12. Dezember 2009 von David Frankfurter
Islamgegner sind für die Medien und die Wissenschaft ein unbekanntes Phänomen. Dumm nur, dass diese fremdenfeindlichen Rassisten – so nannten sie die Medien vor der Minarettabstimmung – plötzlich über Nacht die Mehrheit stellten. Doch nur die wenigstens Islamgegner sind auch tatsächlich “Gegner des Islams”. Die Medien tappen noch vollkommen im Dunkeln über die Gruppen und Motivationen, die der Initiative zustimmten. Auch die Universitäten hatten in ihrem linken Biotop nichts davon gemerkt. Sie verfassten lieber nutzlose Nationalfondstudien über Rechtsextremismus und Frauendiskriminierung.
Winkelried gibt Ihnen eine Übersicht über die Gruppen die für ein Minarettverbot stimmten …
Zuerst muss zwischen den echten und unechten Islamgegner unterschieden werden.
Echte Islamgegner
Die unbedeutenste Gruppe der Minarettgegner, dass sei vorweg klar gesagt, waren die echten Islamgegner, jene also, den den Islam als Religion – einige nennen ihn auch Ideologie – ablehnen. Diese Gruppe lässt sich in zwei Untergruppen unterteilen: religiöse und politische.
Der religiöse Flügel war im Abstimmungskampf gegen die Minarette in Form der EDU präsent. Die EDU ist das Sammelbecken der konservativen Freikirchen. Deren Anhänger lehnen den Islam deshalb ab, weil er eine Konkurrenz für das eigene Geschäft ist. Fremdenfeindliche Motive spielen bei ihnen weniger eine Rolle. Diese Gruppe kann etwa 2% der Stimmbürger in der Schweiz hinter sich scharren. Bestenfalls.
Bei den politischen Islamgegnern kann man wiederum zwei Gruppen unterscheiden: linke und rechte.
Linke Islamgegner werden von den Medien nicht als solche bezeichnet, auch wenn sie einen hohen Grad an Aufmerksamkeit erfahren, Stichwort Sarrazin. Man würde vermuten, der Islam stehe diametral der linken Ideologie entgegen. Das die Linke sich aber so engagiert für den Islam einsetzt, ist einfach zu erklären. Die Stammwähler der Linken sind existenziell auf die Einwanderung angewiesen. Eine Kritik am Islam (oder der Einwanderung) ist für sie schlicht geschäftsschädigend.
Zu den linken Islamgegnern kann man auch die Feministinnen zählen, die mit der Rolle der Frau in dieser Religion ihre Mühe haben. Ihre Bedeutung wird jedoch überbewertet. Die meisten Frauen haben nicht ein Problem mit dem Islam, sondern mit den Muslimen.
Bei den rechten “echten” Islamgegner handelt es um Koranzitierer, Verfasser pseudowissenschaftlicher Pamphlete und abstruser Quervergleiche. Für sie ist der Islam das absolut Böse, dem sie mit einer konsequenten Verteufelung gegenübertreten. Grautöne kennen sie nicht. Diese Gruppe glaubt im Besitz der Wahrheit über den Islam zu sein und sieht es als ihre Pflicht an, die Welt davor zu warnen. Sie marodiert durch die Blogs und betreibt “Aufklärungsarbeit”, anonym natürlich.
Ihre Argumente sind nicht grundsätzlich von der Hand zu weisen, doch helfen sie nicht weiter. Einem Opfer ist nicht geholfen, wenn man ihm die entsprechende Sure für die Tat zitiert. Es fragt sich vielmehr, warum dieser Muslim ihm überhaupt über den Weg laufen musste.
Die Gruppe der “Koranzitierer” weist meist sektenhafte Züge auf. Ihre Wahrheiten in Frage zu stellen oder gar nur zu relativieren, führt sofort zu hysterischen Reaktionen.
Die “echten Islamgegner” sind entweder bibelfeste Christen, linke Apostaten, Koranzitierer oder aufgeklärte Feministinnen. Insgesamt hätte diese Gruppen aber nie mehr als 10-15% der Bevölkerung hinter sich scharren können. Die anderen 40-45% waren daher “unechte” Islamgegner.
Unechte Islamgegner
Bei den unechten Islamgegner steht vor allem die Einwanderung im Vordergrund. Der Islam spielt bei ihrer Einstellung kaum eine Rolle. Linke bezeichnen diese Gruppe pauschal als fremdenfeindlich, rassistisch oder Nazis (Prof. Kreis), doch zeigt das eher die Intelligenz dieser Kritiker, hat aber wenig mit der Realität zu tun.
Die Bedrohten
Sehr viele haben Angst vor Islam. Dabei sind es nicht allein die bestialischen Hinrichtungen von Geiseln und Attentaten, die den Leuten Angst macht, sondern die brutale Gewalt, die die Bevölkerung auf den Strassen ausgesetzt ist und die der Staat nicht verhindert.
Diese wird von den Medien schöngeredet und von den statistischen Ämtern weggerechnet. So ist ein ausländischer Täter ein “Mann” und nicht etwa ein Bosnier, so darf die Religionszugehörigkeit bei Täter nicht mehr erfasst werden und aus Albaner macht man einfach Serben. Doch all das kann nicht verhindern, dass die Bevölkerung andauernd Polzeisieren hört und die Kriminaltät hautnah miterlebt.
Die Medien sprechen von diffusen “Ängsten” in der Bevölkerung. Diffus sind sie aber vor allem in den Köpfen der Journalisten, für die Bevölkerung sind sie sehr real. Es war diese Gruppe, die wesentlich zum Erfolg der Minarettabstimmung beigetragen hat.
Die Konkurrenzierten
Eine weitere wichtige Gruppe sind die Einwanderungsgegner generell. Bei ihnen steht das, was die Medien als “Fremdenfeindlichkeit” bezeichnen, im Vordergrund. Winkelried bezeichnete es stets als eine gesunde und natürliche Abwehrhaltung. Diese Gruppe wird durch die Einwanderung konkurrenziert, sei es auf dem Arbeits- oder auf dem Wohnungsmarkt. Sie ist allen Einwanderergruppen gegenüber zurückhaltend bis ablehnend eingestellt.
Die Benachteiligten
Eine weitere Gruppe wurde bis jetzt von den Medien noch gar nicht entdeckt. Es sind jene Leute, die in der Konkurrenz um sozialstaatliche Leistungen stehen. Doch Vorsicht: damit meinen wir nicht Sozialfälle, die Angst haben, der Ali könnte bei der Zuteilung von Essenscoupons bevorzugt werden. In den letzten Jahren wurden die sozialstaatlichen Leistungen bis weit in die Mittelschicht ausgebaut. So erhält auch diese z.B. Zuwendungen für Hörgeräte oder Förderungsmittel für die Ausbildung der Kinder. Stehen diese Mittel nicht mehr unbegrenzt zur Verfügung, profitiert automatisch der Ali mit seinen 4 Kindern wesentlich mehr als der Thomas, der ein Einzelkind ist. Beispiel Stipendien: Ali hat 4 Kinder, alle bekommen Stipendien. Die Schweizer Familie hat nur ein Kind und muss bei gleichem Einkommen die Ausbildung des Kindes aus dem eigenen Sack bezahlen. Am Ende der Ausbildung der Kinder hat Ali ein schönes Appartment am Bosperus und der Schweizer wohnt weiterhin in der Mietwohnung.
Die Working Poor
Dieser Gruppe stösst die linke Sozialpolitik am sauersten auf. Es handelt sich dabei um Schweizer, die an der untersten Einkommensgrenze durch eigene Arbeit überlebt und tagtäglich mitbekommt – nicht über die Medien, sondern aus eigener Erfahrung – wie sozialabhängige Ausländer den gleichen oder sogar höheren Lebensstandard haben als sie. Diese Gruppe hat in den Medien keine Stimme und ist dem Antirassismusgesetz praktisch von jeder öffentlichen Wahrnehmung ausgeschlossen.
Die Sozialstaat-Kritiker
Zuletzt kommt die Kritik auch noch aus der liberalen Ecke. Der Sozialstaat wir überproportional von den Musulmanen beansprucht, was letztlich die Steuern erhöht. Sie haben grundsätzlich nichts gegen den Islam, noch gegen Moslems, aber sehr viel gegen höhere Steuern.
Fazit
Den typischen Islamgegner gibt es kaum. Es spielen immer verschiedene Motive zusammen. Grundsätzlich ist aber ein massives Unbehagen der Bevölkerung gegenüber der Einwanderung vorhanden. Das ist an sich nichts Neues, hat aber mit den Muselmanen eine höchst eigenartige Paarung zwischen 68iger-Class Politique und artfremder Kultur gefunden, wie sie spannender nicht sein könnte. Beide sind auf Gedeih und Verderben aneinander gekettet und werden miteinander in Europa untergehen. Die Frage ist nur noch: Wie? Der letzte Akt hat am 28. November 2009 begonnen.
Serie AIM
- Teil 1: Der Beginn einer neuen Bewegung
- Teil 2: Die Wurzeln des AIM
- Teil 3: AIM als politische Kraft
- Teil 4: Typologie der Islamgegner
- Teil 5: Das Sozibusiness
- Teil 6: Die Zwangsehe der Class Politique mit dem Islam
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