Die Schweiz aus konservativer Sicht  
Interview mit Matthias Hartmann

6. Juni 2009 von Kulturbereicherer

Vor ein paar Tagen hat Matthias Hartmann, der Zürcher Schauspielhausdirektor, ziemlich deutlich seine Erfahrungen mitgeteilt. Die linke Presse legte seine Argumente als “Abrechnung” mit der Schweiz aus. Doch so ganz kann es nicht stimmen. Hartmann dealte vor allem mit dem linken Sozikuchen. Unsere Presse versuchte seine Argumente vor allem als Kritik an allen Schweizern zu verwedeln. Hier die wichtigsten Aussagen Hartmanns:

Aber was ich nicht mag, ist, in Rütli-Schwur-Augen zu gucken und per Handschlag die Welt versprochen zu kriegen – und dann passiert das Gegenteil, die vollmundigen Zusagen lösen sich in nichts auf. Das habe ich in Zürich erlebt, und das möchte ich nicht noch einmal erleben.

Leider trifft diese Beobachtung hundertprozentig zu. Und nicht nur im Zürcher Sozibusiness. In der Schweizer Politik wird gelogen, bis die Balken krachen. Besonders ausgeprägt in den letzten Jahren war die Argumentation um die Personenfreizügigkeit. Die Politiker logen wieder besseres Wissens. Die Einheitspresse sorgte dafür, dass Gegenargumente erst gar nicht an die breite Öffentlichkeit drangen.

Am Anfang habe ich darüber gelacht, als ich ständig nach dem Unterschied zwischen Deutschen und Schweizern gefragt wurde. Jetzt frage ich zurück: Was ist denn los mit euch? Warum müsst ihr euch ständig definieren? Warum müsst ihr jeden Fremden fragen, wie er sich als Fremder empfindet? Das ist zutiefst provinziell.

Trifft ebenfalls zu. Die linke Presse schreibt immer in grossen Lettern, wenn Calmy Rey mitteilt, das oder jenes sei ein grosser Imageschaden für die Schweiz. Denken wir doch nur an die Kampagnien der Medien gegen Blocher und die SVP. Wochenlang wurden dort ausländische Medienberichte innenpolitisch ausgeschlachtet. Das der Schweizer derartiges überhaupt wahrnimmt, zeigt, dass er ein angeknaktes Selbstverständnis hat. Angefangen hat das mit der Bergier Kommission.

In Zürich dagegen, einer vergleichsweise kleinen Stadt, gibt es zwei mächtige Zeitungen, und in beiden sitzen ziemlich griesgrämige Leute.

Trifft ebenfalls zu. Die Meinungsvielfalt gibt es in den schweizerischen Medienlandschaft nicht. Es ist alles ein linker Einheitsbrei. Darüber hinaus ist der Journalismus in der Schweiz von minderer Qualität. Die gesamte Auslandberichtserstattung ist von ausländischen Medien abgeschrieben. 

Die von Ihnen geliebten demokratischen Instanzen haben aus mir erst das Feindbild gemacht, um es dann abzustossen. Ich hatte mich bei Antritt meiner Stelle – in Ihrer Logik ganz «undeutsch» – völlig den Gremien übergeben, habe gegen aussen nur Dinge vertreten, die ihren Segen hatten. Und als ich mich umdrehte, waren sie weg. Ich stand mit kurzen Hosen da. Und ihr hattet euren Deutschen.

Es ist leider eine schweizerische Eigenschaft, sich selbst zu verneinen, wenn es nicht opportun ist. Verantwortung und Standhaftigkeit ist leider keine Schweizer Tugenden (mehr). 

Aber der Verwaltungsrat kann ein Theater gar nicht leiten, weil er künstlerisch inkompetent ist. Um dem Verwaltungsrat wenigstens die Hoheit über das finanzielle Thema zu sichern, wird hier der Unterschied zwischen Kunst und Geld gemacht. Das Problem ist nur, dass erst die künstlerischen Entscheidungen das Geld generieren. De facto hat der Verwaltungsrat also gar nichts zu tun.

Hier spricht Hartmann direkt das Sozibusiness rund um das Schauspielhaus an. Es gibt in der Schweiz hunderte solcher künstlerischer Verwaltungsräte, Vorstände, Kommissionen und Gremien, die überhaupt nichts bewirken und nur dafür da sind, den Teilnehmern Einkommen zuzuschaffeln. Es ist eine Eigenheit unserer Presse, nie danach zu fragen, was solche Institutionen bringen. Man könnte ja das Sozibusiness in Frage stellen.

Hartmann wird aber noch konkreter:

Statt empirisch vorzugehen, engagiert man teure Unternehmensberater. So hatte ich bei einem anzutreten, um mir das Aktienrecht erklären zu lassen! Dieser Unternehmensberater ist das grösste Arschloch, dem ich je begegnet bin. Weil er für wahnsinnig viel Geld jemandem einen Beruf erklärt, von dem er keine Ahnung hat. Dabei ist die Sache im Grunde doch ganz einfach. Zwei Drittel des Geldes kommen am Schauspielhaus von Stadt und Kanton. Ein Drittel sind die Kasseneinnahmen; wie die zustandekommen, entscheidet einzig und allein das künstlerische Team mit dem Spielplan. Das ist das strategische Geschäft eines Theaters. Bleibt auf der Einnahmenseite für den Verwaltungsrat die Aufgabe, Sponsoren zu suchen – macht er aber nicht. Stattdessen entwickelt er nebulöse Aktivitäten. Und schmeisst zwischendurch immer wieder mal einen Direktor raus. 

Wenn auch herb hat Hartmann hier vollkommen recht.

Die Schweiz verwenden einen nicht unerheblichen Teil seines Bruttosozialproduktes für das Sozibusiness. Man bedenke, das nur gerade 30% der Arbeitslosengelder als Taggelder ausbezahlt werden. Der Rest dient zur Finanzierung der linken Kostgänger. 

In anderen Ländern würde so ein Interview eine Diskussion um die vielen nichtsnutzigen Institutionen auslösen. Hier aber wird brav geschwiegen.

(Die Zitate stammen aus dem Tagi)

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  1. Karin

    “Jetzt frage ich zurück: Was ist denn los mit euch? Warum müsst ihr euch ständig definieren?”

    Jetzt würde ich ihn gerne fragen wie er sich definiert, selber definiert er sich als linker Gutmensch, spricht aber anderen Menschen das Recht ab sich selber zudefinieren zu dürfen. Nur er ist perfekt, so wie Gott.

    Jetzt frage ich noch mal zurück, muss man solch lächerlich arrogante Personen überhaupt ernst nehmen?

  2. Redaktion

    Matthias Hartmaier ist mir eigentlich nie als linker Gutmensch aufgefallen. Ich habe ihn immer als relativ unpolitisch wahrgenommen – vielleicht irre ich mich. Wäre froh um einen Gegenbeweis.

  3. Charakter

    Ich kenne die Hintergründe von Haldimanns Abgang nicht, aber so wie er sich negativ über die Schweizer äussert, muss er fast “gegangen worden sein”.

    Aber es wäre typisch, zuerst provitieren (man denke dabei an die Villa mit Seeanstoss), alle Vorteile raussaugen und danach schlecht über die Schweizer herziehen.

  4. Redaktion

    … du meinst wohl Hartmann und nicht Haldimann. Er musst ausserdem in dort wohnen, das war die Dienstwohnung.

  5. Karin

    Politisch oder nicht, der gute Mann wettert ganz schön gegen uns, Asiaten seien wir, er hätte uns auch als Neger betiteln können und statt von Rütliaugen von Negerlippen reden können.

    Er definiert sich als genialer Mensch und wir dummen Schweizer haben sein Genie verkannt. Mit so einem Deutschen habe ich auch mal zusammen gearbeitet, seinen Wegzug aus der Schweiz bereue ich bis heute nicht. Es ist mir auch egal ob jetzt ein paar gescheiterte Deutsche in Deutschland sitzen und über uns Schimpfen.
    Der Arme Mann definiert sich klar als armes Opfer, sein verkanntes Genie, er ist gekränkt, verbittert, etc.
    Im Prinzip ist der Mann ein armer Mensch der mit anderen Menschen nur klar kommt wenn er angebtet wird. Hätte er Schneit gehabt hätte er unser Land stillschweigend verlassen, wie andere ihren Job auch verlassen. Vorallem wie kann er ein ganzes Land mit seinen Menschen verurteilen, 99% der Bevölkerung waren niemals im Schauspielhaus. Aus meiner Sicht sollte man da sowieso alle Subventionen einstellen und die sollen sich dem freien Markt stellen wie dies die Bauern auch mehr machen.

  6. Bürgermeister Hans Waldmann

    Macht da man nicht ein durcheinander, wohnte nicht Pereira in der Villa am Zürichersee. Oder haben noch andere Funktionäre in dieser Villa Orgien gefeiert?

    Die Mietkosten dürften vermutlich nicht Marktgerecht vom Lohn abgezogen worden sein.

    Hat diese überdimensionierte Subventionierung vom Opernhaus überhaupt eine Berechtigung? 70% und mehr aus Steuergelder für eine Industrie der Privatwirtschaft sind eindeutig zu viel. Das hat sicher nichts mehr mit Kultur noch Kunst zu tun, sondern eine Abzocke welche als Kultur verkauft wird.
    Besucht man eine Vorstellung wird man nur Verarscht und ärgert sich so viel Geld für einen Eintrit bezahlt zu haben. Den Milionären vom Zürichberg ist das aber egal, geht man doch in die Oper um sich unter Gleichgesinnten zu treffen und um einen Schwatz mit dem Cüpli in der Hand zu halten.

    Geldeinspielende Aufführungen hätten in so einem Haus nie eine Chance da dies zu viele Proletarier anziehen würde welche ihr Bierchen von zu hause mitnehmen. Auch eine Rolex wäre unter den vielen Swatch Trägern nicht mehr passend.

    Hier ein Beispiel wie das abläuft, beim SF is das etwa ähnlich:
    http://www.welt.de/kultur/arti.....Opern.html

    Ich sehe nicht ein warum von verkoksten Typen veranstalltete Ego-Scheisse mit Steuergelder finanziert werden soll.

    Dann müsste AC-DC auch einen Ateil erhalten wenn die in die Schweiz kommen.

  7. Was Hartmann denkt ist unrelevant, es reicht ein Schwob der uns ins schwitzen bringt….
    Interessant ist jedoch, dass einer was sagt, was eigentlich den zahlenden des Schauspielhaus die Ohren spitzen sollte, all das kommt noch als Interwiev.
    Die Befangenheit dieser beide Zeitungen ist in lezter Zeit ein Paar mal so deutlich aufgefallen, dass sie vielleicht nun mit der politische Meinungsmache (Versuch) einen Gang zurück schalten und es gesagt werden darf, was nicht immer gesagt werden durfte?

    Aber was Hartmann denkt kratzt mich erst wenn er meine rechnungen zahlt, ansonsten kann er mich (und uns) kreuzweise….

  8. Anonym

    In der Schweiz vollzog sich in den letzten Jahren eine stille
    Revolution,die selbst gewisse leute in den 30iger Jahren
    hätte vor Neid Erblassen lassen.
    Zunächst wurden die Medien infiltriert,stramm
    büenzlibürgerliches wie Blick,TA,Schweizer Fernsehen usw.
    wurden schleichend zu politisch Korrekten Gutmenschen-
    manipulationswerkzeugen umgestaltet.
    Dann wurde eine ehemals unkomplizierte Bürokratie mit
    Totalversagern so aufgeblasen,dass sich selbst ein Zeppelin
    noch herzig dagegen ausnimmt.
    Wir müssen uns nicht darüber auslassen welchen Parteien diese
    Parasiten angehören.
    Unter dem Deckmäntelchen des Multikulti wir haben euch doch
    alle lieb fuhrwärchend,geniesst so eine verfilzte Oberschicht
    in Ganztagescüplischlürfstellen die Zeit bis zu ihrem
    Rentnerdasein in der Toscana.
    Und wehe irgendein konservativer Spiesser hegt nur leichte
    Zweifel an der Daseinsberechtigung dieser Loftbewohner,
    ziehen die achso toleranten und liberalen Knilche die
    Auschwitzkeule.Das Hilft immer.

  9. Redaktion

    Egal, was er sagt stimmt, egal ob man ihn mag oder nicht …

  10. Charakter

    Sorry, mein Fehler. Natürlich meinte ich Hartmann.

    Ich hörte und las heute mehrheitlich nur über Haldimann und dass evtl. Filippo Leutenegger der Nachfolger von Deltenre werden könnte, da kanns halt mal so eine Verwechslung geben.

  11. @Redaktio
    Klar stimmt es, hab nie was anderes behauptet.
    Schön, dass er es sagen (und veröffenlichen) dürfte.

  12. Charakter

    Und Maurus schiesst wieder mal am Thema vorbei!

    Schawinski ist ab heute neuer Kolumnist bei der Sonntags-Zeitung und er nahm sich gleich dem Thema Hartmann an. In Bochum, dem alten Arbeitsort von Hartmeier, wurde er mit Applaus geehrt, wenn ihn die Leute in seiner Limousine auf der Strasse erkannten.
    Die Nichtbeachtung von uns Schweizern wird ihm wohl in Zürich gefehlt haben, nehm ich nun mal an.

    Der Schlusssatz von Schawinski: “Wir dürfen gespannt warten, bis er mit ähnlichem Getöse Wien den Rücken kehrt, um uns dann wortreich das heimtückische Wesen der Österreicher zu erklären.”

    @ Bürgermeister
    Ich lieg schon richtig mit der Villa am See. Pereira wohnt am Züriberg, noch, den zieht es nach Salzburg.

  13. Ja das wahr schon etwas Hart-mann aber es entspricht der Wahrheit-Mann!

    Meine Gedanken zum Thema für Sozibusiness

    Es ist, wie es ist, eine Seifen-Oper wo am Anfang die schöne Kulisse leuchtet und die Stücke tönen wie bei einer Operette, schräg und schrill und sie Inszenierung von schizophrenen linken Gutmenschen, die im Strudel ihres Gedankengut verharren wie einst der Narr der sich seiner Obrigkeit zur Schau stellte um sich so die Gunst des Gönners sicherte.

    Man produziert und provoziert bis ins schikanöse Bidertum und nennt es noch schöne Kunst, doch was ist Kunst und wo endet sie? Es ist wie bei Goethes Faust, die Geister die ich reif, werde ich nun nicht mehr los.

    Einer geht und ein neuer kommt, doch sollte man einst hinter die Kulissen die Marionetten-Halter ersetzen, sie sind die Fäden die man abschneiden müsste uns so bleibt es wie im echten Leben der Gutmenschen ein Theater bis der Vorhang fellt.

  14. Charakter

    Ich bin und leiste Maurus, aber wenn ich für mein Sein und Leisten Anerkennung erwarten würde, so wäre ich entweder vollgestopft mit Minderwertigkeitskomplexen oder wär mir nicht so sicher, ob ich meine Arbeit denn wirklich zur Zufriedenheit Anderer erfülle.

    Ich hab die Geschichte nie richtig mitverfolgt, war Hartmann der Nachfolger von Mathaler? Wurde Hartmann nicht unter dubiosen Umständen von Ledergerber angestellt?

    Als Nichtinteressierte finde ich Schauspielhäuser auch überflüssig, da gehe ich doch lieber mal an einen Gig von Morrissey oder meiner
    Lieblingsband Fucking Beautiful.

    Und da liegt der Haken: Ein Schauspielhaus wird subventioniert, ein Gig hingegen wird je nachdem teilsubventioniert und die Künstler müssen einen Teil dieser Teilsubvention wieder zurückzahlen. Wär eigentlich sinnvoller, aber ein Schauspielhaus kann man nicht mit einem oridinären Austragungsort, wo die Gigs stattfinden, vergleichen.

  15. “…und das wird halt von den rechten auch abgesegnet,”
    nein wird es nicht, wie z.B. KT SG Kulturzentrum Lokremise St. Gallen , bei der Abstimmung Kommunisten + CVP FDP dafür SVP dagegen, bürgerliche Mehrheit also?
    Rein nach definition schon, faktisch sind CVP und FDP Windsäckedie sich nach SF und sonstige Medien richten um gut da zu stehen, das bedeutet gerne und oft nach links.

  16. Redaktion

    Fast jede Albanerfamilie hat illegal ein Oma oder sonstige Verwandte im Haushalt. Die Behörden wissen das, unternehmen aber keine Kontrollen. Und hier machen sie nun ein grosses Tramtram:
    http://www.tagesanzeiger.ch/zu.....y/11687659

    Wetten das diese Geschichte nie an die Öffentlichkeit gekommen wäre, wenn der Ledergerber noch im Amt wäre. Aber nun kann man ja auf Rita Fuhrer schiessen.

  17. Charakter

    Aber im Gegensatz zur Oma bezieht ein Kindermädchen Lohn oder irre ich mich da?
    Demzufolge hat dieses Kindermädchen vom Herbst 05 bis April 06 schwarz gearbeitet und später vermutlich auch noch. Wär noch interessant zu wissen, wie Herr Hartmann es mit den Sozialabgaben und der KK geregelt hat.

    Die Einen, so scheints mir dürfen sich alles erlauben, vor allem wenn sie gut gepolstert sind.

    Der Inhalt des Artikels selbst zeugt wieder einmal davon, wie verlogen unsere Beamten und Politiker sind.

  18. Sürmel

    Ja in der Schweiz gibt es immer gleichere (solche mit viel Geld oder Migrationshintergrund)


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