24. Mai 2008 von Redaktion
Wer hat nicht von der Ausstellung über Tutanchamun in Zürich gehört? Dutzende Cervelat-Promis durften ihre Begeisterung in allen Medien äussern – man müsse es unbedingt gesehen haben …
So viel Medienhype war mir schon ziemlich verdächtig. Es scheint, dass da Journis ziemlich dick mit Geschenken abgefunden wurden, den selbst Linke hypen nicht lange kostenlos.
Der Eingangsbereich ist ein halber Flugzeugterminal, doch mit einem Unterschied: er ist menschenleer. Nachdem die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatte, sahen wir irgendwo eine Kasse und dahinter versuchte jemand unentdeckt zu bleiben. Pech …
Der Eintrittspreis war Tutanchamuns würdig … 50 Euro für eine Familie. Spasseshalber fragte ich die Dame, ob dieser Tarif auch gelte, wenn ich mit drei Ehefrauen samt Anhang Einlass begehre. “Ja”, sagte sie. Aweia dachte ich, das ist ja eine Christendiskriminierung – aber das würde in Strassburg niemand interessieren, also warum einen weiteren Gedanken daran verschwenden.
Kaum drinne, die nächste Abzocke: 10 Fr. pro Nase für den Audioguide (nicht Depot, sondern Miete!). Mittlerweile waren wir auf 80 Euro und hatten noch kein Getränk gehabt.
Zur Ausstellung kann man nicht viel sagen: sie ist aus Plastik! Sämtliche Artefakte sind wie “Made in China”, man kommt sich vor wie in einer Hollywoodkulisse. Dazu noch eine Menge Videos. Über Ägypten allerdings erfährt man herzlich wenig …
Impostant ist aber der Souvenir-Shop. Von der altägyptischen Mausmatte bis zum sündhaft teuren Ausstellungsplakat erhält man hier alles, was den Guschti zu einem Stammtischägyptologen macht.
Sparen Sie sich diese Ausstellung – das Personal ist ihnen dankbar.
PS: Mit dem halben Geld können Sie sich auch einen Indiana Jones reinziehen – der Lerneffekt ist etwa der gleiche, aber die Unterhaltung ist besser.
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Schöne Stange Klütter für ein wenig Plastik.
Schämen sich die Veranstalter nichtmal ein wenig?
http://www.20min.ch/news/zuerich/story/16869474
So ein Witz, die Ausstellung ist faktisch menschenleer.