Spanischer Bürgerkrieg

26. November 2008 von Gastbeitrag - 12 Kommentare

Auch bei der Zahl der Toten auf beiden Seiten des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) werden sich Historiker, Zeitungen und Politiker nicht einig. Seriöse Bücher sprechen von 35.000 bis 65.000 Opfern des Roten Terrors und 75.000 bis 200.000 Opfern Francos. Vor allem die Zahl der Letzteren erhöht sich derzeit ständig, wobei man den Eindruck nicht los wird, daß hier sozialistische Politik mitspielt.

Und wie wären die Zahlen, wenn die Roten gewonnen hätten? Vor allem wird die Diskussion aber von einer möglichen juristischen Aufarbeitung der Verfolgung und Ermordung der Republikaner, Kommunisten und Anarchisten beherrscht, woran die Linken auch in Deutschland sehr interessiert sind. Nun ist aber ein Bürgerkrieg keine einfache Sache. Da können gefährliche Gräben aufgerissen werden von Städten bis herunter in kleine Dörfer und einzelne Straßen! Die spanische Demokratie ist eigentlich gut gefahren nach Francos Tod, indem man hier erst einmal Schweigen verordnete.

Verdacht erregt auch, daß der notorische Untersuchungsrichter Baltasar Garzón wieder einmal vorpreschte, ein publicitygeiler Mensch, der neben Pinochet schon Henry Kissinger und Silvio Berlusconi anklagen wollte. Nun ist er erst einmal zurückgepfiffen worden, aber die Linken werden keine Ruhe mehr geben, auch wenn die Täter längst gestorben sind.

Aranda de Duero

Zweifel erwecken auch die vielen Ausgrabungen, die noch erfolgen sollen, an erster Stelle die des berühmten Dichters Federico Garcia Lorca, der 1936 in der Nähe von Granada ermordet wurde. Fast täglich erscheinen irgendwelche Artikel dazu! Lorca wurde in einer Schlucht bei Viznar erschossen, und dort sollen weitere 3.000 Republikaner liegen, und keiner kennt die Stelle (auch wenn ein britischer Hispanist so tut als ob). Nun stellen Sie sich vor, da wird eine ganze Schlucht umgegraben, ein paar tausend Skelette gesammelt, so wie die paar wenigen auf dem Foto, und man will herausfinden, wer davon Lorca war! Vielleicht per Gentest? Und überall marschieren die Fotografen und Kameramänner und “Experten” und trampeln durch die Gegend und reden und filmen. Und das soll dann eine würdige Veranstaltung sein? Ausgerechnet bei Lorca, der solch feinsinnige Gedichte schrieb, die übrigens keineswegs nach Sozialismus oder Kommunismus klingen:

Gacela des toten Kindes

In Granada stirbt jeden Nachmittag,
stirbt jeden Nachmittag ein Kind.
Jeden Nachmittag setzt sich das Wasser
und redet mit seinen Freunden.

Die Toten haben moosige Flügel.
Der bewölkte Wind und der reine Wind
sind zwei Fasane, die an den Türmen vorbeifliegen,
der Tag ist ein Junge mit einer Wunde.

In der Luft war nicht einmal mehr die Spur einer Lerche,
als ich dich im Weingewölbe traf.
Auf der Erde verblieb nicht einmal eine Krume Wolke,
als du im Flusse ertrankst.

Ein Riese aus Wasser fiel auf die Berge,
und das Tal umgab sich mit Hunden und Lilien.
Im violetten Schatten meiner Hände war dein Körper,
tot am Ufer, ein Erzengel der Kälte.

Folgerichtig hat sich Lorcas Familie bisher dagegen gewandt, will aber nicht anderen im Wege stehen. Hier dazu ein einigermaßen seriöser deutscher Artikel, der auch die Landschaft zeigt, so daß man sich das Spektakel schon vorstellen kann! Wie gesagt, die Veranstaltung ist erst einmal gestoppt. Ich bin aber ziemlich sicher, daß die “Roten” und Sozis in Spanien keine Ruhe geben werden!

(Fact-Fiktionen)

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  1. Die Rechten und die überroten Republikaner waren im spanischen Bürgerkrieg alles andere als Lämmer. Franco nahm gerne die Hilfe der Faschisten und insbesondere von Hitlerdeutschland in Anspruch und die sogenannten Republikaner waren vielfach komminterne Kommunisten, die mit Demokratie auch gar nichts am Hut hatten und nur zu gerne noch mehr Hilfe von Stalin erhalten hätten. Die Francoisten übten besondere Rache an den linken Katalanen und die roten vergriffen sich massenweise an den gehassten katholischen Priestern und Nonnen. Mancherorts in linksregierten Landen, insbesondere Katalanien, herrschte die pure Anarchie. Irgendeiner musste ja schlussendlich die Oberhand gewinnen und das war in diesem Falle Franco. Wie es ausgeartet hätte, wenn die kommintern-Brüder an die Macht gekommen wären, kann nur erahnt werden. Wohl kaum besser als unter Franco. Eine Räterepublik à la mode von Trotzki oder sogar Stalin, der vielen dieser Brüder als grosses Vorbild galt. Denunzierungen von Staates Gnaden, Schauprozesse, Massenhinrichtungen, Willkür, wer weiss?

    Der Clou ist noch, dass unser feiner Bundesrat zu Bern unter Anleitung von Oberclown Couchepin die schweizerischen Spanienkämpfer, die auf roter Seite gewütet haben, nachträglich sozusagen rehabilitieren will mit dem Argument, diese roten Brüder, damals meist Stalinisten, hätten für die Demokratie gekämpft. Dass ich nicht lache, die meisten haben nicht für eine Demokratie, sondern für eine linke Volksdiktatur gekämpft. Ein Bundesrat zum heulen, aber unter Anleitung eines Volkstribun-Habichts wie Couchepin nicht unverständlich.

  2. Echnaton

    Die Schweizer Spanienkämpfer haben mehrfach und nachweislich an Massaker in Spanien teilgenommen. Das ist etwa so, wie man plötzlich KZ-Aufpasser rehabilitiert. Das ist nur möglich, weil die Medien diese Verbrechen verschweigen und aus diesen Verbrechern - wie Oeko-Clown richtig gesagt hat - “Kämpfer für die Demokratie” gemacht werden.

    Hätten die Roten gewonnen, wäre Spanien zu einer kommunistischer Experimentierküche alla Kamboscha geworden.

  3. Fuchs

    Glaubst du vielleicht unsere Bundesräte wären “gerechte” Menschen oder nicht nur Demokraten weil es die einzige Möglichkeit ist an die Macht zu kommen.

  4. Max Zurlinden

    Hätten die Roten in Spanien gesiegt, wäre die Landwirtschaft zusammengebrochen.

  5. Arizona

    Hört doch endlich auf mit solchen alten Geschichten. Kein Mensch mag sich mehr an diese erinnern und niemand der heutigen Generation fühlt sich betroffen, da total unschuldig. Denkt einmal nach vorne und vergesst endlich diese Geschichten!

  6. Arizona

    Ihr seit langsam ein Forum für alte Tanten. Wir haben heute so viele Probleme, welche einer Lösung bedürfen. Was sucht Winki und seine Leser? Möglichst alte Geschichten! Warum auch? Erwarte Reaktionen von allen Leseren (ohne die deutschen Linksfritzen!).

  7. Fuchs

    Ich bin 25 und sehe das ein bisschen anders. Das Leben ist wie Fernsehen, alles Wiederholung.

  8. Echnaton

    @Arizona
    Die linken Verbrechen sind noch lange nicht aufgearbeitet. Das Thema ist bis jetzt noch nicht einmal andiskutiert.

  9. Fuchs

    Selbst die Verbrechen der Nazis sind noch nicht genug Aufgearbeitet. Wer Schuld sein soll wissen wir.
    Leider sind auch die heutigen, westlichen Gesellschaften nicht in der Lage die Zeichen zu deuten, geschweige vom Rest der Welt.

    Hitler gab es schon viele und es wird auch noch viele davon geben.

  10. @Arizona
    Das neue schliesst das alte nicht aus. Etwas wühlen in der unseligen Vergangenheit tut manchmal recht gut und gibt auch Erkenntnisse für das neue, denn allzu oft wiederholt sich die Geschichte. Alter Wein in neuen Schläuchen.

  11. Echnaton

    @Fuchs
    Sei doch so nett und fülle eine Mailadresse bei Deinen Kommentaren in das Feld. Sonst müssen wir jeden Kommentar einzeln freischalten. Du kannst auch eine Adresse erfinden.

    Besten Dank!
    Tante Elfried

  12. baron77

    Ach, was “chäret” ihr da alles?
    Die NSDAP war ja auch linksgedrallt, die Medien verdrehen und sagen es sei rechtsgedrallt.
    Ob die Linken oder Faschisten in Spanien die Oberhand versucht zu haben, es kommt schlussendlich das Gleiche heraus. Probleme, Korruption, Ungerechtigkeit, Habgier, Hass u.s.w.


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