12. Juni 2009 von Gastbeitrag
Als Angela Merkel Anfang April die Ergebnisse des Weltfinanzgipfels in London vor den Medien bewertete, stand ein Thema besonders im Focus: Protektionismus. Die Bundeskanzlerin sagte damals: “Wir haben deutlich gemacht, dass wir gegen den Protektionismus eintreten.”
Doch wie sieht die Wirklichkeit seitdem aus? Seit Anfang April haben WTO und Weltbank allein 23 neue Handelsrestriktionen festgestellt, seit Oktober 2008 sogar 89. Dabei ist Protektionismus sehr vielschichtig: Die US-Regierung hat ihr Konjunkturpaket mit einer “Buy-American-Klausel” versehen, mit der sie die Behörden zwingt, im Zweifel nationale Produkte zu kaufen. Gleichzeitig fördert die deutsche Bundesregierung den Autoabsatz von Volkswagen dadurch, dass die zum Konzern gehörende Bank staatlich gestützt wird und damit attraktivere Konditionen als der Markt anbieten kann. Russland hat seinen Einfuhrzoll für Stahl auf 15-20 Prozent, für Pkw auf 30 Prozent sowie für Lkw auf 25 Prozent erhöht.
Nur die Schweiz verzichtet bis jetzt auf Einfuhrbeschränkung oder protektionistischen Massnahmen. Zu gross ist die Angst im Bundesrat, derartige Massnahmen zu ergreifen. Das ist im Prinzip auch richtig. Doch fragt man sich, warum man Milliardenaufträge ins Ausland geben muss, wenn man dafür keine Gegenleistung erhält.
Die Politik hat aus der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts nichts gelernt. Wie die Deutsche Bank in einer aktuellen Studie richtig darstellt, hat der Smoot-Hawley Tariff Act in den USA unter Präsident Hoover im Jahr 1930 die damalige weltweite Protektionismusspirale eingeleitet. Insgesamt wurden damals die Zölle in den USA für über 900 Waren erhöht, der Durchschnittszollsatz stieg von 25 auf 50 Prozent. Andere Länder zogen nach. Die Rezession wurde durch die Zollmauern zusätzlich verschärft und verlängert. Die Folgen waren verheerend. In den USA schrumpfte das Bruttosozialprodukt von 1929 bis 1933 um ein Viertel. Die Arbeitslosigkeit stieg bis auf 25 Prozent. Erst 1936 erreichte die amerikanische Wirtschaft wieder das Niveau von 1929.
Ludwig von Mises, der die damalige Weltwirtschaftskrise vorhergesagt hatte, meinte dazu treffend: “Die Vorstellung, staatliche Einmischungen seien eine ‚Lösung’ für wirtschaftliche Probleme, bewirkt in jedem Land Zustände, die zumindest äußerst unbefriedigend und oft geradezu chaotisch sind. Wenn der Staat nicht rechtzeitig aufhört, führen solche Eingriffe unvermeidlich zum Sozialismus.” Es wäre gut, wenn die Regierungen wenigsten dieses Mal auf ihn hören würden.
Ausgenommen von dieser Überlegung ist allerdings die Personenfreizügigkeit. Ein Produkt, dass nicht mehr gebraucht wird, verursacht kaum Kosten. Bei Menschen ist das anders. Und gerade hier hat die Politik in den letzten Jahren die Grenzen weit aufgemacht.
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Aus rein ökonomischer Sicht ist Protektionismus nicht sinnvoll. Schützen/stützen andere Länder jedoch ihre Unternehmen, direkt oder indirekt, sollte in der Schweiz das genau gleich geschehen. Bei unserem BR, der jedoch die ausländischen Interessen stets höher gewichtet als die nationalen, erstaunt diese Passivität nicht.
Illegale Einwanderung hat ein Trojanisches Pferd.
http://dolomitengeisteu-dolomi.....galen.html
Protektionismus ist ein Mittel der Politik. Wenn es vernünftig eingesetzt wird, kann seine Wirkung durchaus positiv sein!
Wenn Protektionimus hilft schweizerische Wirtschaftssubstanz zu erhalten, dann
sollte der Bundesrat – wie es andere Regierungen tun – ebenfalls zu diesem Mittel greifen.
Dumm wäre es, wenn der Schweiz Nachteile erwachsen, nur weil sie den internationalen Musterknaben spielen will.
Das gilt auch für andere Bereiche : als die Religionsfreiheit in der Verfassung garantiert wurde, konnte niemand ahnen, dass wir einen dermassen grossen Zustrom von Muslimen haben würden. Als im Blick auf das innereuropäische Flüchtlingselend des 2. Weltkrieges ein Recht auf Asyl geschaffen wurde, konnte niemand annehmen, dass nun Leute aus der ganzen Welt anmarschieren würden.
Kein Land auf der Welt ist verpflichtet sich an Abmachungen zu halten, wenn es
dadurch schwer geschädigt wird!
Ich verlange vom Bundesrat, dass er die Interessen der Schweiz endlich wahrnimmt und sich wenn nötig halt über internationale Abmachungen hinweg
setzt!
Warum ist Frau Merkel gegen Protektionsismus, ja weil der Obama auch nciht viel davon hält von diesen Massnahmen, um so aus der Krise zu kommen, man hat ja die Globalen Märkte und plötzlich sollen diese bestarf werden, dann würden sie ja ihre eigenen Firmen abstrafen die ja auch im Ausland tätig sind.
Protektionsimus hätte in früheren Zeiten schon funktioniert, heute nicht mehr möglich, das einzige, wie Winkelried richtig schreibt wäre die Personenfreizügikeit diese müsste man stoppen.
Hier noch ein äusserst interessanter
Artikel zum Thema Finanzkrise:
http://www.streifzuege.org/200.....am-abgrund
… diese Analyse scheint aber nicht von einem Ökonom zu sein. Oder etwas weniger vornehm ausgedrückt: der Artikel ist reiner Stuss.
@Redaktion:
Kritische Ansichten über den Neoliberalismus
müssen wohl kaum zwingend von einem Ökonomen
verfasst worden sein.
Immerhin zeigt dieser Artikel schön die rasante
veränderung des verhältnisses von Real-
und Finanzwirtschaft auf.
Aber vielleicht gefällt ihnen nicht das darin,
dazu noch treffend,Marx zitiert wird.
Dazu sollte wenn man etwas als Stuss abqualifiziert,
wenigstens eine rudimentäre Erklärung dazu abgeben
wo der Stuss denn genau zu Finden ist.
Marx… Stuss ist also nicht mehr sehr weit…
@Schlechtmensch:
Lächerliche Plattitüde,ihre Ausage bestätigt
das sie weder den Artikel gelesen noch
sich mit Marx beschäftigt haben.
Hier geht es nicht um das Rechts-links
Klische,sondern darum das Marx schon vor
über 100 Jahren,also vor der Zeit der
kommunistischen und sozialistischen Staats-
experimente,die Probleme des modernen
Kapitalismus ziemlich präzise prognostiziert hat.
Dies muss man ihm zugestehen,unabhängig von der
eigenen politischen Einstellung.