30. November 2008 von Kulturbereicherer - Noch kein Kommentar
Im April 1945 sollen Soldaten der Roten Armee im brandenburgischen Treuenbrietzen 1000 Zivilisten ermordet haben. Zu DDR-Zeiten wurde das Massaker totgeschwiegen, Kriegsverbrechen der Sowjets existierten nicht. Nach mehr als 60 Jahren nimmt sich nun die Staatsanwaltschaft den Fall vor.
Günter Eiserbeck hat noch jedes Detail der Szene in Erinnerung: Sein Großvater wird von einem Uniformierten gefragt: “Du Deutscher?” Als der alte Mann bejaht, wird er weggerissen, auf die Knie gezwungen, der Uniformierte drückt ihm den Lauf einer Pistole in den Nacken und erschießt ihn. Geschehen ist das am 23. April 1945 am Ortsausgang der brandenburgischen Kleinstadt Treuenbrietzen. Eiserbeck war damals sieben Jahre alt. Er weiß noch, dass er den leblosen Großvater liegen sah, das Gesicht auf dem nassen Waldboden, und dass er jämmerlich geweint und nichts begriffen hatte.
Etwa 1000 Zivilisten sollen an diesem 23. April 1945 in Treuenbrietzen getötet worden sein. In der Kleinstadt wurde jahrzehntelang über dieses Massaker geschwiegen. Das änderte sich erst 1989 nach der politischen Wende. Wobei auch heute noch viele - vor allem - ältere Bürger abwehrend die Hände heben, wenn sie auf diese Zeit angesprochen werden. Vor zwei Jahren stellte das Berliner “Forum zur Aufklärung und Erneuerung”, das sich vorwiegend mit Folgen der DDR-Diktatur beschäftigt, wegen vielfachen Mordes eine Strafanzeige.
Fact Fiktionen meint dazu:
Es ist durchaus zu begrüßen, wenn ab und zu Verbrechen der Alliierten thematisiert werden wie hier heute “Treuenbrietzen” in der WELT! Aber wenn das vierte Wort schon wieder “sollen” heißt, “Soldaten der Roten Armee sollen 1000 Zivilisten ermordet haben”, dann wird einem gleich leicht übel. Von den ersten Bombennächten bis Ende 1945 wurden Millionen von Zivilisten auf dem Reichsgebiet von 1938 umgebracht. Selbst hier im tiefsten Südwesten haben alliierte Flieger 1944/45 in Dörfern, wo sie gerade vorbeiflogen, Bauersfrauen, Bauernkinder und ihre eigenen Landsleute, die als Fremdarbeiter auf manchen Höfen eingesetzt waren, im Tiefflug auf den Feldern bei der Arbeit mit den Bordgeschützen beschossen und quasi zum Spaß nebenher Jagden veranstaltet, wenn sie Munition übrig hatten. Das wußte anno 1948 oder 1955 noch jeder, und jeder Historiker hätte leicht Zeugnisse sammeln können (vor die 68er kamen).







