27. April 2009 von Crime
Wirtschaftsprofessor schlägt Reiseverbot für Deutsche vor. Max Otte hat die Wirtschaftskrise frühzeitig vorausgesagt. Jetzt legt Otte nach: Er warnt vor Massenarmut, Zeltstädten und explodierenden Sozialausgaben in Deutschland. Seine Idee: Wer noch Geld hat, soll die Kosten der Krise mitbezahlen – und auf Reisen ins Ausland verzichten. Der Wormser Wirtschaftsforscher Max Otte hat in einem Interview mit dem „Berliner Kurier“ ein Reiseverbot für Deutsche vorgeschlagen. Die Belastung der Sozialkassen durch die Wirtschaftskrise sollen diejenigen, die noch Arbeit haben, Otte zufolge durch höhere Abgaben mitbezahlen. Als Geldquelle hat der Professor die Urlaubskassen der Verbraucher ausgemacht: „Wenn die Deutschen 40 Milliarden Euro jedes Jahr durch Reisen im Ausland ausgeben, könnte das durch ein Reiseverbot beschränkt werden“, sagte Otte der Zeitung.
In dem Interview zeichnete der Autor des Buchs „Der Crash kommt“ (2006 erschienen) ein Horrorszenario der verarmten Massen in Deutschland. Er geht davon aus, dass die von den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten vorausgesagten sechs Prozent weniger Wirtschaftsleistungen bis zum Jahr 2011 zu fünf bis sechs Millionen Arbeitslosen führen werden.
Seine Vision: „Suppenküchen, Obdachlose unter den Brücken, Zeltstädte, Reiseverbote und Fahrverbote. Das könnte alles spätestens im Herbst passieren. Salopp gesagt: Dann knallt es wie ein Schlag auf den Deckel“, sagte Otte dem „Berliner Kurier“ weiter. Dies bedeute eine starke Belastung der Sozialkassen. Die Staatshaushalte könnten das auf Dauer weder aus Steuereinnahmen noch durch neue Schulden finanzieren. „Also müssen die Bürger das mitbezahlen“, sagte der Crash-Guru aus Worms. Der deutschen Tourismusbranche käme ein Reiseverbot ins Ausland nicht ungelegen. „Die Branche hofft, dass die Bundesbürger in der Krise auf Fernreisen verzichten und ihren Urlaub vermehrt im eigenen Land verbringen“, sagte kürzlich der Präsident des Deutschen Tourismusverbands und Chef der Schweriner Staatskanzlei, Reinhard Meyer. Ihm zufolge trifft die Krise die Branche ebenfalls. Besonders bei Geschäftsreisenden sei der Rückgang spürbar. In den ersten beiden Monaten 2009 waren 39,8 Millionen Übernachtungen in deutschen Hotels und anderen Unterkünften sowie auf Campingplätzen gezählt worden, 2008 waren es nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes noch 41,8 Millionen Übernachtungen.
Meyer sagte, wegen der Finanzkrise gebe es eine „berechtigte Hoffnung auf neue Zielgruppen“ für Urlaub im Inland. Besonders Familienangebote und der Gesundheitstourismus böten Chancen: „In der Finanzkrise können die Menschen auch für die Zukunft gewonnen werden, die bisher außerhalb Deutschlands Urlaub machten.“ Die Forderung des Tourismusverbands: Die wegen der Rezession aufgelegten Konjunkturprogramme von Bund und Ländern müssten vermehrt einheimischen Anbietern zugute kommen. Deren Potenzial werde immer noch völlig unterschätzt, sagte Meyer und verwies auf rund 2,8 Millionen Arbeitsplätze und geschätzte Bruttoumsätze von rund 212,7 Milliarden Euro in der Branche. Deutsche Tourismusbetriebe müssten nun mit „Service und Qualität“ überzeugen und Marktanteile hinzugewinnen. Den auch auf das internationale Geschäft ausgerichteten Unternehmen in Deutschland macht die mangelnde Fernreise-Lust dagegen jetzt schon zu schaffen. Der zum Arcandor-Konzern gehörende Reiseveranstalter Thomas Cook beispielsweise rechnet erst ab 2010 mit einer Erholung des Reisemarktes. „Nach einem schweren Jahr hellt sich der Reisemarkt wohl ab 2010 auf“, hatte Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vor Ostern gesagt. Die Erholung dürfte dem Manager zufolge in zwei Geschwindigkeiten erfolgen. Wegen der Krise hat sich das Buchungsverhalten von Touristen laut Fontenla-Novoa deutlich hin zu kurzfristigen Buchungen verändert. Es gebe aber auch Unterschiede im Konsumverhalten bei Deutschen und Briten. „Manchen Briten fehlt jetzt schlicht das Geld für Urlaub, weil sie ihren Konsum über Jahre per Kreditkarte auf Pump finanzierten“, sagt er der Zeitung weiter: „Die Deutschen hingegen sind neuerdings offenbar bereit, ihren Urlaub aus Erspartem zu finanzieren, das eigentlich für Notlagen reserviert war.“
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Interessanter Artikel. Ich glaub, ich mach ne Zeltstadt auf – mit Anti-Antifanten-Trainingscamp.
“Wer noch Geld hat, soll die Kosten der Krise mitbezahlen – und auf Reisen ins Ausland verzichten”.
Geschäftsleute und Sportler müssen eine Ausreisegenehmigung beantragen. Ebenfalls wird Verwandtenbesuch im Ausland bewilligungspflichtig. Ein Mauerbau um die BRD wird ebenfalls geprüft, da auf einschlägige Erfahrungswerte zurückgegriffen werden könnte. Somit würde auch die Sehnsucht vieler ostalgischer Deutschen nach alten Zeiten Rechnung getragen. Es lebe der Sozialismus!
Abwraclprämien gehören ebenso zum Thema, und sind ebenso verfehlt.
Auch so wird versucht, dem Bürger und dem Staat die Kohle zugunsten der Wirtschaft aus der Tasche zu ziehen. Die Autobosse ziehen dafür wieder nette Bonis. Das war nicht Idee der Linken.
Ausserdem wurden vermehrt japanische Autos gekauft …
maurus: Richtig, von der Abwrackprämie (Das Wort sollte zum “Wort des Jahres 2009 gekürt werden …) profitiert nicht die deutsche Autoindustrie, sondern die Hersteller von Klein- und Billigwagen wie Dacia oder Mitsubishi.
“Wer noch Geld hat, soll die Kosten der Krise mitbezahlen – und auf Reisen ins Ausland verzichten.”
Da müssen sich Staat, Städte und Gemeinden (in Deutschland “Kommunen” genannt) zuerst selbst an der Nase nehmen! Erst, wenn der Bürger dessen Vorbildfunktion erkennt, wird er entsprechend handeln. Es kann ja nicht angehen, dass der Bürger noch weiter gemolken wird, sich mausarme Städte jedoch den Luxus eines speziellen Jugendtreffs für Schwule und Lesben gönnt (und zugleich deren Ausgrenzung beklagt).
“Seine Idee: Wer noch Geld hat, soll die Kosten der Krise mitbezahlen – und auf Reisen ins Ausland verzichten.”
Ich dachte ich lese nicht mehr richtig, die Krise ist ja nicht meine Krise und ich verzichte wohl eher auf die Solidarität als auf einen Urlaub mit meinem ersparten.
“Die Staatshaushalte könnten das auf Dauer weder aus Steuereinnahmen noch durch neue Schulden finanzieren. ”
Aha, aber man kann Abwarackprämien finazieren, grosse Banken finazieren, der halben Türkei die medizinische Versorgung bezahlen, Subventionen ins Ausland bezahlen, etc.
Interessant auf was für absurde Ideen manche Studierte Menschen kommen, ihre Rechnung geht einfach nicht auf, weil wir Menschen einfach zu dumm sind und das Geld vorher versaufen als es dem Staat in den Rachen zuschmeissen.
“Seine Vision: „Suppenküchen, Obdachlose unter den Brücken, Zeltstädte, Reiseverbote und Fahrverbote. Das könnte alles spätestens im Herbst passieren.”
Wenn ich das lese frage ich mich wo dieser sein Diplom gekauft hat? Studiert hat der niemals, Deutschland wird wohl kaum die Hartz IV Leute auf die Strasse stellen weil dann die Banken und Immobilienunternehmen vor dem Bankrott stünden. Wäre ich als Deutscher in so einer Zeltstadt würde dies Bürgerkrieg bedeuten, den aktzeptieren das Asylanten in feinen Wohnungen leben und ich auf der Strasse würde ich niemals aktzeptieren.
Wie ich von einem kollegen gehört habe, hat z.B. der Safari-Club in Kenia Konkurs angemeldet, wegen drastischem Rückgang der Buchungen.
Die Folge ist dann, dass die westlichen Staaten Gelder nach Afrika verschieben, um noch etwas zu retten. Wo das Geld dann ankommt, ist kaum vorhersehbar, wohl kaum bei denen, die es nötig haben.
Der Wirtschaftsprofessor wird von einem Jahr noch die Globalisierung gelehrt haben, oder die freie Marktwirtschaft.