7. Juli 2008 von David Frankfurter - 13 Kommentare

Das Forschungsinstitut für Wirtschaft der Universität Neuenburg hat im Juni 2006 eine sehr aufschlussreiche Kostenermittlung wegen Drogenmissbrauchs veröffentlicht. Autor: Claude Jeanrenaud. Nun die Ergebnisse zusammengefasst:

In der Schweiz sind etwa 30′000 Personen von den Drogen abhängig. Der Drogenkonsum beginnt bereits im Alter von 16 bis 18 Jahren.

Der Drogenmissbrauch verursacht Kosten und eine Verminderung des Wohlbefindens und teilt sich in drei Kategorien auf
  • Direkte Kosten
  • Indirekte Kosten
  • Menschliche Kosten wegen Verlust der Lebensqualität
 
Direkte Kosten in Mio CHF
 
Ärzliche Behandlung, Ersatzdrogen, Prävention, Hilfe
614.0
Repression, Polizei, Gefängnisse, Justiz
798.4
Total direkte Kosten
1′412.4
   

Indirekte Kosten  und menschliche Kosten in Mio CHF

 
Verlust an Arbeitsleistung und Produktion
1′781.8
wegen Todesrate abzüglich Eigenkonsum der Verstorbenen
532.1
wegen Verlust der Lebensqualität
391.3
Total der indirekten Kosten
2′705.2
   
  • Jährliche Gesamtkosten infolge Drogenmissbrauchs
4′117.6
  • Jährliche kosten pro Drogenabhängige (in Franken)
103’400
   
   
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  1. Boris

    Schön dass du uns die Zahlen zeigst, aber was willst du uns damit sagen?

    Falls du diese als Argument gegen eine liberale Drogen-Politik aufführen möchtest, zeig uns doch auch noch die Zahlen für Tabak, Alkohol und Medikamentenmissbrauch und zieh die “konsequenten” Schlüsse. So einfach ist das Leben nicht, sorry.

  2. @Boris
    Sind Tabak und Alkohol Argumenten die Drogenliberalisierung Rechtfertigen?
    Ja sicher, sie verursachen auch Kosten und vorallem Tote, soll man deswegen alles zulassen?
    Oder alles verbieten? Oder wäre es vernünftiger die Auswüchse einzudämmen und Grenzen zu setzen?
    Als Vater wünsche ich mir , dass mein Sprosse nicht die Freiheit hat sich für z.B. Heroin zu entscheiden. Ich glaube man kann das nachvollzihen.

  3. marble

    @schlechtmensch: Als Vater entscheidest du, welche Freiheiten dein Sprosse hat, jedenfalls bis zu seiner Volljährigkeit. Bist du nicht selbst in der Lage, deinen Kindern das “Leben” zu vermitteln und brauchst den Staat dazu? Glaubst du dass der “Staat” (wer ist das konkret? die Mehrheit der Wähler, Parteiideologen?) das besser kann? Warum hast du dann überhaupt Kinder oder warum gibst du sie nich gleich in staatliche Obhut (aus Kosten der Steuerzahler selbstverständlich)
    Wie wäre es mit einem neuen Pseudo: schlechtvater

  4. marble

    Interessant ist der Posten “Menschliche Kosten wegen Verlust der Lebensqualität”.
    Wie teuer ist ein Leben und was kostet Lebensqualität in Franken und Rappen?

  5. marble

    Noch so ein interessanter Posten: “Verlust an Arbeitsleistung und Produktion”
    Das selbe Institut hatte auch die Kosten des Tabakkonsums berechnet (und kam zum Schluss, dass Raucher der Gesellschaft mehr bezahlen als sie kosten.
    Unter Arbeitsleistung und Produktion wurde das “aktive Leben” bis zum Alter von 74 Jahren gerechnet. Unter Verlust an Arbeitsleistung und Produktion zählte auch das Hemdenbügeln und Staubsaugen, weil die Verstorbenen sich darum drücken.
    Die Studie war zwar von den Steuerzahlern via BAG bezahlt worden, das Dokument muss aber jetzt gekauft werden.

  6. fundichrist

    marble scheint sich auf dem Gebiet des Drogenmissbrauchs und deren Kosten und Ursachen auszukennen.

    Meine Meinung: Jeder Mensch durchläuft irgendwann im menschlichen Dieseits eine Phase, wo er am liebsten nach dem Vorbild von Vogel Strauss “den Sand in den Kopf stecken möchte” :-)

    Leider sind Drogen schlimmer als Sand im Kopf und der betroffene braucht dann Hilfe, wieder einen freien, reinen Kopf zu kriegen.

    Kostenrechnungen und Verurteilungen in diesem Zusammenhang erscheinen mir wenig hilfreich. Hingegen erfolgreiche Prävention, und zwar nicht vom Staat, sondern von den Eltern, den Geschwistern, den Ärzten, den Sozio-Arbeitern. Letztere neigen leider dazu, zu versagen, ihren vollen Lohn zu kassieren und dankbar dafür zu sein, dass die Betroffenen für immer betroffen bleiben, das sie ja sozusagen ihre Arbeitgeber sind.

    Die echten Christen fordern Abstinenz und dass alle Anstrengungen, die vorhanden Probleme anzugehen, in diese Richtung laufen müssten, statt eine falsch verstandene Toleranz.

    Die Süchtigen wären dankbar dafür, wenn mehr Menschen so denken würden wie die echten Christen.

  7. marble

    Zusammenfassung der Studie (französisch): http://www2.unine.ch/webdav/si.....resume.pdf

  8. @Marble
    Sicher kennst du Hanf-Shops oder betreibst gar einen.
    Womöglich einen von denen die unter dem Ladentisch noch Extasenen und Lsd an jedem Kind verkaufen.
    Aber eben:
    Sind Tabak und Alkohol Argumenten die Drogenliberalisierung Rechtfertigen?
    Auf deine Antwort bin ich gespannt.

  9. fundichrist

    Aus der Tatsache, dass niemand auf meine fundierten Kommentare eingeht, entnehme ich, dass fundierte Kommentare ab sofort auch hier unerwünscht sind.

    Ich werde meine Konsequenzen ziehen, ich bin es leid, blinde und taube Leute aufzuklären.

  10. @Fundy
    Dein Kommentar ist I.O. sonst hätte ich es dir schon geschrieben.
    Aber sag mal: erwartest du für jede Portion Senf die du hier hineingibst Feedback?
    Und das während der Ferienzeit?
    Fühle dich doch bitte nicht so betroffen wenn auf deine Kommentare nicht sofort duzenden von Antworten scheien.
    Du bist überzeugt, und überzeugend.
    Deshalb gefällst du mir.

  11. Zorro

    @Fundi, damit er sich wohl fühlt und erwünscht vorkommt… ;-)
    “Letztere neigen leider dazu, zu versagen, ihren vollen Lohn
    zu kassieren und dankbar dafür zu sein, dass die Betroffenen für
    immer betroffen bleiben, das sie ja sozusagen ihre Arbeitgeber sind.”

    Harte Aussage, aber:
    Ich habe vor kurzem mit einem (politisch linken) Menschen gesprochen, der in dieser Maschinerie arbeitet. Er sagte mir frei ins Gesicht, er ist froh dass so viel Geld in die Drogenpolitik gestopft wird, denn er profitiert davon.
    Weiter sagte er, es gäbe in dieser Stadt über 170 Institutionen welche sich nur mit Suchtkranke (auch mit Alkohol) befassen, er kann es selber kaum fassen. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus.
    Nächstes Mal werde ich Ihn weiter ausquetschen, “süüfzgerlisüüfzgerli”…

    Nun, geht mal auf http://tel.search.ch und gebt mal die Wörter drogen, suchtkranke, Sozialpsychiatrie usw. ein, mit eurer Stadt…

  12. Boris

    @ Schlechtmensch
    Zu deiner Frage:
    Die Zahlen zu Alkohol und Rauchen sollen keines Falls eine lieberalere Drogenpolitik rechtfertigen, wenn man jedoch mit gleichen Ellen messen würde, müsste man auch in Fragen Alkohol und Tabak entsprechende Massnahmen in Erwägung ziehen.

  13. @Boris
    Dann haben wir aber ,gemäss Zorro`s Aussage, schon bald 260Mia Schulden, ohne Resultate versteht sich.
    Lieber nicht oder?


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