Die Schweiz aus konservativer Sicht  
Ohne geht es nicht

2. April 2009 von David Frankfurter

Benno ist Diplomat im Dienste des EDA. Eigentlich wundert ihn an der Londoner Konferenz nichts:

  1. Die USA wollen ihre Steueroasen schützen.
  2. Die Europäer wollen die Schweiz trockenlegen. Paradoxerweise sind plötzlich die Amis unsere besten Verbündeten.
  3. Die Amerikaner wollen die traditionelle Stärke ihrer Währung dafür nutzen, sich auf Kosten der Welt wieder aus der Baisse zu ziehen.
  4. Die Industriestaaten wollen 1000 Mrd. in die Konjunktur pumpen, Geld das keiner hat. Die übliche Medienrhetorik.
  5. Usw.

Benno ist studierter Staatswissenschaftler und hinreichend der Wirtschaftswissenschaften mächtig, um zu verstehen, dass Vermögen nur in 5 Formen vorkommt: Geld, Edelmetall, Wertschriften, Mobilien, Immobilien.

Alle Transaktionen dieser Vermögenswerte sind mehr oder weniger vom Staat kontrolliert. Kauft man ein Sachgut, erhält man eine Quittung, kauft man Immobilien, muss man sie im Grundbuch eintragen, erhält man einen Lohn, gibt es einen Lohnausweis.

Dazwischen gibt es noch viele Möglichkeiten, die Deklarationspflicht des Staates und damit eine allfällige Steuerpflicht zu umgehen. Edelmetalle zum Beispiel können fast nicht kontrolliert werden. Mobilien auch nicht, verlieren aber meist schnell an Wert. Auch bei Wertschriften gibt es viele Schlupflöcher.

Wenn nun der Staat aber die totale Kontrolle auf das Geldvermögen ausübt, ist es für Reiche immer weniger attraktiv, sein Vermögen in Geld zu halten. Und was dann geschieht, kann sich Benno auch ausrechnen: es gibt nicht mehr genügend Kapital für Investitionen!

Steueroasen erfüllen in der Wirtschaft nämlich einen wichtigen Zweck. Zwar entziehen sie dem Herkunftsland Steuermittel, doch erlauben sie es gerade diesen Ländern, sich wiederum günstig mit Geld in der Steueroase zu versorgen. Das verhindert steigende Zinsen und damit Inflation im eigenen Land.

Das sind aber nur die unmittelbaren Auswirkungen. Langfristig noch viel schlimmer ist die Reduktion die Liquidität. Wenn immer weniger staatlich „Nötli“ wollen, verlieren damit auch die Staaten selbst an Glaubwürdigkeit und die staatliche Autorität schwindet.

Am Ende der Kette sieht es dann wieder so aus wie im Mittelalter, wo jede Stadt eine eigene Münzpräge hatte. Wenigstens plappert dann keiner mehr was von einer EU.

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  1. Dadurch das man Steuroasen trocken legt, ensteht eine gewisse Kontrolle alla Big Brother.

    Ich glaube nicht das Amerika auf unserer Seite steht, weil die Amis ja die Hauptschuld tragen, es geht vielmehr darum über den Finanzmarkt zu herrschen.

    Dabei ist Deutschland nur ein Mittel zum Zweck und Steinbrück ein Instrument dazu. Ihr Ziel, sie wollen den Finazmarkt selbst steuern und dabei selbst kräftig an Geld verdienen.

    Dabei werden alle anderen Staaten im Würgegriff der USA bleiben, sie werden auch sonst die grossen Verlierer sein im Spiel der freien Marktwirtschaft.

  2. Redaktion

    Ja und Nein.
    Amerika hat mit Delaware eine super Steueroase. Die wirkt aber nur innerhalb der USA selbst und zieht kaum ausländisches Kapital an. Der Tagi hat da ganz schönen Blödsinn zusammengeschrieben.

    Ziel der Absichtserklärung ist die Austrocknung der internationalen Steueroasen.

  3. Bürgermeister Hans Waldmann

    Die geldgeilen Finanzminister wollen bloss dass möglichst viel Geld aus der Schweiz abfliesst und dass ihre Steuerzahler ihre Gelder wieder in der Heimat anlegen.

    Passieren wird aber genau das Gegenteil, findige Spezialisten werden dem vom Fiskus geplagten Schwarzarbeiter,Wirtschaftskriminellen,Drogenhändler helfen ihr Geld in sichere Steueroasen verschieben. Vor allem in Malaysia gibt es gute Möglichkeiten Gelder zu waschen.

    Selbst in Deutschland lassen sich Maffiagelder ohne weiteres waschen was vor allem bei dem Immobilienhandel einfach ist.

  4. maurus

    @Bürgermeister
    “Die geldgeilen Finanzminister wollen bloss dass möglichst viel Geld aus der Schweiz abfliesst und dass ihre Steuerzahler ihre Gelder wieder in der Heimat anlegen.”

    Die Finanzminister haben einen Auftrag! Würde Merz seinen Auftrag erfüllen, würden die Schweizer in der Schweiz ihr Geld versteuern.

    Natürlich gibt es immer Schlupflöcher. Die bekanntesten sind die, welche die Minister selbst gemacht haben!

  5. Thomas

    Das ist reinste linke Schmarotzerei, sich an den Steuereinnahmen anderer Nationen bereichern zu wollen.

  6. Bürgermeister Hans Waldmann

    Um Steinbrücks Forderungen gerecht zu werden dürften Deutsche Staatsangehörige im Ausland kein Vermögen besitzen, Deutsche legen ihr Schwarzgeld besonders gerne in Goldmünzen an. Bei US Bürger ist das ja schon der Fall, reist ein US Bürger mit einem Anlageprospekt aus Übersee in die USA ein macht er sich schon verdächtig ein Steuerbetrüger zu sein. Auf Prospekten der ZKB und UBS wird auch eine Warnung drauf geschrieben “darf nicht in die USA eingeführt werden”

    Das einzig richte wäre dass Vemögenssteuer und Steuer auf Kapitalgewinne, Zinsen usw. international verzichtet würde, schliesslich geht man als Kapitalgeber Risiken ein und gibt Firmen günstiges Kapital zum investieren.
    Leider machen die Fiskalabgaben es für Anleger uninteressant in zukunftsweisende und alternative Sparten zu investieren. Wozu denn wenn der Fiskus von vornherein alles bodigt. Dann halt lieber in Silber/Gold.
    Dazu sollten kurzfristige Spekulationsvehikel und Optionshandel verboten werden und Aktien sollten mindestens 6 Monate gehalten werden müssen.

    Eine Welthandelswärung wäre auch dringend nötig.


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