Der Revival des Protektionismus

20. November 2008 von Winkelried - 4 Kommentare

Wissen Sie, seit wann Schweizer Zöllner an der Grenze stehen? Seit 1291?, seit 1850 ..? Nein, eine systematische Grenzkontrolle gibt es erst seit den 20iger Jahren des letzen Jahrhunderts. Das schweizerische Grenzwachtkorps in der damaligen Form war die Folge der Weltwirtschaftskrise.

Als damals die Wall Street einbrach und der Welthandel massiv zurückging, schlossen die meisten Staaten ihre Grenze, um die Handel mit dem Ausland einzuschränken und die einheimische Industrie zu schützen und zu stützen (Deglobalisierung).  ”By British” hiess das bei den Engländern. Ausländische Importe wurden mit massiven Zöllen belegt. Jedes Land versuchte die Produktion ins Land “zurückzuholen” (Importsubstitution).

Da das alle gleichzeitig taten, brach der Export zusammen. Die Wirtschaftskrise verschärfte sich abermals  und eine massive Arbeitslosigkeit entstand. Hitler beschäftige diese dann zum Teil in der Rüstungsindustrie, jedenfalls so lange er noch die entsprechenden Rücklagen hatte - und die gingen just im September 1939 zu Ende.

Nach dem zweiten Weltkrieg mussten dann diese Handelshemmnis wieder abgebaut werden. Es kam 1946 zum Bretton-Woods-Abkommen und in der Folge wurden viele Freihandelsabkommen geschlossen, so dass der Handel zwischen den (europäischen) Länder langsam wieder in Gang kam. Einer dieser Freihandelsabkommen sollte dann den Namen EWG bekommen. Das Modell dehnte sich in den 80iger Jahren auf die ganze Welt aus.

Damit verlagerte sich die Produktion an kostengünstigere Standorte. Ein ganz abstruses Beispiel ist dabei just die Schweiz: wir haben mehr Arbeitsplätze in der Sozialindustrie als in der Produktion.

Doch nun ist eine neue Wirtschaftskrise da - und was sagt die deutsche Bundeskanzlerin Merkel?

Wir unterstüzen unsere Autoindustrie, aber nur wenn sichergestellt ist, dass das Geld nicht in die USA abfliesst.

Im Klartext: Deutschland zuerst. Übrigens: die anderen machen es auch nicht anders. Wir stehen also vor einem Revival des Protektionismus - vor der 2. Deglobalisierung.

Im ersten Moment mag sich der Eine oder Andere freuen, wenn in Zukunft wieder mehr in der Schweiz produziert wird, aber die Wohlstand wird damit unweigerlich zurückgehen.

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  1. spürnasse marcello

    Doch nun ist eine neue Wirtschaftskrise da - und was sagt die deutsche Bundeskanzlerin Merkel?

    “Wir unterstüzen unsere Autoindustrie, aber nur wenn sichergestellt ist, dass das Geld nicht in die USA abfliesst.”

    Bekommt jeder/e fahrberechtigte/r Bundesbürger/in vom Staat ein neues Auto bezahlt? Oder werden die Löhne der Arbeitnehmer/innen übernommen? Staatliche Eingriffe in die Markt-Wirtschaft haben sich praktisch noch nie ausbezahlt. Schlussendlich zahlt doch der Steuerzahler die Zeche. Der Markt reguliert sich in der Regel selber. Das Produkt und der Preis müssen halt stimmen und eine entsprechende Nachfrage vorhanden sein. Aber mit arg strapaziertem Geldbeutel will eine Neuanschaffung eines Autos wohlüberlegt sein . . .

  2. Ich sehe es leider auch so, dass die ganze Welt in den nächsten Jahren strüberen Zeiten entgegensteuert. Die grössten Probleme werden diejenigen Staaten bekommen, deren Staatshaushalt jetzt schon am Anschlag ist. Einerseits werden durch zunehmende Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit die Sozialkosten in die Höhe springen, anderseits werden die Steuereinnahmen wesentlich zurückgehen. Bei einer solchen Entwicklung sind Unzufriedenheit und Unruhen vorprogrammiert, deren Folgen schwer abschätzbar sind, aber immerhin erahnt werden können.

  3. Arizona

    Die Folge wird sein, dass noch mehr Deutsche in unser Land übersiedeln werden, weil sie es satt haben, von der Regierung angelogen und wie Weihnachtsgänse ausgenommen zu werden. Damit holen wir uns Probleme ins Land und sollten deshalb rechtzeitig der Masseneinwanderung einen Riegel schieben. Nicht dass wir dann eine Anhäufung von Leuten vom Schlage eines E. Wille u.v.a. mehr durchfüttern müssen. (E.Wille ist m.M. nach der dümmste Blogschreiber, der je im Winki auftrat!)Beweise unter Rubrik: Rahm Emanuels kleine Steuersparereien.

  4. Karin

    Ja zum Protektionismus, das ist gut für uns und schlecht für usnere Wirtschaft.

    Wir bezahlen SteuergGelder an Osteuropa die bauen Strassen damit und kaufen von uns Baumaschienen, dadurch schafft man bei uns scheinbar Arbeitsplätze. Der Hacken dabei ist das die Firma Kuhn keine Schweizer einstellt sondern Osteuropäer die ein paar Jahre bei uns arbeiten und sich dann vom Sozialamt aushalten lassen. Der Bürger bezahlt alles, durch diese Einwanderung steigt das wirtschaftswachstum weil auch Sozialbezüger Geld zum konsumieren haben, die Lebensmittelhändler profitieren, die Wohnungsmieten steigen etc. da ist eine gewaltige Blase entstanden die wir alle bezahlen. Warum öffnen wir nicht gleich die Grenzen zu Afrika mit 600Millionen Einwohnern würden Coop und Migros Milliarden mehr Umsätze machen, wir könnten Wohnungen Bauen bis zum Umfallen, die AIDS-kranken versorgen, etc. und dann erhöhen wir einfach die Steuern. So kann man auch Wirtschaftswachstum generieren.
    Der Normalbürger und die KMUs(Gewerbe) profitieren davon nicht oder wenig, schliesslich müssen die hohen steuern bezahlen und die hohen Mieten für ihre Geschäfte und Wohnungen. Grenze zu und Zölle rauf, wenn eine Calida meint sie müsse ihre Arbeitsplätze nach China verlegen und die Arbeiter aufs Sozialamt schickt, die nun Steuergelder kosten, während sie gross in die Schweiz Exportiert und vom Sozialstaat profitiert. Solchen Firmen muss man das Handwerk legen mit Zöllen. Wir haben Umweltgesetze, Tierschutzgesetze und legen unsere Industrie lahm, während man im Ausland wie Schweine produziert und es stört kein Politiker.

    Kehren wir zurück zum Nationalismus, wir arbeiten für uns und die anderen für sich, wer anderer Meinung ist kann dem gebe ich mein Konto an und er kann mir einen Teil seines Lohnes überweisen.

    Von den Erpressungsversuchen Grossbritaniens, Hollands und Deutschlands an Island ganz zuschweigen. In Oesterreich brodelt es die Pensionskassen Rentenkassen sind geplündert, Milliarden fliessen in die EU und was hat der kleine Bürger? Er kann nur zahlen und kriegt nichts zurück.
    Haltet euch bereit wir brauchen jetzt eine Revolution so kann es nicht weiter gehen.


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