Die Schweiz aus konservativer Sicht  
Das Maltasyndrom

21. Oktober 2009 von David Frankfurter

Unlängst forderten Linke, dass die Maturandenquote und damit die Anzahl der Akademiker stark gesteigert werden soll. Letzte Woche hatten wir die Möglichkeit, die Auswirkungen einer solchen Entwicklungen live zu erleben. Auf Malta.

الخروج ، أو نوافيكم ل
(Übersetzung im Text)

Malta, eine malerische Insel mit grosser Vergangenheit, ist etwa so gross wie die beiden Appenzell. Dort wohnen 410’000 Menschen, einer katholischer als der andere. Ausser zahlenden Touristen leben kaum Fremde hier (Ausländeranteil 4%, die Hälfte Briten). Die Flüchtlinge, die über das Meer kommen, werden in Militärlagern interniert und bei der erstbesten Möglichkeit ausgeschafft, was denen auch nur Recht ist, denn die Message der Maltesen ist klar. Auf einem grossen Plakat vor einem Lager steht: “Haut ab, sonst bringen wir Euch um” – auf arabisch wohlverstanden (siehe Titel).

Im Gegensatz zur Schweiz mietet die maltesische Regierungen keine leerstehenden 4-Stern-Hotels an:

“Nicht eine Minute könnte ich in einem solchen Lager verbringen, geschweige denn achtzehn Monate”, sagte der italienische Europaabgeordnete Giusto Catania direkt nach seinem Besuch. Es fehle in den Lagern an angemessenen sanitären Anlagen, und auch eine rechtliche Beratung der Flüchtlinge sei nicht vorgesehen.

Journalisten, die sich über die Lager mokieren, müssen mit dem Verlust des Arbeitsplatzes rechnen. Erstaunlicherweise jucket der unsanfte Umgang des EU-Mitgliedes Malta mit den ungebetenen Besuchern in Brüssel niemand, weder die Verwaltung noch die Gerichte. Warum das dann gerade die Schweiz mit ihrem Rundum-Glücklich-Asylantenstatut andauernd immer wieder verurteilt wird – unsere Medien sind voll von diesen Meldungen – will einem da einfach nicht in den Kopf.

Das Bildungssystem als Falle

Die Maltesen achten sehr sorgfältig auf die Ausbildung ihrer Kinder. Viele machen die Matura und studieren anschliessend. Nur das Ganze hat einen Hacken: wer macht die Arbeit? Die Malteser haben übersehen, dass man sich einen Buchhalter nur leisten kann, wenn man mindestens 10 Angestellte/Handwerker hat. Da es diese Fachleute kaum gibt, arbeiten viele im Ausland. Dies war auch der Hauptgrund, warum Malta der EU beitrat.

Doch nicht mehr alle finden einen passenden Job im Ausland und so sind immer mehr gezwungen – obwohl Juristen – in der Playmobilfabrik zu arbeiten. Die Insel steht nun vor der Frage, ob es doch minderqualifizierte Leute ins Land lassen/holen soll, um so ihre eigene “Elite” beschäftigen zu können. Die potentiellen Anwärter für solche Jobs sind bereits da.

Einwanderung als Resultat der falschen Bildungspolitik

Malta steht somit vor einer ähnlichen Situation wie viele europäische Länder vor 40 Jahre: qualifiziert man die eigene Bevölkerung “nach oben”, erzeugt man damit automatisch einen “Einwanderungssog”. Verhindern (oder abdämpfen) kann man das nur, wenn man nicht unnötig Akademiker produziert, sondern die Ressourcen in die Ausbildung von Berufsleuten (Handwerker) steckt – quantitativ wie qualitativ. Denkbar wäre sogar eine fünfjährige Lehre.

Doch unsere Linken wollen genau das Gegenteil. In den letzten Jahren wurde das Bildungswesen fast explosionsartig aufgestockt. In jedem zweitbesten Kaff ist eine Fachhochschule für Soziales oder ähnliches. Was sind die Folgen? Ein guter Maurer z.B. fühlt sich plötzlich zum Bürolisten berufen und absolviert eine Managerausbildung. Ob er dann ein guter Manager wird, lassen wir mal offen, sicher ist aber, dass ein fähiger Handwerker fehlt. Manchmal ist das sogar nachvollziehbar, denn als Handwerker verdient er weniger denn als “Chef”, vorausgesetzt er wird es irgendwann auch mal. Die meisten dieser Leute fahren den Rest des Berufslebens als Vertreter durch das Land und verkaufen Maurerkellen – als Sales Manager.

Wie so oft ist das Gegenteil der linken Politik richtig.

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  1. mina-retter

    Jetzt braucht die Rechte die rechte Politik nur noch umzusetzen, irgendwann mal, wenn sie mit jammern gegen Linke aufhört und selber was tun will.

  2. Berner Bär

    Für immer mehr Ausbildungen wird eine Matura gefordert. Ob dabei Leute mit praktischer Veranlagung und gesundem Menschenverstand auf der Strecke bleiben, ist den weltfremden Bildungstheoretikern egal.

    In Bern forderte bereits in den 90ern eine Krankenpflegeschule die Matura. Die Schulleitung, sie bestand zu 90% aus SP-Frauen, wollte eine “Pflege-Elite ausbilden, deren Herkunft unverkennbar ist”, ausbilden.

    Von einer Aerztin – eine ehemalige Schulkollegin von mir – sind mir einige Müsterchen mit Schwesternschülerinnen dieser Ausbildungsstätte bekannt. Ihr Urteil lautet “zum grossen Teil unbrauchbar, aber so hochnäsig, dass sie die gepuderten Näschen beinahe an der Decke verletzen”.

  3. Redaktion

    Es gibt sogar ein Beispiel aus der Geschichte Englands. Nach einer Pest-Pandemie blieben nur noch wenige Handwerker übrig. Die waren danach so gefragt, das viele von ihnen in den Adelsstand erhoben wurden.

  4. Moritz Leuenberger

    Jemand hat mal ausgerechnet, dass ein qualifizierter Handwerker über das Leben hinweg gleich viel verdient wie ein Akademiker. Das deshalb, weil der Handwerker früher anfängt zu verdienen.


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