26. Oktober 2009 von Redaktion
Es ist nicht einfach, vor allem für kleine Parteien, sich und ihre Argumente bekannt zu machen. Eine dieser Möglichkeiten ist das Internet. Doch genau das funktioniert nicht. Internet ist reine Inzucht.
Auf grossräumiger (nationaler) Ebene fördert das Internet durchaus die Kommunikation unter den Mitgliedern und Sympathisanten einer Partei oder einer Kampagne, doch die Dichte ist lokal zu niedrig, um einen Abstimmungs- oder gar einen Wahlerfolg zu erzielen.
Das erklärt die Wahlniederlage der SP bei den letzten Wahlen: die Möchtegern-Intelligenzler fingen an zu bloggen und dachten, damit auf eine grosse Resonanz ihrer Ideen zu stossen. Doch in Wirklichkeit befriedigten sie sich gegenseitig: Sozi A lobte Sozi B, worauf Sozi B das gleiche bei Sozi A tat. Es gab sogar Bloggertreffen, doch bei den nächsten Wahlen ist das nicht mehr notwendig, weil dann dieses Accessoire überall erhältlich sein wird.
Das Internet verbindet also nur die, die bereits das Heu auf der gleiche Bühne haben. Allenfalls schreckt es die Gegner etwas auf, doch die grosse Masse der Desinteressierten – dort wo man ein Abstimmung gewinnt oder verliert – dringt man nur schwer vor.
Wer diese Leute erreichen will, muss andere Wege gehen. Letztlich bleiben nur die Medien übrig, denen sich die Masse nicht entziehen kann: Plakate, Tageszeitungen und Fernsehen. Die SVP ist die Meisterin des Plakatwesens, doch dieses Medium hat einen entscheidenden Nachteil. Man kann damit zwar die eigene Position kommunizieren, nicht aber die Argumente.
Das wiederum gelingt nur, wenn man ein Printmedium hat, dass gelesen wird, d.h. eine Tageszeitung oder noch besser – aber leider nicht realisierbar – einen Fernsehsender.
Ohne diese Instrumente wird die SVP (und Zugewandte) die Opposition bleiben. Von ein paar Zufallstreffer abgesehen, wird sie nichts erreichen. Auch die Volkswahl des Bundesrat wäre für die SVP zum heutigen Zeitpunkt eher kontraproduktiv.
Anders formuliert: organisiert Euch eine Tageszeitung oder einen Fernsehsender. Beides ist bald günstig zu haben.
Warum den Winkelried?
Nach dieser Diagnose könnten wir hier eigentlich den Betrieb einstellen. Selbst wenn wir 10mal mehr Leser hätten, an den Wahlresultaten würde das kaum etwas ändern. Doch das ist auch nicht die Aufgabe von Winkelried und das war es auch nie. Winkelried ist und bleibt ein konservativer “Thinktank”. Wir geben Empfindungen Worte und Ideen Argumente. As simple as that.
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Gratuliere der Redaktion, absolut zutreffende Analyse, auch was Winki angeht. Man müsste eigentlich sagen, schade um die viele Schreiberei auch in Winki. Besser die Zeit in etwas anderes investieren als blosse Selbstbefriedigung zu treiben und den Frust los zu werden. Auch habe ich mich schon gefragt, von was lebt Winkelried eigentlich? Ohne etwas Finanzen geht es ja auch nicht und Reklamen sind keine aufgeschaltet.
Wir wissen wenigstens sehr genau, was Winkelried bewirken kann und was nicht.
Von niemanden wird bestritten, dass auf der politisch rechten Seite Winkelried die meistgelesene Informationsquelle überhaupt ist. Wohl kaum jemand kann sich den Luxus leisten, Winkelried nicht zu lesen und glaub mir, wir wissen schon, wer sich hier so alles informiert.. Winkelried setzt auch immer wieder neue Themen oder, was noch wichtiger ist, entlarvt einseitige Kampagnen der Medien, wie z.B. die Kampagne gegen Google oder Berlusconi.
Wir beobachten immer wieder, wie unsere Argumente Eingang auf den Onlineseiten der Zeitungen finden. Wo früher noch geschrieben wurde “Ausländer raus aber subito”, oder “Jetzt reicht’s” wird zunehmend mit gleich langen Spiessen gekämpft. Und das ist schon eine ganze Menge.
Deshalb braucht es Winkelried mehr den je.
Und das heisst noch lange nicht, dass Winkelried nicht auch bald andere Mittel einsetzt als nur den Blog. Und über die Finanzen mach Dir mal keine Sorgen, das ist unser kleinstes Problem. Gute Autoren zu finden ist viel schwieriger.
@Redaktion
Ein Danke auch für dieses Statement und auch mit diesen Betrachtungen könnte die Redaktion ziemlich richtig liegen. Im Zusammenhang mit der Anti-Minarett-Initiative habe ich sehr viele Leserkommentar-Echos speziell in den Internetportalen versch. Medien aufmerksam verfolgt. Ich war sehr überrascht von den überaus vielen vorgebrachten Argumenten, die auch in Winki zu finden sind. Die Echos bezüglich Islamisierung gingen weit über die reinen Minarett-Diskussionen hinaus. Und solche Beiträge mit Gehalt und Hintergrund kommen nicht einfach so von ungefähr, ganz sicher nicht aufgrund gefundener Erkenntnisse in unseren Mainstream-Medien. Also geht`s in Winki munter weiter.
Es ist absolut zutreffend, dass es die SVP inkl. Zugewandte sehr schwer hat, aus der Opposition heraus zu kommen und Abstimmungen zu gewinnen. Trotzdem werden bei Abstimmungen in aller Regel Wähleranteile weit über der SVP-Stammklientel erreicht und weit über die 40 % hinausgehen. Es fehlt nich allzu viel, aber es reicht einfach nicht. Es wird speziell auf die Dauer ärgerlich, wenn man immer auf der Verliererseite steht. Also SVP und Zugewandte, tut endlich einmal etwas, dass eure Anliegen auf breiterer Front wirksamer an den Mann/Frau gebracht werden. Selbst die äusserste Linke hat mit der WOZ immerhin ein Wochen-Revolverblatt. Das sollte doch auch die SVP als wählerstärkste Partei in der Lage sein, ein eine breite Leserschaft erreichendes Medium auf die Beine zu stellen oder fehlen schlicht und einfach die Mittel dazu, seit der beste Sponsor UBS unter Marcel Ospelt selbst auf Almosen angewiesen ist? Lasst euch doch mal von Roger Köppel beraten, wie man das Problem angehen könnte.
Eine Abstimmung gewinnt man mit 50%+. Und es ist keineswegs so, dass die Linken überzeugen. Vergiss bitte nicht, dass die Linken zwar knapp 20% an der Urne haben, dass bei Sachvorlagen/Abstimmungen ihre “Basis” über 33% ist. Dabei handelt es sich vor allem die vielen Staatsangestellten und jenen die vom Staat abhängig sind. Sie sind gegen die Minarett-Initiative, weil ohne Moslems ihre Arbeit gefährdet wäre. Nimm Dir mal ein Beispiel an einem Polizisten. Was macht der ohne Messerstechereien? Irgendwann landet der auf der Strasse. Es geht also gar nicht um die Heilung, sondern darum, seine Existenz zu sichern. Selbst wenn er die Musels hasst, wird er ein Nein Ende November einlegen.
Die Situation ist ähnlich wie in Mexiko. Dort regierte 70 Jahre lang die “Partei der institutionellen Revolution” . Trotz schlimmster Korruption wurde sie nie abgewählt. Warum? Über 50% des Angestellten im Land arbeiteten für den Staat.
In der Schweiz ist es so, dass diese beiden Blöcke, die Etatisten und die SVP sich in etwa gleich stark gegenüber stehen. Und doch kippt das entscheidende mittlere Drittel immer auf die Seite der Linken. Warum? Auch die FDP leben zunehmend vom Staat oder profitieren zumindest vom staatlichen Schutz (Verbot von Parallelimporten, Handelshemmnisse, staatliche Exportförderung).
In Mexiko änderte sich die Situation dann doch. Der Staat ging faktisch bankrott und müsste viele Leute entlassen. Damit hatte sich die Staatspartei selbst abgewählt. Dasselbe gilt für die Schweiz. Erst wenn massiv weniger Steuereinnahmen anfallen und sich der Staat nicht weiter verschulden kann, dann kippt das System ziemlich schnell.
Apropoz Ospel und Köppel. Weder den Stutz des Einen, noch die Erfahrung des Andern könnten sehr viel ändern. Es fehlen einfach gute Journalisten. Die Brauchbaren hat Köppel schon alle unter Vertrag und jene die ausserhalb davon noch zu haben wären, kann man einer Hand abzählen.
Natürlich glaubt so mancher Coiffeur auch, er sei dazu im Stande, doch da wäre ich vorsichtig. Mehr dazu um nächsten Post heute Abend.
Ein eingebürgerter Ausländer wird wie ein Staatsangestellter wählen.
49% der Wähler müssen arbeiten und Steuern zahlen, damit 51% der Wähler die Regierenden wieder wählen können. Diese 51% Wähler werden aber erst nach der Wahl bezahlt und sollten die Falschen gewinnen gar nicht.
“……. Doch genau das funktioniert nicht. Internet (winki) ist reine Inzucht.”
da hat sich die Redaktion aber gut an meine Zeile erinnert… du Abschreiberling!
Aber: Die Elite der SVP könnte sich wohl die Investition in eine gute rechte Zeitung erlauben und leisten. Warum tut sie es nicht?
@mina-retter: Weil sie – wie schon hinlänglich erklärt – auch gleich die Druckerei unterhalten müsste.
Zudem gehe ich davon aus, dass die Linken und Netten eine “rechte Zeitung” mit Klagen eingedeckten, um ihr Betriebsmittel für einen “Nebenschauplatz” zu binden und den eigentlichen Aufgabe zu stören. Ebenso stelle ich mir mal vor, dass mit zT massivem Druck auf die Betreibergesellschaften der normale Vertriebsweg über die Kioske gestört oder gleich ganz abgebogen würde. So bliebe nur noch der Vertrieb auf dem postalischen Weg – möglichst noch diskret in einem teuren neutralen Couvert, damit auch hier eine Störung ausgeschlossen werden kann. Zufällige Käufer und damit eine breitere Bekanntschaft wäre somit praktisch ausgeschlossen.
Glauben sie etwa SP DRS berichtete vom Start des Druckes einer “rechten Zeitung”. Und wenn, dann drückte man diese hierbei gleich an den äussersten Rechten Rand.
@Berner Bär
Deine Argumente in Ehren, aber die dürfen doch kein Grund für eine Kapitulation sein. Das würde gerade noch fehlen. Dass die Gegnerparteien inkl. Mainstream versuchen, die SVP bei jeder Gelegenheit in die Ecke der angeblich populistischen Rechte zu stellen, ist seit Jahren hinlänglich bekannt und nichts neues. Die Wahlen 2007 haben bewiesen, dass diese Abstempelung wenig genützt hat und eventuell sogar kontraproduktiv war. Nicht alle Bürger lassen sich dauernd verarschen, schlussendlich hat man moch selber Augen und Ohren. Wenn die Linken schon eine Druckerei unterhalten können, werden es die Rechten wohl auch können. Auf die Unterstützung des Latschi und Lari-Senders SF DRS wird man kaum angewiesen sein. Dafür wird man dann endlich einmal ein breiteres Publikum darüber informieren können, wie dieser Subventions-Gülle-Sender namens SF DRS tatsächlich funktioniert. Ich meinte, etwas mehr Mut wäre schon angesagt. Mit blossem jammern kommt man nicht weiter.