6. Februar 2010 von Redaktion
Es ist schon unterträglich anzusehen, wie sich unsere Politiker – von links bis rechts – vollkommen naiv über den Datenklau echauffieren. Die Daten wurden nicht von untreuen Mitarbeitern geklaut, sondern abgezapft. Diese Hehler sind nur ein Karotte für unsere Lokalpresse, damit nicht die waren Urheber dahinter ans Licht kommen.
Seit nun 30 Jahren wird das Bankgeschäft mit Computern betrieben. Und es sind natürlich nicht aufgemotzte PCs, sondern Mainfraims von der Firma IBM/Sun/Unisys. Alternativen gibt es keine. Der grösste Nachfrager nach diesen Geräten ist das amerikanische Verteidigungsministerium und man wird wohl nicht ernsthaft annehmen, die IBM/Sun/Unisys erhalte einen Milliardenauftrag (Grössenordnung Flugzeugbeschaffung), wenn sie sich nicht bereit erklärt, ein sog. “Backdoor” einzubauen. (Entdeckt man sie, werden diese übrigens als Hardwarefehler deklariert.)
Als die Computer in den 80ziger-Jahre noch nicht dieses “Backdoor” hatten und auch noch nicht an einem weltweiten Netz hingen, war der Export von Computern verboten, zumindest der leistungsfähigeren Modelle.
Mit der Anbindung an das Internet – faktisch läuft der gesamte Datenverkehr darüber – war das nicht mehr nötig. Der amerikanische Geheimdienst (ev. auch andere) hat seither Zugang zum innersten jeder dieser Geräte.
Verhindern können wir Schweizer das nicht. Wir haben die Forschungsgelder mit Genderstudies verpufft, Hardware herstellen können wir kaum (von ein paar kleinen Schaltkreisen abgesehen). Der von den Linken so hoch gelobte Informatikplatz Schweiz ist nichts als eine Nebelgranate. Man beschränkte sich darauf, den Albaner das austauschen von Steckkarten beizubringen und schon waren sie “Informatik-Genies”.
Die Kalamität geht noch weiter. Seit 2002 ist der Homeland Security Act in Kraft, der jeden Softwarehersteller dazu verpflichtet, ebenfalls solche Backdoors einzubauen. Natürlich sind die Banken nicht so naiv, eine Standardsoftware in den USA zu beschaffen, sondern programmieren selber. Doch schwache Punkte gibt es immer: z.B. Blackbarries und die PCs, mit denen man im ganzen Konzern auf diese Mainfraimdaten zugreifen kann. Natürlich sind die Daten verschlüsselt, doch auch das lässt sich knacken.
Fakt ist: im Zeitalter der Informatik ist Datenklau nur eine Frage des Aufwandes. Genau genommen sind die Daten vom Hansli viel sicherer als die der Bank. Für seine Daten interessiert sich niemand – ausser ein total unqualifizierte, aber extrem teurere schweizerische Internetpolizei. Ganz anders die Server der Schweizer Grossbanken. Es wäre naiv zu glauben, die interessierten Geheimdienste würden nicht schon längst die Daten dort abgreifen.
Wir erhalten nun die Quittung für eine falsche Bildungspolitik. Statt Rechtsextremismusstudien hätten wir lieber einige Hardware entwickelt. Statt nutzlose Medienwissenschaftler und ähnliches Akademikerprekariat, hätten wir Ingenieure und Wissenschaftler ausbilden sollen. Wir hätten es uns leisten können – aber wir haben den Linken geglaubt.
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