24. August 2008 von Winkelried - 10 Kommentare

Es gab in den USA einen Metzger, der nebenbei anfing, Hypothekarkredite zu verkaufen. Da er selbst aus der Gosse kam, vergab er die Kredite an Leute, die es sich eigentlich gar nicht leisten konnten, die knapp über dem Existenzminimum lebten und bei denen vorauszusehen war, dass die erste Krise sie ins Unglück stürzen würde.

Vor allem war der Metzger ein Konkurrent mehr auf dem Hypothekarmarkt, der noch etwas mehr Risiko einging als die Anderen. Diese mussten mitmachen und schraubten ihre Sicherheitsmassstäbe ebenfalls  tiefer.

In der Folge zog die UBS einen Verlust von 40+ Mrd. CHF heraus, doch lernen wird davon niemand etwas. Eigentlich ist Konkurrenz ja etwas Positives: jeder versucht seine Produkte zu verbessern, verändern, vereinfachen, um damit einen Wettbewerbsvorteil herauszuholen. Konkurrenz ist der Kerngedanke des Liberalismus und selbst Linke bekennen sich dazu (”Ich bin ein Liberaler”) wenn der Staat ihnen nur einen entsprechenden Wettbewerbsvorteil gewährt.

Doch funktioniert das auch im Kreditmarkt?

Konkurrenz funktioniert eigentlich nur, wenn es mindestens fünf*) Anbieter im Markt gibt. Und gerade bei den Banken gibt es nicht wirklich Konkurrenz, zu sehr sind die miteinander verbandelt, als dass sie voneinander in Konkurrenz stehen würden. Ein konkurrenzierender Kapitalmarkt ist eine Fatamorgana.

Die linke Presse ist weder verantwortungsvoll noch kompetent

Die Bankenkrise zeigt aber auch, wie wichtig eine qualitativ hochstehende Presse ist, die auf Journalisten basiert, die eine entsprechende Ausbildung haben, wie das seinerzeit bei der NZZ üblich war. Doch heute sind Journalisten Germanisten und ähnliches, die diesen Beruf deshalb ergriffen haben, weil aus ihnen nie fähige Natur- oder Wirtschaftswissenschaftler geworden wären. Sie haben keinerlei Ahnung von wirtschaftlichen Abläufen.

Ein Beispiel ist der “Wirtschaftsexperte” Löpfe vom Tagesanzeiger oder etwa die ganzen Konsumsendungen und - magazine, wie Espresso und Beobachter. Dort geht es letztlich nur darum, die bösen Kapitalisten zu bashen, wenn irgendwo ein Toaster ohne korrekte Bedienungsanleitungen ausgeliefert wurde. Die Folge davon sind zum Teil blödsinnige Konsumentenschutzverordnungen, doch im Bankensektor wir weiterhin fröhlich gemauschelt. 

Staatsgarantie?

Typische ist auch die Reaktion unserer Medien. Überall posaunten sie herum, dass die Gelder in den Kantonalbanken eine Staatsgarantie haben und deshalb sicher seien. Entsprechend verschiebt sich auch das Kapital nun dorthin. Was die Medien den Sparern nicht mitteilen, ist, dass das Geld umgehend wieder in die anderen Banken zurückfliessen. Und auch das mit der Staatsgarantie ist nicht wirklich eine Sicherheit. Fährt die “staatsgarantierte” Bank massive Verluste ein, wird der Staat diese durch Geldentwertung (Inflation) wieder abfangen: er druckt einfach fleissig Noten. 

So oder so, es kommen schwierige Zeiten auf uns zu. Doch der Schweizer ist selbst schuld, wenn er sich von linken Dummschwätzerle informieren lässt. 

*) In der Schweiz gibt es nur 3 Handynetze. Wo zahlt man die höchsten Handytarife in Europa?

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  1. Die Immobilienkriese wird auch die Schweiz treffen, Frankreich, Spanien, England, Irland sind nur vorläufer. Schon mal aufgefallen wie wieviele Immobilienangebote es gibt? 635`000Fr. für eine 3.5Zimmer-Wohnung? Die Preise entbehren jeder Logik, eine 10-Jährige 4.5 Zimmer-Wohnung kostet mehr als eine Neue Wohnung mit mehr Quadratmetern. Jeder denkt seine Wohnung sei mehr wert als ein neues Einfamilienhaus. Das es auch bei uns zu einer Korrektur kommt ist normal, denn der Reallohn ist nicht gestiegen in den letzten Jahren, und die Mär von den Reichen Ausländern ist Richtig aber nur an Touristen Orten oder der Zürcher Goldküste. In England hies es auch die Ausländer, die zahlen es, diese Mär diente nur dazu dumme Briten zufinden die diese überrissenen Preise bezahlen. Wer wird all die Wohnungen kaufen die jetzt fertig werden???? An manchen Orten in der Schweiz gibt es bereits 4.5Zimmer-Wohnungen für 332`000Fr., weshalb? Weil es niemanden mehr gibt der eine kauft, die Banken haben die Zinsen um ein Protzent angehoben, die Konjunktur geht in richtung Rezession und jene die kaufen wollten haben gekauft. Wann kommt die Nachricht der ersten Konkurse?

  2. Viele die es knapp vermögen haben sich in den lezten Jahren billig-Reihenhäuser gekauft, Eigenkapital Anteil war auch mit 15% möglich.
    Diese Billighäuser verschlingen eine Menge Geld an Unterhalt, mehr als die Bank ausrechnet, nach dem Garantieablauf nach 10 Jahren erst recht, denn alles wurde so gebaut, dass es max. 10 jahre “hebet”, ein Architekt veriet mir das sein heute so, wegem Konkurrenzdruck and so on…..
    Dazu kommt die Teuerung sämtlicher Energien, die ebenfalls unvermeidbar scheint.
    Dazu noch ein Paar % mehr Hypothet, und in 4-5 Jahren wird es von 2nd Hand Immobilien und Privatkonkurse nur so wimmeln….
    Leider kostet Wohneigentum mehr als man selbst bei vorsichtigen Kalkulationen und Budgetierungen im Worstcase errechnen kann, denn man ist an Schwankungen von mehreren Faktoren gebunden.
    Vorallem wenn man auf den lezten Zacken rechnet (und das ist heute in der Schuldengesellschaft Standart) erwerten einem üble Überraschungen….
    Gut ist das nur für denen die später dann die bereits teilweise abgeschrieben Häuser zu vernünftigen Preise kaufen können.

  3. Echnaton

    @ Schlechmensch
    Was Du sagst stimmt (leider) vollkommen. Ein Architekt sagte mir mal, dass der Schweizer beim Eigentumskauf nur auf die Marmorplatte in der Küche schaue. Das der Rest billiger Trockenbau ist, merkt er erst später.

    Ein guter Zuger Bauunternehmer, ein fähiger Mann, sagte folgendes: nach 35 Jahren können man die Hütte neu bauen, käme billiger als eine Renovation.

  4. Steigt der Zins um 1%, können 6% aller Eigentumsbesitzer nicht mehr ihren Zins bezahlen das war 2006, mal abwarten was passiert, ich bin gespannt.
    Wie kann ein Reiheneinfamilienhaus 850`000Fr. kosten wenn ein Einfamilienhaus in der selben Region 750`000Fr. kostet?? Bei einem Doppeleinfamilienhaus reduzieren sich die Baukosten bis zu 25% und bei einem Reiheneinfamilienhaus?

  5. Echnaton

    @Haller
    Die 15% ist die Sicherheit, die die Banken haben. Wenn der Wert des Hauses auf 85%- rückbezahltes Kapital fällt, können die Banken anfangen zu beten. Wird nämlich der Schöberle zahlungsunfähig haben die Banken ein Problem.

    Vor kurzen sagte mir einer: … er sei bei der Migrosbank! Da sei das Geld sicher! Denn Lebensmittel kaufen die Leute immer. Als ob das was damit zu tun hätte. Natürlich hat die Migros Kapitalbestände um Aromat und so einzukaufen, aber das Kapital der Bank ist weitgehend ebenso bei den global Players wie UBS und CS refinanziert. Und wenn die Ihre Löcher stopfen müssen erhöhen die einfach die Zinsen für die Mgros. Und was macht Migros?

    Vielleicht verändern sich die Hypothekarzinsen nicht überproportional aber unseiner zahlt dann einfach mehr für das Aromat.

  6. Master of

    > Typische ist auch die Reaktion unserer Medien. Überall posaunten sie herum, dass die Gelder in den Kantonalbanken eine Staatsgarantie haben und deshalb sicher seien.

    Bis 30k Fränkli!

    Na ja, lesen bildet.

    Greet!

  7. @Haller
    Dazu muss gesagt werden, dass ein Reihenfamilienhaus noch der unbekannter Faktor in sich birgt, dass es jederzeit zum Einzug unerträglicher Nachbarschaft kommen kann.
    Das ist, nachdem man Hunderttausenden von SFR investiert hat, dramatisch!
    Persönlich könnte ich keinesfalls neben einer Gläubigensippe oder ein cholerischer deutschen Akademiker leben, völlig ausgeschlossen.
    Ich finde es sowieso pervers was die Häuser in den Aglomerationen und Umgebung kosten, geschweige denn in den Steuerparadise.

  8. Seriöse Banken verlangen 20% Eigenkapital. Nun manche Kreditbezüger haben ihre Pensionskasse geplündert, wovon sie mal leben nimmt mich wundert, andere haben ihre Hypothek und ihr Eigenkapital mit einem Kleinkredit finaziert.
    Nun interessant sind jene Objekte :
    3,5Zimmer Attika Wohnung 635`000, die Bausubstanz und der Landwert erreichen niemals einen solchen Wert, Seesicht oder Zentrumsnähe in einer Grosstadt sind fehl am Platz.
    Steigt der Zins um 1% bedeutet dies eine Mehrbelastung von 6350Fr./Jahr oder 529Fr. im Monat. Der Reale Wert beträgt etwa max. 400`000Fr. für dieses Objekt, spezielle Quadratmeterzahlen sind fehl am Platz.
    Manche haben für ihre Eigentumswohnung über eine Million bezahlt, nun 200`000Fr. hat man schnell mal, aber hier kommt die monatliche Zinsbelastung voll zutragen, die Erhöhung von einem Protzent bedeutet 8000Fr./Jahr oder etwa 680Fr./Monatlich mehr.
    3% x 8000Fr. = 24`000Fr. im Jahr =2000Fr. /Monat ohne Nebenkosten
    4% x 8000Fr. = 32`000Fr. im Jahr = 2666Fr./Monat ohne Nebenkosten
    5% x 8000Fr. = 40`000Fr. im Jahr = 3333Fr./Monat ohne Nebenkosten
    Was passiert wenn der Zins mal 5% erreicht? Die grosse Mehrzal aller Schweizer verdient noch immer zwischen 2800-6000Fr./Monat, darunter viele Unternehmer. Bereits 100`000 zuviel bezahlt für sein Objekt macht mal 3-5000Fr. im Jahr aus, je nach Zinssatz.
    Pech haben jene die ihren gut bezahlten Job verlieren wie zum Beispiel die ehemaligen Swissair Piloten, ihre super Löhne sind auf massiv geschrumpft, wie solche Leute ihre teuren Hypotheken finazieren ist auch ne Frage.

  9. Besonders im Kanton Zürich wird es mal eine Korrektur geben, die Arroganz von uns Zürchern ist grenzenlos, viele glauben in Zürich verdiene man mehr als anderswo bis zu 2000Fr./Monatlich. Das würde heissen, dass eine Kassiererin in der Migros in Zürich 5000Fr. Moantlich bekommt. Nun die Initiative im Kanton Waadt die einen Mindestlohn von 3500Fr. wird wohl manchen Zürchern den Schweiss auf die Stirn treiben, wenn sie angenommen wird.
    Nun was hat dies mit den Immobilien zu tun? Ein wichtiger Faktor der die Hohenpreise fürs Eigenheim wird beim Volk damit gerechtfertig das man angeblich im Kanton Zürich massiv mehr verdiene. Sicher gibt es Berufe auf die das zutrifft oder gewisse Kaderfunktionen, auf die Mehrheit trifft es wohl nicht zu. GAV Mindestlöhne gelten Schweizweit, und ich möchte mal jene sehen die 2000Fr. mehrverdienen in ihrer Funktion(Kader/Stellung) als der Mindestlohn.

  10. Echnaton

    @Haller
    Du spricht es hier voll und ganz aus.! Da kommt bald noch mancher Häuslebesitzer zurück auf den Boden der Realität. Nur einer Bevölkerungsschicht ist das alles egal: unseren Kulturbereicherern in den Sozialwohnung.


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