19. August 2008 von Gastbeitrag - 12 Kommentare

„Für eine weltoffene Schweiz mit Herz“ – Unter diesem Motto ging am 30. Juli in Bern ein  Openair-Konzert über die Bühne. Rund 20´000 Besucher feierten mit.

Die Liste der Trägerschaft liest sich fast wie ein „who is who“ der hiesigen soziokulturellen Elite: Caritas Schweiz, Schweizerische Flüchtlingshilfe, Schweizerisches Arbeiterhilfswerk und – wie erstaunlich – SP und CVP Schweiz. Ein netter Publicity-Akt. „Politainment“ nennt sich dies. Die Grenzen zwischen Politik und Unterhaltung verschwinden.

Für Teenager sind solche Events mit politischen „Feel good“-Botschaften eine willkommene Gelegenheit. Man geht nicht mehr einfach nur in den Ausgang. Man engagiert sich politisch, für einen guten Zweck. Welcher Vater oder welche Mutter hat noch etwas zu meckern, wenn die Kinder für Weltoffenheit einen drauf machen?

Um eine gute Stimmung zu erzeugen, verpflichteten die Organisatoren verschiedene bekannte und weniger bekannte „Künstler“, etwa den Rapper Greis. Vorerst ein Hinweis auf dessen Persönlichkeitsprofil: Auf die Frage, was er nicht mag, gibt er u.a. an: Bescheidenheit, konstruktive Kritik, Protestantismus, Parteizeitungen wie die Weltwoche oder die Schweizerzeit. Der Rapper durfte zudem den Förderpreis der Anne-Frank-Stiftung gegen Rassismus und Diskriminierung entgegennehmen.

Die Begriffe „herzlich“ und „weltoffen“ scheinen offenbar dehnbar zu sein, wie Greis zeigt. Ein Auszug aus seinem Stück „Teil vo der Lösig“ (ist auch auf der offiziellen Openair-CD): „Will ich wach wird, will ich n’ech in Arsch tritt und kämpf“. Weltoffen scheint Greis auch nur so lange zu sein, wie die eigene Gedankenwelt im realitätsfreien Vakuum ungestört bleibt („fick eure Kampf vo dä Kulture“). Letztes Jahr war übrigens der Rapper Stress „Special Guest“ in Bern. Auch dessen Texte (z.B. „Fuck Blocher“) sind nicht überaus herzlich.

Herzlich oberflächlich waren dann die politischen Intermezzos zwischen der „Musik“. Christophe Darbellay forderte von den Anderen Toleranz und Respekt ein. Derweil er vor einigen Monaten die grösste politische Minderheit im Land aus dem Bundesrat hinaus intrigierte. Selbst nimmt es Darbellay mit Toleranz und Respekt nicht allzu genau.

Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät wiederum forderte dazu auf, Integration im Alltag zu leben. Während er aus seinem links-grünen Biotop Bern reihenweise Steuerzahler vertreibt, statt sie mit liberaler Finanzpolitik zu integrieren.

„Für eine Schweiz mit Herz“ – Das Herz allerdings besteht aus Gelatine: So klebrig und schwammig, dass es einem beim Anfassen durch die Hände entgleitet und man am Schluss vor Ekel nur noch möglichst schnell die Hände waschen will.

(von Patrick Freudiger)

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  1. ja ja , Greis und Stress,gerne tragen sie ein Teil der Schlammschlacht gegen denen aus die sich weigern Herzlichkeit und Weltoffenheit nach der SP Norm zu interpretieren. (also SVP)
    Die Minnensänger der vorgefasster einzige “richtige” Staatsmeinung also, schade um jeden Franken den sie der Allgemeinheit kosten.

  2. Achilles

    Der frühverkalkte Rapper Greis
    ist glattwegs der schönste Beweis,
    dass ein Linker gar nichts weiss.
    Er hat im Hirne nur Scheiss,
    und sein Verstand, der ruht am Steiss.
    Ich wünsch mir auch den Antirassimuspreis
    überreicht vom Georg Kreis.
    Der Georg Kreis mit Rapper Greis nach Armenien reist,
    und dort auf die Verjährung des Völkermords hinweist.

  3. Waldfee

    @Achilles: lol, du bist ja ein begnadeter Minnesänger ;-) wo du recht hast, da hast du recht!
    Ich habe von dieser Veranstaltung gehört und dachte mir schon, ach wie nett, piep piep habt euch alle lieb. Irgendwie kam mir auch der Gedanke an Woodstock, nur war damals die Musik wesentlich besser als so ein Pseudo Rapper Stress und Bärn ist eben Provinz. ;-) Nun denn, ich persönlich bevorzuge doch lieber Konzerte mit Tiefgang, die welche rocken und schocken. ;-) Dieses hier war eine nette Geste, viel bla bla und aus ist die Luft. Nettigkeit lässt sich eben gut vermarkten und ist ein prima Deckmäntelchen für die Verlogenheit welche sich eigentlich dahinter verbirgt.

  4. MC Achilles.
    Wollen wir gleich einen Rap -Album aufnehemen?

  5. Achilles

    @Schlechti: Ich mach mit, wir sind die besten Rapper.

  6. Waldfee

    Oha, das gäbe bestimmt einen gutes Album, ein sehr gutes sogar! Aber muss es denn Rap sein? Bitte etwas mehr Geschmack, Frau dankt. ;-)

  7. rap nur fürn dep ^^

    so is mal meine meinung - das ist nen mukkestil mit dem ich überhaupt nix anfangen kann…

  8. Master of

    Rappen ist keine Kunst, sondern Volksverblödung.
    Sprechgesang ist wirklich was für Dep ^^.

  9. spürnase marcello

    Rap hiess früher Stottern und ist heilbar.

  10. toll

    Wer keine Ahnung von Rap hat sollte die Klappe halten. (Das soll nicht heissen, dass ich Greis gut finde..)
    ABer solche Veralgemeinerungen passen zu euch. Schubladisieren könnt ihr gut, so fühlt ihr euch dann immer so stark…

  11. Wohern die Sicherheit, wir hätten keine Ahnung?
    Wie war das mit Veralgemeinerungen und schubladisieren?
    Das machst du ja selbst.

  12. Oli Garch

    Eine kleine Ergänzung: Greis hat übrigens nach den Bundesratswahlen ein ausführliches Interview gegeben, wo er ausgiebig über ‘politisch Andersdenkene’ spricht wie “Es ist klar, Fuck Blocher, Fuck SVP, alles verdammte Wichser” Quelle: http://de.hiphop.ch/web/page.p.....mp;id=3811


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