8. Februar 2010 von Liz
Eppur Si Muove! [Sie bewegt sich doch!]
Von Fjordman
Vorwort von Baron Bodissey
“Der Prozess gegen Galileo änderte weder die physische Realität noch bedrohte er das Überleben der europäischen Zivilisation; die Kräfte, vor denen Wilders warnt, könnten in der Tat die europäische Zivilisation zerstören, wenn nicht gegengesteuert wird.”
Im Jahre 1633 wurde der große italienische Astronom Galileo Galilei von der Inquisition gezwungen, sein heliozentrisches Modell des Sonnensystems zu widerrufen und zu bestätigen, dass sich die Erde tatsächlich unbeweglich im Zentrum des Universums befindet. Die Legende besagt, dass man Galileo unmittelbar nach seiner Verurteilung murmeln hörte: “Eppur si muove” – “Und sie bewegt sich doch”. Der alte Mann konnte sich nicht vollständig zurückhalten, die einfache Wahrheit auszusprechen.
In Amsterdam wird übermorgen ein anderer großer Mann vor ein Gericht gezerrt werden und er wird angeklagt, die einfache Wahrheit ausgesprochen zu haben. Das Urteil von Geert Wilders’ Prozess wird – wie bei Galileo – bereits im Voraus gefällt. Herr Wilders wird in der Tat für schuldig befunden, die Wahrheit über den Islam gesagt zu haben, und er wird sicherlich verurteilt werden.
Fjordman hat eine kurze Abhandlung geschrieben, in der die Parallelen zwischen Galileo Galilei und Geert Wilders heraus gearbeitet werden, und er untersucht die enorme Bedeutung des gegenwärtigen Prozesses für die Niederlande, den europäischen Kontinent und die gesamte westliche Zivilisation.

Eppur Si Muove
von Fjordman
Einige Beobachter haben den laufenden Prozess gegen den prominenten niederländischen Islamkritiker Geert Wilders in den Niederlanden mit dem Verfahren gegen Galileo Galilei im siebzehnten Jahrhundert in Italien verglichen. Es ist keine Frage, dass der Prozess gegen Galileo ein dunkles Kapitel in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche darstellt, aber es gibt einige populäre Missverständnisse in Bezug darauf.
Der italienische Philosoph und Okkultist Giordano Bruno (1548-1600) war ein Verfechter des sonnenzentrierten Modells von Kopernikus und ein Verfechter der Idee, dass das Universum von einer unendlichen Reihe von Sternen wie unserer Sonne gefüllt ist, und dass es an anderer Stelle in diesem riesigen Universum Leben gibt. Er war in einen langen Prozess mit der römischen Inquisition verstrickt und wurde 1600 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sein Fall bleibt bis zum heutigen Tag umstritten. Aus Sicht des Schriftstellers John Gribbin war er eher ein religiöser Ketzer als ein “Märtyrer für die Wissenschaft”, und seine Hinrichtung, die sicherlich bedauerlich war, geschah vor allem wegen seiner unorthodoxen theologischen Ideen, nicht wegen seiner wissenschaftlichen:
Aber nach 1600 war der Kopernikanismus verpönt in der Kirche, und die Tatsache, dass Bruno ein Kopernikaner war und als Ketzer verbrannt wurde, war nicht gerade ermutigend für jemanden so wie Galileo, der in den frühen Jahren nach1600 in Italien lebte und daran interessiert war, wie die Welt funktionierte. Wäre Bruno nicht gewesen, so hätte der Kopernikanismus niemals eine solch negative Aufmerksamkeit durch die Behörden erhalten, Galileo wäre nicht verfolgt worden und der wissenschaftliche Fortschritt in Italien hätte reibungsloser verlaufen können.
Im Jahre 1624 versicherte Papst Urban VIII Galileo
, dass er über die kopernikanische Theorie schreiben könne, solange er sie wie einen mathematischen Satz behandeln würde. Doch in seinem Buch ‚Dialog über die zwei Weltsysteme’ aus dem Jahr 1632 ergriff er deutlich Partei für den Kopernikanismus indem er die Aristoteliker verhöhnte, die sich an die ptolemäische Theorie klammerten. Aus diesem Grund wurde er im Jahre 1633 nach Rom bestellt, um durch die Inquisition befragt zu werden. Er wurde 18 Tage lang verhört und mit Folter bedroht. Schließlich beschloss der Papst, dass er auf unbestimmte Zeit inhaftiert werden sollte.
Robert Spencer sagt in seinem Buch Religion of Peace?: Why Christianity Is and Islam Isn’t, dass die Astronomen der Jesuiten zu den frühesten und begeistertsten Unterstützern Galileos gehörten. Als Galilei erstmals Nachweise für die kopernikanische, heliozentrische Theorie veröffentlichte, schickte Kardinal Maffeo Barberini ihm ein Glückwunschschreiben. Als Galileo im Jahr 1624 Rom besuchte, war aus Kardinal Barberini Papst Urban VIII geworden. Der Papst begrüßte den Wissenschaftler, gab ihm Geschenke und versicherte ihm, dass die Kirche den Heliozentrismus nie als ketzerisch erklären würde. In der Tat, glaubten der Papst und andere Geistliche, nach dem Historiker Jerome Langford, “dass Galileo recht haben könnte, aber sie mussten auf mehr Beweise warten. “Und das war die eigentliche Quelle des Konflikts von Galilei mit der Kirche: er lehrte als Tatsache, was zu diesem Zeitpunkt nur den Status einer Theorie hatte. Als die Kirchenbeamten Galileo im Jahr 1616 befahlen, den Heliozentrismus als Theorie und nicht als Tatsache zu lehren, stimmte er zu, aber im Jahre 1632 veröffentlichte er ein neues Werk, Dialog über die zwei Weltsysteme, in dem er wieder den Heliozentrismus als Tatsache dargestellte. Das war der Grund, weshalb Galileo wegen des Verdachts der Ketzerei vor Gericht und unter Hausarrest gestellt wurde. Der Historiker JL Heilbron stellt fest, dass diese Kontroverse von Anfang an nicht verstanden wurde, so wie es seitdem von vielen Kritikern der Kirche dargestellt wurde.”
- – - – - – - – -
Hierzu schreibt der Autor James Evans in seinem Buch The History and Practice of Ancient Astronomy, Seite 424:
Kopernikus’ Buch verursachte keinen unmittelbaren Umbruch. Aber es verletzte die Empfindlichkeiten der konservativen, religiösen Denker, sowie der Professoren der aristotelischen Naturphilosophie. Mit dem Vorgehen gegen freigeistige Denker im Zusammenhang mit der katholischen Gegenreformation, wurde jede andersgläubige Stellungnahme noch gefährlicher, als sie es zuvor gewesen war. Aber bis 1616 wurde der Heliozentrismus offiziell für falsch erklärt. De revolutionibus stand auf dem Index für Bücher, die verboten waren ” bis sie korrigiert wurden”. Im Prinzip hätte De revolutionibus verteilt und gelesen werden können, wenn fehlerhafte Stellen (so z.B. die Behauptung der Mobilität der Erde) entfernt worden wären. Vier Jahre später wurde eine Liste mit zehn spezifischen Korrekturen erstellt. Owen Gingerich hat fast alle erhaltenen Exemplare der 1543er und 1566er Ausgaben von De revolutionibus untersucht, insgesamt etwa 500 Bücher. Die Mehrheit der Exemplare in Italien wurde in Übereinstimmung mit dem Dekret zensiert. Aber das Dekret hatte an anderer Stelle fast keine Auswirkungen. Nicht einmal im katholischen Spanien oder Portugal waren Ausgaben zensiert worden. Die Verurteilung von De revolutionibus hatte kaum Auswirkungen auf die Akzeptanz der heliozentrischen Hypothese. Auch der berühmte Gerichtsprozess von Galileo zur Fortsetzung des Heliozentrismus nach seiner Verurteilung diente nur dem Zweck, die neue Kosmologie zu popularisieren.
Das Verfahren gegen Galileo mag negative Auswirkungen auf die italienische Wissenschaft gehabt haben, aber die langfristigen Auswirkungen auf Europa als Ganzes waren ziemlich gering. Einer der größten relativen Stärke Europas war immer, dass keine Behörde, weder säkular noch religiös, die Verbreitung von Ideen auf dem gesamten Kontinent erfolgreich zensieren konnte. Das sah, sagen wir im kaiserlichen China zur selben Zeit, ganz anders aus. Doch heute haben wir die Europäische Union, die Befugnisse zu Zensur und Indoktrination hat, von denen die römische Inquisition nur träumen konnte.
Während seines Prozesses sah sich Galileo der ständigen Bedrohung durch Folter ausgesetzt, was bei Wilders derzeit nicht der Fall ist. Es war auch möglich im siebzehnten Jahrhundert, wegen Ketzerei hingerichtet zu werden, wie es Bruno ein paar Jahre zuvor passiert ist. Viele Leute werden sagen, dass dies heute mit Wilders nicht der Fall ist, aber die Wahrheit ist, dass er jeden Tag sein Leben aufs Spiel setzt, indem er sagt was er sagt, und die Sicherheit in niederländischen Gerichtssälen ist nicht so gut. Der Prozess selbst setzt ihn einem erhöhten Risiko aus ermordet zu werden, in einem Land, in dem schon mehrere Kritiker des Islam ermordet worden sind. Aus meiner Sicht wurde der niederländische Politiker Pim Fortuyn als multikultureller Ketzer hingerichtet. Die politischen Eliten töteten ihn durch das Schüren von Hass gegen ihn, auch wenn sie selbst physisch nicht abdrückten.
Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass obwohl das Verfahren gegen Galilei so schlecht war, durfte er wenigstens über die kopernikanische Hypothese reden, solange er sie als eine mathematische Hypothese betrachtete. Wilders ist es nicht einmal erlaubt zu sagen, hypothetisch gesprochen, dass der Islam eine ungewöhnlich gewalttätige Religion sei, das heißt wohl, dass es noch weniger freie Meinungsäußerung im Rahmen der multikulturellen Inquisition im Jahr 2010 gibt, als dies unter den Römern im Jahre 1633 der Fall war. Zudem steht heute weit mehr auf dem Spiel als es damals der Fall war. Der Prozess gegen Galileo änderte weder die physische Realität noch bedrohte er das Überleben der europäischen Zivilisation; die Kräfte, vor denen Wilders warnt, könnten in der Tat die europäische Zivilisation zerstören, wenn nicht gegengesteuert wird.
Galileo wurde der Ketzerei für schuldig befunden und blieb für den Rest seines Lebens unter Hausarrest, aber dennoch ist es ihm gelungen, im Jahre 1638 ein Meisterwerk zu veröffentlichen, den Diskurs über zwei neue Wissenschaften, über die Geschichte der Physik, in der er die Gesetze der beschleunigten Bewegung und der fallenden Körper beschrieb. Symptomatisch daran war, dass es aus Italien geschmuggelt
und in den Niederlanden veröffentlicht wurde. Könnten sich die Italiener revanchieren und die Verteidigung aus dem Prozess gegen Wilders veröffentlichen, ganz im Geiste der Oriana Fallaci? Vielleicht kann der Vatikan selbst so für seine alten Sünden einstehen
Leider befürchte ich, dass die römisch-katholische Kirche derzeit zu dhimmifiziert ist, um so etwas zu tun, aber es hätte zweifellos eine enorme symbolische Bedeutung, wenn die Kirche etwas wagen würde, was die weltlichen und so genannten liberalen Behörden der Niederlande und der EU nicht wagen.
http://gatesofvienna.blogspot.com/2010/02/eppur-si-muove.html
Übersetzung: die_gruene-Pest LIZ für EuropeNews
Andere Beiträge
Abstimmung Antifa Ausländerkriminalität Balkan Bern Blocher Blogwerk Bundesrat Deutschland EDA Einwanderung EU Euro Europa Experte Finanzplatz Grüne Internet Islam Italien IV Journalismus Justiz Kanton Kommunismus Korruption Kryptomarxismus Meinungsfreiheit Migranten Nationalrat Personenfreizügigkeit Rassismus Schengen SCHWEIZ Sozialhilfemissbrauch Sozibusiness SP Sport Statistik Steuern SVP USA Verwaltung Wahlen Welt







