Die Schweiz aus konservativer Sicht  

28. Juli 2008 von McCarthy

Bei der laufenden Verhandlungsrunde in der Welthandelsorganisation scheint ein baldiger Abschluss wahrscheinlich, bei dem bis zur Hälfte aller schweizerischen Bauernbetriebe geopfert würden. Gravierend und schlimm ist, dass die zuständige Volkswirtschaftsministerin Leuthard einen solchen Abschluss als “guten Kompromiss” bezeichnet, anstatt alle nur erdenklichen Möglichkeiten zu Gunsten der Schweizer Landwirtschaft auszuschöpfen. Die SVP erwartet, dass sich Frau Leuthard bis zur letzten Minute für die einheimischen Bauern einsetzt und sie nicht dem Welthandel opfert!

Trotz der momentan vorherrschenden Sommerhitze kann das Schweizer Volk von einer Bundesrätin erwarten, dass sie die Interessen der Schweiz im Auge behält. Umso unerklärlicher sind die Äusserungen von Bundesrätin Leuthard, welche den sich abzeichnenden Abschluss im Rahmen der Doha-Runde der Welthandelsorganisation (WTO) als “guten Kompromiss” bezeichnet. Würde aber ein Abschluss erzielt, hätte dies ein noch stärkeres Bauernsterben in der Grössenordnung von bis 50 Prozent der Betriebe zur Folge, obwohl sich die Zahl der Bauernbetriebe seit 1985 bereits halbiert hat. Was bitte ist an diesem Verhandlungsresultat gut, wenn eine für die Ernährungssouveränität eines Landes zentrale Branche dem Welthandel geopfert wird? Ausser Norwegen ist kein anderes Land in ähnlich starker Weise vom Resultat der Welthandelsorganisation betroffen wi e die Schweiz.

Die SVP ist sehr erstaunt über die deplazierten Aussagen der Volkswirtschaftsministerin. Insbesondere ist es stossend, dass sich Frau Leuthard nicht bis zur letzten Minute für die Interessen der Schweiz einsetzt. Die SVP erwartet, dass Frau Leuthard insbesondere folgende Punkte in die Verhandlungen einbringt und bis zum Schluss für die Landwirtschaft kämpft:

  - Der Bundesrat soll sich für eine Reduktion des von der WTO vorgeschlagenen Zollabbaus im oberen Band auf wesentlich weniger als 70 Prozent einsetzen.

  - Der Schutz der geographischen Herkunftsbezeichnungen ist auf weitere Produkte als Wein und Spirituosen auszudehnen.

 - Der Bundesrat muss sich weiterhin für eine möglichst hohe Anzahl sensibler Produkte einsetzen. Sensible Produkte sollen als solche behandelt und die verlangte Kontingentsausweitung von 4 Prozent des Inlandkonsums muss reduziert werden.

- Die Oberbegrenzung der Zölle (genannt “Capping”) muss verhindert werden.

 - Die Verwaltung der Kontingente ist für die Schweiz von grösster Wichtigkeit. Das System der saisonalen Bewirtschaftung der Zollkontingente bei Früchten und Gemüse darf nicht in Frage gestellt werden.

 Frau Leuthard, Sie sind Volkswirtschaftsministerin. Als solche haben Sie auch die Verantwortung für die Schweizer Bauern. Nehmen Sie diese Verantwortung wahr und kämpfen Sie dagegen, dass die Hälfte der Schweizer Bauernbetriebe dem Welthandel zum Opfer fällt!

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  1. C.N.

    Wenn es dereinst aufgrund von internationalen wirtschaftlichen oder politischen Schwierigkeiten zu Engpässen in der hiesigen Lebensmittelversorgung kommen sollte, wird das Narrengesicht Leuthard mit einem Karst auf den Acker geschickt.

  2. nikithut

    Ab ca. Sommer 2010 dürfte obiger Vorschlag
    - heute noch als ”Phantasieprodukt von Angstmachern” durch Frohnaturen ”belächelt” –
    von der tragenden Bevökerungsschicht, wenigstens als Idee, eingefordert werden.
    Ein Vorschlag:
    Durch die inzwischen stark angestiegene Kriminalität
    [Finanz/Wirtschaftsproblematik ab Ende 2008],
    wären dann [ca.2011] auch genügend Arbeitskräfte in sog. ”Arbeitslagern” vorhanden,
    um die grossen materiellen & geistig-seelischen Schäden, die an den
    altstämmigen Eidgenossen&Innen :-P ……
    seit über 10 Jahren vollbracht werden,
    zu sühnen.

  3. Büetzer

    Liebe Bauern,

    wie viele Arbeiter haben ihren Job in den letzten Jahren verloren, wegen Umstrukturierungsmassnahmen? Es wurden in den letzten Jahren tausende Jobs gestrichen. Viele Einfache Büetzter mussten den weg aufs Sozialamt machen oder sich Umschulen und einen neuen Job suchen. Keiner von diesen Arbeitern konnte seine Lebensmittel selber anpflanzen. Keiner von diesen Arbeitern hatte Hüner, Schweine usw. die er essen konnte.
    Ich möchte darauf hinweisen, dass die Schweiz, Weltweit die zweit teuerste Landwirtschaft hatt.
    Ich finde es vollkommen richtig wenn nun diese Zölle endlich abgebaut werden, damit wir auch günstige Lebensmittel Importieren können.

    Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass die Schweizer Bauern ihr Haupteinkommen meist nicht aus dem Verkauf ihrer Produkte auf dem freien Markt erhalten, sondern durch die Subventionen des Staates. Kaum ein anderer Wirtschaftszweig kann auch nur davon träumen, für seine Waren, unabhängig von der Nachfrage, einen fixen Abnahmepreis vom Staat garantiert zu bekommen. Nebst diesem Eingriff in die «Marktwirtschaft», die erschreckend der kommunistischen Zentralwirtschaft der ehemaligen Ostblockländer gleicht, bekommen die Schweizer Bauern noch Direktzahlungen in über 30 verschiedenen Variationen!

    http://www.vegetarismus.ch/info/22.htm
    http://www.vegetarismus.ch/msenn.htm
    http://www.vegetarismus.ch/heft/96-2/landwirt.htm

  4. C.N.

    @Büetzer
    Es ist einfach idiotisch, sich bei der Nahrungsmittelversorgung voll vom Ausland abhängig zu machen. Soll denn hier noch der letzte Bauer verrecken? Staatsgelder erhalten nicht nur die Bauern, sondern auch vieles andere, was im Umverteilungs- und Beamtenstaat kreucht und fleucht und eigentlich weniger benötigt wird als Nahrung. Im Weiteren beträgt der Anteil der Kosten für Lebensmittel vielleicht ca. 10% – 15% (habe die genauen Zahlen gerade nicht zur Hand) des durchschnittlichen Schweizer Bruttoeinkommens, gemessen an unserer Kaufkraft essen wir im Vergleich zu den meisten Ländern der Welt günstig. Teuer ist hier vor allem der aufgeblasene Staatsapparat.

  5. spürnase marcello

    Büetzer hat sicher in mancherlei Hinsicht recht. Die Bauernlobby holt schon zum teil unverschämt viel für sich heraus. Jedoch wäre es törricht, wenn wir uns vom Ausland abhängig machen würden. Wir täten gut daran, soviel Kulturland wie möglich zu erhalten und vor allem die Kleinbauern nicht im Regen stehen zu lassen. Trotz höherer Produktion würde ich die Versorgung bei einer allfälligen Rundum-Blockade wegen kriegerischen Auseinandersetzungen als stark gefährdet sehen. Gegen uns bräuchte man wahrscheinlich keine Kugel zu verschwenden – aushungern reicht. Die Armee bräuchten wir höchstens noch, um unsere Schrebergärten zu verteidigen.

  6. Zorro

    @Büetzer
    Die Subventionierung der Bauern erfolgt nicht nur für die Bauern, im Prinzip ist es eine indirekte Zahlung für den Zwischenhandel und die Konsumenten.

    Also, wir zahlen den Bauern was, damit die Preise den Grossverteiler genehm sind und wir die Produkte damit günstiger kaufen können.

    Nochmals also, wir subventionieren unser (schweizer) Essen über Steuern, damit sich jeder das Essen leisten kann. Ist doch sozial, nicht? ;-)

    Mir wäre schon lieb, Essen von unseren Bauern zu erhalten.
    1. Der Binnenverkehr, also die Transporterei von Esswaren wird enorm zunehmen. Öhm, wieso spricht man da plötzlich nicht mehr von Umweltschutz???

    2. Sind die Produktionskosten im Ausland viel Billiger, da diese sich nicht an so viele Vorschriften bei der Produktion halten müssen. Mir würde es dann schon wundernehmen, wie was hergestellt wird, Dünger usw.…

    3. Man hat noch weniger Kontrolle, über Import von GEN-Food.

    4. Das wir das Risiko eingehen, bei den Esswaren noch mehr vom Ausland abhängig zu sein, ist schon verantwortungslos. Ohne Essen verhungern/sterben wir, ohne Öl nicht (direkt). Was geschieht bei noch grösserer Masseneinwanderung in Europa, was geschieht, wenn Lebens/Nahrungsmittel knapp werden (Dürre)?

    Ich möchte noch etwas ins Spiel bringen. Als der BSE-Skandal weilte, da bekamen die Bauern von den Grossverteilern fast keinen Preis mehr für das Fleisch, aber der Preis im Laden hatte sich praktisch nicht verändert. Man sollte den Grossverteilern eher auf die Finger klopfen…

    Das mit Leuthard, das war sowieso zu erwarten, nix neues aus diesem komischen Bundesrat.

  7. paul etter

    Liebe Bauern
    Der “Büezer” hat doch wirklich Recht. Auch ich bin Bauer und schäme mich manchmal richtig wenn ich sehen muss wie gewöhliche Angestellte ihre Stelle verlieren und auf dem Sozialamt betteln müssen. Mit 65. habe ich meinen Betrieb meiner Frau überschrieben, so erhalte ich die “Sumpfentionen” immer noch. Wenn dann meine Frau auch ins Rentenalter kommt, verschreibt sie den Hof unserem Sohn. Er ist zwar als Maurer in einer festen Anstellung. Die 32 Milchkühe und das Milchkontingent habe ich schon verkauft und mit dem Ertrag das Stöckli etwas modern ausgebaut und so wohnen wir mit einer sehr kleinen Hypothek gan gut. Sagt mal, welcher Büezer kann sich mit bit solchen Windungen uind Wendungen das Alter sichern. Liebe Kollegen, gemessen an den vielen Arbeitslosen und ausgesteuerten geht es euch allen doch recht gut, ihr habt Möglichkeiten die andere nicht haben.

  8. elminster

    Die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Ausland ist schon heute ein Fakt; kein Land der Erde (evt. mit der Ausnahme von Nordkorea…) ist wirtschaftlich unabhängig. Alles andere ist einfach eine nationalisische Illusion.
    Natürlich haben die Schweizer Bauern eine Existenzberechtigung, aber nur wenn sie wirtschaftlich einigermassen rentieren (wie es heute in allen Branchen üblich ist…) und das ist momentan eher nicht der Fall. Vielleicht sollten die Grossverteiler wirklich ihre Margen zurückfahren?!

  9. Schweizer

    Wenn ich micht bei meinen Spaziergängen bei den Bauern umschaue, muss man sagen dass es vielen sicher nicht schlecht geht wenn man sich bewusst ist dass es sich eigentlich um einen unrentablen Betrieb handeln sollte und viel Steuergelder geschenkt erhält.
    Bauern erhalten vom bund Unverzinsliche Darlehen vom Bund zum Zins von 0%. Meine bank Verlangt mir 4% für die Hypothek dazu muss ich noch Eigenmietwert versteuern.

    Die Bauern können mit dem Geld grosszügig Wohnraum und Scheune bauen die Sie entweder an Familienmitglieder vermieten oder an Auswärtige, dazu Scheunen zu Handwerksbetrieben ausgebaut werden können.

    Dazu viele Betriebe zu Reithöfen umfunktioniert werden, was eigentlich nichts mit Nahrungsmittelproduktion zu tun hat.
    Trotzdem Subventionen erhalten un dank Gratiskredite riesen Gewinne realisieren sollte sich der Bauer entschliessen seinen Hof an einen vermögenden Pferdeliebhaber verkaufen.

    Wer heute einen Bauernhof sucht wird fündig und findet zig Inserate, z.b. “Gutsbetrieb an Pferdeliebhaber zu verkaufen.” alle Inserate scheinen auf Pferdeliebhaber aus den Städten abzielen zu wollen. Auch gibt es viele Suchanzeigen.

    Natürlich werden inzwischen für ein Paar Ha Land und einem Abruchreifen Bauernaus mit Stall milionenbeträge verlangt. Nit etwa weil das so viel wert hätte, sondern weil man wieder Subventionen einstreichen, teurer Wohnraum und Pferdeboxen vermieten kann.
    Dies natürlich vom Stuerzahler mitfinanziert.

    Dies zum leidwesen von Bauern die eigentlich gerne zusätzlich Land pachten kaufen würden um mit der z.b. Milch und Fleischproduktion überleben zu können.

    Subventionen sind ungerecht und machen die Landwirtschaft kaput.

  10. Zorro

    Wirtschaflich ist tatsächlich jedes Land von anderen Ländern abhängig, aber um das geht es ja gar nicht, Elmi.
    Da geht es um Nahrung und da bin ich sehr gerne nationalistisch… :-)

    Die Selbstversorgung der (Grund)Nahrung sollte schon weitgehend erhalten bleiben, aber mit der heutigen Politik (Masseneinwanderung, Binnenmarkt öffnung, Grenzöffnung) wird es die Versorgung immer mehr vom Ausland abhängig. Das macht mir wirklich sorgen.
    Das Beispiel mit Lybien sollte doch wirklich ein bisschen die Augen öffnen…

    Es ist doch wirklich “Birreweich” die Geschichten wie mit den Rübli, Schlachtvieh durch halb Europa, Fische der Nordsee nach Spanien oder von der ganzen Welt… wo soll das enden.
    Da interessiert sich keiner für den Umweltschutz, hauptsache man öffnet sich zu jedem Scheiss.

  11. Die Finanzierungswege der Schweizer Landwirtschaft sind eine Ungerechtigkeit.
    Bauern sind überprivilegiert gegenüber gewöhnliche Angestellte, dazu besitzen sie noch Land das manchmal auch ein Vermögen wert ist, der Lohn ist garantiert, man hat die beste nahrung vom eigenem Hof, und in der Regel gibts da wo der Bauer ist keine Bereicherer (für mich persönlich der grösste Vorteil des Bauernseins).
    Die Landwirtschaft kostet viel und liefert dafür kleine Mengen an Nahrung (jedoch hervorragender Qualität) , rein wirtschaftlich ein minus Geschäft der seines gleichen sucht.
    1939-45 war man allerdings darüber froh, dass es sie gab, ich persönlich bin es noch heute, denn der Bauernstand ist für die Schweiz nach wie vor lebensnotwendig, denn es wäre blauäugig zu glauben, der Lebensmittelimport sei auf ewig 100% garantiert, es kann sich schnell viel ändern, und wenn`s dann keine Bauern mehr hat, oder noch schlimmer, das Know-How der Alpine Landwirtschaft verloren ist, dann können wir Knöpfe saugen um satt zu werden, dann gibts kein Mc Fucknald… ehmm Donalds mehr.
    Unser dreck-Staat verprasst unsere Kohle auf wesentlich idiotischere Art und weise für Dinge auf denen man gelassen verzichten könnte:
    Entwicklungshilfe, Kohäsionsfonds, zu viel Personal, defizitären Pensionskassen, Fehlrüstung der Armee, und und und ….
    Die Agrarausgaben sind nicht die wichtigsten unseren Staates, aber sicher auch nicht die dümmsten auf denen man verzichten könnte.
    Folglich gilt es ebenfalls die Einheimische Landwirtschaft mit entsprechende Zölle abzuschirmen.
    In der Schweiz ist das ratsam.

  12. Schweizer

    Es ist völlig falsch Einheimische bauern mit Importzöllen zu schützen. Man verunmöglicht damit auch den Export. Das sollten sich die Landwirte endlich bewusst werden. Die ewige Ausrede der Bauern mit den Tierschutzvorschriften habe man eine Lasst zu tragen kann ich nicht hören. Es gibt auch im Ausland Bauern die sogar noch Tiergerechter Fleisch Produzieren. Genau diese Landwirte werden durch importzölle vom Markt gedrängt die eigentlich Marktgerecht produzieren könnten.

  13. @Schweizer
    Wer vermag schon Landwirtschaftsprodutke aus der Schweiz?
    So überlegen sind unsere Produkten auch nicht, dass man z.B. in Deutschland dafür das 3 fache des Durchschnittpreis bezahlen würde.
    Sie sind einfach gut, nicht mehr und nicht weniger.
    Dieses Zeug müssen wir fressen, ich persönlich gerne freiwillig und wenn es sein muss sogar noch teurer als heute.
    Ich finde allerdings, mann sollte Schweizer Erzeugnissen gut sichtbar anschreiben/markieren und aufhören mit Spielchen im Styl von “Schweizer Käse aus ungarische Milch”.
    Sollen die Kopftücher im Aldi ruhig weiter ihre Tschernobyl Milch kaufen, ich trinke/esse Schweizer Produkte.

  14. Waldfee

    Nun Schlechti, ich habe erst kürzlich im “Regionalen Käseblättli” ;-) gelesen von einem Käser, der seinen Joghurt nach Deutschland exportiert und die Leute dort bezahlen gerne das dreifache weil es ihnen eben besser schmeckt. Ansonsten stimme ich dir zu. Möchtest du noch gerne Mineralwasser ohne Uran? ;-) (psst, das ist ein Insider)


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