1. Juni 2009 von Winkelried
Die deutsche Regierung hatte eine ganz überraschende Aufgabe. Die Politiker mussten beurteilen, welches “Business Modell” für Opel das Beste sei. Entschieden hat man sich dann für das Angebot von Magma. Dieser Konzern soll die GM-Tochter retten und erhält dafür eine “An-”zahlung von 6,5 Mrd. Euro.Rechnet man diesen Betrag auf die 18′000 Angestellten um, zahlt somit der deutsche Steuerzahler pro Arbeitsplatz 500′000 Fr.
Und das war wohl nicht mehr als die erste Rate. Kommt der Konzern abermals in Schwierigkeiten, wird er sicher wieder mit staatlicher Hilfe rechnen können. Welcher Politiker würde sich schon getrauen, die jetzt verbutterten 6,5 Mrd. einfach so abzuschreiben? Faktisch handelt es sich um ein Fass ohne Boden.
Nicht viel anderes geschieht zur Zeit in den USA. Dort saniert der Staat einen Konzern mittels Insolvenzverfahren. Die Idee dahinter ist ebenso gewagt: die Produktion wird halbiert und so wenigstens die Hälfte gerettet.
Ob all diese Rettungsmassnahmen wirklich die Autoindustrie retten, ist fraglich. Autos kann auch die Konkurrenz produzieren. Doch statt dieser eine Chance zu geben, wird der Faulste am Leben erhalten. Sicher ist aber schon heute, dass mit dem Engagement der Regierung von viele weitere Milliarden nachgereicht werden müssen. Doch anders als private Investoren reichen Politiker einfach die Steuergelder ihrer Wähler weiter.
In der Schweiz kommen bei den Linken auch Stimmen auf, der Staat solle Unternehmen retten, wenn auch zur Zeit noch gar kein Rettungsobjekt in Sicht ist. Sündenfälle kennt der Steuerzahler genug: denken wir doch mal an die sinnlos verlochten Mrd. für die Swiss und die 60 Mrd. $ zur Rettung der UBS. Die letzteren sind so gut wie sicher verloren, auch wenn man das natürlich nie zugeben würde.
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Wo sind jetzt diese hoch bezahlten Manager und Grosskonzerne die ja immer von einer freien Marktwirtschaft und globalem Wachstum geredet haben und sich so grossspurig in ihren massgeschneiderten Anzügen präsentierten und uns jedes Jahr von ihrem Erfolgs-Gewinnen erzählt haben?
Jetzt muss der Staat also helfen um Arbeitsplätze zu sichern, vorher haben sie sich einen Dreck um die Sorgen und Nöten der Arbeitnehmer gekümmert.
Eine Firma die nicht in der Zukunft denkt (auch eine AG geführte Firma) und nicht ein Teil ihres Geldes für schlechte Zeiten anlegt und nur kurzfristig denkt, ist auch für die Zukunft nicht gerüstet.
Also ist der Schiffbruch auch hier hausgemacht und sollte auch selber für den Schaden aufkommen, so oder so zahlt immmer die doppelte Zeche der Arbeitnehmer der auch gleichzeitig der Steuerzahler ist.
GM geht ja nicht Konkurs, sondern wechselt einfach den Namen und ist für die Gläubiger nicht mehr erreichbar. So einfach geht das und alle Verpflichtungen wie Pensionskassenleistungen sind weg.
Gut, Deutschland war schon immer hin und her gerissen zwischen Marktwirtschaft und Sozialismus. So gesehen erstaunt da gar nichts. Das Problem ist nur, dass wir in der Schweiz allmählich die gleiche Orientierungslosigkeit haben. Unternehmen müssen ohne Staatshilfe funktionieren können, ansonsten werden sie zur Hypothek für die Allgemeinheit. Zudem wird nur der notwendige Strukturwandel aufgeschoben.
Ich frage mich warum die Menschen glauben ein Anrecht auf ein garantierter Arbeitsplatz zu haben.
Die müssen derart fest daran glauben, das sie zu einer PFZ zustimmten.
Ist einmal der Arbeitsplatz weg, soll der Staat (also die die noch ein Gehalt empfangen) für sie aufkommen.
Das kann nur klappen solange das Verhältnis arbeitende/nichtarbeitende sich in Grenzen hält, gerät diese Balance aus dem Ruder dann gibts Nahrungsbeschaffungskriminalität.
Arbeitsplätze sind nicht eine gegebene Konstante die einfach vorhanden ist, sondern wertvollen Gelegenheiten die man nicht leichtfertig mit dem Arbeitskräfte Überangebot der EU teilen sollte.
Und wenn man das macht, darf man dann auch nicht jammern wenns beim RAV heisst “Sorry, kein Cash mehr”.
@schlechtmensch
du hast Recht, Arbeitsplätze sind keine Konstante, sondern sie hängen von der rechten Wirtschaftspolitik ab, die so alle paar Jahre, wenn sie die Bürger genügend ausgesaugt hat, bachab geht, um sich dann vom Bürger wieder aufpäppeln zu lassen.
“Die Idee dahinter ist ebenso gewagt: die Produktion wird halbiert und so wenigstens die Hälfte gerettet.”
Was soll da gewagt sein? Die Krise in der Automobilindustrie ist auf Überkapazitäten bei der Produktion zurückzuführen. Indem man Teile der Produktionskapazitäten aufgibt reduziert man den Druck auf den Markt und hofft insgeheim, dass irgend ein ausländisches Unternehmen den Rest der Rechnung begleicht (=ebenfalls Bankrott geht und Produktionskapazitäten aufgibt) weil dessen Regierung nicht eingesprungen ist.
“Ob all diese Rettungsmassnahmen wirklich die Autoindustrie retten, ist fraglich. Autos kann auch die Konkurrenz produzieren. Doch statt dieser eine Chance zu geben, wird der Faulste am Leben erhalten. Sicher ist aber schon heute, dass mit dem Engagement der Regierung von viele weitere Milliarden nachgereicht werden müssen. Doch anders als private Investoren reichen Politiker einfach die Steuergelder ihrer Wähler weiter.”
1. Die Rechnung wird nicht nur an die eigenen Wähler weitergegeben, sondern allen Steuerzahlern des betroffenen Landes (wenn die USA Ihre Schulden dann nicht auf Andere abwälzt).
2. Autos kann auch die Konkurrenz produzieren das ist richtig, die kommt dann halt einfach aus Asien oder Osteuropa …
Nicht wirklich. Ein Amerikaner der einen Toyota kauft, der kauft ein Auto das in den USA gebaut wurde von echten Amerikanern
@maurus
“du hast Recht, Arbeitsplätze sind keine Konstante, sondern sie hängen von der rechten Wirtschaftspolitik ab, ”
Ja dann nenne doch Beispiele wie es besser geht.
Der Realsozialismus in Nordkorea hat hingegen nur eine stabile Konstante:
Hunger und Misere, ausser man sei ein strammer Parteisoldat,
genau so wie alle andere linke Länder dieser Welt, selbst wenn sie enorme Bodenschätze haben schaffen es sie IMMER ihre Bürger hungern zu lassen.
Vielleicht befindet sich deine bestens funktionierende linke Republik auf dem Mars und muss erst von uns unwissenden noch entdeckt werden.
Und noch was:
Mäckere nicht über rechte Wirtschaftspolitik, denn jeder Happen den du seit deiner Geburt zu dir genommen hast, kannst du genau dieser Politik verdanken, und schlecht geht es dir ja nicht, denn offenbar hast du Internet, was du in Cuba oder Nordkorea, Venezuela oder Bolivien garantiert nicht hättest.
Also Maurus, spucke doch nicht in dem Teller aus dem du isst, sondern gehe in deine moralisch überlegene Sozialistischen Staaten.
Chavez wird dich persönlich empfangen.
@Maurus:
Wenn sie mir ein rein sozialistisches oder
kommunistisches System nennen können in dem
es den Bürgern nur annähernd so gut geht oder gegangen
ist wie im kapitalistischen Westen,komme ich
einen Monat lang für ihr Zeugs auf das man
Rauchen muss um solchen Unfug abzusondern.
Nicht das sie mich falsch Verstehen,ich bin
auch kein Freund des Kapitalismus.
Aber in der Geschichte sind alle linken Systeme
früher oder später gescheitert.
Und dass mit einer Zahl von Opfern,die selbst
die Faschisten wie Dilettanten Aussehen lässt.
Ganz geil war dieser welcher sagte die Swissair würde ökonomisch abstürzen. So eine Aussage passte den Finanzjongleuren nicht, weshalb man ihn nach linksfaschistischem DDR Beispiel entledigte.
Die Wirtschaft braucht keine Fachleute mehr da sie durch Politker mit Alrounderfähigkeiten ersetzt werden.
Dass dies eine schlechte Idee ist sehen wir andauernd, zur Zeit meinen die im vom Napoleon erbautem Rossstall z`bern, als Parlamentarier habe man automatisch die Fachkenntnisse von Fachärzten.
@schlechtmensch
…Der Realsozialismus in Nordkorea…. ist das nicht eher eine Diktatur?
Das ist etwa so, wie wenn du der katholischen Kirche Kinderliebe nachsagen willst …
rechte Wirtschaftspolitik …hahaha… die Wirtschaft funktioniert nicht nach dem links-rechts-Schema, höchstens deren Nachhaltigkeit. Und dort, wo sie nicht nachhaltig ist, sind immer rechte am werkeln, das siehst du auch am Verlauf der Thur. Da wurde schon hin und her verbaut, bist die Renaturierung auf einmal von den rechte verkauft wurde, Geld ist eben alles.
@Anonym
da bin ich ganz deiner Meinung.
Da steckt aber ein Denkfehler dahinter. Jedes sozialistische oder kommunistische System wurde diktatorisch geführt, die Politik für das Fussvolk war lediglich Mittel zum Zweck, der macht für ein paar Idioten.
Auch Mao hat im kapitalismus gelebt, und er konnte sich kaum sattkriegen an den vielen Kinderlein. Er hätte ebensogut ein katholischer Prieste sein können.
@Maurus:
Vielleicht machen auch sie einen Denkfehler.
Es spielt keine Rolle ob ein System
mit den ansprüchen des kommunismus eine Demokratie
oder Diktatur wäre.
Es hätte in beiden Fällen eine Oberschicht die sich
ausbeuterisch gegenüber der Bevölkerung Verhalten würde.
Wie in allen anderen systemen auch.
Es ist schlicht und einfach so das sich die Ideale des
kommunismus,wie auch immer geartet,in der Praxis
nicht Umsetzen lassen.
Der Mensch ist rein durch seine Evolutionäre Prägung
kein Teiler.Er ist gezwungen für schlechte zeiten
zu Horten.
Das wiederum führt zu unvermeidbaren Ungerechtigkeiten
innerhalb der jeweiligen Gesellschaft.
Das ist das Dilemma weswegen es nie einen Staat,der streng
nach dennn kommunistischen Idealen funktioniert,Geben wird.
Das was mit der UBS getrieben wurde enbehrt sich sogar jeglicher rechtlicher Grundlage. Man ruft den Notstand aus um gegen den Volkswillen zu entscheiden! Sowohl der Staat wie auch die Banken haben hier dem Normalbürger sehr wahrscheinlich zuviel zugetraut. Denn wer zahlt schon gerne Spitzenmanagerlöhne mit seinem sauer verdienten Geld? Es ist einfach interessant wieviel macht Einzelpersonen darunter auch Lobbisten in einer sogenannten Demokratie haben können. Das ganze UBS Debakle hätte man sich sparen können, man hätte die Bank einfach vor die Hunde gehen lassen sollen, ich würde sogar wetten, dass es der Bank noch viel besser ginge als heute. Aber eben die Arroganz und der Missbrauch von Allgemeingut (Steuergeldern) nimmt Formen an, die für ein normaler Mensch nicht mehr akzeptal sind. Sehr wahrscheinlich hätte man das Geld gerad so gut verbrennen können und hätte mehr davon gehabt!
@Anonym
Es ist schlicht und einfach so das sich die Ideale des
kommunismus,wie auch immer geartet,in der Praxis
nicht Umsetzen lassen. …..
da hast du recht, nur ist es mit jedem anderen System auch so, die gegenwärtige Situation beweist es.
@Maurus:
Zum Thema gegenwärtige Situation habe ich vor
kurzem ein passendes Zitat von Mussolini entdeckt:
“Faschismus ist,wenn Staat und Konzerne
miteinander Verschmelzen”
Wer anderer als der Erfinder des Faschismus
sollte ihn besser Definieren können.