Rettungsaktion UBS

16. Oktober 2008 von Echnaton - 5 Kommentare

Die Medien werden uns die Massnahmen des Bundes morgen als vollen Erfolg vermelden, wenn nur ihre Soziindustrie ungeschoren davonkommt. Man wird der stammelnden Bundesrätin grosse Weitsicht attestieren, auch wenn Jeder evident sehen konnte, dass sie ausser ein paar Platitüden nichts zu bieten hatte.

Was aber sagt der Markt dazu?

Die UBS Aktie starte mit über 6% im Plus. Doch im Verlauf des Handels sackte dieser Vorsprung immer mehr ab, um am Ende sogar unter das Niveau des Dow Jones zu fallen. Dieser überraschte heute deutlich: obwohl er zuerst um 4% absackte, schoss er dann doch im Laufe des Tages auf plus 4%. Die UBS Aktie beendete etwa auf gleichem Niveau, allerdings schwächer als etwa die Aktie der Deutschen Bank und weit abgeschlagen hinter der CS Aktie (+13%).

Man hat also nicht sehr viel für seine 60 Mrd. bekommen. Falls die UBS in den nächsten Monaten weitere Risiken abschreiben muss, dann ist ein Grounding nicht ausgeschlossen. Immerhin hat die UBS eine Bilanzsumme von 2000 Mrd. Refinanzieren konnte sie bis jetzt etwa 100 Mrd., dass sind 5%.

Dot.com-Krise unwahrscheinlich

Einige Spitzbuben warnen vor einer neuen Dot.com-Krise. Damals hatte z.B. die CS eine Firma mit 17 Angestellten an die Börse gebracht und zusammen mit dem Fernsehen so hochgejubelt, dass deren Aktien kurz danach 1,7 Mrd. Wert war. Das war natürlich vorsätzliche Täuschung: einen Teil der Aktien erhielten die Journalisten, einen Grossteil des Geldes ging an die Banken und deren Angestellte und ein beträchtlicher Betrag an die Eigentümer, die sofort nach dem Börsengang ihre Anteile verkauften und kurz darauf verschwanden. Natürlich trifft auch einen Teil der Schuld die Anleger, die einfach nichts von der Informatik verstanden.

Doch heute ist das weniger akut. Jeden Blödsinn frisst die Öffentlichkeit auch nicht mehr. Die Informatik ist zu einem alltäglichen Instrument geworden. Innovationen sind auch hier nicht mehr alltäglich. Zu den Gewinnern in den nächsten Jahren wird sicherlich Apple zählen, während Microsoft deutlich an Boden verlieren wird. Auch wird die Informatik zunehmend die Printmedien als Informationsträger ablösen, aber das resultiert mehr aus der Diffusion der Technologie, weniger auf der Technologie selbst.

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  1. “Man wird der stammelnden Bundesrätin grosse Weitsicht attestieren, auch wenn jeder evident sah, dass sie ausser ein paar Platitüden nichts zu bieten hatte.”

    Und jeder zweiter wirds glauben und sich für verdammt clever halten.
    Schliesslich wurde uns das Märchen vonwegen “bestes Bildungssystem der Welt” lang genug eigetrichtert, obwohl korrekt wäre “teuerster Bildungssystem der Welt” was ja ganz etwas anderes bedeutet.
    Die ergebnisse zeigt uns die Pisa.

  2. Herakleitos
  3. ich fand gerade im tagi newsletter folgende story


    UBS: Boni in zweistelliger Millionenhöhe möglich

    Auch nach dem Eingreifen des Bundes sollen einzelne UBS-Banker in den Bereichen Investment Banking und Hedge Fonds Bonuszahlungen in zweistelliger Millionenhöhe erhalten.

    ich find das zu geil - da sollte man echt mal zivilenungehorsam walten lassen und keine steuern mehr nach bern überweisen…

  4. Ja, es ist ungeheuerlich und es bleibt einem anständigen Bürger die Spucke weg, wenn er vernehmen muss, dass eine eigentlich konkursite Bank Bonuszahlungen in zweistelliger Millionenhöhe ausrichten kann. In den USA ist sowas aber tatsächlich möglich. Ich weiss wovon ich rede. Ich bin rechtsgerichtet und auch ein Kapitalist, aber unsere Einstellung von Kapitalismus ist nur ein Schatten dessen, was in den USA abgeht. Zwischen der Kultur in einer CH-Bank und einer US-Bank bestehen Welten, wobei sich unsere immer mehr den Amis angelehnt haben. In den USA zählt nur money, money und nochmals money, dafür wird auch frisiert, beschissen und betrogen. Alles andere interessiert die Leute nicht. Es ist ein Job mit Hyer und fire. Solidarität oder so etwas zum Unternehmen gibt es kaum. Man melkt und schindet raus, was man kann, mit lauteren und weniger lauteren Mitteln. Daher ist auch das Risiko in den USA-Filialen bezüglich Veruntreuung recht hoch. Leider hat diese Yankee-Kultur auch immer mehr Einzug in die globlalisiert tätigen Grossbanken in der Schweiz Einzug gehalten. Das UBS-Debakel ist ein typisches Resultat davon.

  5. Im vom Herakleitos verlinkten Artikel steht “grossartige Leistung”.
    Ist es grossartig das Geld anderer mit der grosse Kehle auszugeben?
    Die “grossartige Leistung” werden alle Bewohnern der Schweiz wohl bald erbringen müssen , und zwar durch Verzicht!
    Die UBS kränkelt so gewaltig, dass es schwer ist anzunehmen, dass sie sich erholen wird oder gar den Pump noch mit Gewinn für den Staat zurückzuzahlen wird.
    Der Staat seinerseits beweist mit seiner Verschuldung von ca. 130 Mia. sfr, dass er von “Gewinnschreiben” oder gute Geschäfte machen nicht die leiseste Ahnung hat.
    Die 65 Mia die da mittels “grossartige Leistung” vom Bundesrat gesprochen wurden können wir wohl schon bald zu den anderen 130 Mia schulden addieren.
    Gewinnern: Bundesräte und Politnomenklatura mit sicheren und grossen Löhne
    Versager Managern mit staatlich garantierten Boni in zweistelliger Millionenhöhe.
    Verlierer: der mit Lohnausweis angestellter Erwerbstätiger der von Mo bis Fr der freie Marktwirtschat ausgesezt ist und das Einkommen der Gewinnern mitzugeneriern hat.


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