Die Schweiz aus konservativer Sicht  
Know-how

3. April 2009 von David Frankfurter

Die Deflation gehört zu den Phänomenen, über die die Ökonomen am wenigsten Bescheid wissen. Sie trat in den letzten 70 Jahren nur kurzfristig auf. Eine längere Deflationsphase gab es das letzte Mal 1930-33, doch je weiter zurück diese Erscheinungen liegen, je schwieriger wird ein Vergleich zu heute. Winkelried versucht es trotzdem.

Eine Deflation beginnt wie jede andere Wirtschaftskrise. Die Märkte sind gesättigt, die Produktion geht zurück. Die Händler versuchen, den Umsatz mit Rabatten zu halten. Es beginnt der Preiskampf. Irgendwann kommen neue Produkte auf den Markt und die Krise wird überwunden. Das die Lebenshaltungskosten dann doch nicht sinken, haben wir vor allem dem Vater Staat zu verdanken. Jedesmal, wenn die Preise im Markt fallen, erhöht er munter seine Abgaben. Zugfahren wird teurer, Abfallgebühren steigen, usw. Der Staat frisst bewusst die Preissenkung zu seinem eigenen Vorteil weg. Die Linken nennen das dann “Preisstabilität”.

deflation_phase23Wenn die Krise aber tiefe Ursachen hat – also nicht etwa eine temporäre Marktsättigung – dann kann sich die Konjunktur nicht mehr erholen. Irgendwann wird dann der Hersteller auf seinem Kostenplafon ankommen, wo er die Preise nicht weiter senken kann, ohne selbst Konkurs zu gehen. Damit findet auch die Schnäppchenjagd ein Ende.

Noch schlimmer: auf die geringere Nachfrage folgen höhere Kosten. Der Unternehmer ist nun gezwungen, trotz Rezession seine Preise wieder zu erhöhen. Wir sprechen nun von einer Deflation – dem Alptraum aller Ökonomen.

Wie kann man die Deflation überwinden?

Es gibt nur einen Weg hinaus: die Produktionskosten müssen sinken. Dies kann durch neue Technologien oder durch die Senkung der Rohstoffpreise geschehen. Ersteres ist aber nur möglich, wenn genügend Kapital vorhanden ist, um zu forschen. Doch genau das ist nicht der Fall. Also bleibt nur Variante zwei.

Lieder machen unsere Regierungen genau das Falsche. Sie subventionieren marode Industrie durch die Krise, wissend, dass sie niemals genug Geld haben, diese bis ans Ende durchzufüttern. Mit diesem Subventionen fehlt auch das Geld für die Forschung in neue Technologien, wie z.B. das Elektroauto oder zur Verbesserung der Infrastruktur. Billionen verpuffen.

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  1. Sehr guter Bericht von Winkelried und wie im Moment die Lage aussieht, um den Wirtschafts-Patienten am Leben zu erhalten.

    Aber jeder künstliche Eingriff geht irgendwann zu Ende, sonst droht auch dort der Kollaps.

  2. Redaktion

    Von rechts bis links versucht sich nun jeder Hobby-Ökonom damit zu profilieren, in dem er voraussagt, die Inflation käme. Eine solche Weissagung ist so weise auch nicht, sondern eher eine Platitüdendrescherei. Natürlich werden all jene die können ihre Preise zuerst einmal erhöhen. Das vorherzusehen ist etwa so eloquent, wie zu behaupten, bei einem Tsunami steige das Wasser.

  3. Redaktion

    Huch, das war jetzt Gedankenübertragung … auch der Löpfe im Tagi hat sich um das Thema bemüht. Man beachte aber mal die unterschiedlichen Ansätze unserer Erklärung und die von Löpfe. Hier die Kernaussage:

    Die bösartige Nachfrage-Deflation stellt für die Volkswirtschaft eine gefährliche Krankheit dar. Konsumenten beginnen ihr Verhalten zu ändern: Sie erwarten weitere Preissenkungen und halten sich zurück. Unternehmen investieren nicht mehr, weil die Nachfrage schwächer und Kredite teurer geworden sind. Kumuliert sie die Folgen verheerend. In der Grossen Depression der 30er Jahre sackte das Bruttoinlandprodukt (BIP) einzelner Industriestaaten um rund 40 Prozent ab.

    Löpfe versucht das Deflation mit Erwartungen zu erklären. Das trifft wirtschaftstheoretisch nicht zu, weil die Deflation über Jahre anhält und niemand 10 Jahre auf eine neues Handy wartet, weil er hofft, es billiger zu bekommen. Insofern hat der Löpfe wieder mal was abgeschrieben und nicht begriffen.

    David

  4. Zu diesem Thema wolte ich noch folgendes sagen, wenn man in der Geschichte weit zurück blickt gab es schon damals sehr viele Krisen, aber sie sind nicht vergleichbar und stets anders gelagert, ausser das Jahr 1929.

    Das Einzige, was man daraus schliessen könnte, dass die schlimmsten Krisen aus Amerika ihren Urspung hatten. Diese negativen Entwicklungen führten früher oder später zu kriegerischen Auseinandersetzungen.

  5. maurus

    @Jack
    das wurde von anderen Propheten schon tausendmal gesagt, und alles ist jeweils eingetroffen. Nur nicht zum vorausgesagten Zeitpunkt.
    Du übertriffst sogar Uriella… :-)

  6. @maurus
    In der Geschichte selbst gab es keine tausend Propheten, höchstens du übertreibst wie immer.

    Sorry, wer ist Uriella? Ich kenne nur Rivella, ein feines Getränk, hab mir soeben ein Glas eingeschenkt, Prost!

    Bitte sag doch etwas über dieses Thema, wäre viel besser als uns hier den Maoral-Apostel-Maurus zu geben.

  7. Redaktion

    @Jack Locke
    Die Folge einer Deflation ist nicht zwingendermassen Krieg. Das war weder in Japan in den 90iger Jahren, noch in Argentinien 2001 der Fall. Hingegen war der WWII wohl eine Folge davon.

    Neben dem Phänomen des Krieges gibt es aber noch die innere Destabilisierung. Von hier geht die grösste Gefahr aus: Migranten, Verarmung der Mittelschicht, usw.

  8. @Redaktion, da gebe ich dir Recht, sonst hätten wir ja auch bei einer Inflation usw einen Krieg. Es bezog sich mehr über die Geschichte der Krise und was daraus entstanden ist und könnte.

    Weit von diesen Zielen sind wir ja nicht mehr entfernt, da unsere Mittelschicht immer mehr verarmt und Zuwanderer immer grösser werden und die Destabilisierung wie ein Damm brechen kann.

  9. Fuchs

    Eine verängstigte Bevölkerung ist leichter zu manipulieren.

    Hitler war nur zur rechten Zeit am rechten Ort um die Unsicherheit zu nutzen. Wir sollten schauen, ob wir einen falschen Typen an einem falschen Ort sehen.


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