29. September 2007

Cyberwar-Kampftruppe: Schmid hockt zuviel im Internet

Abgelegt unter: Kommentar — Winkelried @ 10:35

cyberwar.jpgHeute morgen musste ich wirklich herzlich lachen. Der Tagi meldete:

Cyberwar-Projekt zurückgestellt

Die Armee verlangsamt den Aufbau einer neuen Truppe zur Informations-Kriegsführung. Das umstrittene Projekt hat nach wie vor keine gesetzliche Grundlage.

Das VBS beschäftigt sich wirklich mit der Idee, einen staatlich finanzierten Expertenurlaub für Hacker der Reithalle einzuführen. Und wie bitte, sollen diese Kampfmethoden dort aussehen: Wer findet die beste Sex-Seite? Wie verbreite ich Gerüchte in Blogs? Wie finde ich heraus, wem die Domain www.cia.gov gehört?

Irgendwie irreal. Der Staat ist nicht einmal fähig, illegale Inhalte linksfaschistischer Gruppen aus dem Netz zu holen (manchmal haben wir den Eindruck, er toleriert diese bewusst). Jeder 12jährige kann Internetfahnder nach Strich und Faden “verseckeln” und nun verkündet dieser Staat, er wolle eine Truppe aufstellen, mit der er die russischen Leitsysteme ausser Gefecht setzen will.

Cool. Was kommt nun als nächstes? Eine Marine-Luftlande-Division?

12. September 2007

Nach Brüssel, wie weiter?

Abgelegt unter: Kommentar — Winkelried @ 09:58

phi.jpgNatürlich ist es verständlich, wenn man nun händeringend versucht, sich von den “Anderen” zu distanzieren. Doch es zeigt eine ziemliche politische Blauäugigkeit. Alle wussten, dass die Vlaamse Belang ebenfalls mit von der Partie war und man muss nicht über einen Abschluss in Publizistik verfügen, um zu erraten, über was die Journalisten berichten werden: von betenden Christen oder randalierenden Glatzköpfen? Jene, die nun dennoch an die unbewilligte Demo gingen und nun versuchen, Schadensbegrenzung zu betreiben, sind wenig glaubwürdig. Sie wurden mehrfach gewarnt - aber sie wussten es besser.

Die PI-Bewegung hat gestern einen empfindliche Rückschlag erlitten. Es nützt auch nichts, die Schuld auf Ulfkotte abzuschieben - die gestrige Aktion hat seinen Diletantismus noch überboten.

Doch damit ist das Problem nicht gelöst. In Deutschland besteht nun mal ein politisches Niemandsland zwischen der CDU und der NPD. Derjenige, der versucht, hier seine politischen Zelte aufzuschlagen, läuft über ein Mienenfeld. Es ist immer nur eine Frage der Zeit, bis es knallt. Sämtliche Versuche in der Vergangenheit - und es waren zahlreiche - sind gescheitert. Die deutsche PI-Bewegung hat wertvolle Inpulse in den deutschsprachigen Raum gebracht. Zu einer politischen eigenständigen Bewegung wird sie aber nie werden. Das hat der gestrige Anlass deutlich gezeigt.

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