Auffangfonds der SNB

17. Oktober 2008 von David Frankfurter - 8 Kommentare

Neue Details zum Auffangfonds der Nationalbank

Der Tagesanzeiger scheint auch Winkelried zu lesen (wir wissen es). Jedenfalls kam dann doch mal ein Journi auf die Idee, bei der Nationalbank nachzufragen, wie das ganze abläuft und woher das Geld kommt.

Die Auffanggesellschaft hat ihren Sitz auf den Cayman Islands. Laut Nationalbank-Direktor Thomas Jordan war es in der Schweiz unmöglich, einen Auffang-Fonds innert Tagen zu gründen.

Wir haben bei der Firmendomizil angefragt, ob das wahr sei. Die Firma bestätigte uns, dass man in der Schweiz sehr wohl innerhalb einer Woche eine Firma gründen könne. Ausserdem nimmt der Fond so oder so die Aktivitäten erst Anfang November auf.

Auf die Frage, welcher Vorteil der Sitz auf Cayman Island habe, nannte man folgende:

  1. Anonymität
  2. Geheimhaltung persönlicher Daten durch Rechtsanwalt
  3. Diskretion
  4. höchste Stufe an Datenschutz
  5. garantierter Haftungsschutz ohne Stammkapitalpflicht
  6. Steuerbefreiung
  7. keine Besteuerung jedweder Einkünfte
  8. Verwaltungsbefreiung
  9. keine Buchführungspflicht
  10. keine Bilanzierungspflicht
  11.  keine Beleg-Aufbewahrung
  12.  keine Betriebsrechenschaft
  13. kein Nachweis der Mittelverwendung
  14. keine Steuerberaterkosten
  15. keine Betriebsprüfungen
  16. keine Befähigungsnachweise
  17. nahezu jede Geschäftstätigkeit erlaubt

Anders ausgedrückt: die SNB/Bund schafft soeben eine neue Boni-Firma. Die Banker bekommen dann ihre Boni via Cayman Island, während jene Firmen, die direkt den Schweizer Behörden unterstehen, nur sehr reduziert Boni erhalten werden.

Doch noch wichtiger scheint die Haftungsfrage zu sein. Geht das Engagement “in die Hose” - was immer noch möglich ist - ist die Haftung faktisch ausgeschlossen. Die Schweiz hat auf Cayman Island nicht einmal ein Konsulat und von einem Rechtshilfeabkommen war auch nicht viel zu lesen. Es ist schon ziemlich schwer verständlich warum gerade der Bund dorthin 60 Mrd. pumpen muss.

Woher kommt das Geld?

Etwas konkreter wird der Tagesanzeiger, wenn es um die Herkunft der Gelder geht:

Die erste, für die Anschubfinanzierung nötige Milliarden-Tranche schafft Roth aus dem Nichts. Als Notenbanker kann er das. Die Notenpresse anwerfen, nennt man das im Volksmund. Die Franken-Milliarden tauscht die Nationalbank dann bei der US-Notenbank in New York gegen einen Dollar-Kredit, für den sie Zins zahlt. Der Dollar-Kredit fliesst an die UBS, die im Gegenzug die erste Tranche Schrottpapiere bei der Auffanggesellschaft abliefert. Alle weiteren Milliarden-Tranchen muss die Nationalbank am ausgetrockneten Kapitalmarkt auftreiben, gegen Zinszahlung.

Nur Schade, dass der Journi nicht versteht, was das bedeutet. Die “Notenpresse anwerfen” heisst Inflation. Konkret heisst das etwa 10 bis 15% inlandinduzierter Teuerung.

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  1. Globi

    Genau so ist es. Etwas stinkt. Bei uns In den USA beispielsweise hatt die AIG die von Steuergeldern nun gestuetzt wird riesige Parties geschmissen. Die CEO,s haben sich im Luxushotel eingemieted in Orange County, es war so extrem dass sogar locale News Papers das aufgegriffen haben.
    Die Sache stinkt, es ist eine Globale Elite die uns nun alle zu Sklaven macht, so US, Europa, Schweiz, alle sind dem gleichem! Finanz New World Order System nun unterworfen, mehr erstaundliches wird folgen….

  2. Globi

    hab da auch sxhon mal ein kaffee gehabt, werde wohl in Zukunft da UBS und National Bank Baenkler sehen…..

    hier das Video:

    http://starhot.wordpress.com/2.....ch-resort/

  3. @Globi
    Dieses Beach Resort ist ja gar nicht so was verrücktes, in der Schweiz würde man in sowas Asylanten unterbringen, bedauerlich für die US Elite….

  4. Karin

    Wer ist wohl der Dumme?

    Wer bezahlt?
    Der Steuerzahler und zwar Milliarden, und das über Jahrzente.
    Irgendwie kommen mir da Abstimmungen über 200Fr. Kinderzulagen im Monat geradezu als lächerlich an.
    Wir Streiten ob wir mit 62 oder 65 in Pension gehen, als Argument nimmt man die finaziellen Probleme der Schweiz.
    Irgendwie kommt mir da alles lächerlich vor.

    Dumm sind sicherlich jene die bis 65 Jahre arbeiten wollen, während die Bänkler mit Steuereinnahmen in früh Pension gehen.

    Ja die UBS Bänkler sind ganz schön dumm, der Schweizerstaat wird mit diesem Paket noch Milliarden verdienen, nach unseren Bundesräten. Wenn man mit diesen Papieren Geldverdienen kann, weshalb wird das Zeugs den nicht behalten von der UBS?????

    Uh das wird eine schwierige Zeit werden, die Manager haben es geschafft sogar unsere Pensionkassen leer zu räumen, die Isländer sind als erste aufgewacht, aber die Manager waren schon weg mit der Kohle. Eine Frage: “Was passiert wenn man die Druckerpresse anwirft mit dem Pensionskassen guthaben?”

    Die Blasen platzen eine nach der anderen:
    - das 21. Jahrhundert werde ein chinesisches sein
    - Musterländer wie Spanien, Island und Irland
    - Ja und wo sind die BRIC Länder(Brassilien, Russland, Indien, China)?
    deren Börsen mussten für Tage gesperrt werden.
    - Erdöl bei 200 oder gar 300$
    - Knappheit bei den Rohstoffen
    - Immobilien gewinnen fortlaufend an Wert
    etc.

  5. Globi

    Excess in the Face of Financial Ruin
    http://abcnews.go.com/Video/playerIndex?id=5983163

  6. Dr.Liffsey

    Bilanzsumme UBS 2000 Milliarden
    Jahresbudget Eidgenossenschaft (Bund) 55 Milliarden
    für die Rettung der Swiss/air aufgewendet 2 Milliarden
    Gesamtverschuldung von Bund, Kantonen und Gemeinden 120 Milliarden

    für die Rettung der UBS eingesetzt 60 Milliarden!!!!!

    Die Rettungsaktion UBS erfolgt im Notrecht (sonst nur in Kriegszeiten üblich) d.h. der Bundesrat bestimmt allein.

    Selbst jene SVP-ler, die Staatseingriffe immer vermeiden oder verkleinern wollten, wie NR Kaufmann (ZH), stimmen dem Rettungspaket zu.

    Die Situation hat sich offenbar dramatisch verschlechtert.

    Ich hoffe nur, dass der Staat, der nun so stark involviert ist, auch unnachgiebig darauf drängt sich mit Hilfe eines eigenen, unabhängigen Sachverständigen (EFV-Direktor Siegenthaler ist nicht geeignet!) “volle Einsicht in die Bilanzen der UBS” zu verschaffen.

  7. Karin

    Hierzulande ist die Lage entspannter. “Für Deutschland gibt es keine unmittelbare Gefahr”, sagte Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts. Würden die von der Bundesregierung zugesicherten Garantien für Spareinlagen wirklich alle eingelöst werden, könne es zwar theoretisch problematisch werden. Doch dieser Fall sei eher unwahrscheinlich.
    Zudem sei die Garantie bisher kein Gesetz, sondern lediglich eine Willenserklärung.

    Zum Thema Garantie bitte den letzten Satz lesen.
    http://www.boerse-online.de/tools/ftd/423834.html


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