8. Februar 2010 von David Frankfurter
Letztlich ist das Bankgeheimnis weder an der hohen internationalen Verschuldung noch der Inkompetenz des Bundesrates gescheitert. Es zu verteidigen ist rein technisch nicht mehr möglich. Die juristischen Argumente sind vor allem hyperventilierende Showeinlagen und zeigt deutlich, was für eine Bande von Zauberlehrlingen in Bern die Politik bestimmt.
Banken taten sicher alles für die Sicherheit
Es ist eine Illusion anzunehmen, dass die Bank nicht alles taten, um die Sicherheit der Daten zu garantieren. Und auch dann: der Datendiebstahl konnte nicht verhindert werden und kann auch in Zukunft nicht verhindert werden. Da nützt alles Lamentieren nichts. Selbst wenn es theoretisch gelänge, die Löcher 100% zu stopfen, das Image der Schweizer Banken ist definitiv zerstört. Wer wird jemals wieder Vertrauen haben? Niemand und nie mehr! Punkt.
Keine Computerindustrie, kein Bankgeheimnis
Man hätte den Untergang verhindern (oder zumindest hinausschieben) können, wenn man eigene Hardware entwickelt hätte, doch der Informatikplatz Schweiz ist vergleichbar mit dem türkischen Autosektor. Er besteht aus Händler, Mechaniker und Fahrer. Bauen kann ein Auto dort niemand.
Gut, gelegentlich kommt dann doch einer, der behauptet, er könne es trotzdem und verkauft dem doofen Volk Aktien. Im Gegensatz zur Schweiz landet er dort aber in der Kiste, während man in der Schweiz bestenfalls was von Platzen einer Dot.com-Blase liest.
Manchmal rennt der Kassensturz mit einer versteckten Kamera durch irgend ein Büro. Doch dies dient meistens dazu, von denen abzulenken, die bis dahin das wahre Geld gemacht haben: Anwälte, Banken und andere Finanzintermedäre (im Ausland bekannt als Schweizer Mafia), die diese Produkte weiterverkauften. Das Geschäft ist vergleichbar mit dem Verkauf von gefälschten Tickets: daran verdient haben alle, Schuld war der Drucker und keiner hat etwas gewusst – die klassische schweizerische Olympiadisziplin.
Das ganze Geschrei – auch bei der SVP – dient letztlich nur noch der Psychohygiene und der Bewirtschaftung der eigenen Klientel. Wäre der Chef von Toyota bei der SVP, würde er die amerikanischen Strassenverkehrsvorschriften als eine Einschränkung der persönlichen Freiheit deklarieren, die die Zerstörung der japanischen Autoindustrie zur Folge haben.
Selbst die Behauptung, die Linken hätten das Bankgeheimnis zu Fall gebracht, ist ziemlich übertrieben. Natürlich haben die Linken immer am Bankkundengeheimnis gesägt, aber an den Banken hätten auch sie sich die Zähne ausgebissen. Fakt ist: die Banken sind an ihre Grenzen gelangt und jetzt muss man es irgendwie dem Volk erklären.
Die interessanten Fragen kommen noch
Die wichtigen Fragen, die man jetzt eigentlich beantworten sollte, sind aber folgende:
1. Wie viel BIP / Staatseinnahmen fallen bei einem Totalausfall der Banken weg.
2. Welchen wirtschaftlichen Inpact hat das auf den restlichen Finanzsektor (Intermediäre, Versicherungen, usw.)
3. Wie hoch ist der primäre Schaden insgesamt?
4. Welche wirtschaftliche Auswirkungen hat der Wegfall auf den sekundären Sektors (Industrie)?
Wahrscheinlich möchte das der Bundesrat auch wissen und hat sicherlich schon eine Umfrage bei Longchamp in Auftrag gegen, während der Nationalfond die möglichen Auswirkungen auf den Rassismus und die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau untersuchen lässt. Wir immer: unser Bundesrat ergreift Sofortmassnahmen.
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