2. Dezember 2009 von David Frankfurter
Front National, Freiheitliche, Nazis, Ewiggestrige, Regionalisten, Ultranationalisten, aber auch unverdächtige Demokraten jubelten, als das Ergebnis der Minarett-Initiative bekannt wurde. “Der Islam in Europa habe sein Waterloo erlebt.” War das die Message?
“Ich wollte der Politik mitteilen, dass ich genug von deren Einwanderungspolitik habe”, sagt Peter Tschirner. Doch nun ist er frustriert. Als er am Morgen nach der Abstimmung aufstand, war er plötzlich ein Bannerträger des Abendlandes. “Da hat wieder mal keiner etwas begriffen”, meint er konsterniert.
Zivilisatorisches Zeichen?
“Die Schweiz hat ein zivilisatorisches Zeichen gesetzt”, begeistert sich der Lega-Nord Politiker Calderoli. Die Regierung Italiens begrüsste offen den Entscheid aus der Schweiz. Der Europaabgeordnete Borghezzi (Lega) verlangte auch in Italien eine Volksabstimmung. Italien kennt als eines der wenigen Länder Europas dieses Instrument.
Geert Wilder in den Niederlande meinte “das sei das erste Mal, dass sich ein Volk in Europa der Islamisierung widersetzt”.
Leider waren das schon fast alle positiven Reaktionen in Europa, die man mit gutem Gewissen der demokratischen Spähre zuordnen kann. Doch noch lauter war der Jubel aus der politisch doch eher undemokratischen Ecke.
Der Front National, der sich etwa so leidenschaftlich zur Demokratie bekennt wie die Linken, jubelte im streng laizistischen Frankreich über diesen Entscheid. Auch über das Klatschen der British National Party (BNP), die nur Weisse als Mitglieder aufnimmt, will man sich in der Schweiz nicht so recht freuen.
Während die Mainstream-Medien die Schweizer Demokratie als “einen Wanderpokal für den Meistbietenden” (Spiegel) bezeichnen, jubelt die “versteckte” Rechte unverhohlen in ihren Blogs und behauptet, das in der Schweiz endlich die europäische Volksmeinung zum Vorschein kam.
Welche Volksmeinung?
Im Ausland wird der Volksentscheid als ein Zeichen gegen den Islam verstanden. Christoph Blocher, der sich nicht sonderlich für die Initiative erwärmen konnte, wird plötzlich zum Pelayo hochstilisiert, aus der Abstimmung wird die Schlacht von Covadonga, ein Weckruf für die Rettung des Abendlandes.
Schon rufen unheimliche Patrioten in ganz Europa zu Volksabstimmungen gegen den Islam auf. Meist wissen sie nicht einmal, dass ihr eigenes politisches System so etwas nicht vorsieht. Und jene, die es wissen, meinen,. man können die Verfassung kurz vor Weihnachten noch schnell anpassen.
Auf dem deutschen Blog PI, der grössten Anti-Islam-Hetzschleuder Europas, kommt man aus dem Jubeln gar nicht heraus. Sie erklären sich plötzlich alle zu Schweizer, auch wenn sie noch nie in ihrem Leben eine einzige Stimme für eine Volksinitiative gesammelt haben. Noch unheimlicher wird es in den Kommentaren: diese strotzen nur so vor Koranzitaten. Am liebsten, so hat man den Eindruck, würden sie gleich einen neuen Kreuzzug ausrufen.
PI legt dann sogar noch einen nach und erklärt sich grad noch selbst zum Sieger der Abstimmung. Peter Steinen, Mitinitiant der Volksinitiative, meint dazu:
“Wenn die Medien diesen Blog thematisiert hätten, hätten wir die Abstimmung bestimmt verloren. Wir hatten riesiges Glück, das die Journalisten geschlafen haben. Doch ein zweites Mal machen die uns diesen Gefallen nicht.”
“Haben die Schweizer wirklich darüber abgestimmt?”
“Mir ist der Islam egal, aber eine Moschee will ich im Dorf nicht”, meinte Hanspeter Jörien aus Effretikon. Samuel Schmid, 23, meint: “Ständig werden Leute von diesen Gangs zusammengeschlagen. Wenn man einen erwischt, kriegt er als Belohnung noch eine Lehrstelle. Deshalb bin ich für die Minarett-Initiative.” Der Islam sei ihm aber “wurscht”.
Hinter der Minarett-Initiative steckt der Frust über eine gescheiterte Einwanderungspolitik. Gegen den Islam per se hat der Schweizer nichts.
Für einmal besonnene Moslems
Abgesehen von den 5 immergleichen Moslems in den Medien hört man von den Betroffenen kaum etwas. Man muss sie schon darauf ansprechen, wenn man ihre Meinung erfahren will. Zied Bhairi, ein gläubiger Muslim, lässt das Resultat kalt: “Eine Moschee braucht kein Minarett. Mir ist das egal”. Ahmed Fadil, Kellner in einer Pizzeria, sagt: “An den Initiative störe ihn einzig, das Politik und Religion vermischt wird. Das führt immer in die Katastrophe.”
White Elefant, ein Kommentator von PI, meint: “Eine Jahrhundert alte Demokratie zeigt Europa wo es lang geht, und wo Scharia nicht ankommt! Habe ich also das richtige Auswanderungsland vor ein Paar Monaten gewaehlt.” Ob Kreuzritter oder Islamist, der Schweizer mag beide nicht. Und schon gar nicht, wenn sie in der Arbeitslosenschlage stehen.
Ähnlicher Kommentar auf muslimischer Seite (Jakarta Post)
Ältere Beiträge zum Thema
Abstimmung Antifa Ausländerkriminalität Balkan Bern Blocher Blogwerk Bundesrat Deutschland EDA Einwanderung EU Euro Europa Experte Finanzplatz Grüne Internet Islam Italien IV Journalismus Justiz Kanton Kommunismus Korruption Kryptomarxismus Meinungsfreiheit Migranten Nationalrat Personenfreizügigkeit Rassismus Schengen SCHWEIZ Sozialhilfemissbrauch Sozibusiness SP Sport Statistik Steuern SVP USA Verwaltung Wahlen Welt
Der Schweiz steht ein «Jahrhundert-Ereignis» bevor. Bundesrätin Calmy-Rey darf es – pardon: Darf sich selber für dieses Ereignis – inszenieren. Für ihre grosse Show verlangt Bundesrätin Calmy-Rey volle 35 Millionen aus der Bundeskasse. Schliesslich würden dreitausend Gäste erwartet. Die Kosten pro Gast belaufen sich... [Mehr ...]
(von Fact-Fiktonen) Claudia von Werlhof (Foto) ist parawissenschaftliche Professorin für Frauenforschung in Innsbruck. Sie gilt zusammen mit Maria Mies und Veronika Bennholdt-Thomsen als Begründerin... [Mehr ...]
22:29 Linke ChampignonsSelten. ganz selten, ist auch bei den Linken so was wie Intelligenz erkennbar. Sie erheben sich wie Champigons über den Mist, auf dem sie kultiviert werden. Unlängst machte ein deutsche Abgeordnete... [Mehr ...]
16:07 Griechenland soll kaufenSarkozy drängt Griechenland, die Bestellung von mehreren Fregatten nicht rückgängig zu machen – und verspricht Hilfe. Westerwelle will, dass Griechenland 90 Eurofighter bestellt und... [Mehr ...]
-- Die unteren Sieben --> 15:25 Burkaverbot ist “too much”08:00 Longchamp wird “rekonstruiert”
08:47 Presse hyperventiliert
13:05 Lieber Herr Ministerpräsident
08:17 Baraks Eingebungen
03:59 Sicherheitsrisiko Bundesrat
00:03 Eigenartiges aus Luzern
17:10 Nazikeule auf die eigene Birne
11:46 Politisch korrekte Einzelfälle
15:37 Der Abschiedsbrief von Andrew Joseph Stack
Zuhören statt berieseln lassen
Probieren Sie es aus: Suchen sie bewusst im Autoradio bewusst Diskussionen, statt sich von Musik berieseln zu lassen. Sie nutzen so Ihre Zeit effektiver. Auch Hörbücher sind eine gute Alternative. Andere BeiträgeDer Brüller: SVP hat die Linken gelinkt! (20 Minuten)Einbrecherinnen und Taschendieb gefaßtDas Cocooning der Neo-SpiesserSechs... [Mehr ...]
Antidiskriminierungsgesetze dienen in erster Linie der Diskriminierung des politischen Gegners und wirken sich sehr positiv auf die Reisemöglichkeiten der Beamten aus (siehe Teil 1). Ausländergewalt, Sozialmissbrauch und Integrationsprobleme,... [Mehr ...]
Das Gesetz gegen die Rassendiskriminierung (ARG) dient der Diskriminierung der politischen Rechten. Doch das war nicht immer so. Alles begann viel mondäner: die Bundesbeamten leiden notorisch unter Fernweh. Jedes neue Abkommen, jede neue Konvention,... [Mehr ...]
Das Bankendebakel ist noch nicht ausgestanden und schon droht der Schweiz das nächste Schlachtfeld: die Briefkastenfirmen. Schon in den Jahren 2008 und 2009 sorgten sie für rote Köpfe in der EU – vergebens. Doch diesmal will die... [Mehr ...]
Das uns der Longchamp seine in Zahlen gefasste Meinung als Umfrage um die Ohren haut, ist mittlerweile bekannt. Doch es geht noch schlimmer: in diesen Tagen wurden korrekte Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung veröffentlicht, doch kein Journalist hat... [Mehr ...]
Wir können noch viel lernen von unseren sozialhilfeabhängigen Kulturbereicherer. Mit “Sofort Bargeld” kaufen sie Autos zusammen – keine Steuern, keine Abgaben. Bargeld hat der Staat nicht unter Kontrolle. Selbst wenn der Händler... [Mehr ...]
Schaffhausen: Kapo überführt jungen Velodieb kosovarischer Nationalität Am Dienstagnachmittag (16.03.2010) hat eine Patrullje der Schaffhauser Polizei in der Stadt Schaffhausen einen Velodieb überführt. Der junge Mann hat gegenüber der Polizei gestanden, daß er ein Velo zum Gebrauch entwendet ... [Link]
Langnau am Albis ZH: Gegen den Willen der Kantonspolizei Zürich Täterfotos veröffentlicht Schweiz skurril: In der Schweiz, dem Land mit dem mildesten Strafrecht der Welt, das erst kürzlich nochmals massiv vermildert wurde, gibt es den alltäglichen Irrsinn (anders kann man das wohl wirklich nicht mehr nennen), daß ... [Link]
Uster ZH: Rentner bestohlen - Portmonee aus Gesäßtasche geszogen, dann das Opfer mit Körpergewalt an ein Geländer gedrückt und geflüchtet Ein unbekannter Dieb hat am Donnerstagvormittag (11.3.2010) in Uster einen Rentner bestohlen und dabei mehrere hundert Franken erbeutet, berichtet die Kapo Zürich: Der 77-jährige Mann durchquerte um 10.30 Uhr zu Fuß die ... [Link]
Urdorf ZH: 100.000 Fanken Beutegut bei Einbruch - Uhren und Schmuck gestohlen Bei einem Einbruch in Einfamilienhaus in Urdorf haben unbekannte Täter zwischen Freitagabend (12.3.2010) und Sonntagabend (14.3.2010) Uhren und Schmuck im Gesamtwert von etwa 100‘000 Franken erbeutet. Die Diebe brachen ein Fenster ... [Link]



[...] Winkelried zur schweizer Sicht der Dinge. [...]
Oje, oje, das war jetzt tatsächlich eine der schwächeren Analysen der Minarett-Abstimmung…
Erstens möchte ich mich dafür bedanken, dass ich als regelmässiger PI-Leser abqualifiziert und in die rechte Ecke abgedrängt werde. Ich ärgere mich auch bei PI – wie überall – über dümmliche Kommentare, aber mir ist klar, warum PI einer der meistgelesenen Blogs ist, und die Menge an lesenswerten, wertvollen Infos bei PI ist nur einer von vielen Gründen.
Und zweitens hat eine Bekannte von mir heute folgendes gesagt:
…. es folgte nun wieder eine tausendfach gelesenene, übliche Litanei über den Islam. Wir haben den Rest gelöscht. Tante Elfriede
PS: Bringt mal was Neues!
Bin weder Kreuzritter noch Islamist, und habe mein ganzes Leben nie einen Fuss in irgendein Sozialamt gesetzt, Arbeit nehme ich auch keinem Schweizer weg: meine Kunden sind alle im EU Ausland… anders gesagt ausser Steuern zahlen, mach ich hier nichts.
Die schweizer Demokratie mag ja nicht perfekt sein, aber meiner Ansicht nach ist sie in Europa eine der besten und bleibt ein Vorbild auf das Schweizer stolz sein koennen und duerfen.
die reaktionen sind echt interessant. zuerst am tag 1 hackten alle auf der rassistischen schweiz rum und ab tag 2 sind alle für diesen entscheid. und nun hackt nur noch der möchtegern könig von europa erdogan auf der schweiz rum …
Wow, da wird ja wieder “schwarz” kommentiert.
Wer ist “Tantalos”, wer ist “White Elefant”? Zumindest Erster ist sehr mitteilungsbedürftig und ein Islamexperte obendrein.
Damit es nochmals ganz klar ist – Frankfurter hat es gesagt – wir teilen die Kritik am Islam und haben nun schon 100000 Mal das gleiche gelesen.
Wer pöbeln will, soll das auf PI tun, hier wird das nicht mehr toleriert.
[...] besteht, und sich anlässlich der Schweizer Minarettentscheidung unter dem Titel “Bizarre Kameraden” jeden Beifall von rechts, speziell aber von “dem deutschen Blog PI, der grössten [...]
[...] keineswegs so negativ wie der Rest sehe. Angesichts der jüngsten, mehr als unappetitlichen, Beiträge auf Winkelried und des von Manfreds Politische Korrektheiten aufgebrachten Begriffs des [...]