Aus der Szene

4. November 2008 von Winkelried - 2 Kommentare

Der Redaktor Daniel Bauer der Sonntagszeitung, seines Zeichens studierter Schwätzlere (Journalist ohne Fachwissen), schrieb einen Artikel über die Bloggerszene der Schweiz. Diese ist bekannterweise rot bis tiefrot.

Bauer meinte, die Szene sei bestenfalls mittelmässige Langeweile. Als Kronzeuge bemüht er den SLUG Betreiber Benjamin Rüegg, der den Anspruch erhebt, “den” Blogaggregator der Schweiz zu betreiben. Allerdings, was der Rüegg da aggregiert, scheint niemanden besonders zu interessieren. Als er SLUG für 40 000 Fr. verscherbeln wollte, griff niemand zu. Winkelried - und das sei ausdrücklich mit Stolz vermerkt - hat er natürlich gesperrt.

Des Weiteren ziert der Journi seinen ehemaligen Kollegen Ronnie Grob, “einer der bekanntesten Blogger der Schweiz.” Echt? Noch nie gehört … Und BloggingTom, ein “weiterer Exponent der Szene” - der linken Szene vielleicht.

Der Journi stellt fest, dass die Blogszene deshalb langweilig sei, weil sie nicht selbst recherchiert, sondern allzuoft die Zeitungen kommentiert. Das ist wahrhaft eine grossartige Erkenntnis, denn ein Blog, der sich einen Anschluss an die Nachrichtenagenturen leisten könnte, ist uns zumindest in Europa nicht bekannt. Und würden die Blogs tatsächlich selbst recherchieren, würde sich die Journis schamlos, kostenlos und ohne Nennung der Quelle bedienen. Darüber kann Winkelried ein ziemlich langes Lied singen.

Natürlich muss der Journi Bauer auch noch gleich Blogwerk - seinen ehemaligen Arbeitgeber - erwähnen und dessen Modell als Zukunft des Bloggens anpreisen. Echt? Blogwerk hat längst keine Werbeaufträge mehr und pfeifft aus dem letzten Loch. Ansonsten werfe man mal einen Blick in die Blogkolchose. Sie macht nicht gerade den Eindruck, von einem hochmotivierten Team gezogen zu werden.

Fazit von Winkelried

Bloggen am linken politischen Rand ist tatsächlich vergebliche Liebesmüh. Warum soll jemand Abends doch eine Zusatzdosis linkes Gesäusel zu sich nehmen? Die ganze Printszene ist rot genug.

Bloggen hat tatsächlich nur auf der rechten politischen Seite einen Sinn. Es ist zur Zeit der einzige Kommunikationskanal - abgesehen von der Weltwoche - der für die rechte politsche Seite noch offen ist. Und es fehlt tatsächlich nicht an Versuchen, diesen zu schliessen. Ganz abgesehen von den üblichen Diffamierungen aus der Ecke Hogenkamp&Co.

Der Artikel hat jedoch in einem Punkt recht. Bloggen als Einzelkämpferdisziplin ist wirkungslos, zumindest langfristig und wenn man nicht seinen Job an den Nagel hängen will. Das ist auch der Grund, warum Winki mit mehreren Autoren arbeitet und sich zunehmend international vernetzt. National vernetzen wäre natürlich auch wünschenswert, doch gibt es da kaum ein Gegenüber. Natürlich probiert es immer wieder mal einer, “den Blog” zu lancieren: in der ersten Woche kommen zwei Beiträge am Tag, in der zweiten Woche nur noch einer und nach ein paar Monaten (spätestens) bleibt er einfach stehen.

Dennoch, einigen Linke gebührt für das Bloggen schon Beachtung. Der absolute Durchknaller ist Roman Hanhart, genannt Yoda. Dieser Anti-Blocher-Frontkämpfer betreibt 5 (!) Blogs parallel. Kein Wunder: wie die meisten linken Blogger arbeitet er beim Staat - oder ehrlicher ausgedrückt: er bekommt von dort einen Lohn. Ob er dann tatsächlich auch etwas dafür tut?

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  1. tut mir leid winkelried aber dieser beitrag ist mal echt schlimmer als die grüzenkommentare die man bei PI lesen kann.

    gut, das was dieser herr bauer da verzapft hat hat weder hand noch fuss. aber wer bloggingtom nicht kennt - der hat null ahnung von blogger in der schweiz.
    übrigens yodas beiträge sind gar ned mal so tiefrotlinks - gut er schreibt meistens das gegenteil von zb mir ^^ trotzdem kenn ich blogs die noch mehr blabla-mässig sind als yodas. übrigens das mit den 5blogs sind aber echt alte infos von euch ^^ er hat bereits 2 davon aufgegeben 2 sind fast in pause und nur noch 1er wird wieder betrieben - back to the roots.

  2. Winkelried

    @zu PI
    Wir sind uns bewusst,das PI ein ziemlich einseitiges Forum ist und für unseren schweizerischen Geschmack einfach zu extrem. Aber … das Konzept hat Erfolg. Würden die aus ihrem Blog eine innenpolitischen Nachrichtenblog machen, wäre es um sie geschehen. Die wissen schon was sie machen.

    Ausserdem ist PI die einzige Konterinformationsquelle in Deutschland.

    @zur linken Szene
    Natürlich kennen wir sie und wahrscheinlich besser als viele von denen glaubt. BloggingTom hat letztes Jahr den Winkelried-Award bekommen und den kriegt man sicher nicht, wenn man in der SVP ist. Übrigens, dieses Jahr hat man aber nichts mehr von diesem Preis gehört. Und zum Yoda … der ist so tiefrot wie der Fussboden im Schlachthaus.

    Es besteht zur Zeit natürlich die Tendenz, sich vermehrt als “Liberaler” zu verkaufen, dem sei so, aber wir vergessen nicht: einmal links immer links!


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