24. Juli 2008 von Redaktion
Gefunden heute in der NZZ
Geduldsprobe par excellence
Zwei Wochen später lächelte er ebenfalls freundlich, hatte aber «leider noch keine Nachricht aus Tripolis». Nach drei Wochen waren unsere Nerven so gespannt, dass wir erwogen, mit dem preiswerten «Muttertags-Special» von Egypt Air direkt nach Tunis zu fliegen, um der Warterei ein Ende zu bereiten. Doch vier Wochen nach Antragstellung – wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben – war es dann so weit: Unser Transitvisum war eingetroffen, eine Klebeetikette voller arabischer Zeichen, welche uns berechtigte, Libyen auf der Küstenstrasse einmal zu durchqueren.
Gut zu wissen
Visum: Ein Touristenvisum ist nur über spezialisierte Agenturen mit Partnern in Libyen erhältlich und erfordert einen lokalen Führer, der die ganze Reise begleitet. Studienreisen und Kreuzfahrten sind die bequemste Art, das Land zu bereisen. Das Transitvisum dagegen kann in Kairo oder Tunis beantragt werden. Manchmal wird zusätzlich zu Visumsantrag und Passfoto auch ein persönlicher Brief auf Arabisch zur Begründung des Einreisegesuches verlangt. Übersetzungsbüros finden sich sowohl in Tunis als auch in Kairo in der Nähe der Botschaft. Die Wartezeit ist unbestimmt, eine Garantie auf Erteilung des Transitvisums gibt es nicht. Sehenswürdigkeiten: An der Küstenstrasse liegen fünf gut erhaltene antike Städte: Kyrene, Apollonia und Tolmeita im Osten und Leptis Magna und Sabratha im Westen. Auch die Hauptstadt Tripolis, eine ursprünglich punische Stadt, lohnt wegen des traditionellen Altstadtkerns mit erhaltener Stadtmauer und des hervorragenden Nationalmuseums einen Besuch. Sicherheit: Nach der vorübergehenden Festnahme eines Sohns von Staatschef Muammar Ghadhafi in Genf ist es zu einer diplomatischen Krise zwischen der Schweiz und Libyen gekommen. Schweizer werden in Tripolis festgehalten und Schweizer Firmen wurden aufgefordert, ihre Vertretungen zu schliessen. Das EDA rat bis auf weiteres von Reisen nach Libyen ab.
Ein klappriger Reisebus brachte uns in die Kleinstadt Salloum im äussersten Westen Ägyptens. Von dort fahren private Kombis die Reisenden zur Grenze auf der Passhöhe. Zusammen mit der einzigen anderen Frau, einer alten Ägypterin in dunkelblauem Umhang, wurden wir an den langen Schlangen wartender Männer vorbei nach vorne gebeten. Und schon nach wenigen Minuten hatten wir den ägyptischen Ausreise-Stempel im Pass. Das folgende, rund einen Kilometer breite Niemandsland, welches wir zu Fuss durchquerten, ist staubig, trocken, heiss und ohne einen einzigen schattenspendenden Baum. An einem Tor, das in bunten Illustrationen ein Arbeiterparadies heraufbeschwört, nahmen uns zwei junge libysche Beamte in Empfang und inspizierten neugierig unsere Pässe. Wir sollten ihnen folgen, baten sie uns. Und nach 200 Metern gaben sie uns an zwei andere, fast identisch aussehende Beamte weiter, die uns ihrerseits zu einem winzigen Bürohäuschen führten, in dem ein Offizier in schwarzer Lederjacke sass, der wichtig tat und unsere Pässe genauestens inspizierte. Trotzdem: Nach ein paar Abklärungen, Kontrollen im Computer und einem Telefonanruf durften wir in die Libysche Arabische Republik einreisen.
Einmal im Land, können wir uns frei bewegen. Dass zwei westliche Frauen alleine unterwegs sind, ist ungewöhnlich, und noch ungewöhnlicher ist es, dass wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen. Jeder möchte mit uns sprechen, erfahren, woher wir sind und wie uns Libyen gefällt. Fast bittend fragen Zufallsbekanntschaften, ob wir denn auch die römischen Ruinen ansehen werden, und drängen uns ihre Handynummer auf, «falls etwas ist oder ihr Hilfe braucht».
Libyens Küstenlinie ist fast 2000 Kilometer lang, und unser knappes Transitvisum reicht nicht, um wenigstens alle fünf antiken Stätten, die an der Küste liegen, zu besichtigen. Daher bemühen wir uns in Bengasi, ungefähr auf halber Strecke, bei der Stadtverwaltung um eine Visumsverlängerung. Man schickt uns in den dritten Stock, wo ein grosser Mann in Uniform hinter einer Theke gewichtig Unterlagen sortiert. Erstaunlicherweise stört ihn das Dutzend Leute, die auf ihn einreden und wild mit ihren Pässen vor seinem Gesicht wedeln, nicht in seiner Konzentration. Nach einer Weile deutet er auf einen vorbeilaufenden Offizier: Colonel Mohammed sei für uns zuständig. Dieser trägt eine weisse Uniform, und ein Schopf silbergrauer kleiner Löckchen ringelt sich bis auf seinen Kragen. «Visumsverlängerung? Kein Problem! Libyen ist ja jetzt ein offenes Land», versichert er jovial.
Zwei Schreibtische und fünf Beamte weiter gerät die Prozedur aber doch ins Stocken, wir brauchen einen Stempel vom Hotel. Doch das befindet sich am anderen Ende der Stadt, und überhaupt haben wir dort bereits vor Stunden ausgecheckt. Dank der Intervention von Colonel Mohammed wird uns doch noch der viereckige Verlängerungs-Stempel in den Pass gedrückt.
Auf den Spuren von Septimius Severus
Die verbleibenden Tage in Libyen nutzen wir intensivst. Wir besuchen Leptis Magna und Sabratha, beides ursprünglich punische Handelsstädte, die mit dem Fall Karthagos ins Römische Reich eingegliedert wurden. Der ungewöhnliche Prunk von Leptis Magna geht auf Septimius Severus, den ersten aus Nordafrika stammenden römischen Kaiser, zurück, der seine Heimatstadt mit grosszügigen Bauprojekten bedachte. Eine zivile Basilika? Ein neues Forum? Ein paar Tempel im neuesten Baustil der Hauptstadt? Dank dem Patronat aus Rom kein Problem!
Doch auch das verlängerte Visum neigt sich irgendwann seinem Ende zu, und nach zehn Tagen müssen wir endgültig das Land verlassen. Dass wir auf sie angewiesen sind, wissen auch die Taxifahrer in Tripolis, und das lässt ihre Fahrpreise in die Höhe klettern. Nach einer Stunde Handelns steigen wir in einen nicht mehr ganz neuen Opel. Je näher wir der Grenze kommen, desto mehr Tankstellen passieren wir. Ein Liter Benzin kostet im ölreichen Libyen nur ein paar Cent, und auch Hassan, unser Fahrer, kauft schnell noch einen Kanister, um ihn auf der tunesischen Seite gewinnbringend weiterzuverkaufen.
«Schengen-Pass?», vergewissert er sich, als er unsere bordeauxroten europäischen Pässe sieht, und fährt zielstrebig zum VIP-Schalter. Doch die Beamten der Touristenpolizei, die uns hier durchlassen könnten, sind gerade in der Kaffeepause. Als sie endlich wiederkommen, lehnen sie irritiert ab. Trotzdem gelangen wir nach nur einer weiteren halben Stunde zur Grenzkontrolle. Unser Exit-Stempel lässt aber auf sich warten. Schliesslich werden wir ins Büro gebeten. Stutzig betrachtet der Beamte den Stempel der Visa-Verlängerung, greift zum Telefon, gibt unsere Passnummern durch. Einige Minuten später kommt von irgendwoher, vermutlich aus Tripolis, das Okay. Unsere Einreise nach Tunesien ist dann, dank Schengen-Pass, tatsächlich kein Problem.
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jeder der ein land bereist und damit unterstützt, das von einem irren muselmann regiert wird, sollte wissen, dass er damit nicht die bevölkerung unterstützt sondern den GW dieses Deppen befriedigt. und sowas darf man nicht tun und sich sonst nicht wundern wenn wiedermal ein flieger gesprengt wird oder ein staat bedrängt wird…
Ein grosser Kommentar erübrigt sich. Reise zurück ins Steinzeitalter , keine Seltenheit in Ländern, wo der Koran als alleinseligmachende Religion gepriesen wird.