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Jöh … Fussball gegen Rassismus!

von Echnaton | 12. Mai 2008 - 20:05 Uhr | 7 Kommentare

Der Tagi bereichert uns wieder mal mit einer Propagandastory über erfolgreiche Migranten:

Wer gut Fussball spielt, ist für die Schweiz interessant
Fussball spielende Ausländer werden schneller eingebürgert als andere. Der Erfolg der Jungen fördert ihre Integration, wie auch die ihrer Eltern.
Alessandro Ciarrocchi ist zwanzig Jahre alt, 190 Zentimeter gross, 82 Kilo schwer und stürmt für die Schweizer U-20-Nationalmannschaft. Seine Eltern sind Italiener, wobei schon seine Mutter in Winterthur aufwuchs, wo ihr Sohn später als Fussballer debütierte. Mit 14 Jahren hätte es der junge Stürmer bereits in die Nationalmannschaft seiner Altersklasse geschafft, doch fehlte ihm das Schweizer Bürgerrecht, denn bei der U-14 dürfen nur fünf Ausländer mitspielen. «Also liess ich mich einbürgern», sagt der Zwanzigjährige, der heute bei AC Pistoiese in der Toscana spielt, wohin er ausgeliehen wurde. Das sei problemlos gelaufen.
Im nächsten Jahr wird sich der Doppelbürger zwischen Italien und der Schweiz entscheiden müssen, aber er weiss jetzt schon, wohin er gehört. «Ich bin hier aufgewachsen», sagt er, «also möchte ich in der Schweiz bleiben.» Ciarrocchis Ziel: die Schweizer Nationalmannschaft. Sein Wunsch: eine professionelle Fussballerkarriere.
Junge Ausländer dominieren
Die jungen Immigranten der zweiten und dritten Generation dominieren die Spielplätze der Schweiz, den Klubfussball, die Jungmannschaften und natürlich auch die Nationalmannschaft mit Spielern wie Tranquillo Barnetta, Eren Derdiyok, Gökhan Inler oder Philippe Senderos. Die Immigrantenkinder stellen vierzig Prozent der Spieler in den oberen Ligen und sogar 60 Prozent bei deren Nachwuchsmannschaften. Sie werden vom Schweizer Fussballverband schon als Jugendliche gefördert und auch früh von ausländischen Talentspähern aus Ländern wie Kroatien, Serbien, Spanien, der Türkei und Italien beobachtet. Die besten von ihnen versucht man abzuwerben wie den Basler Stürmer Mladen Petric, der England aus der Qualifikation schoss und mit Kroatien an der EM-Endrunde teilnehmen wird.
Warum spielen die Secondos dermassen gut? René Thurnheer, ein pensionierter Berufsoffizier, der sich um junge Spieler in der Schweiz kümmert, hat eine einfache Erklärung: Weil sie «härter an sich arbeiten und mehr Ehrgeiz entwickeln» als ihre Schweizer Kollegen, nicht zuletzt aus Mangel an Alternativen. Dazu komme das enorme Ansehen, das der Fussball in den Herkunftsländern der Migranten geniesst.
Sport und vor allem Fussball, das bestätigen alle, helfen jungen Ausländern in der Schweiz bei der Integration am besten. Das zeigt sich schon an der Leichtigkeit, mit der die jungen Spieler in der Schweiz eingebürgert werden. Eine Sonderbehandlung gäbe es zwar keine, sagt Hansruedi Hasler vom Fussballverband, «wir können aber bei den Gemeinden erwirken, dass ein Gesuch vorgezogen wird.» Der Verband helfe bei der Einbürgerung, die ja in gewissen Kantonen ziemlich kompliziert ablaufe. Oft stosse er bei den Behörden auf grosses Verständnis, wozu auch die guten Leistungen der jungen Spieler beitrügen.
Anders gesagt: Wer gut Fussball spielt, wird für die Schweiz interessant. Das Interesse geht mitunter so weit, dass Spieler wie Kubilay Türkyilmaz und Milaim Rama blitzschnell eingebürgert wurden, um spielberechtigt zu werden. Bei den türkischen Gebrüdern Yakin und dem Franko-Argentinier Nestor Subiat hatte sich sogar der damalige Sportminister Adolf Ogi öffentlich eingesetzt; kein schlechter Pate für einen Schweizer Pass.
Die Integration der Spieler erfasst auch ihre Eltern. René Thurnheer hat schon beobachtet, wie die Väter der Spieler am Spielfeldrand miteinander ins Gespräch kamen, Ausländer und Schweizer. Der Erfolg der Kinder steigere das Selbstwertgefühl der Eltern, was wiederum ihre Integration in der Schweiz erleichtere.
Manchmal geht aber alles schief. Vor vier Jahren wurde der Kroate Ivan Rakitic im baselländischen Möhlin eingebürgert, wo er aufgewachsen ist und schon als Kind beim FC Möhlin-Ryburg als Fussballspieler aufgefallen war. Später brillierte er beim FC Basel und spielt heute bei Schalke 04. Trotz seiner Schweizer Einbürgerung entschied er sich mit 21 Jahren für die kroatische Nationalmannschaft.
Das hatte Folgen für seinen Vater, der seit über zwanzig Jahren in Möhlin lebt und ebenfalls – zum wiederholten Mal – ein Einbürgerungsgesuch gestellt hatte. Nach einem Gespräch mit dem Gemeindepräsidenten sistierte der Vater sein Gesuch. Ihm war klar geworden, dass die Gemeinde es zurückweisen würde. Die Leute im Dorf konnten nicht verstehen, dass sich sein Sohn, der so viel von seiner neuen Heimat profitierte, dennoch gegen die Schweiz entschieden hat. Es gab hässliche Leserbriefe, sogar Morddrohungen.
Rassisten am Spielfeldrand
Beim Fussballverband bedauert man diese Entwicklung, die Fachleute können Rakitics Entscheid aber bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Seinem Vater sei die Einbürgerung in Möhlin schon früher verweigert worden, sagt Hansruedi Hasler, das habe den Entscheid des Sohnes wohl beeinflusst. Ohnehin spielen die Eltern bei der Karriereplanung der Spieler eine entscheidende Rolle. «Meine Eltern haben mich immer unterstützt», sagt Alessandro Ciarrocchi, der junge Italiener aus Winterthur. Er glaubt zwar, dass Ausländer der dritten Generation sich häufiger für die Schweiz entscheiden, denkt aber auch, «dass im Grunde alle Eltern ihr Kind in ihrer Heimat spielen sehen wollen».
René Thurnheer gibt dem Spieler Recht. Der Erfolg der Söhne mehre das Ansehen ihrer Eltern in der Heimat, sagt er. Man helfe ihnen gezielt bei der Rückkehr, überhaupt sei bei solchen Entscheiden viel Geld im Spiel. Thurnheer macht sich daran, das Gespräch mit solchen Eltern früh zu suchen. «Hätte die Schweiz diese Spieler nicht aufgenommen und jahrelang betreut», sagt er, «wären sie nicht in die komfortable Lage gekommen, sich für ein anderes Land zu entscheiden.» Sowohl die Eltern wie auch die jungen Spieler müssten realisieren, was sie der Schweiz zu verdanken hätten.
Ob das Umgekehrte genauso gilt? Spieler aus afrikanischen Ländern, ob eingebürgert oder nicht, werden immer wieder von Rassisten am Spielfeldrand beschimpft. Selbst Kubilay Türkyilmaz, der schon lange Schweizer Bürger ist und 32 Tore für die Schweizer Nationalmannschaft geschossen hat, ein Rekord, wurde immer wieder als «Dreckstürke» beschimpft. Vorurteile sind keine Leistung; Leistung verhindert keine Vorurteile.

Quelle:



7 Kommentare

  1. Helveticus
  2. 12. Mai 2008 - 23:01 Uhr

    und wie sieht es mit den ach so lobenswerten ausländischen spielern in den unteren ligen aus? habe vor kurzem ein vernichtender bericht gelesen. so soll es an der tagesordnung sein, dass gegenspieler, trainer sowie schirris übelst beschimpft und massivst bedroht werden. ein trainer hat sich dahingehend geäussert, dass er sich künftig weigere, gegen bestimmte mannschaften (vorallem aus dem balkan und türkei) zu spielen. zum schutz seiner mannschaft nehme er jeweils eine vorfaitniederlage in kauf. offenbar sind diese probleme den zuständigen funktionären bestbekannt. aber wie viele andere unternehmen auch diese hosenscheisser nichts dagegen. man singt lieber lobeslieder über fussballspielende vorzeigemigranten…

  3. schlechtmensch
  4. 12. Mai 2008 - 23:17 Uhr

    Was nicht alles unternommen wird um uns zu überzeugen, dass die Bereicherungen eben doch gut für uns sind.
    Die Fakten im Alltag jedes normalen Bürgers wiedersprechen jedoch solche Wunschvorstellungen massiv.
    1 Juni wird die momentane wahre Stimmung der Schweizer gegenüber Ausländern im allgemeinem offenbaren.
    Linken hin oder her.

  5. schlechtmensch
  6. 12. Mai 2008 - 23:19 Uhr

    P.S.
    Ich kenne übrigens einige Linken die einen starken Hass gegenüber Ausländern hegen, zufälligerweise gegenüber Ex-Jugoslawen Albanern und Muslime im allgemeinen.

  7. Nimrod
  8. 13. Mai 2008 - 03:17 Uhr

    @schlechtmensch

    Warum sind die dann noch “links”? Aus Stilgründen (ein besseres Argument gibt es für Linke nicht) oder wg. den finanziellen Aspekten?

  9. schlechtmensch
  10. 13. Mai 2008 - 05:32 Uhr

    Keine Ahnung. Sorry

  11. Annubis
  12. 13. Mai 2008 - 22:23 Uhr

    joa das wollte ich auch gerade fragen. dachte immer die linken seien die, die allen die türe aufhalten und auch noch die andere backe hinhalten wenn sie zusammengeschlagen werden, weil sie ja so sozial sind.

    auch dachte ich die die balkanesen hassen seien dumme glatzköpfige rechte fanatiker die 81 anbeten und randale machen.

  13. schlechtmensch
  14. 13. Mai 2008 - 22:47 Uhr

    Es gibt eben einige Linke die als Erlebnisrevoluzen zu verstehen sind, vorallem junge.
    Die junge sind sehr stark der Mediengehirnwasche ausgesezt, Svp und Blocher sind bei denen der Imbegriff von Bösen und “Unstylisch”.
    Blocher ist in junge städtische Kreisen sowieso “Out”, warum genau wissen die auch nicht, fänden sie Blocher gut, wären sie selbst “Out”, und man will ja “In” sein.(Gruppenzwang)
    Solchen Denkmuster überraschen nicht wenn man bedenkt, dass unter Linker Herrschaft der Bildung in den lezten Jahrzehnten sogar wertloses bedrucktes Papier wie der Bergier Bericht als Schultext anerkannt wurde.
    68Er Lehrern haben die Generation nach ihnen mit Absicht verblöden lassen.

    Doch die im Negativen bereicherte Multikulturelle gesellschaft ist selbst für solchen Leuten nicht übersehbar.
    Speziel unter jungen sind Bereicherer auffällig gewaltbereit und zur Kriminalität neigend.

    Also ist man Links, ist ja modisch, gleichzeitig stösst man sich an gewissen Ausländer, vielleicht in der Hoffnung, dass sie von der Sp Psychologen gesellschaftstauglich therapiert werden.

    Solchen schizophrenen Inhaltswidersprüchen sind eben die Spuren, die vom Überfluss an Sozialdemokratie der lezten 20 Jahren in Medien und Bildung, zurückgelassen würden.

    Selbstverständlich sind unter diesen Bekanntschaften auch solchen die von den Arbeitenden leben, IV z.B.

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