10. November 2008 von Antikommunistischer Grasdackel - 3 Kommentare

Offenbar kann es auch dieses Wochenende unser diplomierter Wirtschaftspublizist™ nicht lassen und schreibt eine weitere Blick-Kolumne. Denn er mag es nicht vertragen, dass die Schweiz kein Konjunkturprogramm nötig hat:

Er rechnet für die ­Industriestaaten mit der schlimmsten Rezession der Nachkriegszeit. Um sie möglichst schnell zu überwinden, seien tiefe Zinsen nicht genug. Es brauche darüber hinaus «massive fiskalische Impulse».

Wo der Schips recht hat, hat er recht. Man muss mittels massiven Steuersenkungen das Geld in den Taschen der Bürger lassen, denn diese können am besten entscheiden, ob und was sie konsumieren wollen. Aber Vontobel, seines Zeichens Wirtschaftspublizist™, greift natürlich daneben:

Im Klartext: Der Staat muss Geld ausgeben.

Die Annahme ist falsch. Wenn der Staat Geld ausgibt, muss er es zuvor einnehmen, oder später durch Zinsen bezahlen. Weitaus effizienter ist, er nimmt es gar nicht ein, sondern lässt es beim Bürger. Hat er mehr Geld übrig, wird er tendenziell entweder sparen (was die Bankkonten füllt, die Banken können dann Kredite vergeben), oder er wird konsumieren (was die Kredite für Firmen unnötig macht). Ist eigentlich ganz einfach. Aber wenn man schon danebengreift, und einem offenbar echten Mitglied des “IWF” (wahrscheinlichste Bedeutung – siehe weiter unten) auf den Leim geht, dann gleich volle Pulle:

Der Ökonom denkt dabei an Steuersenkungen für die tieferen Einkommensschichten sowie an Investitionen in Umweltschutz und Verkehrsinfrastruktur: «Fünf bis sechs Milliarden Franken sollten es schon sein.»

Wir haben schon genug Bahnlinien und sollten auch jetzt nicht die Rentabilität aus den Augen verlieren, abgesehen davon, dass das ‘Konjunkturprogramm’ erst wirkt, wenn entweder alles im Eimer ist, oder die Rezession schon lange vorbei ist, und so nur noch die Auslastung der Wirtschaft fehlsteuert. Bei den armen Schichten würde die Steuersenkung auch greifen wie bei den Reichen, die damit aber mehr konsumieren können. Offenbar kann es sich die Schweiz leisten, so grosszügig zu sein, und wirtschaftliche Fehlanreize zu kreieren:

Das Geld dafür wäre vorhanden: Die Staatsausgaben sind seit 2003 real nicht mehr gestiegen. Die Schuldenlast von Bund, Kantonen und Gemeinden sank deshalb seit 2004 um nicht weniger als 32 Milliarden Franken.

Leider haben wir immer noch deutlich zu viele Schulden – jenseits von 100 Milliarden beim Bund und von ihm kontrollierten Unternehmen, und auch die Kantone und Gemeinden haben davon viel zu viel. Je weniger Schulden wir haben, desto weniger Zinsen zahlen wir – Geld, dass man in Steuersenkungen investieren kann, die den Bürger wirksam entlasten. Es bräuchte z.B. keine MwSt, hätten Bund und Kantone keine Schulden! Aber führende Wirtschaftssachverständige™, von denen die -Publizisten™ abschreiben, müssen es offenbar besser wissen als der kleine Krämer von nebenan, der auch eine Erfolgsrechnung und eine Bilanz führen muss:

«Überall auf der Welt kurbeln die Regierungen ihre Wirtschaft an. Da kann die Schweiz nicht abseits stehen», meint Schips.

Doch. Denn die Hilfe wird verpuffen – das Konjunkturprogramm hätte man vor zwei Jahren lancieren müssen, damit es zumindest wie ein Tropfen auf den heissen Stein wirkt. Offenbar haben Leuthard und Merz die wichtigsten Eckpunkte von VWL verstanden, und gehören nicht dem IWF an, oder nur in ihren schwachen Momenten.

Denn IWF heisst ganz simpel “Ich wirtschafte falsch.”. Wie z.B. Vontobel, Schips und viele andere, die jedem Schwachsinn aus Europa und Übersee meinen nachäffen zu müssen. Und vielen Sozialisten in allen Parteien, die jetzt die UBS ‘errettet’ haben, oder in den USA den Bail-Out durchgeboxt haben.

(von Snoop)

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  1. Karin

    Naja die Realität sieht anderst aus, alleine mit den Krediten an die UBS wurden 70Milliarden schulden aufgenommen, deine Schuldenlastsanierung klingt da wie ein Witz.
    Steuersenken?? Wie soll den bitte das gehen, bei all den ausländischen Parasiten die am Körper der Schweiz hängen. Der Schweizer Steuerzahler finaziert die Wirtschaftswachstumsraten in Osteuropa und auf dem Balkan mit Steuern und Sozialleistungen. Die in Bern wissen gar nicht mehr was Geld ist, man ballert einfach ein paar Milliarden irgenwo hin und danach gibts fromme Sprüche. Bis heute wurden keine Massnahmen gegen Ausländerkriminalität, Sozialmissbrauch, Schuldensanierung etc. unternommen.

    Zur Zeit schaue ich wirklich Fernsehen und lache mich jeden Tag Kaputt wenn ich sehe wieviele Milliarden da hin her geschoben werden, irgendjemand wird das bezahlen müssen und ich weiss ich werde es nicht sein. Und dann diese falschen Wirtschaftsprognosen, nur alles schön reden, helfen tuts icht.

  2. Oxyartes

    Dieser Vontobel ist mir auch schon ein paar mal als Depp aufgefallen. Er plappert wieder irgendwas nach, was er irgendwo gelesen hat (aber nicht verstanden hat).

    Staatliche Impulse machen nur in wenigen Fällen Sinn. Z.B. das aktuelle Investitionsprogramm in China:
    -Dieser Staat hat grössere Devisenreserven
    -Die Infrastruktur hat grossen Nachholbedarf

    Was soll so ein Programm in der Schweiz bewirken? Wo die Infrastruktur sehr gut ausgebaut ist? Wo der Staat grössere Schulden hat? Wieso soll man das Baugewerbe anheizen? Damit noch mehr schlecht qualifizierte Arbeitskräfte in die Schweiz kommen? Wie kann man so z.B. die Exportindustrie (Chemie, Pharma, Maschinen etc.) unterstützen? Sind die 60 Milliarden für die UBS noch nicht genug Wirtschaftsunterstützung?

  3. Echnaton

    In dem Wirtschaftsstudium lehrt man immer das Beispiel des Kanton Neuenburg. Damals beschloss der Bundesrat ein Konjunkturprogramm für diesen Kanton, da er wegen der Uhrenkrise arg getroffen war.

    Und es wirkte! Allerdings erst in der darauffolgenden Hochkonjunktur. Die Folge war, dass die Immobilienpreise explodierten.

    Natürlich wird der Vondubbel nun sagen, dass diese Krise länger dauern wird als die anderen. Woher er das weiss, bleibt aber sein Geheimnis. Wahrscheinlich hat er das von Madamme Etoile.


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