1. Juli 2008 von Gastbeitrag - Noch kein Kommentar

Steuersenkungen werden von den politisch Linken gerne als „Steuergeschenke“ bezeichnet. Eine solche Wortwahl ist Ausdruck  einer marxistischen Weltanschauung. Sie geht vorerst einmal davon aus, dass alles dem Staat gehört und seine Bürger froh sein müssen, ein paar Brosamen, die vom Tische des Staates und seiner Politiker fallen, vom Boden aufpicken zu dürfen. Sie sind aber auch Ausdruck einer Neidpolitik, wie sie von den linken Umverteilern systematisch verbreitet wird. Was damit gemeint ist, soll mit der nachfolgenden Fabel „vom Steuergeschenk“ illustriert werden.

Es war einmal …

… als sich jeden Tag nach getaner Arbeit 10 Männer zum Feierabendbier in einer Kneippe trafen. Sie beschlossen die tägliche Bierrechnung von CHF 100 auf die einzelnen Mitglieder des Trinkerkreises gemäss ihrer Steuerkraft aufzuteilen. Aufgrund dieser Abmachung ergab sich folgende Kostenaufteilung:

  • die Ärmsten 4 bezahlen       nichts
  • der 5. bezahlt                       CHF      1
  • der 6. bezahlt                       CHF      3
  • der 7. bezahlt                       CHF      7
  • der 8. bezahlt                       CHF    12
  • der 9. bezahlt                       CHF    18
  • der 10. bezahlt                     CHF    59
  • Total                                     CHF   100

Der 10-köpfige Trinkerkreis traf sich jeden Tag in der Kneipe und alle waren mit dem getroffenen Arrangement eigentlich glücklich und zufrieden, auch wenn die Kneippen-Preise (Kosten des Staatsapparates) relativ hoch waren. Aber eines Tages verkündigte der Wirt die frohe Botschaft, dass er dank des guten Geschäftsganges die Kundentreue belohnen wolle und von nun an 20% Rabatt gewähren werde. Damit werde sich die tägliche Rechnung von CHF 100 auf CHF 80 reduzieren. Die Gruppe wollte dennoch beim bisherigen System bleiben und die Rechnung aufgrund der Steuerkraft aufteilen. Die 4 Ärmsten durften weiterhin Freibier geniessen. Aber wie würde sich der  Rabatt auf die Rechnung der bezahlenden Kundschaft auswirken? Die Rechnung erschien vorerst einfach: CHF 20 auf die 6 bezahlenden Gäste aufgeteilt ergibt einen Betrag von CHF 3.33. Wenn man aber diese Summe vom bisherigen Kostenbeitrag abzöge, dann würden auch der 5. und 6. Mann gratis trinken. Die Mehrheit könnte dann, abgestützt auf eine demokratische Mehrheit,  noch eine zusätzliche Runde bestellen, die nicht sie, sondern die wohlhabendere Minderheit bezahlen müsste. Um diese Ungerechtigkeit zu vermeiden, schlug der Wirt deshalb vor, auch den Rabatt aufgrund des bisherigen Schlüssels aufzuteilen, auch wenn dies dazu führt, dass nun auch der 5. Gast gratis mittrinken würde. 

Die neue Rechnungsaufteilung präsentiert sich nun wie folgt:

  • der 5. und die bisher 4 Ärmsten bezahlen nichts            (100% Ersparnis)
  • der 6. bezahlt neu              CHF   2 (statt  3)             (33% Ersparnis)
  • der 7. bezahlt neu              CHF   5 (statt  7)              (28% Ersparnis)
  • der 8. bezahlt neu              CHF   9 (statt 12)             (25% Ersparnis)
  • der 9. bezahlt neu             CHF 14 (statt 18)              (22% Ersparnis)
  • der 10. bezahlt neu            CHF 49 (statt 59)              (16% Ersparnis) 
Jeder der 6 bisher bezahlenden Gäste war nun finanziell besser gestellt als vor der Preissenkung und die 4 Ärmsten erhielten weiterhin Freibier. Aber als sie die Kneippe verliessen begannen sie ihre Einsparnisse miteinander zu vergleichen. „Ich habe nur CHF 1 von den eingesparten CHF 20 erhalten“, sagte der 6. Mann, „aber der bereits Reichste von uns erhielt satte CHF 10 Ermässigung!“. „Da hast du recht, warum soll er CHF 10 erhalten, während ich nur mit CHF 2 profitiert!“ sagte der 7. Mann. „Die Rechen erhalten die grössten Geschenke! Das ist der Gipfel der Frechheit!“ begannen die ärmsten 4 Freibiertrinker zu klagen. „Wir erhielten überhaupt nichts. Das System beutet die Armen aus. Einmal mehr erleben wir eine Umverteilung von unten nach oben!“. 

Plötzlich umzingelten die 9 Männer den zehnten, reichsten Mann und verprügelten ihn. Am nächsten Abend erschien der Reichste nicht mehr zum Bierabend. Die übrigen 9 tranken ihr Bier alleine. Aber als dann der Wirt die Rechnung präsentierte, entdeckten sie etwas Wichtiges. Sie hatten nicht genug Geld bei sich, um auch nur die Hälfte der Rechnung zu begleichen. 

Und die Moral von der Geschichte?

Liebe Mädchen und Knaben, liebe Journalisten und Professoren: genau so funktioniert unser Steuersystem. Jene, die am meisten Steuern bezahlen, erhalten bei Steuersenkungen auch die grössten Ermässigungen. Wenn man sie zu stark besteuert und sie noch dafür attackiert, dass sie reich und grosszügig sind, dann werden sie ihr Bier statt in der lokalen Kneippe vielleicht schon bald im Schatten einer Palme auf den Bahamas oder anderswo trinken, dort wo man sich über jeden guten Steuerzahler freut.  

(von Nationalrat Hans Kaufmann, Wettswil (ZH))

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