14. November 2009 von Redaktion
Mittlerweile ist das Bloggen auch auf der rechten politischen Seite ein fester Bestandteil der Politik. Rechte Blogs sind Ergänzung zum linken Mainstreamjournalismus, der uns (immer noch) tagtäglich auf Papier entgegenflattert.
Die Linken hatten lange die Illusion, dass die Blogs sich eines Tages zur Printalternative entwickeln werden. Einige träumten davon, am Ende des Prozesses selbst als Verleger dazustehen und ihre kryptomarxistische Weltanschauung zu Geld zu machen. Andere hofften zumindest, auf diese Art wieder zurück zum Print zu finden, um so ihre Existenz als “freie Journalisten” zu überwinden. Doch da auch der Print hoffnungslos überdimensioniert ist, wird das wohl eine Illusion bleiben.
Rechtes Bloggen ist mittlerweile angekommen. Wer gegen Linke schreibt, muss sich nicht mehr mit einem Nebensatz von den Nazis distanzieren. Während die rechte Blogszene nach wie vor wächst, befindet sich die linke bereits wieder auf dem Rückzug. Zum Teil versuchen sie sich im Twitter oder lassen es einfach bleiben.
Auch die Rechten bloggen nicht anders
Grundsätzlich wird auf der rechten Seite nicht anders gebloggt als anderswo. 99% der Blogs heissen “Fritze Bumms Meinung zum Weltgeschehen”. Als Zugabe gibt es dann noch einen Tageswitz und gelegentlich eine Episode aus dem Leben des Schreibenden dazu. Das ist auch gut so, denn das ist klassisches Blogging in Reinkultur. Am Meinungsbildungsprozess nehmen solche Blogs nicht wirklich teil.
Blogs mit einem “Sendungsanspruch” gibt es jedoch wenige. Der Rockstar (Zitat Gegenstimme) unter den Blogs ist PI, der mittlerweile 50000 Leser pro Tag erreicht. PI beschäftigt sich ausschliesslich mit Islamkritik. Ob gerade diese Spezialisierung den Erfolg ausmacht oder ob diese Spezialisierung den Blog an einem weiteren Ausbau hindert, ist das grosse Geheimnis der Macher von PI. Der Erfolg gibt ihnen jedoch recht.
Ist Blogging 3.0 Print 0.5?
Winkelried, auch kein Unbekannter in der Szene, sieht jedenfalls keine Zukunft in der Spezialisierung. Das lässt die Kleinräumigkeit der Schweiz schon gar nicht zu.
Wie aber kann sich das Blogging weiterentwickeln? Blogs haben grundsätzlich zwei Eigenschaften: Jemand schreibt einen Artikel. Dieser wird dann gelesen und von einigen Lesern auch kommentiert. Die Kommunikation besteht also nicht nur aus dem Artikel selbst, sondern auch aus dem Dialog zwischen den Lesern und zwischen Leser und Autor. Das tönt in den Ohren eines linken Germanisten nach einer neuen Kommunikationsdimension, in den Ohren einen Ökonoms aber vor allem nach Kosten. Die Wenigen zu bewirtschaften, die schlussendlich einen Kommentar hinterlassen, ist schnell mal aufwändiger als das Schreiben des Artikels selbst.
Konsequenterweise haben wir auf Winkelried diese Funktion abgestellt (bzw. ausgelagert). Es fehlen uns einfach die Ressourcen. Wir haben es mal eine zeitlang mit einem Kommentarredaktor versucht, doch der schmiss schnell wieder die Flinte ins Korn.
Vom Blog zum Nachrichtenportal
Konsequenterweise ist ein Blog ohne Kommentarfunktion auch gar kein Blog mehr, sondern ein “Sender”, also ein Nachrichtenportal. Doch mit der Definition allein ist es noch nicht getan. Nachrichten verlangen nach “News”, deren Kommunikation auch gelernt sein muss.
- Meinungsartikel
Der grösste Feind eine Nachrichtenportals ist der Meinungsartikel. Hat der Artikel nur die Meinung des Autors zum Gegenstand, dann mag das zwar bei einem Bundesrat interessant sein, sicherlich aber nicht, wenn der Absender ein eremitierter Plättlilegger ist, dessen Beitrag mit dem Titel beginnt: “Ausschaffen, aber subito …”. Winkelried erhält viele solche Zusendungen, die wir leider nicht veröffentlichen können. Solche Beiträge gehören in ein Forum.
- Nachrichtenkommentierungen
Echte Journalisten werfen den Bloggern immer wieder vor, ihr Content bestehe vor allem aus der Kommentierung von Printnachrichten. Der Vorwurf ist nicht ganz unberechtigt. Der triefig linke Journalismus verlangt geradezu nach einer anderen Interpretation der Fakten. Gerade darum kommen ja auch die meisten Leser hier vorbei: sie verlangen eine “Zweitmeinung”.
- Hintergrundberichte
Doch nur mit Zweitmeinungen kann man auf die Dauer auch keinen Erfolg haben. Es drängen sich dabei vor allem Hintergrundberichte auf. Doch meistens sind sie sehr umfangreich und daher für die Onlinepublikation nicht geeignet. Dafür gibt es Magazine (Weltwoche) und Fachzeitschriften.
- Unechte News
Schlussendlich bleibt auch den Newsblogs nichts anderes übrig, als “News” zu liefern. Die Quellen sind dieselben wie bei den grossen Medien: das Internet. Sehr oft handelt es sich dabei um einen Newsrelay aus anderen Quellen. Heutige Zeitungen bestehen zu 90% daraus.
Echte News
Das Highlight jeder Berichterstattung und das, was natürlich neue Besucher bringt, sind echte News. Hier liegt auch das Potential. Bisher war es so, dass die Medien aus jedem Falschparken eine SVP’lers gleich eine Sensationsstory machen. Stories von Linken und Staatsangestellten wurden und werden verschwiegen, obwohl hier das grosse Potential ist: Sozialhilfemissbrauch, Missbrauch von Staatgeldern, Kulturbeiträge, Geldverschwendung in der öffentlichen Verwaltung, Sozi-Filz, etc.
Hier ein paar Beispiele:
Solche Geschichten sind nicht die Ausnahme, sondern sind in der Schweiz an der Tagesordnung. Diese Stories sind News. Und damit eröffnet sich eine neue Zusammenarbeit mit den Lesern. Schickt uns solche Facts. Daraus lässt sich was machen.
PS: Weder die CIA noch sonst wer hat uns irgendwie eingeschüchtert.
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