstanden sind, dies ging weit über das hinaus, was alle muslimischen Gelehrten jemals erwogen hatten. Das Griechische hat eine gemeinsame Geschichte mit dem Persischen und Sanskrit: Sie alle sind indo-europäische Sprachen, genauso wie die germanischen Sprachen oder wie das Englische. Die indo-europäische Familie ist die größte und einflussreichste Sprachfamilie in der Geschichte der Menschheit, und alles geht auf eine einzige, hypothetische Proto-Indo-Europäische Sprache zurück, die vor Tausenden von Jahren einmal existiert haben muss.
Zwischen 1600-1200 v. Chr. konnte man von Pferden gezogene Kutschen in ganz Eurasien vorfinden, von den Grenzregionen der Shang-Dynastie Chinas über Ägypten und Anatolien nach Nordeuropa. Dies entspricht dem Zeitalter des alten Veda und der Entstehung des vedischen Sanskrits in Indien. Völker, die die indo-europäischen Sprachen sprachen, spielten eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von Radfahrzeugen. Die Proto-Indo-Europäische Sprache, die von führenden europäischen und westlichen Linguisten während der letzten zwei Jahrhunderte rekonstruiert wurde enthält Wörter für einen technologischen Wortschatz, den es wahrscheinlich vor 4000 v. Chr. nicht gab, noch nicht einmal vor 3500 v. Chr. PIE muss daher aller Wahrscheinlichkeit nach eine lebendige Sprache gewesen sein, und zwar im vierten Jahrtausend v. Chr.
Es ist wahrscheinlich, dass eine sehr frühe Form von PIE bereits vor 4000 v. Chr. existierte und einer sehr späte Form kurz nach 3000 v. Chr.. Vor 3000 v. Chr. expandierte PIE rasch geographisch, wahrscheinlich mit Hilfe von frühen Formen der Radfahrzeuge, und brach nach und nach auseinander, in das was sich bald als andere indo-europäische Zweige herausstellen sollte. Die Wissenschaftler JP Mallory und DQ Adams erzählen die Legende in dem Buch „The Oxford Introduction to Proto-Indo-European and the Proto-Indo-European World“ [ Eine Oxforder Einführung in das Proto-Indo-Europäische und die Proto-Indo-Europäische Welt]:
“Individuelle indo-europäische Gruppen werden ca. 2000 v. Chr. nachgewiesen. Man könnte damit einen fiktiven Tag ca. 4500-2500 v. Chr. für das Proto-Indo-Europäische annehmen. Der Linguist wird feststellen, dass der angenommene Termin, der für die mutmaßliche Existenz des Proto-Indo-Europäischen mit dieser Methode erreicht wird, deckungsgleich ist mit derjenigen, die von Linguisten als ” informierte Schätzung ” bezeichnet wird. Diese beiden Terminierungstechniken, sprachlich und archäologisch, sind letztlich gegenseitig unabhängig und kongruent. Wenn jemand Diskussionen über die Daten verfolgt, bei denen die verschiedenen indo-europäischen Gruppen zum ersten Mal auftraten, finden wir eine interessante und etwas beunruhigende Erscheinung. Wir finden für um ca. 2000 v. Chr. Spuren von Anatolisch, und die Linguisten sind somit bereit, die Entstehung des Proto-Anatolischen auf ca. 2500 v. Chr. zu datieren oder wesentlich früher. Wir haben bereits differenziert zwischen dem Indoarischen im Mitanni Vertrag von ca. 1500 v. Chr., also muss das undifferenzierte Proto-Indoiranische früher datieren und oft werden Daten in der Größenordnung von 2500-2000 v. Chr. vorgeschlagen. Das mykenische Griechisch, die Sprache der Linear-B Tafeln, ist bekannt seit ca. 1300 v. Chr., wenn nicht etwas früher und ist ziemlich anders als seine Zeitgenossen der Bronzezeit (Indoiranische oder Anatolisch) und von einer rekonstruierten PIE zu etwas prädisponierterem nimmt der Sprachwissenschaftler ein Datum um ca. 2000 v. Chr. oder früher für das Proto-Griechische an sich an.”
Vor dem Islam, war das Griechische immer noch eine wichtige Sprache im gesamten östlichen Mittelmeerraum und darüber hinaus, auch in Anatolien oder Kleinasien, das heute durch die türkischsprechenden Muslime besetzt wird und “Türkei” genannt wird. Muslime haben 1400 Jahre lang die Griechisch sprechenden Gemeinden in der gesamten Region ausgerottet, ein Prozess, der sich bis in das einundzwanzigste Jahrhundert auf der Insel Zypern fortsetzte, dennoch wollen sie nun eine Gutschrift haben für die “Erhaltung des griechischen kulturellen Erbes.” Als die ottomanischenTürken Stück für Stück das griechische Kernland eroberten, sowie den Balkan und den Nahen Osten, zeigten sie kein ernsthaftes Interesse daran die Geschichte und Kultur ihrer neuen Untertanen zu studieren.
Wie Bruce G. Trigger in seinem Buch „ A History of Archaeological Thought“[Eine Geschichte der archäologischen Denkweise] zweite Auflage, schreibt: “Seriöse archäologische Arbeit begann in Griechenland erst nachdem dieses Land die Unabhängigkeit von der Türkei im frühen neunzehnten Jahrhundert erhalten hatte.” Ibn Warraq, erklärt in seinem gut recherchierten Buch „ Defending the West“ [Die Verteidigung des Westens,] warum die Archäologie von den Europäern in der Zeit der Post-Aufklärung erfunden wurde. Obwohl die Muslime die Kontrolle über die Wiege der ältesten Zivilisationen der Erde hatten, verhielten sie sich gleichgültig oder aktiv feindlich gegenüber ihren Überresten. Austen Henry Layard, der in Mesopotamien (Irak) in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts arbeitete, erzählt diese Geschichte von Claudius Rich, einem Pionier im Bereich Archäologie und britischen Residenten in Bagdad:
“Rich erfuhr von den Einwohnern von Mosul, dass einige Zeit vor seinem Besuch, eine Skulptur in einem Hügel ausgegraben wurde, die verschiedene Formen von Menschen und Tieren darstellte als Teil einer großen Grabbeilage. Dieses seltsame Objekt war die Ursache einer allgemeinen Verwunderung, und die gesamte Bevölkerung strömte zu den Mauern, um einen Blick darauf zu werfen. Die Ulema [Religionsgelehrten] hatten schon lange vorher verkündet, dass diese Figuren Helden der Ungläubigen seien, und die Mohammedaner, als gehorsame Jünger zerstörten diese so vollständig, dass Herr Rich nicht in der Lage war, auch nur ein winziges Stück aufzutreiben.”
Nach der kurzen Expedition von Napoleon nach Ägypten um 1800, begann sich im neunzehnten Jahrhundert ein neuer Trend für das alte Ägypten in Europa durchzusetzen. Dies hat die heimischen Muslime völlig überrascht, da sie nicht verstehen konnten, warum sich jemand für solch wertlose Steine von Ungläubigen interessieren könnte. Das reich illustrierte Buch ägyptischer Schätze aus dem Ägyptischen Museum in Kairo sagt dazu:
“Zunächst waren sich die Ägypter nicht über die Motive im Klaren, warum die Westler Interesse an so etwas hatten, was für sie einfach Steine waren, die aus dem Boden ragten. Ein Gerücht ging um, dass diese Steine verdeckte, ungeahnte Schätze seien. Die Bewohner der Dörfer in der Nähe der archäologischen Stätten begannen, Statuen, Gräber und Tempel anzugreifen, in der vagen Hoffnung, Juwelen und wertvolle Objekte entnehmen zu können. Bald jedoch erkannten die Ägypter, dass die Ausländer an den Steinen selbst interessiert waren und nicht an den Dingen, von denen behauptet wurde, dass sie da seien. Obwohl sie selbst nicht die Anziehungskraft eines geschnitzten Steinklumpens sahen, wurden sie Meister in der Suche und Entdeckung von Antiquitäten. Wenn sie nicht genug echte Reliquien da hatten zögerten sie nicht, Fälschungen herzustellen, und sie waren so gut, dass sie sogar die Ägyptologen der damaligen Zeit täuschen konnten.”
Die französische Expedition nach Ägypten in den Jahren 1798-1801 brachte viele Wissenschaftler dazu, die antiken Denkmäler zu katalogisieren und damit die moderne Ägyptologie zu gründen. Der dreisprachige Stein von Rosetta, der im Jahr 1799 entdeckt wurde, wurde von dem großen französischen Sprachwissenschaftler Jean-François Champollion dazu benutzt, die ägyptischen Hieroglyphen im Jahr 1822 zu entschlüsseln. Er benutzte die koptische Sprache, um dies zu erreichen.. Arabische und türkische Moslems hatten Ägypten mehr als tausend Jahre kontrolliert, es aber scheinbar weder geschafft die Hieroglyphen zu entschlüsseln noch für die meisten herumliegenden Teile viel Interesse gezeigt. Die Europäer hatten dies in einer einzigen Generation getan, nachdem sie Ägypten wieder unter ihre Kontrolle gebracht hatten und sie taten dies mit Hilfe der liturgischen Sprache der Kopten, der ägyptischen Christen, die eine direkte Verbindung zum alten Ägypten darstellen und dass die arabischen Eroberer nicht geschafft hatten, vollständig auszulöschen.
Der französische Wissenschaftler Auguste Mariette war während eines Aufenthalts in Ägypten zu der Überzeugung gekommen, dass das Land wirksamere Rechtsvorschriften bräuchte zur Erhaltung der Denkmäler. Er war verantwortlich für die Verfassung der ägyptischen Altertümerverwaltung und die Gründung des ersten ägyptischen Museum in Kairo.. Er wurde im Garten vor dem Museum begraben und seine Gebeine ruhen nach wie vor innerhalb eines steinernen Sarkophags, der an die Sarkophage des alten Ägyptens erinnerte.
Es ist kein Zufall, dass die islamische Welt oft nur langsam die kulturellen Erfindungen von der Außenwelt annahm. Muslime verhalten sich in der Regel bestenfalls gleichgültig gegenüber nicht-muslimischen Kulturen, in der Vergangenheit und in der Gegenwart, im schlimmsten Fall sind sie aktiv feindselig. Ein Angriff auf die Statuen in einem Museum in Kairo im Jahr 2006 durch eine verschleierte Frau, die immer wieder schrie “Ungläubige, Ungläubige!”, schockierte die Welt. Sie wurde inspiriert von dem ägyptischen Großmufti Ali Gomaa, der ein Sprichwort von Mohammed zitierte, dass Bildhauer unter denjenigen sein werden, die am Tag des jüngsten Gerichts die härtesten Strafen erhalten werden. Nach Aussage des äußerst einflussreichen, ägyptischen Gelehrten Yusuf al-Qaradawi auf seiner Website Islam Online, “verbietet der Islam die Statuen und dreidimensionale Abbildungen von Lebewesen”, mit Ausnahme von Puppen für Kinder. “Daher sind die Statuen der alten Ägypter verboten.”
Die großen Buddhastatuen von Bamiyan in Afghanistan wurden durch das Taliban-Regime im Jahr 2001 mit Hilfe von pakistanischen und saudischen Ingenieuren abgerissen, da verfügt wurde, dass alle Bilder zerstört werden müsse, da sie “eine Beleidigung für den Islam” seien. Es ist verlockend, zu dem Schluss zu kommen, dass der einzige Grund, warum die berühmten Pyramiden Ägyptens bis heute überlebt haben der ist, weil sie so groß waren, dass es sich für die Muslime als zu kompliziert, kostspielig und zeitaufwändig erwies, um sie zu vernichten. Andernfalls wären sie sicherlich auch geendet wie die zahlreichen Hindu-Tempel in Indien und buddhistischen Statuen in Zentralasien, oder wie die christlichen und jüdischen Stätten der Anbetung von Indonesien bis zum Kosovo. Die kleinste der drei Pyramiden von Gizeh, außerhalb der modernen Stadt Kairo hat in der Tat unter sichtbaren Schäden zu leiden, nach dem Versuch eines mittelalterlichen, muslimischen Herrschers, der dieses ungläubige Denkmal abbauen wollte.
Der US-Präsident Obama behauptet, dass “im Laufe der Geschichte, der Islam, durch Worte und Taten die Möglichkeiten der religiösen Toleranz und der Gleichberechtigung der Rassen gezeigt hat.” In Wirklichkeit ist es eher schwierig Beispiele dafür aus irgendeiner Region der Welt mit bedeutender islamischer Präsenz zu finden. Die islamischen Lehren sagen ausdrücklich, dass die Moslems nicht annehmen sollten, dass nicht-Moslems ihnen gleichberechtigt seien; sie sollen Krieg gegen sie führen, bis sie konvertieren oder sich unterwerfen. Ich empfehle Herrn Obama die großartige Arbeit der Wissenschaftlerin Bat Ye’or zu diesem Thema zu lesen. Herr Jadunath Sarkar, der herausragende Historiker über die indischen Mogule, schrieb über die Dhimmitude, die ein demütigendes Rassentrennungssystem ist, das nicht-Moslems unter islamischer Herrschaft auferlegt ist:
“Die Konversion der kompletten Bevölkerung zum Islam und das Erlöschen jeder Form von Meinungsvielfalt ist das Ideal des moslemischen Staates. Wenn ein Ungläubiger es ertragen muss, in der Gemeinschaft zu bestehen, dann ist dies ein notwendiges Übel und nur für eine Übergangszeit . …Daher kann ein Nichtmoslem nicht Bürger des Staates sein; er ist ein Mitglied einer untergeordneten Klasse; sein Status ist eine modifizierte Form der Sklaverei. Er lebt unter einem Vertrag (dhimma) mit dem Staat. … Kurz gesagt, nachdem sein Land durch die Moslems erobert wurde, ist seine weitere Existenz im Staat abhängig von seiner Person und seinem Eigentum, das der Sache des Islams unterworfen wird.”
Diese “modifizierte Form der Sklaverei” wird heute oft als Gipfel “der Toleranz” bezeichnet. Wenn die Halbsklaven gegen dieses System rebellieren und Gleichberechtigung und Selbstbestimmung fordern, wird der Jihad eingesetzt. Das geschah mit den christlichen Untertanen des Osmanischen Reichs, die durch Gemetzel unterdrückt wurden, welche im Rassenmord türkischer und kurdischer Moslems gegen Armenier im 20. Jahrhundert gipfelten.
Sogar für jene Gebiete, die nicht unter islamischer Herrschaft standen, störten diese endemischen Jihadüberfälle die normale Kommunikationen zwischen vielen Gebieten Europas und dem Byzantinischen Reich, wo die klassischen Texte immer noch aufbewahrt wurden. Wie der Historiker Ibn Khaldun stolz über das Frühe Mittelalter öffentlich verkündigte: “Die Christen konnten kein Brett mehr auf dem Meer schwimmen lassen.” Dr. Mahatir, der scheidende Premierminister Malaysias wünschte während eines OIC (Organisation der Islamischen Konferenz) Gipfels im Jahr 2003 eine Rückkehr zu den ruhmreichen Tagen, als “die Europäer zu Füßen der moslemischen Gelehrten knien mussten, um auf ihr eigenes scholastisches Erbe zugreifen zu können.”
Jihadpiraterie, Sklaverei und Angriffe auf europäische Länder waren eine unveränderliche Bedrohung aus dem siebenten Jahrhundert bis hin zu den Barbaren Staaten Nordafrikas im neunzehnten Jahrhundert. Einige würden behaupten, dass es heute wiederauflebt. Ich habe das in meinen Online Essays „ Europeans as Victims of Colonialism“ und „Fourteen Centuries of War against European Civilization“ [Europäer als Opfer der Kolonialpolitik] und [Vierzehn Jahrhunderte des Krieges gegen die europäische Zivilisation] erklärt, die in meinem Buch „Defeating Eurabia“ enthalten sind.
Paul Fregosi nennt in seinem Buch “Jihad in the West: Muslim Conquests from the 7th to the 21st Centuries“ [ Jihad im Westen: Muslimische Eroberungen vom 7. bis zum 21. Jahrhundert] den islamischen Jihad als „das wichtigste Ereignis in der Vergangeheit mit der am wenigsten aufgezeichneten und beachteten Dunkelziffer der Geschichte.“ In der Tat wurde dies weitgehend ignoriert, „obwohl es eine Tatsache des Lebens war in Europa, Asien und Afrika fast 1400 Jahre lang.“ Weiter sagt Fregosi, „westliche Kolonisierung in der Nähe von muslimischen Ländern dauerte 130 Jahre, ungefähr von den Jahren um 1830 bis zu den Jahren um 1960. Muslimische Kolonisierung in der Nähe europäischer Länder dauerte 1300 Jahre, von den Jahren um 600 bis in die Mitte der 1960er Jahre. Aber seltsamerweise sind es die Muslime … die am meisten verbittert sind über den Kolonialismus und die Demütigungen, denen sie unterworfen waren und es sind die Europäer, die dieser Scham und Schuld eine sichere Heimat geben. Es sollte genau anders herum sein. “
Wenn wir die poströmische Periode als Ganzes betrachten, entsteht ein Bild, in dem Europa die meiste Zeit unter der Belagerung durch feindliche Ausländer stand, aber wider Erwarten erfolgreich war. Bereits vor 1300 n. Chr. hatten die Europäer ein sich schnell ausbreitendes Netz von Universitäten geschaffen, einer Einrichtung, die keine echte Entsprechung irgendwo anders hatte, und es waren Dinge wie mechanische Uhren und Brillen erfunden worden. Es ist leicht, die Bedeutung dieser Dinge zu unterschätzen, aber die Fähigkeit genaue Maße von natürlichen Phänomenen zu machen, war lebenswichtig für die wissenschaftlichen und industriellen Revolutionen. Die Fertigung der Brille führte indirekt zur Entwicklung von Mikroskopen und Fernrohren und so zur modernen Medizin und Astronomie. Das Netz von Universitäten erleichterte die Ausbreitung von Informationen und Meinungen und wurde so zum Brutkasten für viele spätere, wissenschaftliche Fortschritte. Alle diese Erfindungen wurden Jahrhunderte vor dem Beginn der europäischen Kolonialpolitik gemacht, tatsächlich eher zu einer Zeit, als Europa selbst ein Opfer der Kolonialpolitik war und schon seit einer sehr langen Zeit gewesen war. Teile Spaniens waren noch immer unter islamischer Herrschaft, ein aggressiver Jihad wurde von den Türken in den restlichen Byzantinischen Ländern geführt und die Küsten von Frankreich über Italien bis nach Russland hatten Jahrhunderte von islamischen Überfällen ertragen.
Es ist wahr, dass der transatlantische Sklavenhandel ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Westens darstellt, aber einer der Gründe warum es möglich war diesen zu etablieren war, dass man bei dieser Art des Handels, dem großen Sklavenhandel, der fest in islamischer Hand war, quasi einen Fuß in die Tür setzen konnte. Gehen wir zurück zur Zeit des alten Ägyptens, dann war Sklaverei ein wichtiger Bestandteil des afrikanischen Handels mit anderen Kontinenten. Und doch sagen Robert O. Collins und James M. Burns in ihrem Buch „A History of Sub-Saharan Africa“ [Einer Geschichte des Subsaharischen Afrikas,] “fiel der Beginn des islamischen Zeitalters zusammen mit einer starken Zunahme des afrikanischen Sklavenhandels.” Die Vergrößerung des Sklavenhandels durch die Sahara war eine Antwort auf die Nachfrage auf den Märkten des moslemischen, nördlichen Afrikas:
“Die moralische Rechtfertigung für die Versklavung der Afrikaner südlich der Sahara durch Muslime wurde durch die Tatsache akzeptiert, dass sie die “Ungläubigen “(kafirin) waren, die ihre traditionellen Religionen mit vielen Göttern praktizierten und nicht den einen Gott des Islam hatten. Die Notwendigkeit zur Sklaverei, unabhängig davon, ob sie mit Gewalt genommen oder durch kommerziellen Handel beschafft wurden, belebte den alten, aber schläfrig gewordenenTrans-Sahara-Handel wieder, der zu einem wichtigen Beschaffer für Sklaven für Nord-Afrika und das islamische Spanien wurde. Die frühesten muslimischen Aufzeichnungen über Sklaven, die die Sahara durchquerten von Fezzan aus im Süden Libyens bis nach Tripolis an der Mittelmeerküste, wurden im siebten Jahrhundert verzeichnet, aber vom neunten bis zum neunzehnten Jahrhundert gibt es eine Vielzahl von Aufzeichnungen von Plünderungen der militärischen Staaten der Sahel-Zone, die den nordafrikanischen Muslimen als bilad al-Sudan, ( “Land der Schwarzen”) bekannt waren, von heidnischen Afrikanern, die an muslimische Händler verkauft wurden und durch die Wüste marschierten als profitabelste Ware ihres umfangreichen kommerziellen Netzes. Ab dem zehnten Jahrhundert gab es einen stetigen Strom von Sklaven aus den Reichen des westlichen Sudan und dem Tschad-Becken, das sich durch die Sahara erstreckt. Viele starben auf dem Weg, aber die Überlebenden erzielten einen hohen Gewinn auf den lebendigen Märkten von Sijilmasa, Tripolis und Kairo.”
Im Gegensatz zum Westen, gab es nie eine muslimische Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei, weil diese nach der Scharia, dem islamischen religiösen Gesetz erlaubt ist und dies ist so geblieben, bis zum heutigen Tag. Als die offene Praxis der Sklaverei endlich abgeschafft wurde in den meisten Teilen der islamischen Welt, war dies nur durch externen westlichen Druck geschehen, der ausging von dem amerikanischen Krieg gegen die Barbaren Piraten bis hin zur Seemacht des Britischen Empires. Sklaverei wurde als selbstverständlich hingenommen in der gesamten islamischen Geschichte und dauerte länger als der westliche Sklavenhandel. Robert Spencer erläutert in seinem Buch:“ A Religion of Peace?: Why Christianity Is and Islam Isn’t“ [Eine Religion des Friedens?: Warum das Christentum eine ist und der Islam nicht] :
Auch gab es keine muslimische Bewegung zur Abschaffung [der Sklaverei] keinen Clarkson, Wilberforce, oder Garrison. Als der Sklavenhandel beendet war, wurde das nicht durch muslimische Anstrengungen erreicht, sondern durch britische Streitkräfte. Trotzdem gibt es Anzeichen dafür, dass es in einigen muslimischen Ländern die Sklaverei weiterhin unter der Oberfläche gibt – vor allem in Saudi-Arabien, das die Sklaverei erst im Jahr 1962 abgeschafft hat; Jemen und Oman beendeten beide die legale Sklaverei im Jahr 1970 und Niger hat die Sklaverei erst 2004 abgeschafft. Im Niger wird das Verbot weitgehend ignoriert und etwa eine Million Menschen leben immer noch in Unfreiheit. Sklaven werden gezüchtet, oft vergewaltigt und in der Regel behandelt wie Tiere. Es gibt sogar Fälle von Sklaverei in den Vereinigten Staaten, in die Muslime verwickelt sind. Ein Saudi namens Homaidan al-Turki wurde im September 2006 zu siebenundzwanzig Jahren Haft verurteilt, weil er eine Frau als Slavin in seinem Haus in Colorado gehalten hatte. Al-Turki behauptete seinerseits, er sei ein Opfer anti-muslimischer Vorurteile geworden.
Es sind mehrere Namen im Gebrauch für den Iran, den Irak, Jordanien und Syrien. Einer ist der “Nahe Osten.” Ein anderer ist “das Westliche Asien” der Ägypten, ein Land mit starken historischen Wurzeln aus diesem Gebiet ausschließt. Ich bevorzuge den Begriff der “Nahe Osten”, weil es eine Gedächtnishilfe ist, dass dieses Gebiet in der Mitte von Eurasien liegt. Es war das einzige Gebiet, das regelmäßige Kontakte mit allen wichtigen Zivilisationen in der Alten Welt, vom mittelmeerischen Europa über Indien bis nach Ostasien hatte. Die Chinesen waren der griechischen Mathematik und der Naturphilosophie weniger ausgesetzt, wohingegen die Moslems mit den griechischen Ideen und der Geometrie gut vertraut waren. Europa litt unter den gravierendsten Nachteilen, da es nur wenig direkten Kontakt mit dem Süden, Südosten und Ostasien hatte, das größtenteils von den Moslems abgeschnitten war. Die günstige, geografische Position des Nahen Ostens wird an dem frühen Zugang zu chinesischem Papier und dem indischen Ziffern-System deutlich, um nur zwei wichtige Erfindungen zu nennen. Die Europäer überboten schließlich die Moslems in einer außerordentlichen Art und Weise in der Wissenschaft, obwohl sie eine bedeutend schwächere Ausgangsposition hatten.
Zusätzlich dazu könnte die Hadsch, eine Pilgerfahrt nach Mekka und eine der fünf Säulen des Islams, eine gute Gelegenheit gewesen sein, um wissenschaftliche und technologische Informationen zu und von allen Gebieten der Alten Welt auszutauschen. Das geschah wirklich gelegentlich; einige Erfindungen wurden auf diese Weise dem subsaharischen westlichen Afrika zugetragen. In erster Linie jedoch diente es dazu, Informationen darüber zu verbreiten, wie man Jihad gegen Ungläubige führte oder Sharia Gesetze einführte.
Die Moslems genossen eine günstige geografische Position, beherrschten eine bedeutende Anzahl von Nichtmoslems und hatten Zugang zum angehäuften Wissen von vielen der ältesten Zivilisationen in der Welt. Die Herausforderung hier ist nicht zu erklären, warum es einen kurzen Ausbruch von Kreativität in den frühesten Jahrhunderten der islamischen Herrschaft gab; die Herausforderung ist zu erklären, warum das nicht andauerte. Das vielgerühmte “Goldene Zeitalter” des Islams war in Wirklichkeit das Zwielicht der überwundenen vorislamischen Kulturen, ein Echo aus vergangenen Zeiten in einem Gebiet, das mehrheitlich noch eine zeitlang nichtmoslemisch war.
Der Größere Nahe Osten war der Sitz der ältesten bekannten Zivilisationen auf dem Planeten und die Quelle der meisten wichtigen Erfindungen in der menschlichen Geschichte, einschließlich des Schreibens und des Alphabets. Es ist sicher kein Zufall, dass die erste Zivilisation des indischen Subkontinents im Indus Tal im Nordwesten in der Nähe des sumerischen Mesopotamiens entstand, genauso wie es kein Zufall ist, dass des Lesens und Schreibens kundige, europäische Zivilisationen in Ländern Wurzeln schlugen, die geografisch Ägypten und dem fruchtbaren Halbmond nah waren: Die minoische Zivilisation Kretas, später dann Griechenland und der Balkan und dann Rom. Stellen Sie dies den modernen Zeiten gegenüber, in denen der Balkan Europas Schwachstelle Nummer eins ist. Genauso wie der Sitz der ersten indischen Zivilisation in Pakistan und Kaschmir.
Ich habe kürzlich den Bestseller „ Guns, Germs, and Steel“ [ Gewehre, Keime, und Stahl] des amerikanischen Evolutionsbiologen Jared Diamond noch einmal gelesen. Was mich beeindruckt hat, wie Diamond, der einen Zusammenhang zwischen Geographie und Krankheiten betont, daran scheitert den Aufstieg des Westens zu erklären und insbesondere warum Englisch und nicht Arabisch, Chinesisch, Sanskrit oder Maya die Verkehrssprache in der Welt wurde. Sein wichtigster Fehler ist sein Versagen zu erklären, wie der Nahe Osten darin scheiterte ein globales Zentrum der Zivilisation zu sein, und stattdessen heute unzweifelhaft das globale Zentrum der Antizivilisation ist. Das wurde nicht durch die Pocken verursacht, oder weil es schwieriger ist Zebras zu domestizieren als Wasserbüffel; es wurde durch den Islam verursacht, der die Hauptursache für die Rückständigkeit dieses Gebiets bleibt.
Übersetzung: Liz/die-gruene-pest.com Originaltitel: Fjordman: To President Obama: Regarding Islam and Science http://www.jihadwatch.org/archives/026496.php
aktueller Anhang anlässlich des Besuchs von Präsident Obama in Afrika
Ein Nobody auf Reisen
Bundesrätin Leuthard hausiert zur Zeit in Washington und gibt dort gleich noch der amerikanischen Regierung Handlungsanweisungen, wie sie mit der Wirtschaftskrise umzugehen habe. Wahrscheinlich bekommt ein Asylant in der Schweiz mehr Aufmerksamkeit als diese einsame Lady auf Staatsbesuch – hier.
Messias Obama
Irland am Abgrund
Zeltstädte sind nicht nur ein Phänomen der Massenarbeitslosigkeit in den USA. Auch andere Länder sind betroffen. Der Spiegel beschreibt die Geschichte der Stadt Limerick, einer Stadt am Fluss Shanon. Hier arbeiten 25% der Bevölkerung für Dell – arbeiteten! In den nächsten Tagen schliesst DELL sein Werk und verlegt alles nach Polen. Read more
Weichenstellung auf Inflation
27. März 2009 von Herakleitos
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Eintausend Milliarden
Von Ulrich Schlüer, Chefredaktor «Schweizerzeit»
Kein Land dieser Welt kann eintausend Milliarden Dollar einfach angesparten Reserven entnehmen, um damit marode Bank- bzw. Hypothekarpapiere aufzukaufen.
Dennoch hat die neue US-Administration von Präsident Obama diese in ihrer Grösse kaum mehr vorstellbare Summe gesprochen – die Öffentlichkeit davon zu überzeugen versuchend, die wertlosen Bankpapiere damit gleichsam «neutralisiert» zu haben.
Obama stellt die Weichen
In Wahrheit hat der weltweit noch immer – teilweise allerdings bereits etwas verhaltener – vergötterte Präsident Obama in «seinen» ohnehin bereits hochverschuldeten Staatshaushalt einfach ein neues, unermesslich tiefes Loch gerissen. Und wer nicht völlig blind ist, weiss: Löcher in Staatshaushalten müssen immer irgendwie gestopft werden. Wenn nicht durch zusätzliche Steuereinnahmen aufgrund gesteigerter Wirtschaftsleistung, dann eben durch «Produkte» der Notenpresse.
Bevor die USA ihre neue «Sanierungsmassnahme» realisierten, hatten sie bekanntlich kollabierende Banken und wankende Wirtschaftsriesen bereits mit Hilfspaketen in der Höhe Hunderter Milliarden Dollar vor dem Ruin zu bewahren versucht. Sind die Erfolgsaussichten dieser Rettungsversuche nach wie vor äusserst ungewiss, so wird immerhin eines deutlich: Die USA haben sich dazu entschieden, ihre Wirtschaft mit Hilfe der Notenpresse aus dem Schlamassel zu ziehen. Washington inflationiert seine Währung. Das hat schwerwiegende Auswirkungen auf die ganze Welt.
Das Ende der «Völkergemeinschaft»
Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern, deren Wirtschaft ausgeprägt vom Export abhängig ist, ist es im weit grösseren Amerika die Binnenwirtschaft, welche den Gang der Gesamtwirtschaft massgeblich bestimmt. Dies erleichtert der US-Administration den Entscheid zur Inflationierung der eigenen Währung. Die eigene, hauptsächlich auf den Binnenmarkt ausgerichtete Wirtschaft wird davon nur unwesentlich getroffen. Und lediglich bezüglich Energie – also Erdöl – ist die Auslandabhängigkeit der USA und ihrer Wirtschaft von Bedeutung. Längst hat die Weltmacht USA allerdings durchgesetzt, dass als Handelswährung für Erdöl weltweit der Dollar gilt. Der Erdölpreis macht damit die Inflationierung des Dollar – zumindest kurz- und mittelfristig – mit.
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«Schweizerzeit»
Die Zeitung, die sagt, was nicht ungesagt bleiben darf.
Die Fahrlässigkeit von Obamas Politik bekommen jene Länder um so stärker zu spüren, denen der Weg zur Währungs-Abwertung nicht gleichermassen offensteht, wie derzeit den Amerikanern. Die im Euro gefesselten Länder werden vom Egoismus von Präsident Obamas Politik wohl am raschesten und am härtesten getroffen: Sie haben die rasch wachsenden Kosten der sie heimsuchenden Massenarbeitslosigkeit in teurer Währung zu tragen. Die USA, Verursacher der Weltfinanzkrise, exportieren – zumindest kurzfristig – die Folgen dieser Krise ins Ausland. Von der so oft und so feierlich beschworenen «Völkergemeinschaft» bleibt keine Spur. «Rette sich, wer kann» heisst die neue Polit-Losung.
Die Sparer sind die Opfer
Inflationierung der eigenen Währung: Das heisst Schuldentilgung mittels Geldentwertung. Bewusst herbeigeführte Geldentwertung beraubt alle ehrlichen Sparer ihrer Vermögen. Schrittweise und auf kaltem Weg werden diese von jenen Regierungen konfisziert, die in der bewussten Inflationierung der eigenen Währung den noch einzig verbliebenen Ausweg sehen, die durch Masslosigkeit und Liederlichkeit aufgerissenen Schuldenlöcher zum Verschwinden zu bringen. Wer – wie jetzt die Regierung Obama – die Währung des eigenen Staates bewusst inflationiert, beraubt die ehrlichen Sparer ihrer Vermögen. Raub ist eine kriminelle, in Rechtsstaaten eine strafbare Handlung.
Diejenigen, die jetzt zum Mittel der Inflationierung der eigenen Währung greifen, kümmert dies freilich nicht. Sie halten die Sparer für wehrlos. Sie glauben, nur dafür sorgen zu müssen, dass Länder, die das Recht auf Vermögensbesitz besser respektieren, auf den gleichen politischen Kurs gezwungen werden, den sie selber verfolgen. Daraus resultiert der verbissene Kampf gegen «Steueroasen», gegen den Steuerwettbewerb zwischen den Staaten. Die Inflationierer streben mit Mitteln politischer Machtausübung an, dass ausnahmslos alle Vermögenden maximal ausgenommen werden können. Alternativen, wo Sparer ehrlich erworbenes Vermögen bisher absichern konnten vor dem Zugriff von Steuerbehörden, die sich nur noch als Zudiener massloser Regierungen sehen, wollen die Inflationierer ausmerzen – um jeden Preis.
Und die Schweiz?
Die Schweiz war bis vor wenigen Wochen noch eine unabhängige Steueroase. Ihre Regierung erweist sich in der jetzt begonnenen Schlacht gegen den Steuerwettbewerb allerdings als zu schwach, ehrliche Sparer weiterhin vor dem Zugriff durch verantwortungslose Inflationierer zu schützen. Wohl deshalb, weil auch unsere Regierung mit diesen Inflationierern liebäugelt. Und weil sie keinen Widerstand erfährt von einem Parlament, in dem eine mehrheitsentscheidende orientierungslose Mitte links-grüne Kampagnen gegen alle Vermögenden teilnahmslos hinnimmt.
Kann dieses verhängnisvolle Kräfteverhältnis nicht rasch korrigiert werden, dann werden auch in der Schweiz die ehrlichen Sparer die Hauptopfer der sich in die Inflation flüchtenden Landesregierung sein.
Ulrich Schlüer, Nationalrat
Erste Kratzer an Präsident Barack Obamas Lack
Die Schonfrist ist vorbei: US-Präsident Barack Obama hat zunehmend mit Gegenwind zu kämpfen. Zwar erfreut er sich in der Bevölkerung noch immer größter Beliebtheit. Unter Wirtschaftsexperten mehren sich aber die Zweifel. Mancher unkt schon, Obama wisse nicht wirklich, was er tut.
Zum ganzen Artikel:
http://www.welt.de/wirtschaft/article3394162/Erste-Kratzer-an-Praesident-Barack-Obamas-
Wir hätten es wissen müssen
22. Februar 2009 von David Frankfurter
Kategorien: AUSLAND, NEWS, TITEL
Wenn es in den nächsten Monaten einen sicheren Börsentipp gibt, dann ist es der, keine Aktien von Schweizer Banken zu kaufen. Mit der Herausgabe von Kundendaten an die USA ist nicht etwa ein Streit beendet worden, sondern dieser hat soeben erst begonnen.
Dumm nur, dass der neue Präsident der USA als Senator sich vor allem als Kämpfer gegen die Steueroasen profilierte. Winkelried informierte damals in diesem Artikel. Unsere Medien hätten wissen müssen, was auf uns zukommt. Doch was haben sie und die Linken getan? Sie haben Obama als neuen Führer bejubelt. Read more
Unterschiedliche Flottenoperationen im Golf von Aden
21. Februar 2009 von Herakleitos
Kategorien: SHORTCUT
Nur Gute gegen Böse?
Von Ulrich Schlüer, Chefredaktor «Schweizerzeit»
Während Jahrzehnten, eigentlich seit dem Zweiten Weltkrieg betrachteten es die Vereinigten Staaten als ihre Aufgabe, für die Sicherheit der Seewege rund um den Erdball zu garantieren.
In jedem Ozean kreuzte eine grosse US-Flotte, versorgt aus Stützpunkten in jeder wichtigen Region der Welt.
Einerseits fühlten sich die zirkulierenden Handelsschiffe weitgehend sicher, andererseits gestattete die Kontrolle der Seewege den USA weltweiten Machteinfluss. Die Rollenteilung war weltweit akzeptiert. Die Sowjetunion vermochte sie selbst zur Zeit ihrer grössten Machtentfaltung kaum zu beeinträchtigen.
Vakuum
Die Überforderung ihrer militärischen Kräfte im Irak und in Afghanistan schwächte die USA weltweit. Der «Krieg gegen den Terror» wurde von Washington verloren. Dessen eigentliche Kriegsziele («Demokratisierung nach US-Vorgaben») mussten fallengelassen werden. Schrittweiser Rückzug unter bestmöglicher Gesichtswahrung ist das einzige, was noch zählt. Auch wenn die US-Kräfte in Afghanistan noch einmal aufgestockt werden – gewinnbar ist der Afghanistan-Krieg für die Amerikaner nicht mehr.
Der Golf von Aden ist strategisch eine der wichtigsten Seeregionen der Welt. Der Ölnachschub für Europa erfolgt durch diesen Golf. Die Chinesen müssen die Rohstoffe, die sie zunehmend in Afrika ausbeuten, via diese Seeregion nach China bringen. Der gesamte Handel zwischen Europa und Fernost ist auf den Golf von Aden angewiesen. Und dieser Golf von Aden liegt im Einzugsgebiet des Krisenherds im Nahen Osten. Manche Macht verspürt Interesse, ins Vakuum vorzustossen, das nach der Schwächung der USA im Indischen Ozean und damit auch im Golf von Aden entstanden ist. Unterschiedliche Flottenpräsenz durch Kriegsschiffe mehrerer Länder dokumentiert die Interessenslage.
«Atalanta»
Erstmals seit Entstehung der Europäischen Union tritt die EU mit einer Flotte in Erscheinung. Ihre Operation «Atalanta» dürfte allerdings nicht bloss die Sicherung europäischer Schiffe vor sie bedrängenden Piraten im Visier haben. Die EU geht mit ihrem eigenständigen Einsatz auch weithin sichtbar auf Distanz gegenüber den USA und der Nato. US-Schiffe beteiligen sich – obwohl deutlich präsent in der Region – keine an «Atalanta». Die schrittweise Distanzierung der EU richtete sich eigentlich gegen die weltweit ungeliebte Bush-Administration. Inzwischen heisst der US-Präsident freilich Barack Obama. Einerseits wird Obama weltweit vergöttert. Anderseits hat der neue US-Präsident die Rückgewinnung der weltumspannenden Vormachtstellung der USA auf allen Weltmeeren zum strategischen Ziel erklärt. Da sind Spannungen vorgezeichnet.
Chinas Flottenpräsenz
Auch chinesische Kriegsschiffe zirkulieren recht zahlreich im Golf von Aden. Unabhängig von der Operation «Atalanta». Unabhängig von den USA. Ihr Einsatz folgt allein chinesischen Interessen – nachdem sich China in Afrika mehr als bloss sichtbar eingenistet hat. Nicht aus Freundschaft. Vielmehr zwecks Ausbeutung dort reichlich vorhandener, auf Ausbeutung wartender Rohstoffe. Einflussnahme, ja Dominanz im Golf von Aden entspricht erstrangigem strategischem Interesse Chinas. Interessenkollisionen in erster Linie mit den USA, aber auch mit der EU sind vorgezeichnet. Von Kooperation keine Spur.
Russland und Iran
Im Golf von Aden sind auch russische Kriegsschiffe präsent. Auch diese Schiffe operieren unabhängig von der EU-Operation «Atalanta». Russland markiert mit seinen Schiffen einerseits seine Rückkehr ins Konzert der grossen Mächte: Es will künftig wieder mitreden bei Auseinandersetzungen von weltweiter Bedeutung. Die US-Vorherrschaft auf See wird damit – wenn auch noch verhalten – herausgefordert.
Andererseits tritt Russland auch auf als die Macht, welche dem Iran und seiner aggressiven Regierung am nächsten steht. Iran, wichtigste und gefährlichste Regionalmacht im Mittleren Osten, verfügt selber über keine nennenswerte
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Flotte, dürfte den Golf von Aden immerhin mit seinen Raketen erreichen können. Nicht ungefährlich für die USA, die Russlands Zusammenarbeit mit Iran – etwa in Rüstungsfragen – ohnehin mit grösstem Misstrauen verfolgen.
Keinerlei Kooperation
Es operieren Schiffe weiterer Nationen in der mancherlei Machtgelüste weckenden Seeregion: Die indischen Kriegsschiffe scheinen tatsächlich vor allem die indischen Handelsschiffe schützen zu wollen. Und neuerdings werden japanische Frachtschiffe zunehmend von japanischen Fregatten begleitet. Kooperation zwischen den verschiedenen Flotten findet – obwohl alle gegen die dortigen Seeräuber zu operieren behaupten – kaum statt. Hinweis darauf, dass die Seeräuber-Plage offenbar nur zweite Priorität geniesst. Das Ringen um Einflussnahme auf eine der strategisch wichtigsten Zonen des Erdballs dürfte für die Regierungen, die hinter den einzelnen Flotte stehen, wichtiger sein als der Kampf gegen Piraten.
Zumal das Bild von den «armen Fischern» aus den somalischen Küstengebieten, die sich aus nackter Existenznot in die Seeräuberei stürzen, längst korrekturbedürftig ist. Die Piraten vor Somalias Küste gehören zu einem Netz weltweit operierender organisierter Kriminalität, das sich auf Informanten in allen wichtigen Häfen der Welt zu stützen, das ins elektronische Leitsystem der EU für im Golf von Aden zirkulierende Schiffe einzudringen, das modernstes Material an Schnellbooten und elektronischer Ausrüstung zu nutzen vermag.
Operationszone für Schweizer Armee?
Und genau in dieser höchst umstrittenen Zone, wo die weltweit einflussreichsten Mächte um mehr Einfluss ringen, will die Schweizer Aussenministerin nun schweizerische Armeepräsenz zeigen. Wer in diesem Ringen um Einfluss und Vorherrschaft im Golf von Aden dabei ist, ist von Anfang an Partei. Wer – das ist die Absicht Calmy-Reys – mit der EU gemeinsame Sache macht, stellt sich den Interessen der USA und sicher auch Chinas in den Weg. Nur Phantasten glauben noch an einen Kampf von «Gut gegen Böse» im Golf von Aden, der selbstlose Hilfe auf Seiten der Guten erlauben würde.
Wo Grossmächte um Einflusssphären ringen, gibt es keinen Platz für Neutrale. Wer sich auf Seiten einer der Grossmächte engagiert, ist Gegner – wenn nicht gar Feind – der anderen Mächte. Nicht dass Bundesrätin Calmy-Rey blind wäre für diese Tatsachen. Sie ist bloss an anderem als einer neutralen Position der Schweiz interessiert. Für Calmy-Rey geniesst ihr persönlicher Auftritt auf Weltbühnen Priorität. Eher den fundamentalen Armeegegnern sich zugehörig fühlend, setzt sie die Armee nicht ein zur Sicherung elementarer Schweizer Interessen. Die der Kleinstaat dann am besten schützt, wenn er sich nicht in die Gegensätze der Grossen einmischt, wenn er glaubwürdig seine Neutralität vertritt. Für Frau Calmy-Rey ist die Neutralität Hindernis. Sie verbaut ihr jene Rolle und Pose auf der Weltbühne, nach der es sie dürstet. Sie ist bereit, elementare Landesinteressen höchst persönlicher Geltungssucht zu opfern.
Ulrich Schlüer
Die Wiedergeburt des ökonomischen Nationalismus
13. Februar 2009 von Winkelried
Kategorien: NEWS, TITEL, WIRTSCHAFT
Alle Länder der Welt versuchen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise mit Förderprogramme zu dämpfen. Doch nur naive Linke glauben, dass die Politiker dabei wirklich an die “Weltgemeinschaft” oder an die EU denken. Wenn einem Politiker sein Job lieb ist, dann wird er wohl alles tun, dass der Nutzen seinen Wählern zugute kommt und nicht ins Ausland abfliesst. Obama macht es mit seinem Wirtschaftsprogramm vor: den Benefit soll allein die einheimische Bevölkerung haben. Read more
Jesus bei der Arbeit
Was Obama hier verspricht, haben wir in Europa schon lange und doch geht es uns auch nicht besser. Die Amerikaner müssen das noch lernen.
EU rüstet gegen Bankkundengeheimnis
6. Februar 2009 von Herakleitos
Kategorien: SHORTCUT
Die Schweiz als Erpressungsopfer
Von Ulrich Schlüer, Chefredaktor «Schweizerzeit»
Die Erkenntnis ist alt: Wer sich einmal erpressen lässt, lässt sich immer wieder erpressen.
Die Schweiz hat sich von Brüssel nicht bloss mehrfach erpressen lassen, ihre Regierung inszeniert, Brüssel zuliebe, inzwischen gegenüber den eigenen Bürgerinnen und Bürgern sogar selbst Erpressungsmanöver – wenn es zwei Verträge, die man gewiss unterschiedlich beurteilen kann, in ein Einheitspaket schnürt, um eine bestimmte Vorlage, die allein die Volksabstimmung nie schaffen würde, dennoch durchzubringen. Wer der EU solche Zeichen der Willfährigkeit signalisiert, dürfte nicht lange auf weitere Druckversuche von Seiten Brüssels warten müssen.
Bankgeheimnis im Visier
Die Regierungen der EU-Länder haben sich zum Ziel gesetzt, ihre Bürger – wohlgemerkt: auch alle unbescholtenen Bürger – jeglicher Privatsphäre in Vermögensangelegenheiten zu berauben. Der Bürger, zum durchsichtigen Besteuerungs-Objekt degradiert, ist in der Sicht der Regierungen dieser Staaten Schröpfungs-Opfer. Nichts anderes. Dies bezweckt die alles umfassende Meldepflicht, dank welcher die Finanzministerien aller EU-Länder das Maximum an Besteuerung ihrer Untertanen durchsetzen wollen. Sie erachten die Chancen für die Durchsetzung dieses Ziels derzeit deshalb als besonders gut, weil auch von Seiten der USA unter der neuen Administration Obama sichtlich Druck aufgesetzt wird gegen alle «Steueroasen» auf dieser Welt. Wer Vermögen besitzt, gehört in die ausgedörrte Wüste, haben die Finanzminister entschieden.
Das Schweizer System
Vorsorglich – davon zeugen die Tiraden der Herren Eichel und Steinbrück aus unserem nördlichen Nachbarland – werden insbesondere die Schweizer pauschal als «Volk von Steuerbetrügern» verunglimpft. Würde ein EU-Finanzminister das in der direkten Demokratie der Schweiz von den Bürgerinnen und Bürgern selbst geschaffene hiesige Besteuerungssystem je studieren, käme er vielleicht auf das Geheimnis dieses Systems, das weit weniger zu Steuerhinterziehung und Steuerbetrug verleitet als fast jedes andere System auf dieser Welt, vor allem als das EU-Modell, dessen Durchsetzung zunehmend an Polizeistaat-Methoden erinnert.
Das Schweizer System beruht auf der Selbstdeklaration des Bürgers. Dabei wurde mit der Verrechnungssteuer eine Mechanik gefunden, die dem Fiskus selbst dann die ihm zustehenden Steuereinnahmen sichert, wenn der Bürger auf die Deklaration seines Vermögens verzichtet. Er hat dann – ohne als Krimineller verunglimpft zu werden – einfach auf die Rückerstattung der ihm automatisch belasteten Verrechnungssteuer zu verzichten. Im Klartext: Wer nicht deklariert, bezahlt etwas mehr Steuern, erspart sich indessen die Arbeit der Deklaration. Wer diese Arbeitsleistung auf sich nimmt, fährt steuerlich dank Rückerstattung der Verrechnungssteuer in aller Regel etwas besser. Das System ist einfach und offensichtlich effizient. Es lässt dem Vermögenden eine Art Wahlfreiheit, verhindert aber jegliche Beeinträchtigung des Fiskus. Dafür wird der, der sein Vermögen via Verrechnungssteuer versteuert, nicht kriminalisiert.
So effizient dieses Besteuerungssystem ist, so stur will die Classe politique in der Europäischen Union davon nichts wissen. Oder, anders ausgedrückt: Je verschwenderischer die einzelnen EU-Länder mit den ihren Bürgern abgenommenen Steuergeldern umgehen, desto unerbittlicher degradieren sie ihre Bürger zu gläsernen Ausbeutungsobjekten.
Vertrag mit EU
Der EU ist das schweizerische, das Bankkundengeheimnis respektierende Besteuerungssystem seit Jahren mehr als bloss ein Dorn im Auge. Mit an Aggressivität zunehmender Wortwahl wird gegen das freiheitliche Steuersystem der Schweiz polemisiert – neuerdings auch mit der Peitsche. Dabei hat der Bundesrat dem EU-Druck schon einmal nachgegeben. Auf dringendes und drängendes Begehren Brüssels liess sich Bern zur Unterzeichnung des sog. Zinsbesteuerungsabkommens bewegen. Damit wird das schweizerische Verrechnungssteuer-Modell auch auf in der EU wohnhafte Geldanleger ausgedehnt, die Vermögen auf Schweizer Banken deponiert haben. Der Verrechnungssteuer-Ertrag von solchem Vermögen – so wurde es im Vertrag mit der EU festgelegt – fliesst automatisch in die Wohnort-Länder dieser Anleger – freilich ohne Namensnennung der Vermögensbesitzer.
Diese das Bankkundengeheimnis respektierende Einschränkung, dieser Respekt vor der Privatsphäre der Anleger ist es, welche die EU-Finanzminister
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gegen die Schweiz derart auf die Palme bringt, dass sie zunehmend in Konflikt geraten mit dem von der EU gewollten und von der EU rechtsgültig unterzeichneten Zinsbesteuerungs-Vertrag. Für sie, die sie im Bürger nur das Ausbeutungsobjekt sehen, ist es kriminell, wenn Namen von Geldanlegern zurückgehalten werden – auch wenn diese Anleger dank des abgeschlossenen Vertrags keinerlei fiskalische Schädigung ihrer Wohnortsstaaten verursachen. In der EU wird, wer sich vor der Steuerbehörde nicht völlig durchsichtig macht, zum Kriminellen.
Das ist die entscheidende Differenz zur Schweiz, dazu tobt der Kampf ums Bankgeheimnis, das Bundesrat und Wirtschaft dem Schweizervolk gegenüber als «völlig und langfristig gesichert» deklariert haben, wenn nur dem Abkommen über die Zinsbesteuerung zugestimmt würde – was die Schweiz dann auch getan hat.
Geldgier ist stärker als Vertrag
Bern hat weder mit der mangelnden Vertragstreue Brüssels noch mit der Geldgier der Finanzminister aller EU-Staaten gerechnet, als es diese treuherzige Versicherung des auf Dauer gesicherten Bankgeheimnisses abgab. Die Geldgier ist in der EU inzwischen noch gewachsen, seit die EU-Staaten Hunderte von Milliarden zur Stützung ihrer in der Depression versinkenden Volkswirtschaften aufwenden müssen. Um so rigoroser gehen sie gegen all jene vor, die als vermögend vermutet werden. Diese sollen in den Schwitzkasten genommen werden, bis sie alles von sich geben, was man bei ihnen vermutet.
Die Zeiten, wo der unbescholtene Bürger Freiheit in Vermögensangelegenheiten beanspruchen kann, sind in der EU endgültig vorbei. Bezüglich Vermögen gilt Sozialismus, gilt – gegebenenfalls – orchestrierte Staatskampagne bis zur Vernichtung des Betroffenen. Beispiele wurden bereits geliefert.
Fünfte Kolonne
Wie immer, wenn die Schweiz von aussen unter Druck gerät, bildet sich im eigenen Land eine Fünfte Kolonne. Ein neues Buch, das diese Rolle übernehmen will, degradiert die Schweiz bereits im Titel zum «Schurkenstaat». Womit sie gleichgesetzt wird mit Staaten, die mit Atomwaffen drohen, die Terroristen unterstützen, Bürger willkürlich einkerkern, Todesurteile verhängen und (mitunter heimlich) vollstrecken, welche – wie Nordkorea – die Zwangskasernierung ihrer Untertanen durchgesetzt haben.
Als «Oase der Steuerflucht», welche andere Staaten «korrumpiere und destabilisiere», wird die Schweiz etikettiert. Autoren sind Schweizer, der langjährige Redaktor bei Ringiers SonntagsBlick, Viktor Parma, und Werner Vontobel, heute Wirtschaftspublizist beim SonntagsBlick. Ringier führt den Kampf gegen alle, die Vermögen haben, seit Monaten. Mit all seinen Erzeugnissen wettert, intrigiert, diffamiert er gegen alle Reichen. Ringiers Feldzug ist ein Feldzug gegen die Freiheit. Bürgerunterjochung à la DDR scheint dem nach Berlin emigrierten Ringier-Haupteinflüsterer Frank A. Meyer vorzuschweben, wenn er diesen Feldzug gegen die Privatsphäre des Bürgers orchestriert. Übrigens: Von Ringier bezieht bekanntlich auch alt SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder ein Berater-Honorar.
Gefahr droht der Schweiz also von aussen wie von innen. Im Blick auf die unüberlegte Hektik, welche unsere Landesregierung im Blick auf die Tatsache gewordene Weltwirtschaftskrise offensichtlich ereilt hat, muss wohl befürchtet werden, dass Bern die Freiheit seiner Bürger nur schwächlich und widersprüchlich verteidigen wird.
Ulrich Schlüer
Quelle:Brisant vom 06.02.2009


