15. Juli 2008 von Winkelried
Publizistisch geht für einen Schweizer die Woche von Donnerstag zu Donnerstag. Dann erscheint die Weltwoche. In der Ausgabe vom 4. Juli erschien jedoch ein Beitrag, den man gelinde gesagt als landschaftliche Schönmalerei bezeichnen muss.
Es ging um den Kanton Zug. Der Journalist fabulierte vom Wohlstand wegen den tiefen Steuern. Etwas weniger blauaugig als die linke Presse war er dann schon. Er beschrieb die Linken als eine Form des Luxus, den man sich gönne, eine Art marxistischer Subkultur.
Zu den Fakten …
Zug hat in Zeiten der Rezession immer sofort die höchsten Arbeitslosenzahlen. Sobald die internationalen Unternehmen keinen Gewinn mehr erzählen, braucht es auch Zug nicht mehr.
Wohnungen, die in Zug 4000 bis 6000 Fr. kosten, sind keine Ausnahme. Und es sind keine Lagerhüter: in zwei Wochen sind sie bestimmt wieder vermietet. Die schweizerische Mittelschicht ist weitgehend ins Aargau oder Zürich abgewandert. Für sie steht die Steuerersparnis schon lange in keinem Verhältnis mehr zur Miete. Die hinterlassene Wohnung wird dann entweder renoviert und teurer vermietet oder sie wird von einem Sozialfall übernommen, den die Miete letztlich nicht interessiert.
Entsprechend schlimm ist das Pendlerproblem. Etwas schönfärberisch wird die Distanz nach Zürich mit 20min angegeben. Faktisch muss man aber eine Stunde rechnen. Kaum hat man die Autobahn verlassen, trifft man auf einen 5 km langen Stau der Baarerstrasse.
Säuhüfeli, Säudeckeli
Paradoxerweise ist genau dieser Stau das Abbild der politische Koexistenz im Kanton. Vor 10 Jahren war die Baarerstrasse in beide Richtung zweispurig, Staus waren selten.
Dann schrieen die Grünen nach Bussspur und breiterem Fussgängerstreifen. Die FDP Bauunternehmer setzten diese Pläne hocherfreut um und de CVP Grundbesitzer links und rechts der Strasse waren ebenfalls hocherfreut. Ein grauer Bürokomplex nach dem anderen entstand, der Stau verschlimmerte sich weiter.
Trotz des akuten Wohnungsmangels hat Zug so viele leerstehende Büros wie kein zweiter Kanton, etwa 120′000 qm. Der vorhandene Arbeitsmarkt könnte diese Flächen gar nicht füllen. Irgendwann sind neue Pendlerströme vorprogrammiert.
Keine Industriearbeitsplätze mehr
Der Kanton Zug bietet kaum noch Industriearbeitsplätze, also jene Arbeitsplätze, wo unqualifizierte Einwanderer beschäftigt werden könnten. Diese fallen fast ausnahmslos ins Sozialsystem, was denen selbst kaum Unrecht sein kann. Denn ist die Miete und die Krankenkasse mal bezahlt, kann man mit ein bischen Schwarzarbeit (es gibt eine ganzes Bouque halbschwarzer Putzinstitute) ganz gut leben.
Buchhalter, Sozialfälle, Rentner und Beamte
Zurück bleiben Buchhalter, Migranten, Rentner und Beamte. Entsprechend hoch ist die Kriminalität. Im Guthirtquartier sind 80% der Schüler Migranten, Gewalt ist an der Tagesordnung. Kein Kanton hat eine so hohe Mordquote wie Zug. Einen Steinwurf weiter ist das Hertiquartier. Auf den ersten Blick kann man es kaum von Schwammedingen unterscheiden. Gerade hier wohnt noch der kümmerliche Rest der Zuger Mittelschicht, der noch nicht auswandern musste, vor allem Rentner.
Natürlich sind niedrige Steuern etwas Positives. Wenn aber wie im Kanton Zug die soziale Struktur pervertiert, dann kann man das selbst als Liberaler nicht mehr gut finden.
Der Lastenausgleich ist aber nur teilweise eine Lösung, weil die anderen Kantone lediglich zu zusätzlichen Steuereinnahmen kommen. Vernüftiger wäre es gewesen, mit diesem Geld die Lebenskosten der Mittelschicht zu senken um deren Abwandern zu verhindern. Doch soweit haben die Zuger nie gedacht und jetzt ist es zu spät.
Knackt nämlich die EU die Steuerhoheit der Schweiz und damit ist irgendwann zu rechnen, bleibt von Zug nur eine grosse Favela übrig. Die Reichen grüssen dann von Bahamas.
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Nun Sie (R. F.) leben nun mal im Kanton Zug und werden darum vieles besser kennen als andere aber wieso stellen sie nun den Kanton Zug so schlecht dar?
Ich lebe zwanzig Kilometer Bahnkilometer von der Stadt Zug entfernt die Luftlinie beträgt etwa acht Kilometer und ich muss also sagen dass der Kanton Zug nun wirklich viel gepflegter wirkt als der linke Zürichseeufer mit seinen Gemeinden zum Beispiel.
Ich finde es gut, wenn man nicht so schnell nach Zürich gelangt denn dann würde es wahrscheinlich auch wieder heissen, dass die Stadt Zug im Grunde genommen nur wieder so eine Agglogemeinde von Zürich ist.
Ist das nicht eine Gute Idee, dass der Verkehr an der Baarerstrasse beruhigt wurde da muss man nicht einmal ein Grüner sein es geht schlicht um mehr Lebensqualität, durch den Sunset Boulevard lässt man auch keine Blechlawine durch zum Beispiel!
Soll das Guthirtquartier neuerdings die Bronx sein, vielleicht sollte ich mal dort ein Augenschein nehmen?
Der Umbruch von einer Industrienation zu einer Dienstleistungsnation hat nicht nur den Kanton Zug erfasst glauben Sie mir auch im Kanton Freiburg hat man erkannt, dass Computerfirmen mehr Steuern abwerfen als die schwarzweissbefleckten Kühe da machen Sie nun zu sehr auf Nostalgie!
Die Alternative Liste gelten ja als Exoten, die die dem Kanton Zug so etwas wie eine kosmopolitische Seite verleihen dafür gibt es ja keine Grünen bei euch!
Also ich freue mich wieder auf den Kanton Zug mit seiner Topinfrastruktur wo man wahrlich noch auf den Boden essen könnte, graffitifreien Bahnunterführungen (sehr schön die von Baar mit seinem abgebildeten Wasserfall), Cham hat ein herrliches Panorama auf die Berge und den Seen, der Bahnhof von Zug mit seinen Lichtinstallationen ist sehr gelungen und bald steht ein neues topmoderndes Eishockestadion…
Die Zuger als Menschen finde ich noch angenehm ich würde nie behaupten sie seien arrogant als Zürcher wie ich sowieso nicht eher scheinen Sie als Zuger mir mit diesem Artikel ein bisschen undankbar!
@Smakager
Sie “arroganter Siech”!!!
Schon bald werden Sie froh sein um die Milch von gefleckten und unbefleckten Kühen, welche Ihnen Milch geben!
Das dritte Siegel wurde nämlich bereits geöffnet (Quelle: Das Buch mit den sieben Siegeln):
Offenbarung 6,5 ff:
“Und da es das dritte Siegel auftat, hörte ich das dritte Tier sagen: Komm! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der daraufsaß, hatte eine Waage in seiner Hand. 6Und ich hörte eine Stimme unter den vier Tieren sagen: Ein Maß Weizen um einen Groschen und drei Maß Gerste um einen Groschen; und dem Öl und Wein tu kein Leid!”
Wissen Sie, dass dieser wirtschaftliche Kollaps, wo man dann für einen Laib Brot einen Tageslohn hinblättern muss, gerade begonnen hat? Ein “Groschen” steht nämlich für “Tageslohn”!
Am besten kaufen Sie sich im “idyllischen” Zug ein Stück Land und eine Kuh, wobei die Kuh wohl für Sie eher das kleinere Problem der beiden darstellen dürfte!
Wieso stellen sie idyllisch in Klammern? Naja ich gehe davon aus dass sie wirklich so denken wie ihr Nick es uns verrät aber ich werde wirklich nicht schlau aus ihrer Replik!
Ich habe relatives Vertrauen in unserem Bundesrat dass sie unsere Interessen in Brüssel vertreten werden sonst gibt es ein politisches Erdbeben…
Der Kanton Zug betreibt ein gutes Marketing was wären da die Vorteile gegenüber den Bahamas – vieles angefangen mit unserer hohen Lebensqualität.
Ausserdem werden wir ja schon konkurenziert von Monaco, Andorra, Liechtenstein etc. und trotzdem hat sich der Finanzplatz Schweiz behaupten können im internationalen Wettbewerb!
Es geht doch schlicht darum dass Winkelried den Kanton Zug nun allzu negativ darstellt ich meine wieso sollte ich Gemeinden wie Wädenswil oder Horgen als Bronx bezeichnen, weil dort an den Bahnhöfen Messerstechereien stattfanden und London erst recht…
Bei einem wirtschaftlichen Kollaps müsste man sich zuerst überlergen wie wir unsere Gastarbeiter rausekeln könnten anstatt an der Baarerstrasse und sonstwo die Bürogebäude abzureissen und Kuhwiesen anzulegen!
@fundi
Nicht aufregen, der versteht vermutlich nicht einmal den Ausdruck “unbefleckte Kuh”…
Heisst das, wir erwarten eine grosse Teuerung um Nahrungsmittel?
Das mit der Waage, dem Weizen und Gersten und Roggen gegen “Groschen”…?
Die UBS-Aktie ist gerade heute und jetzt auf einem historischen Tiefstand von 18:32.
Empfiehlst Du “Call”? oder lieber “Put”? Oder gar Gold, wie Du vor einigen Wochen gesagt hast?
Nein was bedeutet dies?
@schweri
Gold wird vielleicht noch diese Woche die ultimative 1000 $ pro Unze durchbrechen, und dann geht die Post ab.
Eine Bank nach der anderen in den USA und jetzt auch in Europa kollabiert, mir bekannte Experten rechnen mit einem Faktor 20 (ZWANZIG) beim Gold, das würde also in den nächsten Monaten und Jahren heissen: 20′000 $ pro Unze!
Wobei: Gold kann man nicht essen…
@Smakager
Winkelried wohnt nicht in Zug und hat nichts mit R.F. gemeinsam. Winkelried und Echnaton sind generische Pseudos. Die NZZ würde schreiben: Die Red.
@fundi
Jetzt Gold kaufen war vor einigen Wochen mein Gedanke und kurz darauf las ich auf Winkelried einen Kommentar von Dir, der es mir bestätigte.
Doch nachdem ich Rücksprache mit meiner Börsianer-Freundin hielt, die nun wirklich ein Goldnäschen hat und sie mir davon abriet (auch vom $-Kauf), lies ich den Kauf sein.
Als ich nun aber Deinen obigen Kommentar las, kaufte ich mir doch noch ein paar Unzen.
Aber Du hast schon recht, Gold kann man nicht essen.
Mit einem gewissen Polster im Rücken wird zwar die Welt auch nicht schöner oder besser, vielleicht aber ein wenig angenehmer.
Ja so der Nick wird von mehreren Personen verwendet.
Dann soll der der diesen Artikel geschrieben hat mal einen Ausflug im Kanton Zug machen…
Trotzdem diese Schwarzmalerei und dann der Ausdruck “Favelas”.
Am Freitag werde ich wieder in Zug sein, wenn ich den hässlichen Bahnhof von Sihlbrugg hinter mir habe tauche ich wirklich in eine andere Welt ein so als würde man eher 100 Kilometer auseinanderliegen.
Dann werde ich ein paar Fotos machen von der Baustelle in der Herti, das wäre mal ein neues Sujet und das Pavillon scheint auch fertig zu sein…
Hoffentlich werden noch mehr Holdings in Zug landen um die Deutschen ein bisschen zu ärgern hehehehe!
@Smakager
Du musst schon bischen links indoktriniert sein, denn von Wirtschaft verstehst du wohl nichts.
Die Plattitüde, dass die Zukunft der Dienstleistungsnation gehört ist wissenschaftlich Humbug. Der überproportionale Wachstum des Dienstleistungsgewerbes ist vor allem auf den Ausbau des Staatsapparats zurückzuführen. Beamte aber sind nur Kostenfaktoren und produzieren nichts. Der parastaatliche Sektor (freischaffende Asylantenbetreuer und ähnliches) gehört ebenfalls dazu.
Ist die Produktion einmal weg, dann folgt etwa 20 bis 30 Jahre später auch die Verwaltung.
In Amerika hat Wissenschaftler zudem beobachtet, dass dies sogar im Zeitalter der Informatik zutrifft. Man konnte nachweisen, dass der Serverstandort langfristig auch der Verwaltungstandort wird.
Die Studie ist bekannt … hier kurz der Inhalt:
In Texas ist Pornographie auf den Severn erlaubt. So entstanden hier schnell die grössten Serverzentren der USA mit den schnellsten Leitungen. Auch “normale” Firmen transferierten dann ihre Server hierher. Später folgte dann die Verwaltung nach.
An Winkelried@
Trotzdem wird es unser immer besser oder dann eben weniger schlecht gehen als die anderen in Zukunft.
Die Konkurrenz wird immer grösser und unser Vorsprung wird schmelzen…
Wenn man dann auf gleicher Augenhöhe ist zählen folgende Faktoren – wie steht es mit dem landschaftlichen Reiz, wie stark sind die Gewerkschaften, Steuern etc. da sind wir den anderen immer noch überlegen ich meine wir könnten uns auch darauf einigen, dass gewisse Standorte gewisse Aufgaben übernehmen dort vermehrt die Industrie hier die Dienstleistung aber die Zeiten der Schwerindustrie sind nun mal vorbei!
Der Kanton Zug ist doch eine Erfolgsgeschichte wieso sollte man dort auf einmal eine Kehrtwende machen und die Holdings abwimmeln?
Wir Schweizer müssen einfach ihre Interessen vertreten es wird noch viele Herausforderungen geben die wir zu bewältigen haben, ich bin auch fest überzeugt, dass die Schweizerinnen von sich aus mehr gebären werden um den demographischen Niedergang abzuwenden!
Also gehen Sie ruhig einmal in den Kanton Zug, dort werden Sie nichts merken von hohen Mieten und Holdings es ist in erster Linie ein schöner Kanton mit einer Topinfrastruktur und netten Menschen!
Ich will nicht ein Besserwisser sein (trotzdem kleiner Seitenhieb: Ihr beachtet eine wissenschaftliche Studie? Ist doch alles links indoktriniert
) aber der Dienstleistungsbereich (bzw. Nation) ist der einzige wirklich wichtige Wirtschaftsfaktor der CH…Wir haben (ausser Holz und Wasser) keine nennenswerten Rohstoffe und sind darauf angewissen; das jetzt nur auf die “bösen” Beamten zurückzuführen ist für die Bankenbranche, den Tourismus oder die Pharmabranche – auch im Kt. Zug – etwas ungerecht.
Man stelle sich vor in Singapur müsse nun eine Schwerindustrie ran!!