16. Oktober 2008 von Echnaton - 10 Kommentare
Kaum ist die Wirkung der Finanzmassnahmen der EU an den Börsen verpufft, muss auch der Schweizer Bundesrat noch so einen Böller zünden - man will ja nicht vergessen werden!
Der Schweizer Michel wird mit 66 Mrd. zur Kasse gebeten. Natürlich ist alles keine echte Ausgabe, sondern “eine lohnende Investition für den Steuerzahler” (Wie könnte das anders sein?). 60 Mrd. davon werden verwendet, um die Spielschulden der Bank abzuschreiben und mit 6 Mrd. wird der Bank Geld zugeführt.
Eigentlich komisch: noch vor ein paar Tagen verkündigte Widmer-Schlumpf (die mit dem Ablaufdatum) unsere Banken seien vollkommen sicher und es drängen sich keine Massnahmen auf. Und heute schon ist alles ganz anders. Unser Bundesrat, alles Juristen, hat wie immer den üblich klaren Durchblick.
UBS damit als “global player” am Ende
Ob die Wirkung mehr als nur die obligate Zwei-Tages-Rally auslöst, ist mehr als nur fraglich.
Dadurch, dass die UBS beim Bund Geld betteln geht, gesteht sie öffentlich ein, das sie kurz vor dem Aus steht.
Vergessen wir nicht, dass die UBS die grösste Vermögensverwalterin der Welt ist und nur ein kleiner Teil des Geldes aus der Schweiz stammt. Soeben hat nun der Bundesrat den Gläubigern (Kunden) der UBS den Schweizer Steuerzahler als Pfand hinterlegt. Eine Art Reversed-Banküberfall: die Banker nehmen die Bevölkerung gefangen.
Natürlich hat der Bundesrat auch ganz strenge Auflagen beschlossen: die Boni werden begrenzt. Die hätten die Banker in der Krise so oder so nicht bekommen, aber schliesslich geht es ja vor allem darum, in den Medien ein bisschen gute Figur zu machen.
Kommentare in den Medien
Hier die Meldung von 20min. Sie tönt in etwa so, wie wenn der Bundesrat der UBS dazu gedrängt hätte, das Geld anzunehmen:
Oben im Titel die Meldungen der NZZ. Die Wirtschaftzeitung zeigt wieder mal klar, dass kaum mehr als eine Schönschreibe für Pressecommuniques ist. Der Doofe ist einfach der, der dafür noch Geld bezahlt. Pressecommuniques sind schliesslich gratis.
Nachtrag Pressekonferenz
Widmer-Schlumpf macht wie üblich einen vollkommen verwirrten Eindruck und übt sich in Platitüden. Komischerweise interessiert das die versammelte Presse niemand. Die gelegentlichen Schwenks in die Reihen der Journalisten zeigen lediglich ein paar verlauste Gestalten, die angeblich Journalisten sein sollen.
Zusammenfassend:
- Die Verbesserung des Anlegerschutzes wird bis Ende März geprüft und es werden neue Vorschläge ausgearbeitet … bla, bla, bla, bla ..
- Woher der Stutz für den Einlagefond kommt (60 Mrd.), konnte auch Roth nicht sagen - und komischerweise hat das auch keinen der linken Strassenintellektuellen auf den billigen Plätzen interessiert.
- Es wir auf keinen Fall irgendwo gespart. Davor haben die Linken panische Angst. Den sobald der Staat spart, sind die Linken auf der Strasse.
03:50 Abschwarten partiell zu gestatten?
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15:53 Tagi: die eigenen Leser verseckelt
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Immer mehr handelsübliche Modelle von GPS-Navigationsgeräten sind mit einem System ausgerüstet, welches die Automobilistinnen und Automobilisten mit grosser Präzision vor polizeilichen Geschwindigkeitskontrollstellen warnt. Verbinden sie ihr GPS mit einem Handy, sind die Eigentümer solcher Geräte sogar in der Lage, sich über die Zentrale eines entsprechenden Anbieters innert weniger Minuten gegenseitig vor temporären Polizeikontrollen zu warnen. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) macht Anbieter und Verkehrsteilnehmende darauf aufmerksam, dass solche Geräte den verbotenen Radarwarngeräten gleichgestellt und daher verboten sind.
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In Brugg wurde Ende November das römische Museum wiedereröffnet. Es heisst Museum Vindonissa in Anlehnung an die ehemalige Garnison der Römer in Windisch. Mit 5 Franken ist der Eintritt sehr moderat. Auch sonst bietet die Gegend viel rund um das Thema Römer. Ebenso gibt es zivile Römergruppen, die in Experimenten in Zusammenarbeit... [Mehr ...]
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Immer wieder liesst man in de Medien Vergleiche mit der grossen Depression. Ist das aus ökonomischer Sicht haltbar oder bloss Journalistengeschwätz? Beide Krisen haben gemeinsam, dass sich sowohl eine Finanzkrise mit einer realwirtschaftlichen... [Mehr ...]





die heutige pressekonferenz war etwas von dämlichsten, was ich je gesehen habe.
eines ist jedenfalls sicher, schlumpfine wird sicher für ihren schwachstromauftritt noch von den medien gelobt!
Die UBS hat nach heutigen Bewertungen ihrer Aktiven mehr als 100 Milliarden in den Sand gesetzt. Ungeheuerlich und kaum vorstellbar. Die bisher 45 Milliarden Abschreibungen konnten sie durch Kapitalerhöhungen finanzieren, aber mehr lag nicht drin. Es verblieben über 60 Milliarden Dollar an Risiken, die eigentlich nach Gesetz hätten abgeschrieben werden müssen. Nicht absetzbare Lumpen-Papiere, für die nichts zu bekommen ist, sind non-valeurs und nach Gesetz auf 0 abzuschreiben. Es ist nicht zulässig, darauf zu spekulieren, dass sie eines Tages wieder etwas Wert haben könnten. Konkret ist die UBS seit längerer Zeit bei Beachtung gesetzlicher Bewertungsvorschriften pleite und hätte die Bilanz schon seit langem deponieren müssen. Stattdessen wurde im letzten Quartal noch ein Gewinn ausgewiesen statt eines Verlustes von einigen dutzend Milliarden. Im Prinzip Bilanzfäschung. Aber was konnte man anderes tun als wenigstens noch einen kleinen Gewinn auszuweisen ? Alles andere hätte einen Run auf die Bank und ein Chaos heraufbeschworen. So ist es halt, es gibt Situationen, wo man die Wahrheit besser nicht sagt.
Das was die SNB getan hat, war die einzig richtige Lösung, wenn man die UBS retten wollte. Jetzt weiss man endlich, wie es mit dieser Bank effektiv steht und diese kann neu beginnen. Ich meine nicht, dass die bereit gestellte Unsumme für die Schweiz verloren ist, aber ob man je alles wieder zurückerhält, ist auch höchst ungewiss. Total 65 Milliarden Dollar (CHF 73 Milliarden) sind auch für die SNB ein zu gewaltiger Brocken, den sie nicht allein, sondern nur mit EZB zusammen bewältigen kann. Insgesamt ein Wahnsinn, der da abgelaufen ist.
Interessant wird es sein, wie drastisch der Bund auf die unseligen Bonuszahlungen eingreifen wird. 2007 wurden 10 Milliarden Boni ausbezahlt, ungeheuerlich. Meines Erachtens müssten Boni gestrichen werden und diese Mittel zwingend zur Sanierung der marode gewordenen Spuckbank eingesetzt werden. Besser wäre noch ein Malus, dh. die Seckel-Manager, welche das Desaster verursacht haben, müssten noch belangt werden. Früher hätte man diese Kerle aufgehängt.
sehr interessanter kommentar ökoclown
Ja, echt sehr interessanter Kommentar! Aber noch ein paar Zusatzinfos:
Bilanzsumme UBS: 2000 Mrd. Dollar
Durch Kapitalerhöhung und Garantien bis jetzt gedeckt: etwa 100 Mrd.
das entspricht nur 5%!
Wenn die Finanzmärkte jetzt auch nur noch ein bisschen nachgeben, ist es geschehen und die UBS. Man wird niemals so viel Geld nachschieben können, auch wenn man das letzte rostige Velo in der Schweiz als Pfand hinterlegt.
Die ganze Anlage ist selbst für die Eidgenossenschaft. hoch spekulativ.
Update: Wenn der Kapitalabzug aus der UBS sich fortsetzt ist ein Zusammenbruch unausweichlich, da die Eidg. zu klein ist, die Bank zu retten. (Kommentar auf Financial Times).
Wenn also in den nächsten Tagen der Kapitalabfluss nicht gestoppt werden kann, ist die UBS verloren.
Die Lage hat sich weiter zugespitzt!
Merz galt als erfahrener Finanzpolitiker. Sein Ausfall hat nun zufälligerweise eine Person an die, in dieser Krise, verantwortungsvollste und anspruchvollste Position im Lande befördert, von der wir nicht viel mehr wissen ,als dass sie bisher “Subvenziuns” verteilt hat.
Das Volk wird sich daran erinnern, wem wir es zu verdanken haben, dass nun keine Persönlichkeit mehr im Bundesrat sitzt, welcher auch nur annähernd zugetraut werden kann, dieser Krise gewachsen zu sein!
Ich vermag überhaupt nicht zu beurteilen, ob es verantwortbar für den Staat ist, Beträge für den Erhalt einer Bank einzusetzen, die jene für die Swiss bei weitem übersteigen. Alt Bundesrat Villiger sagte damals,
dass die gesprochenen Geldmittel an die Grenze gehen würden, was der Volkswirtschaft noch zugemutet werden könnte!
Wenn die UBS wirklich dermassen schlecht dasteht, dann verstehe Ich nicht warum die Milliarden nicht für das Überleben der “gesünderen” CS eingesetzt werden?
… tja, jetzt weisst Du auch, warum der Merz einen Herzinfarkt bekommen hat …
Keine Panik!

Die Linken werden alle Problemen lösen mittels Planwirtschaft!
Die UBS-Konzernleitung hat seit Sommer 2007 mit gezinkten Karten gespielt. Die abschätzbaren Risiken in den oberfaulen Subprime-Papieren entsprachen mehr als dem doppelten dessen, was im Verlaufe der drei grossen Sanierungsaktionen mit den massiven Kapitalerhöhungen wieder ausgeglichen wurden. Man entschloss sich, Abschreibungen in einem Ausmass vorzunehmen, was der Markt noch zuliess bzw es gerade noch gestattete, um nicht ein Feuerwerk mit Untergang zu entfachen. Auf diesem Wege kamen die 45 Milliarden zustande, dies allein ist schon eine Riesensumme, aber diesen Betrag kriegte die UBS-Konzernleitung noch hin mit den Grossinvestoren Singapore und eines arabischen Oelstaates. Aber was wäre passiert, wenn die UBS wahrheitsgemäss ein Maximalrisiko von CHF 120 Milliarden in die Weltpresse hinausposaunt hätte? Selbst die salamiweise Bekanntgabe von Teilbeträgen bis 45 Milliarden lösten zu Recht gewaltige Echos aus und erschütterten das Vertrauen in die Bank massiv. Die Bekanntgabe eines Risikos im Ausmass von weit über CHF 100 Milliarden wäre das aus gewesen. Das Missverhältnis zwischen eigenen Mitteln und Risiken wäre zu gross gewesen, als dass sich irgendwelche Investoren hätten finden lassen. Die UBS pokerte und setzte auf Zeit. Man schrieb ab, was der Markt erlaubte in der Meinung und Hoffnung, dass man den grossen Rest von über USD 60 Milliarden einerseits über die laufenden Gewinne des Private Banking laufend im Ausmass von jeweils einigen Milliarden abschreiben könne. Anderseits klammerte man sich an die Hoffnung, dass sich die prekäre Immobilien-Situation in den USA entschärfen würde und man Pakete dieser Schrott-Papiere sukzessive zu akzeptablen Preisen wieder am Markt absetzen könne. Was ich nie verstehen werde, wie man in einer solchen Situation mit derartigen, bekannten Risiken 2007 noch ca. CHF 10 Milliarden Boni ausschüttete, die dringend für Abschreibungen benötigt worden wären. Ein gieriges Lumpenpack.
Die ganze Entwicklung verlief in der Folge gar nicht nach Gusto der Bank-Chargierten. Die Situation im Immobilienmarkt entschärfte sich nicht sondern verschärfte sich noch, das Vertrauen in die UBS schwand zunehmend, es wurden massiv Kundengelder abgezogen, die Erträge aus dem Private Banking gaben bei weitem nicht mehr das her wie früher und dann kam noch als Damoklesschwert die allgemeine globale Finanzkrise mit dem ersten Konkurs der Lehmann Brothers, wo auch die UBS massiv drin hing. Jetzt begannen die Kundengelder massivst abzuwandern und die UBS musste sich zunehmend im Interbankengeschäft kurzfristig refinanzieren, um die notwendige Liquidität aufrecht erhalten und ihre Zahlungen leisten zu können. Und dieses Geschäft ist bekanntlich praktisch zusammengebrochen, da keine Bank mehr der andern traute und gerade die UBS war im Gegensatz zu früher alles andere als eine Erstklass-Adresse. Also woher die Mittel nehmen, wenn die Kunden mehr Gelder abziehen als bringen und die Banken klemmen ? Noch eine Frage der Zeit, wie lange man es aushält, bis man eingestehen muss, wir können nicht mehr zahlen, was wir müssten und das wäre dann das Ende, so ähnlich wie beim Swissair-Grounding.
Echnaton hat in seinem Beitrag noch immer vorhandene Risiken zu Recht erwähnt. Man muss dabei zwei Sachen auseinanderhalten. Mit der Abnahme der immer noch faulen Positionen im Ausmass von rund USD 54 Milliarden durch die Schweiz. Nationalbank und Einschuss von 6 Milliarden Kapital hat sich die Eigenmitteldecke (Haftpolster) der Bank enorm verbessert, die bankengesetzlichen Vorschriften bezüglich Risikokapital sind mehr als erfüllt und durch das sozusagen verschwinden dieser CHF 60 Milliarden-Risiken gehört die UBS wieder zu den weltweit best kapitalisierten Banken mit grundsätzlich hoher Kreditwürdigkeit auf dem internationalen Markt. Das Wieder-Vertrauen in die UBS müsste nach dieser Rosskur-Aktion eigentlich gegeben sein. Aber leider ist dies vorerst nur Theorie, wie auch die Kursentwicklung der UBS-Aktie heute zeigt. Grundsätzlich hätte die UBS Aktie bedeutend höher gehandelt werden müssen, denn der innere Wert ist ganz massiv gestiegen, ist doch die UBS faule Aktiven von USD 60 Milliarden losgeworden. Die Kursentwicklung verlief aber negativ. Dies zeigt, dass Grossinvestoren noch immer kein Vertrauen gefasst werden. Vertrauen ist das wichtigste Gut einer Bank. Wenn dies nicht vorhanden ist oder verloren geht, so ist die Existenz auch einer gut kapitalisierten Bank auf Dauer gefährdet. Aus der UBS wurden allein im 3. Quartal 2008 Kundengelder von ca. CHF 80 Milliarden abgezogen, ein ganz massiver Brocken. Ob die heutigen gravierenden Unterstützungs-Massnahmen durch den Staat bzw die SNB das notwendige Vertrauen in die UBS zurückbringen wird, ist schwer abzuschätzen. Sicher steht die UBS finanziell seit heute viel besser da, anderseits kratzt allein der notwendige staatliche Eingriff halt doch am Image und der Glaubwürdigkeit dieser einstmals ersten Bankadresse auf dieser Welt. Es ist für alle zu hoffen, dass es der UBS gelingen wird, wieder Vertrauen zurück zu gewinnen. Auf kurze bis mittlere Sicht sehe ich die Liquiditäts-Probleme für die UBS behoben, es fliessen ihr immerhin neue liquide Barmittel von ca USD 60 Milliarden zu und das ist keine Kleinigkeit. Aber dies allein genügt nicht. Wenn es nicht gelingt, die Kundengeld-Abflüsse zu stoppen, so wird auch die UBS mehr oder weniger rasch untergehen bzw durch Konkurrenten übernommen. Ich könnte noch viel erzählen über massive Unzulänglichkeiten verschiedenster Art, wie es überhaupt zu diesem Desaster kommen konnte, aber das nützt alles nichts mehr. Der Mist ist geführt. Am störendsten ist für mich allein die Tatsache, dass massgeblich für das Desaster verantwortliche Herren in der UBS immer noch hochbezahlte obere Chefjobs bekleiden, die man hätte fristlos feuern müssen. Für gewisse nach aussen untragbar gewordene Herren wurden sogar spezielle neue Jobs geschaffen. Man weiss voneinander zuviel und eine Krähe pickt der andern bekanntlich kein Auge aus, so regelt man das möglichst suffisant intern. Insgesamt ein Debakel, das ich niemals für möglich gehalten hätte. Ein solches Desaster hätte es unter der Leitung früherer UBS-Manager wie Robert Holzach oder Nikolaus Senn auch nie gegeben. Auch diese waren nebst Kapitalisten aber auch noch Bankiers, hatten auch ethische Grundsätze und ein Auge für das machbare und risikomässig vertretbare. Für die nachfolgende junge Manager-Generation unter Leitung des Marcel Ospel gab es nur noch Gewinnmaximierung bis zum Exzess, es zählte nur noch der Zaster, Zaster und nochmals Zaster. Alle diese Jungen betrachteten die USA als Vorbild und brachten auch die Mentalität der US-Boys in die gute, alte, solideste Schweizerbank inklusive der Boni.
Werte Oeko-Clown
Deine Aussagen sind höchst interessant und geben einem “Laien” wie mir einen ganz anderen Blickwinkel in dieser Angelegenheit. Umsomehr Dein Text noch so gehalten ist, dass jederman ihn verstehen kann.
Danke!