21. August 2008 von Herakleitos - 8 Kommentare

Pöschwies gilt mit 436 Plätzen als grösste Strafanstalt der Schweiz für Männer. Der durchschnittliche Belegung belief sich im Jahr 2007 auf 313 Personen, davon waren 198 Personen (63,3 Prozent) Ausländer (2006: 62,3 Prozent).

Nach wie vor muss sich der Strafvollzug in der Schweiz auf einen sehr hohem Ausländeranteil und einen hohen Anteil Gefangener muslimischen Glaubens einstellen. Auch die Zahl der wegen schwerer Gewaltdelikte Verurteilten nimmt weiter zu.

Hohe Auslastung

Laut dem neuesten Jahresbericht der Strafanstalt Pöschwies durchliefen im Jahr 2007 insgesamt 474 Gefangene die Strafanstalt, davon sassen 198 Personen eine Freiheitsstrafe ab. Mit 187 612 Aufenthaltstagen (Auslastung: 97,7 Prozent) wurde 2007 ein neuer Belegungsrekord erzielt. Die 2007 beobachtete Entspannung bei der Nachfrage von geschlossenen Vollzugsplätzen dürfte sich 2008 nach Meinung der Anstaltsleitung auch auf Pöschwies auswirken.

128 Verurteilte (40,9 Prozent aller Insassen) wurden wegen Delikten gegen Leib und Leben verurteilt. Im Jahr 2006 waren es 39,6 Prozent (125 Verurteilte). 45 Personen (14,4 Prozent) sassen 2007 wegen Delikten gegen die sexuelle Integrität im Gefängnis. 76 Personen (24,43 Prozent aller Verurteilten) sassen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz (primär Drogenhandel). 12 Insassen haben «lebenslänglich» und 63 Insassen sitzen im Gefängnis Pöschwies mit einer Haftdauer von über zwanzig Jahren.

 Drei von fünf Gefangenen sind Ausländer

Drei von fünf Gefangenen im Pöschwies sind Ausländer. Der gesamte Ausländeranteil liegt bei 63.3 Prozent  (2006: 62,3 Prozent). Das sind 198 Personen. Weiterhin fällt der hohe Anteil von Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien auf: Aus der Republik Serbien (inkl. Kosovo) stammen 40 Personen, aus Mazedonien stammen 14, aus Bosnien und Herzegowina 8, aus Montenegro 6 Personen; ausserdem verzeichnete Pöschwies je 13 Gefangene aus der Türkei und aus Nigeria, 12 aus dem Irak, 6 aus Sri Lanka sowie 5 aus Algerien. 115 Personen stammten aus der Schweiz; 75 Gefangene stammen aus anderen Ländern.

28,1 Prozent aller Gefangenen in Pöschwies (88 Personen) gehörten 2007 nach eigenen Angaben dem muslimischen Glauben an, 71 Personen waren römisch-katholisch, 48 Personen protestantisch. 33 Personen gehörten einer orthodoxen Konfession an. Der Anteil der Konfessionslosen lag bei 33 Personen (10,6 Prozent). Neben einem reformierten und einem katholischen Seelsorger beschäftigt Pöschwies auch vier Imame.

Bei einem durchschnittlichen Bestand von 316 Personen hatte die Anstaltsleitung im vergangenen Jahr 501 Rapporte wegen Verstössen gegen die Hausordnung zu behandeln, davon entfielen 35 auf Schlägereien unter Mitgefangenen sowie 2 auf Tätlichkeiten gegen Angestellte. Vorfälle, die nicht direkt von Angestellten beobachtet wurden und allenfalls nur vom Hörensagen bekannt werden, dürfen nicht rapportiert werden und werden somit auch nicht erfasst.

Tod durch Erstickung

 Ein schwerwiegender Vorfall ereignete sich im Januar 2008. Ein Häftling wurde erstickt. Einem Gutachten der Zürcher Staatsanwaltschaft zufolge zeigten sich «Zeichen von massiver stumpfer Gewalteinwirkung auf den Hals des Opfers». Zudem müsse davon ausgegangen werden, dass das Opfer sexuell genötigt wurde. Das Opfer, ein 25jähriger Häftling der Strafanstalt Pöschwies, war Ende Januar tot in einer Zelle aufgefunden worden. Verdächtigt wurde ein 49jähriger Mitgefangener, der wegen Mordes und versuchter sexueller Nötigung in der Strafanstalt verwahrt war.

Beide Häftlinge waren in einer 30köpfigen Gruppe für Gefangene mit Suchtproblemen und Kranken untergebracht. Sie waren zwar in Einzelzellen untergebracht, konnten sich aber zu gewissen Zeiten innerhalb der Abteilung gegenseitig besuchen. Aus einer Antwort des Regierungsrates zu zwei parlamentarischen Anfragen geht hervor, dass die beiden Männer schon früher einmal aneinandergerieten. Und zwar sei es bereits im November 2007 wegen ausstehender Schulden des späteren Opfers zum Streit zwischen den beiden gekommen.

Intensive psychiatrische Behandlung

Psychisch gestörte Gewalt- und Sexualstraftäter sollen ab 2009 eine spezialisierte Therapiebehandlung erhalten. Dazu will der Kanton Zürich zusätzlich in der Pöschwies eine Klinik mit 24 Plätzen einrichten.

«Jetzt stehen die Justizdirektoren schweizweit vor einem akuten Problem, denn seit das neue Strafgesetzbuch am 1. Januar 2007 in Kraft gesetzt wurde, besteht ein Rechtsanspruch auf solche hochspezialisierten Therapieplätze. Die Gerichtspraxis zeigt bereits, dass die Richter dazu neigen, diese neue Massnahme anzuordnen. Obwohl das Kriterium der Unbehandelbarkeit umstritten ist, sollen Straftäter offenbar erst einmal die Chance einer Therapie bekommen, bevor sie gegebenenfalls verwahrt werden. Die Anzahl Straftäter mit einem Anspruch auf eine intensive psychiatrische Behandlung wird also zunehmen», zitiert die «NZZ am Sonntag» am 30. März 2008 die Zürcher Justizdirektion.

Täterfreundlich

Die gewichtigen Neuerungen im Straf- und Massnahmenvollzug - in der Vernehmlassung wurden sie von der Zürcher Justizdirektion noch begrüsst - führen zu einer massiven Aufstockung des therapeutischen Fachpersonals. Ob spezialisierte therapeutische Massnahmen die Sicherheit erhöhen werden, ist mehr als fraglich, wie die Tötung eines Gefangenen in der Strafanstalt Pöschwies vom Januar 2008 leider beweist. Und der Rechtsanspruch auf hochspezialisierte Therapieplätze zeigt, dass für Straftäter kein Aufwand gescheut wird, während Opfer der Ausländerkriminalität vielfach vergessen werden.

Reinhard Wegelin/sifa

(Sifa-Post:20.08.2008)

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  1. Moritz L.

    jäää mini dame ond herre.. sie müssen bedenken, dass diese armen tropfen aus kriegsregionen oftmals ungeahntes gewaltpotential haben, welches sie durch ihre schwere kindheit geprägt hat.. daher müssen wir diese statistik relativieren und das ganze mit heilpädagogischen mitteln probieren zu lösen.

  2. max

    Mumpitz. Nur wegen der schweren Kindheit haben diese Leute trotzdem keinen Anspruch auf einen staatlich bezahlten Joggelijob. Oder hast du mit “arme Tropfe” die Gefangenen gemeint?

  3. Schweizer

    Das es sich dabei nicht um ein Wohlfühlzenter handelt ist ja jedem klar. Es sei denn man nimmt eine Strafanstalt in Texas oder Kolumbien zum vergleich.

    Was ich aber vermisse ist die genaue Zahl der Inhaftierten die gegen das Einwanderungsgesetz verstossen haben. Eine genau aussagende Statistik vom Bund über die Nationalitäten Täter und Strafart gibt es leider nicht mehr. Wir haben auch keinen Ozean um unser Land herum welcher die illegale Immigration einschränkt.

    Was wir brauchen sind Gesetzesänderungen welche die illegalen Immigranten schnell aufdecken.

  4. Schweizer

    Angenommen es sei normal dass wir solche Typen im Nationalrat haben, dann müssen wir bald die Mehrheit der CH Bevölkerung Zwangspsychiatrisieren oder aus dem Land schaffen. Früher hätte man solche Leute die sich heute Politiker nennen längst im Burghölzli versorgt.

  5. “Welcome to Wellness-Club Pöschwies”
    Wöchentlicher Mani/Pedi-cure durch Profi-Kosmetikerinnen, Sauna und Whirlpool, Internet/Hd-Tv sind nur die spitze des Eisbergs….

  6. ne-utrum

    63% ist ja noch ein nicht so hoher Protzentsatz. Wenn man betrachtet das diese 63% aber gerade mal aus einem Anteil von 20% (kenne den aktuellen Ausländeranteil nicht) der in der Schweiz lebende besteht sieht die sache schon anderst aus.

    Oder sehe ich da die zusammenhänge falsch?

  7. Schweizer

    Die meisten hocken da in Ausschaffungshaft, oder sich Illegal aufhaltende in U Haft. Sicher ist die Strafanstallt nicht mit einer in Texas zu vergleichen, doch die Häftlinge sind sicher nicht in einer Wohlfühlanstallt. Beachtet man die Kosten, sollte man die Ausländer ins Ausland abschieben können. Doch keine Airline will solche Passagiere im Flugzeug haben.

    Es gab mal Bemühungen Vollzugsanstallten im Ausland betreiben zu können, doch wurde dies von den Linken abgeschmettert.
    Was ich schlimm finde ist dass Schweizer Straftäter die Intergrierer spielen müssen und denen noch unsere Sprache beibringen.

    Die getrennte Unterbringung der Ausländer in einer Strafanstalt im Russischen Gulag Stil wäre eine gute Massnahme damit die schnell wieder abhauen.

  8. Züricherin

    Hallo Miteinander,

    Wie ich sehe, habt ihr alle eine ähnliche Wortwahl was Ausländer anbelangt. Worüber schreibt ihr, über die Gefangenen oder sind ihr jetzt rübergerutscht auf allg. Ausländer? Der Ausländeranteil in der Schweiz befindet sich momentan auf 21.1% der Gesamtbevölkerung und dies hat keinen Zusammenhang mit vielen ausländischen Gefangenen in Pöschwies.
    Da es sich um viele illegale Immigranten handelt, sind es prozentual ca. gleich viele Schweizer wie auch Ausländer, welche irgendwelche ähnliche Strafdelikte begangen haben.

    Wie ich hier aus einigen Sätzen von euch herauslesen konnte, sind hier gleich alle Ausländer angesprochen worden. Dies finde ich persönlich sehr schade, da wir viele Ausländer in der Schweiz haben, welche sich perfekt integriert haben.

    Was die Delikte anbelangt: Es ist erschreckend, wenn man die Unterschiede der Delikte der Schweizer und der Ausländer ansieht.
    Ausländer sitzen meistens wegen Raub oder Drogen, Schweizer jedoch mehr wegen Mord und sexuellen Übergriffen.
    Ich möchte hier keine ausländische Insassen in Schutz nehmen, da jeder seine Strafe verdient hat…einige zu milde andere zu hart, jedoch sollte man sich eher mit der Realität befassen, bevor man einige Sätze auf die Tasten tipt.

    Wünsche euch trotzdem noch einen schönen Tag und hoffe, dass ihr nie unfreiwillig hinter diesen 6 Meter Mauern sitzt.


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