Endlich: Cron geht
August 14, 2008 by Winkelried
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Das Departement Leuenberger hat was vom Hillary Clinton gelernt. Peinliche Akten werden im Sommerloch, möglichst gegen Wochenende, entsorgt. Diesmal hiess die Akte Cron, von Beruf BAZL-Chef.
Peinlich war er dem Departamentschef nicht wegen seiner Arbeit, sondern wegen seiner etwas kleptomanischen Veranlagung. Doch diese Kritik greift viel zu kurz und lenkt wohl eher vom eigentlichen Flurschaden ab, den Cron hinterlassen hat. Der ehemalige Baumanager hat die Privatfliegerei in der Schweiz regelrecht zugrunde gerichtet. Seine charakterlichen Schwächen waren da seinem Chef mehr als nur willkommen.
Schengen: mehr Schikanen statt freie Fahrt
Gerade an der Fliegerei sehen wir deutlich, welchen Nutzen oder besser Schaden uns Schengen verursacht. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie so lange auf dem Flughafen anstehen und so viele, teils schikanöse Kontrollen, durchlaufen müssen? Von den vielen Baustellen wegen Umbauten gar nicht zu sprechen …
Ja, ja, Bin Laden wird man Ihnen sagen … Nein: Schengen! Wissen Sie, dass Sie allein 35 Fr. an die Flughafengesellschaft zahlen müssen, damit man Sie filzt? Pro Ferien also 70 Fr.
Doch die grenzenlose Freiheit hat noch andere Auswüchse. Früher konnte man von fast jedem Flugplatz der Schweiz ins Ausland fliegen. Damit ist es vorbei: der Pilot muss zuerst zwangsweise auf einem Grenzflughafen zwischenlanden - und dort mindestens 100 Fr. für Taxen, etc. auf den Tisch legen, um weiterfliegen zu können. Die Flugzeit wird damit auch nicht verkürzt und mit Umweltschutz hat das gar nichts zu tun.
Der Knecht vom Moritz
Während der Euro08 verfügte Cron zudem, dass der Luftraum in der Schweiz faktisch gesperrt wurde. Gesperrt wurde der Luftraum damit sich die Armee vollkommen unsinnig mit Drohnen in Szene setzen konnte. Cron war das egal - er war ein bedingungsloser Knecht vom Moritz Leuenberger. Und der brauchte auch so einen wie ihn, hatte er doch selbst jämmerlich versagt, als es um den Nordflug ging. Da kam so ein angeschlagene Gestalt wie Cron grad recht.
Die Liste der Verbrechen an der Fliegerei liesse sich noch unendlich fortsetzen: unsinnige Bestimmungen, Schickanen, Widersprüche … das BAZL ist ein regulatorischer Sauhaufen, wie wohl kein anderes Departement in Bern. Aber eben: ein Linker an der Spitze und die Medien schweigen …
Cron geht als Totengräber der Privatfliegerei in die Geschichte ein. Im Namen aller Fliegerkollegen können wir ihm keine guten Wünsche auf dem Weg geben. Wir hoffen lediglich, dass er beim Sawiri noch einmal kräftig zulangt und das Projekt bodiget. Dann hat er wenigstens einmal etwa für den Naturschutz getan.
Weitere Lügen und Showeinlagen
Juni 22, 2008 by Kulturbereicherer
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Noch viel eindrücklicher als die Schweizer Nationalmannschaft hat es unsere Armee diesmal in die Schlagzeilen geschafft. Die grobe Fahrlässigkeit eines Sozialämtler- Offiziers hat fünf Menschen das Leben gekostet.
Entsprechend wurde der Chef der Luftwaffe entlassen, weil er angeblich ein paar Offiziere zu jung zu Generalstabskurse aufbot - als ob damit der Minder- wertigkeit unseres Offizierskorps hätte relativiert werden können.
Armee vertuscht einen wahren Grund der Notlandung
Doch auch das überdeckte nur teilweise weitere Kalamitäten. Zu Showzwecken wurde in der Presse gross der Einsatz der Drohne angepriesen. Dieses Gerät eignet sich in Finnland für die Überwachung menschenleerer Grenzen, aber es ist vollkommen ungeeignet für den Einsatz über dicht besiedeltem Gebiet. Der Luftraum muss gesperrt und die Drohne zudem von einem Helikopter oder einem Pilatus Porter begleitet werden. Der allfällige Nutzen, der diese Drohne bieten kann (if any) steht absolut in keinem Verhältnis zum Aufwand. Nun wurde bekannt, dass die Drohne aus technischen Gründen in Edlinsbach (ZG) notlanden musste.
An diesem Tag tobte zwischen Zürich und Emmen ein starkes Gewitter, so dass der Rückflugkorridor nicht mehr nicht mehr durchflogen werden konnte. Die von einem Puma Helikopter begleitete Drohne wäre wahrscheinlich ausser Kontrolle geraten. So dreht die Drohne über den Uetliberg plötzlich ab und flog Richtung Zug, was vollkommen ausserhalb des Einsatzgebietes liegt. Dort wurde sie notgelandet. Die Armee aber sprach von einer Notlandung wegen einem technischen Defekts. Man wollte verhindern, dass die Einsatzuntauglichkeit dieses Gerätes bekannt wird und erzählte so eine unwahre Geschichte. Unsere Medien habe diese wieder mal unreflektiert nachgeplappert.
Genf - Fahrlässiger F18 Einsatz
Ein weiterer - fast schon zu erwartender Zwischenfall - war die unnötige Gefahr, die ein Geschäftsreiseflugzeug aus Spanien ausgesetzt wurde. Das BAZL veröffentlichte zwar ordnungsgemäss die temporäre Sperrung des Luftraumes, aber ob ein spanischer Pilot das auch mitbekommt, ist wohl kaum anzunehmen. Davon mussten die Verantwortlichen - auch jenseits der rechtlichen Lage - ausgehen. Die unnötige Annäherung beider Flugzeuge über Genf war vorhersehbar und von den verantwortlichen Schweizer Stellen ein unnötiges und vermeidbares Risiko gewesen.
Auch in diesem Fall kann klar gesagt werden, dass die Schweizer Armee hier vor allem Show mit Kampfjets machte - auf Kosten der Sicherheit.
Die SRG hat die EM versaut!
Juni 12, 2008 by Kulturbereicherer
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Abschreckung - der Kunden!
Seit Wochen versorgt uns das Staatsfernsehen mit Bildern der EM-Vorbereitungen. Dabei handelt es sich vor allem um Beiträge über das Sicherheitsdispositiv. Die staatlichen Stellen hoffen damit, die Hooligans abzuschrecken. Insgesamt stehen 8000 Soldaten, etwa ebensoviele Polizisten und nochmals die gleiche Anzahl Securities den Fans gegenüber, insgesamt etwa 30000 Personen.
Wie die Bevölkerung darauf reagiert, konnte man letzten Montag vor dem Spiel in Zürich erleben. Statt riesige Fanlawinen in die Stadt, ein richtiger Exodus aus der Stadt. Wenn wundert es, hatte uns das Staatsfernsehen doch den leibhaftigen Mongolensturm vorhergesagt.
Gewaltige Verluste des Gewerbes
An Morgen danach begann die Unmut der Standbetreiber auf der Fanmeile. Das Geschäft war ein vollkommener Flop. Insgesamt laufen einem “Ständler” 50000 Fr. Kosten für einen Ministand auf, die er in diesen drei Wochen irgendwie wieder einfahren muss. Sie können wegen der grossen finanziellen Belastung nicht den Stand abräumen und das Personal nach Hause schicken, wie die Migros. Sie müssen wohl oder übel darauf hoffen, möglichst viel Geld davon wieder reinzuholen, jeder Franken ist ein Franken Verlust weniger. Dass dabei gegen Ende der EM nur noch Gammelfleisch zu haben ist, ist wohl jetzt schon zu vorauszusehen.
Das Fernsehen sendet sich selbst
Doch die Kalamität geht noch weiter. Das Staatsfernsehen sendet unaufhörlich Fernsehspots seiner Moderatoren und Fussballer. Es liegt die Vermutung nahe, dass das Platzhalter für nicht verkaufte Werbefenster sind.
Eine ebenso grosse Kalamität ist Suter als Fussball-Fachmann. Man vergleiche mal sein belangloses Geschwätz mit den Analysen, die Günter Netzer früher lieferte. Ebenso ist die Übertragung eine technische Panne nach der anderen und das, obwohl die Schweiz das bestfinanzierteste und bestausgerüstete Fernsehen weltweit hat.
Die Drohne - Abbild der schweizerischen Organisation
Nichts verkörpert besser die Leistung unseres Staates als der Einsatz der Drohne. Immer wenn sie fliegt, muss sie aus Sicherheitsgründen von einem zweiten Flugzeug begleitet werden. Stellen Sie sich mal vor, die Swiss würde hinter jedem Flugzeug noch ein Ersatzflugzeug hinterherschicken. Die Passagiere würden sich wahrscheinlich weigern, überhaupt einzusteigen.
Doch damit nicht genug. Das Vertrauen in dieses millionenteure unnütze Fluggerät muss nicht sonderlich gross sein. So werden ganze Lufträume gesperrt, wenn es fliegt. Doch das hindert unsere Staatspropaganda nicht daran, diese vollkommen wertlose Fehlinvestition als grossen Sicherheitsfaktor zu verkaufen.
Der Staat und sein Fernsehen hat versucht, vor allem seine (Fehl-)Leistungen ins Szene zu setzen. Damit hat es uns die EM versaut. Die Zeche zahlt der Gewerbler und der Steuerzahler.
BAZL macht grosse Lippe
Soeben teilt das BAZL mit, das angeblich Drohnen während der Euro08 eingesetzt werden sollen. Der Einsatz soll zwei Stunden vor Spielbeginn beginnen und bis max. 2 Uhr früh fortdauern.
Wir haben die Vermutung, dass es sich dabei um leere Drohkulissen oder Marketing handelt. Warum:
1. Bilder sind wertlos
Drohnen werden auf einer Höhe von 1200m bis 2700m eingesetzt. Egal wie gut die Kameras sind, die Bilder sind im Detail wertlos. Beispiel:
2. Drohnen sind gefährlich
Und das gleich aus mehreren Gründen:
a. Luftfahrtkorridore
Die Drohnen benötigen grosse Korridore, die gesetzlich “freigeschaufelt” werden müssen. Der überfliegende zivile VFR-Luftverkehr (z.B. Italien - Frankreich) ist darüber aber nicht immer informiert.
b. Nachtflüge
Der grosse Teil des Einsatzes findet Nachts statt, was die Einsätze noch gefährlicher machen. Ebenso wertloser wird auch das Bildmaterial.
c. Ziviler Luftverkehr wird gefährdet
Die Kollission hätte fatale Folgen für ein Zivilflugzeug. Der Einsatz soll 12 Meilen um die Stadien stattfinden. In diesem Radius befinden sich auch die Flughäfen und die Ab- und Anflugkorridore. Gerade vor und nach dem Spiel wird der Flugverkehr besonders dicht sein. Drohnen zu dieser Zeit einzusetzen, ist nicht irrsinnig. Zwar wird behauptet, dass der Zubringerverkehr zu den Spielen dann schon gelandet sein, was teilweise stimmen mag, der Rest des Flugverkehrs wird dadurch aber zurückgehalten und startet dann später.
d. Wetter
Gerade im Juni besteht die Gefahr von Gewitter, was Drohnen ablenken oder zum Absturz bringen kann.
e. Einsatz über dicht besiedeltem Gebiet
Der Absturz einer Drohne kann tödliche Folgen haben und ist nur bei sehr kritschen Sicherheitslagen über dichtbesiedeltem Gebiet zu rechtfertigen.
Ganze Übung nur Show
Die ganzen Communiques des BAZL und des VBS sind wohl eher unter dem Begriff des Me-Too-Marketing abzulegen. Dumm nur, wenn die Journalisten das alles noch glauben.
Der Propagandaflieger +++ Update +++
+++ Update +++
Nun berichtet der Tagesanzeiger besserwissend - wahrschienlich inspiriert durch diesen Beitrag - die Polizeivorsteherin der Stadt Zürich Esther Maurer (SP), hätte den Einsatz von diesen Drohnen bewilligt. LACHKRAMPF! Seit wann kontrolliert die Stadtpolizei Zürich den Luftraum? Alles was höher als 150 m fliegt, bedarf einer Bewilligung des Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). Und es ist vollkommen ausgeschlossen, dass diese Drohnen auch nur in der Nähe von An- und Abflugsrouten des Flughafens fliegen dürfen. Im Falle einer Kollission gäbe es eine Katastrophe. So ein Risiko wäre in keinem Verhältnis für ein paar verwackelte Photos von falschparkierendem Fussballfans. Read more




