Die Schweiz aus konservativer Sicht  
Wie der Staat saniert

27. Februar 2009 von McCarthy

Schon kommen die ersten Studien in die Presse, die sagen, die Wirtschaftskrise sei gar nicht so schlimm. Stimmt, bis jetzt ist sie eher eine Finanzkrise als ein Krise der Realwirtschaft. Doch schon jetzt ist der Absturz an der Börse etwa gleich gross wie seinerzeit im Jahr 1929. Auch dort schlug erst zwei Jahre danach die Krise voll auf den Arbeitsmarkt durch. Die Frage ist: Wie kommt man aus der Krise wieder heraus?

Die eleganteste Lösung wäre eine Hochkonjunktur, ein Wirtschaftsboom, das so stark wäre, die gemachten Schulden ohne allzuviel Verzicht zu tilgen. Denkbar wäre eine bahnbrechende Erfindung in der Nanoindustrie oder die Erfindung einer Batterie, die Verbrennungsmotoren in den Schatten stellt. Doch danach sieht es zur Zeit nicht aus.

Ein weiteres Szenario wäre der Preiseinbruch der Rohstoffe und anderer Importgüter. Nehmen wir mal an, der Liter Most kostet 1 Fr., Ferien im Ausland werden spottbillig, usw. Tönt verlockend, ist aber kaum realistisch. Wir geben einen grossen Teil unseres Lohnes für Inlandgüter aus: Versicherungen (inkl. AHV, Pensionskasse, etc.), Miete. Und unsere ausländischen Lieferanten sind letztlich auch unsere Kunden. Der Werkplatz Schweiz würde stillstehen.

Daraus ergibt sich auch gleich das nächste Szenario: die Löhne brechen massiv ein. Die Arbeitskosten in der Schweiz sind im Vergleich zu den umliegenden Ländern fast in allen Branchen horrend. Beispiel Baubranche: zwar verbaut man auch hier Billigtüren aus Polen, der Einbau kostete oft das 20zigfache der Tür selbst.  Die Finanzbranche bekommt diesen Lohndruck schon heute zu spüren, der Handwerker wird folgen. 

Doch noch immer bleibt die Frage unbeantwortet, wie die Staaten ihre horrende Neuverschulung abbauen. Da gibt es folgende Varianten: mehr Steuern, weniger staatliche Leistungen und/oder Inflation. Wahrscheinlich werden wir alle drei Varianten zu spüren bekommen.  

Inflation – Gewinner und Verlierer

Ökonomen prognostizieren bereits Werte von ca. 10%. Wer aber wird davon profitieren? Ein Jurist erklärte die “intelligenteste” Verhalten folgendermassen: Man manche ordentlich Schulden und sobald die Teuerung zu steigen beginnt, mache man Privatkonkurs. Nach etwa 10 Jahren, wenn die Währung nur noch ein Bruchteil wert ist, kaufe man die Schuldscheine zurück (wenn überhaupt).

Einer, der so ein Vermögen machte, war im Jahr 1922 Hannes Stinnes. Er nahm Kredite auf, kaufte sich eine Wirtschaftsimperium zusammen und zahlte in billiger Mark später zurück.

Der Hauptprofiteur aber ist der Staat. Er kann sich so seiner Schulden entledigen – und das wird er tun.

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  1. Karin

    Es ist immer die Frage in welcher Währung die Inflation statt findet.
    Ich gehe mal vom Schweizer franken aus, würde deine Hyperinflation passieren wären deine Pensionskassengelder weg, die AHV würde aller Gelder verlieren und das heisst dann auf die neue Währung drückt das, dass volle demographische Problem mit voller Wucht zuschlägt. In zahlen heisst das etwa das zwei Erwerbstätige ein Rentner gegenüber stehen dem man in heutiger Währung minimum 3000Franken bezahlen muss. Hinzu kommt eine Protzentual immer weniger arbeitende Bevölkerung die auch ernährt werden muss. Der Schaden für den Schweizer Franken wäre imens, der Gedanke an sicherern Hafen wäre ruiniert.
    1936 wurde der Schweizer Franken schon mal abgewerte, ich glaube um 35% protzent.

    Ich persönlich glaube nicht an den Kollaps unserer Währung und es ist auch klar das man Abstriche machen muss im Wohlstand. Die gute Zeit ist nun erstmal vorbei, vorallem jene die auf Kredit statt Arbeit gelebt haben. Den Wohlstand könnten wir problemlos wieder haben, wir geben einfach allen Geld und Kredite soviel sie wollen, dann müssen die armen nicht von der Arbeit leben. Und das mit den Polen finde ich nicht Stichhaltig nur weil die billig arbeiten müssen wir das noch lange nicht. Verdient ein Arbeiter bei uns 30Fr. kostet er in Wahrheit 45Fr., der Faktor 1.5, würden wir Schweizer nur noch ein Butterbrot verdienen, so würden alle Berechnungen von Versicherungen, Verkäufern etc. zusammenbrechen. Solange das Sozialamt etwa 2500-3000Franken zahlt gehe ich nicht für weniger als 4000Fr. arbeiten.

  2. Karin

    Persönlich glaube ich auch an massive Steuererhöhungen und dies weil die Mathematiker bis an Kreditlimit gingen und diese Berechnungen nun bei sinkenden Einnahmen wegbrechen. Dem muss der Staat kontern mit höheren Steuern.

  3. Redaktion

    Steuererhöhungen haben bereits begonnen —> wo es nicht möglich ist, wird der Staat einfach seine Leistungen ausdünnen. Dann gibt es Nachts weniger Züge z.B. usw.

    Der Schweizer Franken wird vorerst noch steigen, weil die Ausländern ihre hier aufgenommenen Kredite zurückbezahlen müssen. Nachher wertet der Franken aber synchron mit den andern fröhlich ab. Wann das sein wird, steht heute in den Zeitungen: Roth tritt auf Ende Jahr zurück – Warum wohl?

  4. Fuchs

    Wer Claudia “Fatima“ Roth von den Grünen?

    Eigentlich ja gut aber Freude will bei mir nicht so recht herrschen. Die EU hat letztes Jahr eine “Beobachtungsstelle” für innere Unruhen geschaffen.

  5. Knurri Murri

    >>Der Hauptprofiteur aber ist der Staat. Er kann sich so seiner Schulden entledigen – und das wird er tun.

    Die klassische Methode. Der Bürger wird durch Geldentwertung um die Kaufkraft seiner Ersparnisse gebracht und seine privaten Schulden werden fällig gestellt, bevor er sich mit entwertetem Geld freikaufen kann. Wer keine Realwerte besitzt, wird ganz von vorne beginnen müssen.

    In einem Extrem-Szenario wird man sich für seine x-tausend zusammengesparten Fränkli vielleicht dereinst dann gerade noch die wegen des bis dahin stark abgekühlten gesellschaftlichen Klimas dringend benötigte warme Jacke kaufen können.

    Hugo Stinnes, der Hyperinflations-Papst mit Weitblick, der die zur richtigen Zeit mit Krediten in höherwertigem Geld zusammengekauften Realwerte mit entwertetem Geld zurückzahlte, konnte sich seiner Reichtümer übrigens nicht mehr lange erfreuen, seine bemerkenswerte Geschichte hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Stinnes

    @Karin
    >>Den Wohlstand könnten wir problemlos wieder haben, wir geben einfach allen Geld und Kredite soviel sie wollen, dann müssen die armen nicht von der Arbeit leben

    Sorry, aber eine Geldschöpfung, welcher keine Wertschöpfung in der Realwirtschaft gegenübersteht, führt zur Inflation der Währung. Konsum ohne dahinter stehende Wirtschaftsleistung bringt die hohen Staatsverschuldungen. Das hat man doch jetzt jahrelang praktiziert?

  6. R. B.

    Jeder streicht sein Häuschen selbst
    Bei aversen Rahmenbedingungen wird die Schwarzarbeit massiv ausgeweitet. Es wird aber auch ganz legal mehr selbst gemacht und weniger extern eingekauft.

    Wanderndes Vermögen
    Dank des heutigen Wissen, wird das Vermögen irgendwo auf der Welt versteckt. Ein (kleines) Land wird sicherlich gerne behilflich sein (Singapur?).

    50% der Deutschen in der Schweiz
    Die Migrationsströme werden sich ausweiten und dorthin ziehen wo die Rahmenbedingungen besser sind. Länder werden sich isolieren (keine Personenfreizügigkeit) oder die Rahmenbedingungen so verschlechtern, dass sie nicht überrollt werden. Man stelle sich vor wie es aussehen würde, wenn 50% der Deutschen auf einmal in die Schweiz wollen.

    Slumdog Millionaire
    Wie in allen Krisen werden die echten Ärmsten und am wenigsten Leistungsfähigen es am härtesten zu spüren bekommen.

    Mob
    Es wird immer mehr Einwohner geben, die nichts zu verlieren haben und nicht durch Luxus-Sozialleistungen ruhig gestellt werden können. Diese werden für dauernde Unruhen sorgen.

  7. Oxyartes

    “Ein weiteres Szenario wäre der Preiseinbruch der Rohstoffe und anderer Importgüter”

    Das ist doch gerade passiert? Erdöl von 140 auf 40, Aluminium von 3500.- auf 1300.- etc.

    Wie auch immer, ich denke wir haben noch “Speck” in der Schweiz, d.h. Sparpotential.

    - Für den Staat: Nicht mehr von allem das Teuerste kaufen. Keine Designer-Abfallkübel aus Edelstahl mehr kaufen, nur so als kleines Beispiel.

    - Bekämpfung der Hochpreisinsel Schweiz. Wieso kostet in der CH immer alles so viel mehr als im Ausland?

    - Irgendwelche dubiosen Milliardenzahlungen an die EU einstellen

    - Gleichstellungsbüros aufheben

    - SF DRS samt und sonders streichen, Radio DRS2 streichen

    - Am letzen Tag von SF DRS kommt ein Tag lang die Meldung: Eure Regel- und Kontrollwut in der Schweiz kostet Geld!!

    - Wieso muss z.B. neuerdings der Kanton ZH jeden Hund auf seine Rasse prüfen? Denkt IHR IDOTEN VON STIMMBUERGER (nicht ihr Winki-Leser) das kostet nichts?

    - Neurotische pathologische Kontrollzwänge wie Hundehalterprüfung, Fischereiprüfung, Abgaskontrollen von Motorrädern etc. streichen

    - Linke kranke Bauprojekte wie den Rückbau von Strassen stoppen

    - Sozialwesen: Keine 6000.-/Monat mehr für “Sozial”fälle, wie unter M. Stocker in ZH

    - 80% der “Invaliden” in der Schweiz haben ein “Gebrechen”, das sich nicht objektiv nachweisen lässt (Quelle: Weltwoche). Ob man da nicht ein bisschen sparen könnte??

    - Ersatzloses Streichen des Asylwesens. Die Hälfte der Ersparnisse direkt nach Afrika schicken

    - Ersatzloses Streichen der Klimaforschung. Jegliche CO2-Verhinderungspolitik streichen. Streichen von Gender-Forschung

    etc. etc. Es gibt wahrscheinlich 10000000 Vorschriften und Gesetze, die die Wirtschaft blockieren

  8. Beim Bild, wo einem so eine wild gewordene Stierherde entgegen kommt, ist es immer sehr schwer abzusehen wie es ausgehen könnte.

    Unsere sogenannten Wirtschafts-Gurus suchen verzweifelt nach Lösungen, da sie natürlich auch keine Propheten sind und eine solche Krise noch nie erlebt haben, ausser unsere ältere Generation, die uns an Erfahrung weit voraus ist.

    Eine Finanzkrise / Wirtschaftskrise in diesem Ausmass. kann gar noch nicht abgeschätzt werden, auch wenn sie Behaupten es sei nur eine kurze Phase unserer Realwirtschaft, den die Folgen von:
    hohe Arbeitslosigkeit
    tiefe Löhne, Lohneinbruch u. Einbusse
    hohe Verschuldung des Staates
    leere Pensionskassen AHV u. IV
    hohe Inflation

    Solche Dinge können einen Staat in den Ruin führen, was daraus entsteht ist uns auch allen klar:
    starke Unruhen
    grosse Unzufriedenheit
    sehr hohe Kriminalität

    Wir stehen erst an der Schwelle der Krise und jeder macht sich darüber Gedanken, wie es wohl enden könnte?
    Auf jedenfall, war die Krise im Jahre 1929 kein Zuckerschlecken, es war der Anfang des zweiten Weltkrieges und wie dieser Krieg ausgesehen hat wissen wir.

  9. Karin

    “Wie auch immer, ich denke wir haben noch “Speck” in der Schweiz, d.h. Sparpotential.”

    @Oxyartes
    Wie wahr, wieviele Menschen leben von unseren Steuerngeldern. Würde dieses System nicht mehr funktionieren, wovon würden sie leben?
    5% beziehen IV
    4% sind Arbeitslos
    6% sind Sozialfälle
    xx protzent arbeiten beim Staat
    etc.

  10. maurus

    @Karin
    Ich kenne einige, die schuldlos arbeitslos geworden sind, mein Cousin z.B. mit 62, weil Sulzer Rüti geschlossen.
    Er sucht nen Job ….

    Übrigens ist wird die Arbeitslosen nicht vom Staat bezahlt …oder doch?
    Falls du mir glaubhaft sagen kannst, wie der Staat ohne Angestellte funktionieren kann, dann mach nen Vorschlag. Immerhin gehen deine Kinder in staatliche Schule, warum nicht in die Privatschule? Warum hast Du keine eigene Strasse?

  11. Karin

    “Falls du mir glaubhaft sagen kannst, wie der Staat ohne Angestellte funktionieren kann, dann mach nen Vorschlag. ”

    Das ist mir klat, das ohne Angestellte nichts geht. Nur bei jedem Amt könntest du die Belegschaft um Minimum 30% reduzieren. Egal in welches Amt du hingest du siehst sie immer fröhlich plaudern.
    Aber mir ging es eigentlich darum, das all diese Leute von unseren (Meinen) Steuergeldern leben, wenn wir schon Horrorszenarien wie Weltuntergang malen. Dann frage ich mich wovon sollen die mal leben wenn ich keine Steuern mehr abliefere.

  12. Karin

    Neuste Steuererhöhung meine Freundin muss 100Fr. im Jahr Feuerwehrsteuer bezahlen in Prilly (VD). Wurde neu eingeführt.

  13. Karin

    Für 100Fr. würde ich am liebsten auf die Feuerwehr verzichten, was will den in einer Modernen Wohnung noch brennen??

    Gerne würde mich mal wundernehmen für was ich Steuern bezahle?? Eingentlich zahlt man Steuern nach Verursacherprinzip, nur was rechtfertig noch die Gemeinde Steuern??? Ich verursache ja nichts.

  14. Karin

    Staatsbankrott Schweiz???? Offenbar hat der Bund noch Geld um Villen zukaufen in noblen Vororten von Paris für 4Millionen Franken. Da kommt einem wirklich das Kotzen.

    http://www.nzz.ch/nachrichten/.....17720.html

  15. maurus

    @Karin
    überall könnten 30% abgebaut werden, wenn nur die Bürokratie weg wäre, und die gibts auch im Einmannbetrieb.

    bist du so naiv, oder hast du keine Möbel, die brennen könnten?
    Wenn dein Papierkorb brennt, dann zahlt ihn zwar die Mobiliarversicherung, die Zimmerrenovation aber nicht!
    Mensch, schweig, statt Schrott zu schreiben.

  16. maurus

    @Karin
    dann kotz mal, vielleicht wird dir besser.

  17. Karin

    “bist du so naiv, oder hast du keine Möbel, die brennen könnten?
    Wenn dein Papierkorb brennt, dann zahlt ihn zwar die Mobiliarversicherung, die Zimmerrenovation aber nicht!
    Mensch, schweig, statt Schrott zu schreiben”

    @Naja Schlaumeier Maurus die Feuerversicherung zahlt auch die Renovation der Wohnung, die Feuerwehrsteuer hat wohl effektiv nix damit zu tun. So kleine Feuer kann man selber lösen, ich wäre bereit das Risiko zu tragen und dafür 100Fr. im Jahr zusparen. Wenn man schon nach verursacher prinzip zahlt sollte man auch die Möglichkeit haben zu wählen ob man die entsprechende Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte.

  18. Berner Bär

    @Karin:
    “Für 100Fr. würde ich am liebsten auf die Feuerwehr verzichten, was will den in einer Modernen Wohnung noch brennen??”
    Das ist eine äusserst debile Aussage! Schauen Sie sich mal in ihrer Wohnung um, wo sie etwas finden, das nicht unbedingt in Verbindung mit Feuer kommen sollte! Viele der modernen Werkstoffe sind nicht unbedenklich. Zudem kommt es immer auf den Flammpunkt an.

    Wenn dann ein Feuerereignis eingetroffen ist, so gehe ich davon aus, dass sie danach eine völlig andere Meinung haben, denn eine Versicherung zickt bekanntlich, wo sie kann!

    Ich bin zwar relativ oft mit Ihnen einverstanden, doch hier kann ich nur den Kopf schütteln …

  19. maurus

    @Karin
    ich weiss zwar nicht, was du unter Feuerversicherung verstehst, ich versichere das Feuer jedenfalls nicht.
    Im Kt. Zürich unterscheiden wir zwischen Mobiliar und Gebäude.
    In der Gebäudeversicherung ist auch die Feuerwehr”steuer” inbegriffen.
    240.- pro Jahr für mein Haus.

    Wäre interessant zu wissen, was in den besagten Fr.100.- pro Monat drin ist. Verrate es uns.


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