Die Schweiz aus konservativer Sicht  
UBS

4. Juli 2009 von McCarthy

Der UBS droht eine Busse von biblischem Ausmass, die sie zum Einsturz bringen könnte. Und unsere Regierung ist dagegen vollkommen machtlos. Doch entweder zahlt der Steuerzahler die Busse der UBS, oder man wird die UBS zerlegen müssen. Die Pläne stehen bereits.

Aussenminister Cotti wies während der Holocaust-Debatte immer wieder wichtig darauf hin, die Schweiz sei der zweitgrösste Investor in den USA. Mittlerweile weiss man auch wieso: die Banken, allen voran die UBS, führten die Gelder aus den USA ab – unversteuert versteht sich. Diese kamen dann als Auslandsinvestment zurück. Die Schweizer Banken verdienten gut daran.

Natürlich war die USA bestens über diese Transaktionen im Bild, wollten oder konnten dagegen nichts unternehmen. Der Bankenplatz Schweiz hatte auch für sie Vorteile, so lief der ganze Osthandel während des kalten Krieges über die Schweiz.

Zudem betreibt die USA dasselbe Spiel. Milliarden flossen und fliessen illegal in die USA und es gibt dort kein Gesetz, das etwa Steuerhinterziehung in Burkina Faso kriminalisiert. Theoretisch müssten auch die USA Amtshilfe leisten, doch allein die Anzahlung für so einen Prozess sind exorbitant und der Ausgang alles andere als sicher. Schliesslich weiss auch der US-Richter, dass er seinen Lohn nicht von Burkina Faso bekommt. Das ist gleich wie in der Schweiz.

Quod licet iovi, non licet bovi

Was also Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen noch lange nicht erlaubt. Dieses uralte Gesetz scheinen unsere Banken vergessen zu haben und geschäfteten unbekümmert in den Tag hinein. Sie hatten auch keinen Grund, sich zu fürchten. Das schweizerische Bankengesetz schützte sie wirksam vor jeder Amtshilfe an ausländische Gerichte.

Doch jetzt schlägt das Imperium zurück. Zwar können die USA Schweizer Gerichte immer noch nicht zur Zusammenarbeit zwingen, sie können aber die in den USA tätigen Schweizer Banken derartige Damenschrauben anlegen, dass diese davon einen Herzinfarkt bekommen. Eine 10 Mrd. Busse könnte die UBS nicht zahlen. Auch der Bund kann nicht mehr helfen (er hat das Geld schon der Pensionskasse der SBB versprochen). Wahrscheinlich müssten dann die grossen Banken in der Schweiz „zusammenlegen“, um die Busse bezahlen zu können. Bezahlen wird es schlussendlich der Mieter via Hypozins und der Sparer.

Doch das Dümmste kommt erst noch: der Bundesrat hat schon mal präventiv das Bankgeheimnis abgeschafft und damit wären wir wieder bei Burkina Faso. Damit wird für alle nichtamerikanischen Einleger der Schutz aufgehoben. Auch die werden nun eiligst ihre Moneten abziehen.

Die Banken sagen zwar, die meisten Kundengelder stammen von institutionellen Kunden (Versicherungen, Pensionskassen), die ihre Gelder ordentlich versteuert haben. So ganz glauben wir diese Äusserung nicht, denn sonst wäre der Kapitalabfluss nicht so dramatisch wie bisher. Doch wenn dem auch so wäre, warum soll man das Geld auf einem 0815 Bankenplatz anlegen? So sorgte doch der massive Geldzufluss in die Schweiz für tiefe Zinsen, was wiederum Gläubiger aus aller Welt anzog.

Als die DDR sich damals in ein solches Schlamassel manövrierte, konnte sich wenigstens noch eine Mauer um das Land bauen. Die Schweiz kann nicht einmal mehr das. Immerhin hat die Nationalbank bereits ein Szenario präsentiert, wie sie die UBS kontrolliert zum Einsturz bringen kann. Man wird den Eindruck nicht los, das das mehr als ein Planspiel ist.

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  1. balkanförderer

    also bitte nicht auf lateinisch, das ja in unserem Schulsystem verpönt ist, weil bourgeois, sprich kapitalistisch, sprich nicht sozialistisch. trotzdem ist dieser Beitrag sehr gut. Winkelried! Wo bist du? Sicher nicht im Bundesrat. Bis vor kurzem war unsere Finanzindustrie ein wesentlicher Steuerzahler, seien es die Firmen selbst, seien es deren hochbezahlte Mitarbeiter. Dieser Steuerzahler scheint/wird ausfallen. Herr Merz, BR, will das Schlimstfall-Szenario ( worst case event in banking terminology) schlicht nicht in Betracht ziehen, allein, er muss ja nicht weiter denken, seine Rente ist gesichert.

  2. Bürgermeister Hans Waldmann

    Leider verstehen unsere Politiker nicht was Imperialismus bedeutet. Vermutlich bedeutet das für sie lediglich so etwas wie wenn Captain Cook um die Welt segelt.

  3. Beim Jupiter, “sic transit glorin mundi” oder eben der UBS, die hat vielleicht den Zenit der Zeit schon längst erreicht und nun beginnt der Abstieg.

    Man kann sagen was man will, aber dieser Bruder Klaus hatte gar nicht so Unrecht mit den Worten: “Ihr sollt die fremden Herren und ihr Geld meiden”

  4. naja ich überlege mir immernoch was passieren würde, wenn allen ubs angestellten in den usa per sofort die kündigung erhalten würde. keine filiale macht auf keine geschäfte werden in den usa getätigt.

    wäre das überhaupt möglich?

    das würde doch ein schock für die us wirtschaft werden wenn auf einmal ein paar zehntausend leute auf der strasse stehen. kredite ned ausbezahlt würden, gelder eingefrohren?

    ich glaub wir hätten 6 stunden später us soldaten auf unseren strassen patroullieren

    oder?

  5. Dr.Liffsey

    Das mit dem Ochsen und dem Jupiter heisst wohl “der Mächtige muss sich nicht an Gesetzte halten und macht was er will”.

    Nun sind die USA aber schon lange nicht mehr die “kraftstrotzende” Nation, welche sie nach dem 2. Weltkrieg waren und selbst damals gab es Budesräte, die sich in Verhandlungen mit Amerika erfolgreich durchsetzen konnten.

    Warum sollte das also heute nicht möglich sein?

    Die unglaublichen Kosten die Bush seinem Land aufgebürdet hat mit den beiden Kriegen in Irak und Afghanistan, welche n.b. kein Erfolg sind, haben der USA stark geschadet. Die Supermacht hat sich über alle internationalen Gremien hinweg gesetzt und ist damit auf die Schnauze gefallen.
    Die geschwächte USA haben deshalb alles Interesse weitere Bankencrashes zu vermeiden; jenen der UBS eingeschlossen.

    Es gilt nur die richtigen Signale auszusenden und diese gute Karte angemessen zu spielen.

    Falsch wäre es allerdings, wenn Bundesräte die nicht verhandeln können, unbedingt selber verhandeln wollen. Falsch wäre es weiter den Eindruck zu erwecken, dass nur ein Bisschen gedroht werden muss und schon springt Geld dabei heraus. Und die Amerikaner müssen sehen, dass die Schweiz die Sache sehr ernst nimmt. Die Amerikaner fühlen sich vermutlich nicht ernst genommen, wenn einzelne Mitglieder des Bundesrates antrudeln und sich damit zufrieden geben mit Subalternen zu plaudern. Und im Ernst, was mögen sie wohl wegen BR Merz als Chefunterhändler denken?

  6. Die UBS hat in den USA noch nie richtig Geld verdient, sondern immer draufgelegt, das war schon zu Zeiten der SBG sel. der Fall. Die UBS wäre noch weit rentabler gewesen, wenn man in den USA nicht geschäftet hätte. In den USA herrscht eine Abzockermentalität ohne jegliche Ethik, nur der persönliche Profit zählt. Eine Identifikation mit der Bude in der man arbeitet, existiert überhaupt nicht. Für mich gäbe es nur eine Version bei den Verhandlungen mit diesen Abzockergaunern zu denen ich auch den Halbmusel Obama zähle. Absolut hart bleiben, es gelten unsere CH-Gesetze. Obama kann uns am A… lecken. Die UBS USA verrecken lassen, wenn es nicht anders geht. Die USA-Jauche-Gesellschaft soll ruhig noch zusätzliche 20000 Arbeitslose mehr haben, ich mag es ihnen von Herzen gönnen.


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