Die Schweiz aus konservativer Sicht  
Ja zum Cafe Voltaire

24. September 2008 von Winkelried

In den nächsten Wochen wird in der Stadt Zürich über einen relativ geringen Beitrag an das Cabaret Voltaire abgestimmt. Die SVP hat dagegen das Referendum ergriffen. Wir finden das grundlegend falsch. Das Cabaret Voltaire ist auch die Wiege Winkelrieds!

Etwa alle vier Wochen trafen (und trifft) sich ein Staatwissenschaftler, ein Ökonom, ein Architekt und eine Kunsthistorikerin im Cafe Voltaire, meist im Anschluss an einem Besuch im Kunsthaus. Alle vier sind im Ausland aufgewachsen und ausser dem Staatsrechtler kennen sich alle schon seit der gemeinsamen Jugend in Italien.

Irgendwie kam das Gespräch auf Pasolinis Film “120 giornate di Sodoma”, ein Film der in der Repubblica Sociale Italiana spielte, wo einige Fascho-Perverslinge sich ein eigenes Biotop schufen, welches noch zwei Jahre lang bestand haben sollte. Der Staatsrechtler meinte dazu, dass nach heutigen Völkerrecht eine De-facto-Regierung nicht mit dem Einsatz militärischer Mitteln beseitigt werden darf. Was?

Uneinigkeit … die Kunsthistorikerin stellte dann eine entscheidende Frage, die eigentlich die Geburtsstunde Winkelrieds war: “Können nicht auch in einem demokratischen Staat die Werte pervertieren?” Während der Staatswissenschaftler jetzt erst recht loslegte, verstummte die “Italienfraktion”. Sie alle hatten die “anni di piombo” miterlebt und kannten die Brigatisti nicht nur aus der Zeitungen.

Können auch Werte in der Demokratie pervertieren?

Allen wurde dort vielleicht das erste Mal bewusst – Zufall oder nicht – dass die Repubblica Sociale auch hierzulande, in einem demokratischen Staat, Realität geworden ist. Finanziert auf dem Rücken der Bevölkerung, betreiben die Linken in der Schweiz mehr als in jedem anderen Land Europas die Perversion der Werte: Gerichte heben Volksentscheide auf, Untersuchungsbehörden schikanieren politische Gegner, Homosexualität wird als ein weiteres, gleichberechtigtes Geschlechtsverhalten anerkannt, Einwanderungskritiker werden verfolgt, die linke SA, die Antifa, geniesst vollkommene Narrenfreiheit, währenddessen die Universitäten eine Rechtsextremismusstudie nach der anderen vom Stapel lassen über eine Szene, die faktisch innexistent ist.  

Genau gleich wie in der italienischen Sozialrepublik gibt es nur die “anständige” Presse – so nennen sich zumindest jene, die von morgens bis abends “Rassisten und Rechtsextremisten” bekämpfen – gleichzeitig aber Sozialmissbräuche so gut es geht verschweigen. Sie berichten täglich über Überfälle, Raub und Mord an Einheimischen (andere würden es Genozid nennen), die Herkunft der Täter findet man aber bestenfalls in den letzten Zeilen (um es nicht Genozid nennen zu müssen).

Multikultureller Bolschewismus als Quell der Inspiration

Das perversteste Verbrechen jedoch ist die Gleichschaltung der Kunst. Wer ist heute in der Schweiz ein Künstler? Jener, der auf ein Blocherbild pinkelt, Moezingesänge von einer Kathedrahle abspielt oder ein paar Sozisprüche gegen Rassismus neben seinem selbstgeschweissten Abfall aufsagen kann. Das er mit diesen Schweisskenntnissen zwangsweise zum Künstlerdasein verdammt ist, weil ihn keine Schweisserbude haben möchte, fällt keinem Journi auf. Und erst recht fragt sich keiner, warum eben diese Schweisser dem Künstler seine Existenz finanzieren sollen – denn diese “Künstler” leben uniso von Steuergeldern. Die ganze Perversion offenbart sich an den vielen Kunstpreisen der Szene: ein Linker dekoriert einen anderen und die Presse steht Spalier. Selbst unter Mussolini genoss die Kunst die grössere Unabhängigkeit als heute in der Schweiz.

Die Schweiz braucht Dada!

Die Schweiz braucht mehr den je Dada, keine pseudokritischen Leichtschwätzer, auch keine sinnlosen Dekonstruktivisten, sondern Dada – das radikale und bedingungslose Zertrümmern der heutigen Neospiesserideologie und deren Tabus. Genau das tat damals Dada, eine Revolte gegen die Kunst selbst. Denn erst wenn die Kunst befreit ist, kann die gesellschaftliche Befreiung beginnen.

Deshalb: stimmen Sie Ja zum Erhalt des Café Voltaire – für einmal finanzieren die Linken sich ihren eigenen Untergang selbst!

Das Ende der Geschichte

Viel mehr als ein Gedanke entstand damals im Café Voltaire allerdings nicht – vom Bloggen hatte damals noch keiner eine Ahnung. Es verging nochmals etwa ein Jahr, bis sich die Idee entstand, ein Blog zu gründen und dann nochmals Monate, bis man endlich einen Sponsor dazu fand. Doch Anfang August vor einem Jahr ging es dann los – die linke Szene war schockiert. Doch nur um die Linken ein wenig zu hänseln, ist das Leben zu kurz – und es wäre billiger Dekonstruktivismus. Nein, Winkelried ist mehr – Winkelried ist Neo-Dada – Winkelried relativiert nicht linke Tabus – WINKELRIED ZERSTÖRT SIE.

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  1. Sehr aussergewöhnlicher Artikel.
    Doch ich hab ihn gerne gelesen.

    Beim Satz
    “Wer ist heute in der Schweiz ein Künstler? Jener, der auf ein Blocherbild pinkelt, ein paar Moezingesänge von einer Kathedrahle abspielt oder ein paar Sozisprüche gegen Rassismus neben seinem selbstgeschweissten Abfall aufsagen kann.”

    bin ich schier vom Stuhl gefallen vor lauter schallen und grölen!

  2. jup dem kann ich mich voll und ganz anschliessen.

    ich finde auch die kunst ist etwas was die gesellschaft braucht und damit mein ich nicht zitatJener, der auf ein Blocherbild pinkelt, ein paar Moezingesänge von einer Kathedrahle abspielt oder ein paar Sozisprüche gegen Rassismus neben seinem selbstgeschweissten Abfall aufsagen kann.zitat ende
    sondern kunst mit niveau. wenn das das kafi voltaire auch unterstütz kann es weiterleben und weiterunterstützen – ansonst lieber schliessen – den was ich so sehe ist die bude eh immer leer oder voll grünem kifferqualm verpesstet…

  3. Landammann

    Sehr gut. Bitte mehr Artikel auf diesem Niveau.

  4. Waldfee

    Als Kunstliebhaberin schätze ich das Café Voltaire und besonders auch diesen Artikel hier, mal etwas anders als üblich. ;-) Kunst spiegelt stets den Zeitgeist, soll auch provozieren. Lassen wir die Kunst wieter sprechen. ;-)

  5. Echnaton

    Sicherlich ist auch die Provokation Teil der Kunst, doch vielmehr soll sie Neues aufzeigen. Staatliche “Kunst” ist per Definition daher keine Kunst, weil sie nur das aufzeigt, was schon alle wissen.


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