2. September 2009 von Redaktion
RELOAD AUS DEM APRIL
Der Opel-Unternehmer Ruckstuhl jammert in einem Werbespot darüber, dass es in der Schweiz keine Abwrackprämie gibt. So greift er halt gleich selbst zum Zweihänder und offeriert (bis zu) 7000.- CHF Preisnachlass auf seine Türken-Boliden.
“Bloss keine Abrackprämie auch in der Schweiz!”, meint Winkelried. Eine wohl dümmere Wirtschaftsförderung hat die Welt noch nicht gesehen:
- Erstens bevorzugt man mit ihr eine Branche gegenüber der anderen. Statt für Ferien, Elektronik oder für eine neue Heizung gibt man das Geld für ein Ding aus, dass man momentan ev. gar nicht braucht.
- Zweitens fehlt die Nachfrage dann in einem Jahr. Ist das Wäggele erst einmal gekauft, erübrigt sich ein Neukauf im nächsten Jahr. Die Krise kommt bestimmt, einfach etwas später. Die Krise wird einfach verlängert.
- Und drittes, das Geld wird auf dem Kapitalmarkt aufgenommen. Das erhöht die Zinsen im Markt. Höhere Zinsen heissen letztlich immer höhere Mieten.
Die Abwrackprämie ist ein Lehrbuchbeispiel wie man mit blinden Aktionismus die Krise verschlimmert und verlängert.
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In der Krise heisst wohl das neue Wort “Abwrackprämie” aber eben der Schweizer Bürger ist eben doch nicht so dumm wie unsere Regierung.
Er macht nicht einfach Schulden und lässt sich von Werbung verführen wie unsere nördlichen Nachbarn.
Besser sein Geld auf der hohen Kante lassen und einmal abwarten was die Zukunft alles noch bringen wird.
Und mein Zitat der Woche lautet:
Ist das nötige Geld vorhanden, ist das Ende meistens Gut.
Bertolt Brecht
Es ist noch kein Jahr her, da wurde das Auto als Umweltverschmutzer Nummer 1 fast verteufelt. Man solle daher auf den Öffentlichen Verkehr umsteigen. Jetzt werden die Konsumenten fast flehend gebeten, soviel Autos wie möglich zu kaufen. Es sind ja in diesem Jahr Wahlen in Deutschland und da wollen die Politiker mit dieser sinnlosen Abwrackprämie punkten. Mit Oekologie kann man momentan nur wenige Wählerstimmen sammeln. Bin gespannt, was der Michel noch so alles schluckt bis es kracht.
also wenn es eine abwrackprämie für PC gibt bin ich dabei ^^
Meine Kaffeemaschine und Staubsauger im Büro sind auch bald fällig.
Bei der Abwrackprämie für die Kaffemaschine würde zumindest die Schweizer Industrie profitieren.
Scheint das Winki weltweit gelesen wird. Um 17:00 Uhr griff der Spiegel Online das Thema auf, 18:15 Uhr der Tagesanzeiger.
Jungs; es braucht eine Abwrackprämie für Parteien.
@Redaktion
Wenn ihr die Redaktion von SPON schon als “weltweit” interpretiert…
Auf dem Toggenburger Tagblatt stand jedoch nichts davon.
@ die lesen den spiegel erst am nächsten Montag, die haben noch kein Internet
Im Prinzip hat der Author recht, die Begründung ist aber noch mangelhaft. Wieso sollte die Schweiz eine Abwrackprämie einführen, es gibt hierzulande gar keine Autohersteller …
Das ist doch der Beweis, wie stark die Politik durch die Witschaft unterwandert ist. Abgesehen davon, dass das Abwaracken ein oekologischer Unsinn ist, fehlen nun die günstigen Gebrauchtwagen, resp. wurden noch gute Wagen eliminiert, während echte Schrottkarren noch weiter rumfahren.
@Maurus
Ich finde es nicht verkehrt wenn die Politik durch die Wirtschaft unterwandert ist in einem gewissen Maas.
Da alle von der Wirtschaft leben, soll sie sich auch in der Politik einbringen können.
Allerdings stimme ich zu, dass in der Schweiz eben schon recht schnell ein Fahrzeug “aus dem Verkehr” gezogen wird weil der Lack am Rückspiegel leicht abgenutzt ist, und nicht mehr durch die MFK kommt.
Klar darf man nicht wie Ricardo Lumengo auf Felgen fahren aber ein wenig grosszügiger dürften die Männer bei der MFK schon sein.
Doch an günstige gebrauchtwagen fehlt es keineswegs, Preistendenz fallend.
Schrottkarren gibt es faktisch keine mehr.
Na gut, Schrott kann ja auch neu hergestellt werden.
Wer möchte schon einen Schrott-Opel?
Ja, wie der Maurus mit der SVP, hab ich es mit Opel.
–
greet
da ja in Deutschland abgewrackt wird, habe ich auch über dort geschrieben.
Naja, ihr merkt wohl nichts. Das spricht wierder mal für sich, aber nicht für euch.
@Master
frohe Ostern, erhol dich und lass dir bald mal etwas lustiges einfallen.
Die Abwrackprämie wird noch zum Bumerang, weil
1. vor allem Hersteller von Billigwagen profitieren
2. den kleinen Garagen, welche noch Reparaturen vornehmen, die Arbeit ausgeht.
3. der Gebrauchtwagenhandel einbricht
4. die Massnahme kurzfristig und nicht nachhaltig ist
5. nach dem abwracken das Entsorgen kommt und damit das nächste Problem …
Ein Schweizer Hersteller von Unterwäsche hat nun die Abwrackprämie kopiert. Wer beim Kauf einer neuen Unterhose mit dem “Zettelchen” der alten Unterhose kauft, erhält Fr. 3.00 Vergünstigung. (Man darf vermuten, dass diese Vergünstigung vor nicht allzu langer Zeit auf die Artikel draufgeschlagen wurden …)
Das Lesen dieses Kommentars auf der Webseite der FAZ zur Abwrackprämie ist empfehlenswert:
http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF.....ntent.html