Die Schweiz aus konservativer Sicht  
Kolumne

27. Dezember 2009 von Rene Kuhn

Es braucht schon sehr viel, bis in der lammfrommen „Neuen Luzerner Zeitung“ (NLZ) ein Artikel erscheint, der die Zustände in einer staatlichen Verwaltungsabteilung offenlegt.  Dort muss ganz offenbar die Hölle los sein. Dort, das ist die Abteilung „Vollzug- und Bewährungsdienst“ des Justizdepartements des Kantons Luzern. Am 18. Dezember konnte man einem Artikel entnehmen, dass die ganze Abteilung praktisch lahmgelegt ist und die eigentliche Arbeit liegen bleibt. Mittlerweile befasst sich auch eine Kommission des Kantonsrates mit den Querelen. Von einer Mitarbeiterin ist dieser Kommission, ein Akt, der durchaus als Hilferuf zu verstehen ist, ein umfassender Katalog von Dingen zugespielt worden, die nicht funktionieren.

Was ist passiert? Seit Jahren wird in dieser Abteilung umstrukturiert. Umstrukturiert heisst, dass die Struktur um einzelne Personen herumgebaut wurde. Und wieso ist das so? Weil in dieser 24-köpfigen(!) Abteilung sage und schreibe 22 Frauen arbeiten, davon fast alle in Teilzeit. Das heisst: Die Arbeit ist nach den Bedürfnissen der dort arbeitenden Frauen organisiert worden, und nicht etwa umgekehrt, dass sich die Angestellten nach der Erfordernissen der Arbeit richten. Man kann von dieser Abteilung von einem feministischen Vorzeigeprojekt reden. Frauen müssen auf nichts verzichten, und darauf hat das Umfeld und der Arbeitgeber, koste was es wolle, gefälligst Rücksicht zu nehmen. Es lebe die Selbstverwirklichung – der Frau!

Doch irgendetwas ist schief gelaufen. Die Frauen sind sich nämlich selber im Weg. Nur die Naivsten meinen noch, dass Frauen die besseren Menschen sind, und alle so lieb und solidarisch miteinander. Mit der viel gepriesenen Frauensolidarität ist es nicht weit her. Viele Männer können aus ihrer Berufspraxis stundenlang erzählen, wie das so ist, wenn Frauen an Frauen geraten. Konfliktmanagement- und Coaching-Firmen leben prächtigstens davon. In den letzten Jahren ist dies zu einer richtigen Boombranche geworden. Beste Kunden sind dabei die öffentliche Verwaltung. Wieso? Dort ist der Frauenanteil besonders hoch. Solche Abteilungen erweisen sich als Intrigantenstadel. Frau wird ihres Lebens nicht mehr froh. Und Mann ist geraten, möglichst in Deckung zu gehen und sich einen anderen Job zu suchen. Sollen sich doch diese Weiber gegenseitig fertigmachen. Oder wie es ein Mann, der sich als links und damit fortschrittlich betrachtet, mir gegenüber so schön sagte: „Wenn ich Probleme an Arbeitsplatz habe, dann ist es immer mit Frauen“.

Anja Busse, ein Sozialwissenschaftlerin, hat in ihrem Buch „Zicken unter sich – Konflikte und Lösungen im weiblichen Konkurrenzkampf” 337 Arbeitnehmer untersucht. Ihr Fazit: In Frauenteams wird häufiger – und erst noch perfider – gezankt als in Männergruppen. Viele Frauen hätten nichts Gescheiteres zu tun, als sich gegenseitig im Vorwärtskommen zu hindern. Neid und Missgunst allenthalben. Wenn ihnen nun eine Frau als Chefin vor die Nase gestellt wird, fragen sie sich: “Was hat die, was ich nicht habe?” Resultat: Es wird gemobbt und die betroffenen Frauen mit Psychoterror überzogen.

So ganz offenbar auch, und nun kehren wir zum Luzerner Fall zurück, beim Vollzugs- und Bewährungsdienst des Kantons Luzern. Es hatten sich regelrechte Lager gebildet die sich unversöhnlich gegenüberstehen, und die ganze Abteilung lahm legten, weil die Frauen keine Zeit mehr hatten für die Arbeit, sondern nur noch damit beschäftigt waren, wie die ungeliebte „Kollegin“ und die verhasste Chefin fertiggemacht werden kann. Mit dem Resultat, dass die bisherige Stellenleiterin Ende November kündigte, wohl ziemlich an Ende ihrer nervlichen Kräfte, und sich sofort krankschreiben liess

Was tat nun die oberste Chefin, die altlinke feministische SP-Regierungsrätin. Von ihr zu erwarten, dass Selbstverwirklichung- und Teilzeitideal in Frage zu stellen, ist wohl zu viel verlangt. Das würde ja bedingen, dass sie ihr Ideologiegebäude schleifen müsste, und die richtigen Konsequenzen ziehen. Aber nichts da: In einer ersten Stellenausschreibung wurde prompt schon wieder eine Frau als Chefin gesucht, und dieser zukünftigen Vorgesetzen mittels Stelleninserat auf den Weg gegeben, dass sie „Druck aushalten“ müsse, dass sie sich in einem „diffizilen Umfeld“ bewege und „geeignete Strategien für den Umgang mit Widerstand“ entwickeln müsse. Nach dem NLZ-Artikel – und wohl auch ziemlich viel Druck – bewog sich die Departementsvorsteherin immerhin dazu, eine geschlechtsneutrale Stellenausschreibung zu placieren, und nicht mehr so offensichtlich hinzuschreiben, dass es sich bei dieser Abteilung um eine Schlangengrube handelt.

Hier ein paar Gratistipps, wie man wieder Ordnung in diesen Saustall bringt:

  1. es muss nicht nur ein Organisationsentwickler her, sondern auch eine Konfliktmanagerin, welche die Frauen aus ihren Schützengräben holt.
  2. Die ganze Abteilung muss schlanker werden. Das heisst: Weg mit den vielen Teilzeitstellen, und wieder mehr Vollzeitstellen. Denn im verantwortungsvollen Justiz und Vollzugswesen ist Verantwortung nicht teilbar, Frau Regierungsrätin!
  3. Und da Frauen ja nicht bereit sind, Vollzeit zu arbeiten, weil das bedingte Prioritäten zu setzen und auf etwas zu verzichten, heisst das: es müssen Männer angestellt werden. Das hätte im übrigen der schöne Nebeneffekt, dass im ganzen Vollzugs- und Bewährungsdienst vielleicht auch ein wenig die Männersicht Einzug halten würde, und nicht wie gegenwärtig ausschliesslich aus feministischer Optik gearbeitet wird, welche die Frauen stets als Opfer sieht, und nie als Täterin, wie zum Beispiel in Fragen der häuslichen Gewalt, welche ja auch in den Verantwortungsbereich dieser Abteilung fällt.
  4. der zukünftige Abteilungsleiter muss ein Mann sein, der sich nicht scheut, die Abteilung stramm zu führen, und den Frauen beibringt, für was sie eigentlich angestellt sind und so schöne Löhne und Pensionsleistungen beziehen.

Mit diesen Massnahmen kann der Laden a) wieder funktionieren und b) wird er erst noch viel billiger: Die Büroinfrastruktur kann abgebaut werden, und unter dem Strich können massiv Lohnkosten ohne Leistungseinbusse eingespart werden.

Nur: Das wird kaum geschehen. Wetten, dass wieder eine Frau eingestellt wird und sich deshalb an der grundlegende Situation nicht viel ändern wird?

René Kuhn

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