Die Schweiz aus konservativer Sicht  
Bilaterale

22. Januar 2009 von mauluege

Erstaunliches ist im Blick zu lesen. Die drei Bundesrätinnen standen im Blickchat zur Verfügung und redeten Sachen, die diametral zur Wahrheit und der momentanen Situation stehen.  

Wir decken die Angstmacherei und gleichzeitig die Besänftigungsversuche der drei Bundesrätinnen auf. Man muss befürchten, dass es den drei Frauen gar nicht um die tatsächliche Situation geht, sondern um ihre eigene Courage vor Brüssel. Der Angst, Brüssel erzählen zu müssen, dass die Schweizer keine Personenfreizügigkeit möchten resp. Bulgarien und Rumänien den Zutritt zum schweizerischen Arbeitsmarkt verwehren wollen. Hier ein Auszug aus dem Chät: 

Ajdini Cengiz, Hombrechtikon: Wie stellen Sie sich das mit der Zuwanderung und den von den Grossunternehmen bevorzugten Billig-Arbeitern vor? Einer Landsmann aus Rumänien erldedigt die meine gleiche Arbeit ja für die Hälfte Lohn, muss ich da keine Angst haben?

Halbwahre Antwort von Frau Leuthard: Sie brauchen keine Angst zu haben. Die Flankierenden Massnahmen schützen sie als Arbeitnehmer. 

Falsch! 

Die richtige Antwort hätte sein müssen: Herr Cengiz. Sind sie selbstständig in der Schweiz? Dann werden sie früher oder später ein Problem haben. Denn: Jeder EU-Bürger darf in der Schweiz eine ICH-Firma gründen. Jeder darf sich hier selbstständig machen und soviel für seine Arbeit verlangen wie er will. Verlangen sie für Bodenlegerarbeiten Bsp. 120 Franken pro Stunde, kann der ungarische Bodenleger hier nur 20 Franken plus Spesen verlangen. Er kann damit in seinem Land gut leben. Der Reiseweg nach Ungarn ist auch kurz und ob er die Einnahmen aus der Schweiz in seinem Land auch tatsächlich versteuert wissen wir nicht einmal. Bemerkung: Ein Bodenleger in Ungarn verdient pro Stunde im Schnitt 3 Franken. 

Was Frau Leuthard nicht weiss: In Billigländern rund um die Schweiz formieren sich schon zahlreiche Einzelfirmen zu kleineren Bündnissen zusammen um in der Schweiz richtig viel zu verdienen. Sozialleistungen, etc. müssen sie hier nicht bezahlen. Der Autor dieses Artikels kennt die ungarischen Verhältnisse sehr gut.  

Nauer Bruno: Frau Leuthard, Werden nun zahlreiche Ärzte und Zahnärzte mit ihren Familien in die Schweiz kommen und eine Praxis eröffnen?

Halbwahre Antwort Frau Leuthard: Im Gesundheitswesen ist der Anteil ausländischer Erwerbstätiger hoch. Seit langem finden wir im Pflegebereich und bei der Ärzteschaft nicht genügend inländische Fachkräfte. Daher sind wir froh um den EU-Raum. Eine Praxis kann man aber nur eröffnen mit Bewilligung und hier gibt es grosse Restriktionen. 

Bruno Nauer hat auch die Zahnärzte erwähnt. Von Zahnärzten erwähnt Frau BR Leuthard aber nichts. Logisch. Immer mehr Zahnärzte drängen auf den Schweizer Markt und verdrängen mit ihren Preisen die Einheimischen. Weiter brauchen wir den EU-Raum für das Gesundheitswesen gar nicht. Die Schweiz hat schon immer für Pflegepersonal die Kontingente erhöht. Und: Selbstverständlich dürfen alle, die hier arbeiten die gesamte Familie nachziehen. Würde auch für die Türkei und den gesamten Balkanraum gelten, falls die EU weiter erweitert. Das blendet Frau Leuthard in ihrer Antwort bewusst aus um nicht JA-Wähler zu verlieren. Die ungarischen Zahnärzte übrigens, eröffnen in Bern bald ein Zahnärztezentrum mit 34 Zahnärzten. Tarifpunkt: 2.0. Folge: Zahnärzte in Bern gehen buchstäblich Konkurs. Ungarische Zahnärzte dürfen in der Schweiz bald praktizieren und können ihr Material bestellen wo sie wollen.  

Sarah Hochdorf: Frau Widmer-Schlumpf, wie nehmen sie denn jungen Schweizer Bürger die Angst? Die Personenfreizügigkeit hat einen bitteren Nachgeschmack für mich. Versklaven wir uns nicht selber mit dem? 0der besser gesagt verlieren wir nicht denn Wert der Eidgenossenschaft. Wir wollten unter Brüder bleiben und nicht unser hab und gut, unser Recht, an andere verlieren…

Halbwahre Antwort Frau Schlumpf: Wir haben seit vielen Jahren Erfahrung mit der Personenfreizügigkeit. Selbstverständlich gibt es auch immer wieder Probleme, diese lassen sich jedoch lösen. Alles in allem ist meines Erachtens die Personenfreizügigkeit für die Perspektiven der nächsten Generationen, die in der Schweiz leben, sehr wichtig. 

Falsch! 

Die Schweiz hat überhaupt nicht „viele Jahre“ Erfahrung mit der Personenfreizügigkeit. Das ist ja das Problem und deshalb darf die Frage erlaubt sein, warum die Bundesrätinnen das Volk blindlings ins Verderben führen wollen.  

Der ganze Blickchät hier! 

Winkelried würde es interessieren, welche Meinung die Leser auf einzelne Fragen und Antworten haben.

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  1. Der Blick hat offenbar das Protokoll bereits entfernt, warum echt?

  2. maurus

    also:
    1) wenn ein Rumäne für viel weniger Geld arbeitet, dann kennt ihr die Ausländer schlecht. Die wissen, wieviel man verlangen kann. Und wenn ein Schweizer einen superbilligen anstellt, dann hat er es nicht anders verdient, wenn ihm die Bude auseinanderfällt.
    Wo sind die Billigländer rund um die Schweiz?
    Und wenn die (Selbständigen) dann keine Arbeit haben, erhalten sie nichts von der Arbeitslosenkasse.
    2) wenn die Zahnärzte billiger werden, dann ist das nicht so schlecht für die Schweizer Zahnärzte, die bekommen so weniger Herzinfarkte wegen Geldanalageproblemen (Zahnärzte haben das grösste Herzinfarktrisiko)

    Wenn Schweizer Zahnärzte ihr Mateial nicht dort kaufen können wie die Rumänen, haben wir das dem Parallelimport oder sonstwelchen Verboten zu verdanken, die die SVP durchgeboxt hat.

    3) wir haben einige Erfahrung mit der PFZ, aber keine Schlechtwettererfahrung. Seit allerdings Spanien, Italien, Portugal in der EU sind, sind mehr zurückgekehrt als neue zugewandert, weil dort mehr Wachstum ist. Und von den letzten 10 neuen Ländern (z. B. Polen, Lettland usw.)sind nicht sooo viele gekommen, hingegen viele Deutsche.
    Es ist gut möglich, dass aus Rumänien und Bulgarien, die jetzt ein Riesenwachstum haben, nach ein paar Jahren kaum mehr Zuwanderung ist.

    4) Trotzdem habe ich NEIN gestimmt, weil das Parlament aus niedrigen Beweggründen (das dumme Volk sagt so oder so Ja)und aus Machtdemonstration die Vorlagen zusammengelegt hat.

  3. oweh

    Flankierende Massnahmen? Selten so gut gelacht, der Preis für Angestellte fällt stetig und der ist schon gesunken ohne PFK, d.h. viele Leute mussten sich über Jahre durchbeissen und wenn sie Glück hatten bekamen sie die Teuerung. Währendessen schrieb sich das Managment auch in den verdammt schlechten Jahren so im Schnitt 16% zu. Wer noch an sowas wie Schutz in der Arbeitswelt vor der Konkurrenz denkt, der glaubt noch an gute Feen. Durch die hohe Arbeitslosigkeit in unseren Nachbarnländern wie Deutschland und die hohen Fiskalabgaben verdienen die Leute dann noch viel mehr, wenn sie auch nur zu 70% der hier üblichen Löhne arbeiten. Hat irgend jemand das Gefühl, dass diese Tatsache keinen Einfluss auf den Lohn- und Arbeitsmarkt haben wird? Viele Unternehmer vorallem von mittleren und grossen Unternehmen sehen natürlich eine massive Gewinnoptimierung wenn sie im Schnitt zwischen 10-30% pro Arbeitsnehmer einparen können. Diese Einsparungen sind auch legitim, denn es gibt ja nur den gesetzlichen Mindestlohn und was dazwischen ist, regelt Angebot und Nachfrage. Die meisten Schweizer besitzen einen Eidgenössichen Fähigkeitsausweis der im Vergleich zur EU nichts wert ist, wer ins Ausland will als Schweizer hat Nachteile, da er ja keine akademische Ausbildung hat. Er hat zwar einen sehr hohen Ausbildungsstandard erfüllen müssen und der entspricht mehr als beispw. einer Lehre in Deutschland aber er wird trotzdem nur als Fachkraft angeschaut. Währendessen kann jeder Durchschnittsausländer im Ausland einen akademischen Titel vorweisen und ist somit dem Normalbürger (Arbeitsnehmer) überlegen trotz niedrigerem Ausbildungsstandard. Sämtliche Ausbildungen die in der Schweiz ausgeübt wurden verlieren am efektiven Wert, da sämtliche bis auf wenige Berufe geschützt sind. Alleine der Arbeitsgeber kann entscheiden ob er die Ausbildung akzeptiert oder nicht, sprich er kann für jeden, ausser die geschützen Berufen anstellen wen er will. Während es für den Industriellen eine win win Situation ergibt, ist es für den Arbeitsnehmer eine loos loos Situation. Diejenigen die durch billigere ersetzt werden fallen der Allgemeinheit zur Lasten und die billigeren haben weniger Kaufkraft und zahlen weniger ein, in die Sozialsysteme. Die Sozialsysteme werden massiv überlastet! Am Schluss gibt es nur den einen Gewinner und Hunderte Verlierer. Das Raubrittertum der Neuzeit ist zu stoppen und das heisst man muss die PFK ablehnen weil nicht mit gleichen Spiessen gekämpft wird. Es darf keine Gewinnoptimierung geben durch Lohndumping!

  4. Antikommunistischer Grasdackel

    Das Chatprotokoll ist neu hier. Der Blick wagt es seit einiger Zeit nicht mehr unbedingt, Sachen zu löschen, die ihm im Nachhinein nicht genehm sind, da sie dann doch publiziert werden.

    Der Blick hat die Verwendung des “Memory Hole” noch nicht perfektioniert.

  5. Karin

    “Seit allerdings Spanien, Italien, Portugal in der EU sind, sind mehr zurückgekehrt als neue zugewandert, weil dort mehr Wachstum ist. ”

    Aha? Deshalb arbeitet jeder 3. Portugise im Ausland. Man stell sich vor 10Mio. leben in Portugal und weitere 4 Mio. in der EU, vorallem Frankreich. Portugal ist sowas wie eine französische Kolonie, wenn in Portugal die Nationalfahne gehiesst wird ist die Französische meist mit dabei, und dies ist kein Witz. Ich dachte sie gehen zurück? Meine Freundin denkt in keinster weise daran zurück zukehren, weshalb auch?
    1) Niedriger Lohn, der mindest Lohn beträgt ca 400-450Euros in Südamerika verdienen sie bald mehr als in einem europäischen Land
    2) schlechte Medizinische Versorgung
    3) schlechte Schulbildung
    4) praktisch kein öffentlicher Verkehr

  6. maurus

    und warum sind die in der EU und nicht in der Schweiz?????

  7. Berner Bär

    @maurus
    Ich weiss nicht, wie alt sie sind. Doch ich erinnere mich gut an die Abstimmung über den EWR Anfangs Dezember 1992. Noch in der Woche vor der Abstimmung hat eine ehemalige Mitschülerin mit spanischen Wurzeln alle ihre ehemaligen Mitschüler, die sie konnte, kontaktiert und fast angefleht, ein “Nein” einzulegen, da die damalige Regierung Calvo-Sotelo beabsichtigte, bei einer Zustimmung der Schweiz die Arbeitslosigkeit zu exportieren.

    Die Portugiesen stellen nach den Deutschen die grösste Einwandererkolonie seit den FZA dar.

    Uebrigens: In Spanien stellen die Rumänen mit über 730′000 Personen die grösste Ausländergruppe dar (Bei 5,25 Mio Ausländern macht das rund 7,2%), wobei alleine im Jahr 2007 fast 40% mehr Rumänen nach Spanien einwanderten als im Jahr 2006. Bekanntlich ist Rumänien nicht ein Nachbarland von Spanien.

  8. Fuchs

    @oweh
    Absolut richtig. Nur ein Krieg oder eine Seuche, der die Bevölkerung reduziert könnte die Löhne wieder nach oben treiben.
    Die PFK ist quasi eine Garantie für min. 20% Arbeitslosigkeit, sprich Verdrängungswettbewerb.
    Wir haben 3000 Jahre zur Verfügung um zu sehen was passieren kann. Schaut mal nach wie viel ein Mensch vor der Pest oder einem grossen Krieg wert war(Überschuss) und danach(Mangelware).

    Man sieht dann auch, dass Monarchen sich bisweilen mehr für die bedürfnisse ihres Volkes interessieren als Demokraten.

  9. also als unternehmer sind 20% arbeitslosenquote eine traumquote. den das bedeutet, man kann und 1000e bewerbungen die beste heraussuchen. ebenfalls kann man so ganz langsam das lohnniveau senken

  10. Fuchs

    Genau, und die Aufklärung in Europa in Zusammenhang mit den Menschenrechten und der Würde des Menschen usw. sind nur entstanden, weil nach der Pest und dem 30jährigen Krieg(in neusprech 30jähriger Konflikt unter der Kriegsschwelle), eine extreme Aufwertung des Individuums entstanden.
    Die Industrialisierung führte dann lediglich dazu, dass 1 Europäer den gleichen Wirtschaftlichen wert hatte wie vielleicht 1000 Chinesen.

  11. Karin

    “maurus und warum sind die in der EU und nicht in der Schweiz?????”

    Nun sie sind ja auch in der Schweiz, in der Schule lernen sie französisch in Portugal also gehen sie erstmal der Bequemlichkeits halber in ein französisches Land und bei uns in die Romandi. Bei der Fussball WM konnte man sehen welchen Anteil sie an der Bevölkerung stellen, immerhin stellen sie 2% der Bevölkerung unseres Landes. Da du ja aus der deutschen Schweiz kommst überleg mal wieviele das du kennst, darüber solltest mal nachdenken.

  12. Redaktion

    Kleiner Hinweis …
    Statt Tarifpunkte hätte man schreiben sollen “Taxpunkte”. Ein Zahnarzt in der Schweiz hat etwa 5,5. Arbeitet jemand für 2 Taxpunkte ist er nur halb so teuer. Das ist aber nicht realistisch: damit kann er hier nicht einmal die Miete zahlen.

  13. mauluege

    @Redaktion: Stimmt natürlich voll und ganz. Es heisst Taxpunkte. Für diesen Lapsus möchte ich mich entschuldigen. Nun zum Tarifpunkt. Er ist etwas höher, habe nochmal nachgefragt. Er beträgt 2.5 Taxpunkte. Jezt zu deiner Behauptung, ein Zahnarzt berechnet 5.5 Taxpunkte. Diese Behauptung kann ich widerlegen. In Bern, habe ich auch ausdrücklich geschrieben, beträgt der durchschnittliche Taxpunkt zwischen 3.10 und 3.70. Sie hier

    http://www.zahnarztvergleich.c.....ton-BE.htm

    Nun ist es so: Ein Zahnärzteverbund so wie er bereits in Deutschland, Spanien und Frankreich aufgezogen wird, finanziert sich mittels Quersubvention. Vorteil dieser Zanarztzentren: Material kann von überall her bestellt werden und Medikamente ebenfalls. Die Miete wird anders berechnet als abhängig von Taxpunkten (gibt immerhin noch Immobilienfirmen die mit ausländischen Maklern zusammenarbeiten). Wir werden sehen, wer zuletzt Recht behält.


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