Winkelried

19. Juni 2008 von Kulturbereicherer - 5 Kommentare

Zu den eckligen Eitelkeiten der Politiker gehört, dass sie die grössten Kehrtwendungen als konsequente Fortsetzungen ihrer Politik verkünden. Diese Slalomfahrerei gehört zum Standardrepertoire eines Mitte-Politikern, doch nun scheint auch die SVP sich darin zu üben. Blocher sagte im Tagi:

Herr Blocher, warum die Kehrtwende, warum wollen Sie nun kein Referendum zur Personenfreizügigkeit?

Keine Kehrtwendung. Ich bin für ein Referendum und eine Volksabstimmung, weil ich gegen die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Rumänien und Bulgarien bin. Nur: Das Parlament hat eine solche Volksabstimmung unterbunden.

Ehrlicher wäre zuzugeben, man habe sich verschätzt. Kein Feldherr wird in eine Schlacht gehen, die er sicher verlieren wird, wenn er Alternativen hat. 

Doch im vorliegenden Fall ist die Situation anders. Blocher selbst hat das Schlachtfeld festgelegt und seine Truppen dort aufgestellt. Was denken nun die Anhänger, wo der Feldherr selbst die Schlacht wieder absagt?

Blocher ist überzeugt, dass er mit seiner Kehrtwendung noch 75 % der Partei hinter sich hat:

Ihre Partei ist in der Frage der Personenfreizügigkeit gespalten.

Wir waren da noch nie einstimmig. 20, 25 Prozent waren und sind bei uns für die Vorlage. Das war stets so.

Wahrscheinlich wird die Mehrheit am 5. Juli Blocher folgen, was auch kein Wunder ist. Schliesslich ist er Feldherr und Säckelmeister in Personalunion. 

Die neue Strategie

Der grosse Stratege hat auch schon eine neue Perspektive: er will die Demokratie retten. Das ist auch gut. Am meisten Erfolg verspricht dabei die altbewährte Erfolgsstrategie der SP-Wirtschaftsexpertin Oberholzer (BS): eine dynamische, nachhaltige und erfolgsorientierte Zukunftsstrategie. Besonders in den Amtsstuben wird diese immer wieder mit Erfolg angewandt.

Lassen wir ihn also machen.

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  1. Echnaton

    Damit stellt Blocher auch die AUNS kalt. Erinnert irgendwie an den Röhm-Putsch.

  2. gar nicht so einfach zu beantworten. Wenn sich die Delegierten am 5.7. einig sind, kann es gut ausgehen, wenn nicht, gibt es weiteren Stunk im Hause SVP.

  3. fundichrist

    Die SVP muss sich halt den “nachhaltigen” Kampagnen der Medien beugen.
    Das “Volk” glaubt ja anscheinend der EU-Presse und EU-Medien. :-)

  4. moep

    Jetzt wo wie zwei getrennten Vorlagen doch nicht mehr getrennt sind wäre es sowieso nur Geldverschwendung für ein Nein zu werben. Die Schweizer trauen sich ja doch nicht genügend Rückgrat zu zeigen und tanzen lieber nach der Pfeife der EU

  5. Habemus

    E U R O W I E T U N I O N !!






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