11. Februar 2009 von Kulturbereicherer
Heute stellte die SVP die Forderung, dass Banken, die Dank öffentlicher Steuergelder am Leben erhalten werden, eine vergleichbare Lohnstruktur erhalten wie der Bund.
Der Bund hat de facto eine Staatsgarantie für diese Betriebe übernommen, daher hat er darauf hinzuwirken, dass die Salärstrukturen des obersten Managements dieser Unternehmen denjenigen von Regiebetrieben des Bundes oder der Nationalbank anzupassen sind.
Hans Kaufmann, ebenfalls SVP, lehnte diese Forderung kategorisch ab. Er meinte, dass der Staat sich nicht in die Tarifautonomie der Banken einmischen sollte.
Des weiteren stellte die SVP folgende Forderung:
Der Bund hat de facto eine Staatsgarantie für diese Betriebe übernommen, daher hat er darauf hinzuwirken, dass die Salärstrukturen des obersten Managements dieser Unternehmen denjenigen von Regiebetrieben des Bundes oder der Nationalbank anzupassen sind.
Hier steht klar die liberale Haltung von Kaufmann einer konservativen Haltung gegenüber. Kaufmann stellt die Freiheit der Bank über die Sicherheit des Landes. Wenn es sich um zwei Bäcker handelt, kann man das sehr wohl verstehen. Hier handelt es sich aber nicht um Kleingewerbe, sondern um ein Gebilde, dass die ganze Eidgenossenschaft ins Verderben ziehen könnte. Die liberale Haltung von Kaufmann ist hier falsch.
Al Bundy in Aktion
Die Frage ist nur, ob sich der Staat auch in die Lohnstrukturen einmischen sollte? Dies ist zu bejahen, weil die Banker noch überhaupt nichts aus dieser Tragödie gelernt haben. Hierzu ein Beispiel:
Heute wollte ein Bekannter ein Firmenkonto bei einer schweizerischen Grossbank eröffnen. Er hatte sich ein Class-A-Motorhome in den USA gekauft. Dort gründete er zudem eine Firma, welche die Eigentümerin des Motorhomes ist. So kann er das Fahrzeug in den USA inmatrikulieren und spart sich etwa eine 100000 Fr. Schickane der schweizerischen Motorfahrzeugkontrolle. Für kleinere Reparaturen, Versicherungen, etc. wollte er dann ein Konto bei der CS einrichten mit ca. 30000 Fr.
Die erforderlichen Dokumente dazu hatte er bei sich. Welche das waren, hatte er vorgängig am Hauptsitz abgeklärt. Also stellte er sich in einer CS-Filale hinter Portugiesen, Albaner und Arbeitslosen an und wartete, bis er an der Reihe war. Als er ein Geschäftskonto eröffnen wollte, schien das Fräulein vollkommen überfordert und orderte einen jungdynamischen Manager daher. Der gab sich dann gleich als Ökonom aus, bei näherem hinsehen war er Betriebsökonom, Qualifikation, die er sich in einem Abendkürsli angeeignet hat. Ob er in einem früheren Leben Getränke ausfuhr oder Al Bundy beim Vögele war, getraute er sich dann nicht mehr zu fragen.
Dieser Jungdynamiker schlug dann sogleich vor, dass Motorhome an eine Schweizer Firma zu verleasen, um so die Leasingebühren steuerlich irgendwie wieder abzusetzen. Der Bekannte versuchte dann dem Manager klar zu machen, dass er eigentlich nur ein Konto will … vergeblich, schon kann der zweite “Optimierungsvorschlag”. Er wollte einfach nicht begreifen, dass hier jemand ein hunds-kommunes Konto will und keine Finanzakrobatik. Als er ihn dann doch dazu überreden konnte, zuerst mal ein Konto zu eröffnen, verlangte er plötzlich ein Dokument, das es gar nicht gab. Der hatte schlichtweg nicht die geringste Ahnung.
Entgeistert verliess der Bekannte die Bank. Verstanden hatte er zumindest eines: die SVP hat Recht.
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endlich ein guter Vorschlag.
Dass hans Kaufmann dagegen ist, ist wohl klar. Das ist zwar ein kleiner Fisch genannt “Finanzexperte”, aber ein Taugenichts. Swissfirst, und einige PK’s wissen, wovon sie sprechen, wenn er sie beraten hat.
Würde man Al Bundy neu auflegen, wäre er Banker und nicht mehr Schuhverkäufer.
Die Szene in der Bank kommt mir bekannt vor: Kaum am Schalter, will einem die Frau schon irgend ein Konto mit 0,125% mehr Zinsen aufschwatzen. Meistens gelingt das Abwimmeln mit der Antwort “Geben Sie mir bitte die Unterlagen, damit ich diese zuhause in Ruhe studieren kann!” Meistens stellt sich dann beim Durlesen heraus, dass die Konditionen absolut nicht der Riesenbrüller sind.
Wie lange gibt Winkelried den linken Tages-Zeitungen seine Plattform noch zur Verfügung?
Wenn wir informiert sein wollen, so ist es nicht durch den roten Tages-Anzeiger etc.
Es wäre an der Zeit, dass Winkelried zu seiner ehemaligen Version zurück kehrt.
Ich glaube die Bankangestellten können auch für 1-500′000Fr. Arbeiten wie jeder Mensch in unserem Land. Die Banken sind Pleite und betteln um Kohle wenn sich der Staat nicht einmischen soll, dann müssen sie aber auch ohne Staat auskommen und sich dem freien Markt stellen.
@ B.
Winkelried versteht sich als konservative Plattform. Der Konservatismus beinhaltet auch eine starke soziale Komponente. Wir teilen hier die Auffassung, dass jedes Individuum auch eine Verantwortung gegenüber anderen hat und nicht bedingungslos seine Interessen in den Vordergrund stellen darf.
Bei den Banken sehen wir tatsächlich Handlungsbedarf. Dort wird viel zu viel für zuwenig Qualität und Kompetenz bezahlt. Es geht nicht an, dass ein ETH Ingenieur 120 000 Fr. verdient, ein umgeschulter Kundenberater ebenfalls. Das stimmt einfach nicht.
@Redaktion
Die Qualität und Kompetenz kann sich der Kunde auswählen. Das bedauerliche ist, dass fast kein Wettbewerb zwischen den Banken und Versicherungen stattfindet. Dies gilt insbesondere bei der 2. und 3. Säule.
@R.B.
Das ist ein Detail …
Ich gebe Dir hier mal ein anderes Beispiel. Verlange mal als Kleinunternehmer einen Kredit bei der Bank. Schau Dir dann mal an, was Dir die für Auflagen machen. Da sind Salärbestimmungen gerade noch lächerlich dagegen.
Und das ist auch die neue Abzockschiene der Banken. Zur Zeit versuchen die jedem KMU’ler er aufgrund der Krise Schwierigkeiten hat, einen Kredit anzudrehen. Als Sicherheit muss dann eine Immobile, z.B. sein Haus herhalten. wenn er den Kredit nicht zurückzahlen kann, hat die Bank noch ein Haus dazu. Das ist eine ganz miese Tour.
Apropos miese Tour: nicht einmal in der Versicherungsbranche sind die AGB’s derart juristisch verwoben, dass eine Gegenüberstellung / Evaluation im Falle eines Missbrauchs (bspw.) nicht einmal verständlich rüberkommt. Der Basler Fall mit Trickbetrug bestätigt dies auf’s Neue.
Dass man auch immer wieder inkompetente und schlecht situierte Mitarbeiter in Banken antrifft, die vorher Gärtner oder Mister Ostschweiz waren, aber von der Finanzwelt einen heiligen Scheiss verstehen, ist ebenfalls nichts Neues…
Und das meint Blocher:
Hier teile auch ich die Meinung der Redaktion, obwohl ich gar kein Anhänger von staatlichen Eingriffen bin. Was Staatswirtschaft in Reinkultur bedeutet, hat der Zusammenbruch des Ostblockes zur Genüge gezeigt. Aber wenn der Staat sich an einem Unternehmen massgeblich beteiligt, um es über Wasser zu halten, dann soll der Staat auch angemessen mitbestimmen können. Er muss ja nicht Greenhorn-Politiker hiefür delegieren, sondern fähige Leute, die etwas vom Banking verstehen, zum Beispiel aus der Nationalbank oder aus dem Finanzdepartement (Siegentaler)
Bei der UBS vertrete ich auch die Ansicht, dass die Löhne auf vertretbare Dimensionen zurückzustutzen sind. Auch Boni oder Gratifikationen sind bei negativen Ergebnissen grundsätzlich nicht vertretbar. Man muss allerdings sehen, dass sich eine Bank diesbezüglich in einer Zwickmühle befindet. Bei Anlageberatern ist es seit vielen Jahren in der gesamten Bankenwelt üblich, dass neben dem Fixsalär ein massgebender Teil als “Bonus” aufgrund der für die Bank aus dem ertragsfähigen Gesamtdepotwert der verwalteten Kundenvermögen erzielten Erträgnisse ausgerichtet wird. Diese Zahl wird im Zeitalter des Computers auf den Frank genau ausgespuckt. Naturgemäss sind sehr viele Kunden speziell bei langjährigen Beziehen und Senior-Anlageratern viel mehr personenbezogen als bankbezogen orientiert. Mit andern Worten, wenn der Anlageberater die Bank verlässt und zu einer andern Bank wechselt, nimmt er bedeutende Teile seiner Kunden mit. Die neue Bank bezahlt in aller Regel noch für mitgebrachte Kundenvermögen. Wenn eine Bank bei solchen Anlageberatern nur noch den Fixlohn bezahlt, läuft sie grosse Gefahr, dass speziell die erfolgreichen Seniorberater zu einem andern Institut wechseln, wo ein Bonus ausgerichtet wird und mit diesen Beratern Milliarden abwandern. Die heute ausgerichteten Bonusteile bei erfolgreichen Beratern sind meist höher als die Fixsaläre. Konkreter Fall: Senior-Anlageberater im Range eines Vizedirektors: Bisheriges Grundsalär: Fr. 170′000, Bonus in den letzten Jahren aufgrund erzielter Erträge: Min. Fr. 100′000 bis max. Fr. 200′000 je nach Jahr.
Wieviele solcher Berater kann eine Bank noch bei der Stange halten, wenn sie nur noch den Fixlohn ausrichtet? Solche Berater haben alles andere denn Mühe, bei einer andern Bank einen gleichartigen Job zu bekommen und zwar mit aushandelbarem Bonussystem. Im Gegenteil, die Leute werden umworben, insbesondere, wenn sie noch viele ihrer bisher betreuten Kunden mitbringen. So einfach ist es aus Sicht einer Bank keinesfalls, Boni einfach nicht mehr auszurichten oder abzuschaffen. Das ganze würde erst dann einigermassen funktionieren, wenn alle Banken Boni-Systeme abschaffen würden.
@Oeko-Clown
Wirklich komisch ist, dass ich niemanden kenne, der wegen seinem Super-Anlageberater, die Bank wechselt hat. Die meisten Kunden wechseln die Bank, wenn die Konditionen oder die Leistung nicht stimmen oder aus ethischen Gründen.
In der nächsten Zeit sind die meisten frisch gerupften Bankkunden nicht besonders gut zu sprechen auf ihre Anlageberater, welche einen grossen Teil Ihres Vermögen in den Sand gesteckt haben und noch dafür Verwaltungsgebühren wollen. Daher ist eine Abwanderung der Gelder natürlich, aber sicher nicht zur neuen Bank des Anlageberaters.
In Zukunft werden sogar reiche Anlageberater, sich arm kleiden, einen Mittelklasswagen fahren und jeden Golfplatz meiden, damit sie nicht in der Kaste der Abzocker eingeordnet werden. Und dann brauchen sie auch nicht mehr soviel Geld in welcher Form auch immer.
@Redaktion
Meine Personengesellschaft ist seit 22 Jahren nicht kreditwürdig. Ich habe es nicht mal bis zu den Kreditkonditionen geschafft. Entweder war der Kreditrahmen zu klein für sie oder ich hatte zu wenig Angestellte.
Ohne Verpfändung kein Kredit, das war für kleinere KMU’s schon immer so in der Schweiz. Interessanterweise haben die gleichen Banken aber zu 100% ungesicherte Hypotheken an amerikanische Sozialempfänger abgegeben.
Die Löhne der Banker gehören solange staatlich begrenzt, wie der Staat Gelder einschiesst oder Garantien explizit oder implizit übernimmt. Leider hat dies BR Widmer-Schlumpf bei der Vertragsaushandlung mit der UBS schlichtwegs verschlafen.
Es liegt nun an den Banken sich so umzustrukturieren, dass der Staat keine Risiken mehr eingehen muss. Da waren die damaligen Ideen dazu von Alt-BR Blocher gar nicht so schlecht.
@R.B.
Mag sein, dass sich die Zeiten wegen der allgemein schlechten Börsenentwicklung etwas geändert haben. Meine Erkenntnisse basieren auf der Vergangenheit und da war es so, wie ich es beschrieben habe. Natürlich gilt das nicht für alle Anlageberater. Es gibt solche und solche. Aber es war schon üblich, dass abgewanderte, gut qualifizierte Berater meist einen mehr oder weniger grossen Teil ihrer Kundschaft mitnahmen, meist die lukrativsten, dh. die Kunden mit den grössten Vermögen. Ich mag mich noch gut erinnern, als ein neuer Chef im Range eines GD oberster Chef der Vermögensverwaltung wurde und anfing, ganz andere, bei den Unterstellten gar nicht beliebte Weichen zu stellen. Innert kurzer Zeit kündigten etliche Profi-Berater und wechselten zur Konkurrenz und nahmen einige Milliarden von Kundenvermögen mit, was bei der neuen Arbeigeberin natürlich noch zusätzlich happig honoriert wurde. Ich persönlich erachte das Risiko der Abwanderung namhafter Kundengelder bei solchen Abgängen von Beratern nach wie vor als nicht unerheblich.
@Oeko-Clown
Die Bank Julius Bär hatte sich in den vergangenen Jahren darauf spezialisiert abtrünnige Beraterteams aufzunehmen.
Wenn man genauer hinhörte, so waren eher die Kunden unzufrieden mit den Bankleistungen. Oft waren neue Ideen oder Vorgaben der Vorgesetzten bzw. schlechte Performance der Hausfonds die Ursache der Kundenunzufriedenheit, so sicherlich auch bei Deinem Beispiel. Meistens war die neue Vorgabe ein noch radikaleres Melken der Kunden. Da haben sich die Beraterteams lieber gleich mit den Kunden abgesetzt.
Die Banken honorieren heute die neuen Kundengelder nicht mehr so wie früher, denn die Kundengelder geben nicht mehr so viel Gewinn ab. Dies weil die Kunden nicht mehr so viel in die für die Banken hochprofitablen Derivaten und Fonds investieren.
Ich gehe davon aus, dass erfolgreiche Vermögensverwalter sich selbständig machen und mit einer oder mehreren Banken zusammenarbeiten werden (Kickbacks), dies analog zur heutigen Struktur bei den Versicherungen.
@R.B.
Es gibt natürlich alle Varianten. Du hast sicher Recht, dass es heute kaum zufriedene Kunden gibt, die ihre Vermögen bei Banken angelegt hatten, dürften doch deren Vermögenswerte mehr oder weniger arg geschrumpft sein. Wer ist da schon zufrieden. Von dieser Warte her betrachtet, sind die Beziehungen zwischen Kunde und Berater auch eher getrübt denn euphorisch und die Gefahr, dass ein Kunde dem Berater einfach folgt, wird um einiges geringer sein. Anders als in guten Börsenzeiten, wo der Berater Kundenvermögen um 10 % jährlich und mehr kontinuierlich vermehrte. Ob sich die heutigen Verhältnisse ziemlich grundlegend geändert haben, kann ich nicht beurteilen, da ich schon zu lange von der Praxis weg bin. Die Tendenz zum selbständig machen solcher Vermögensberater/Verwalter besteht schon seit einigen Jahren. Aber auch die kochten nur mit Wasser und haben mit den Kunden mehr Aerger als Freude bekommen. Aber auch dann, wenn sich einer selbständig macht und die Werte grundsätzlich bei der Bank bleiben, geht natürlich ein nicht ganz unerheblicher Teil des Ertrages neu an den neu externen Berater als Kommission/Kickback, der vorher bei der Bank voll kassiert wurde.
Aber wie gesagt, ich masse mir nicht an, heute ein verlässliches Urteil darüber abgeben zu können, wieweit heutzutage Anlageberater mit Kundenabwanderung noch erfolgreich Druck auf den Arbeitgeber ausüben können. Ich hatte noch Einblick in dieses Geschäft in guten Zeiten, wo Kundenabwanderung durch austretende Vermögensberater bei Banken durchaus ein Thema war, bei dem es um viel Geld ging.
Ich kan euch hier nur alle recht geben, bei den Banken ist es so, wenn es dir gut geht, geben sie dir einen Sonnenschirm, wenn es dir schlecht geht, lassen sie dich im Regen stehen.
Und genau das gleiche hätte unsere Regierung auch machen sollen, eine Bank die nicht mehr auf ihren eigenen Füssen stehen kann ist am Ende!
Die Swissair und andere CH-Firmen lassen da schön grüssen.