16. April 2008 von Echnaton - 9 Kommentare

Vor ein paar Wochen zitierte eine Schweizer Zeitung einen Experten: “Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis bei uns auch ein Amoklauf in einer Schule stattfindet!” Mit eine bischen Hypokresie heisst das auf deutsch: “Liebe Amokläufer, wer will als erster bei uns auf die Titelseite?”

Seither hat die Polizei die Hände voll zu tun, um Amokeinlagen zu Verhindern von Amokläufen - jedenfalls so steht es in der Presse.

1. Rotkreuz

Schon bald nach der obigen Zeitungsmeldung stand irgendwo eine Schmiererei auf einer Schultüre. Die Presse warf sich begierig auf das Ereignis und zog schon Parallelen mit den USA und Deutschland. So eine Berichterstattung schreit geradezu nach Nachahmungstäter so geschah es auch: in Rotkreuz eine ähnliche Geschichte. Ursache in beiden Fällen: Schüler hatten Angst vor einer Klassenarbeit.

Jugendlicher kommt mit Munition in die Schule. Die Presse weiss, er wollte einen Amoklauf machen.

2. Waadtland

Polizei verhindert Amokauf in letzter Minute. Beim näheren Hinsehen war es dann ein Kulturbereicherer, der halt mit Munition und Waffen in die Schule geht, um seiner Ehre Nachachtung zu verschaffen.

3. Jungschütze war beim Psychiater

Jugendlicher in psychiatrischer Behandlung meldet sich beim Schützenverein - aha, da ist doch alles klar. Wenn man aber bedenkt, dass die Linke Bildungspolitik es dazu gebracht hat, dass die Hälfte der Schüler irgendwelche Therapiemassnahmen besuchen müssen, dann verwundert das wieder etwas weniger.

Ok, über einen Amoklauf muss die Presse berichten, aber die Presse verschuldigt sich mit, wenn sie diese mit Fragen wie: “Wer ist der Erste?” damit indirekt herausfordert. Es gibt immer irgendwo einen Spinner, der sich beweisen will. Und das wissen die Journalisten nur allzu gut.

(Artikel überarbeitet und ergänzt.)

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  1. emeidi

    Wer auch immer der erste sein wird - bitte die Tat mit folgendem Formular ankündigen:

    EDIT: Merci, habe es hinzugefügt.

  2. asylstrasse

    ich wollte schon 1998 einen Amoklaufclub gründen. Gab das Unterfangen jedoch mangels Interessenten auf. Vielleicht sollte man das ganze ja wieder “aufgleisen”…

  3. musli_weg

    es kommt wie es kommen muss. Jeder Amoklauf jede Prügelei macht die Bevölkerung etwas sensibler. Sorget Euch nicht, denn die Linken haben alles im Griff.

  4. es gibt ja so viele gegebenheiten die so eine tat verharmlosen oder entschuldigen könnten:
    z.b.
    die waffe sei schuld daran, oder die soziale verhältnisse des täters, die nicht gegebene chance zu integration durch das böse schweizer volk,svp hetzkampanien……..und schon steht eine armee von psychologen und sozialarbeiter die ihrer berufungs wegen der unschuldige täter schon bald unter den menschen haben wollen mit hilfe von besonders gutmütigen richtern mit roter gesinnung. ausser er habe natürlich einen ch pass ohne migrationshintergrund, oder auch dann….

  5. Fuchs

    Ich bin mir nicht so sicher aber wenn z.B. der Amokläufer von Zug oder aber auch ein anderer mir erklären würde, warum er es tat…wer weiss, vieleicht hätte ich auch Verständnis.
    Gründe gäbe es viele und wenn dann einer seine Zukunfts-Perspektiven verliert…

  6. Sämi Berner

    eine lange Vorselektion ist nicht nötig. Die grösste Wahrscheinlichkeit den Superstar zu orten liegt beim Militär. Dort sind alle nötigen Komponenten vereint.

  7. Du hättest auf jeden Fall Verständnis, wenn Du die Geschichte vom “Fritzli” Laimbacher kennen würdest. Die ist noch lange nicht aufgearbeitet.

  8. framei

    Gründe gäbe es viele und wenn dann einer seine Zukunfts-Perspektiven verliert…

    na klar dann soll er halt ein wenig morden. Sag mal Fuchs, bist Du Staatsanwalt?

  9. Staubkorn

    Ich empfand es als leicht befremdlich, dass der (neue) “Blick” - online - wagemutig vorpreschte und das Patchworkfamilien-Drama in Schwyz gleich mit reichlich Fantasie (und noch mehr Eifer) zum verwertbaren Politikum aufwerten wollte - auch wenn alle anderen Newsticker-Rezyklierer nur vermelden konnten, dass es noch keine weiteren Informationen zum Tathergang geben wuerde.

    Anders der “Blick”: 15-Jaehriger erschiesst Stiefmutter und Bruder.

    Superschnell, gewagt, kreuzfalsch - und etwas hoch gepokert. Schade, moechte man dem Blick, der sich vom Arbeiterbeglueckungs- zum Sozialistenschmeichlerblatt gemausert hat, doch niemals einen allzu kreativen Umgang mit der Realitaet unterstellen.

    Wenn die allumfassend bereicherte und gleicherberechtigte Jugend etwas begriffen hat in der ganzen Geschichte, dann dies: In der Zukunft liegende Termine, die auf einer Schultoilette hingekritzelt werden, verschaffen einem mindestens einen freien Tag. Zum Abfeiern, Party machen, MTV schauen. Sie sind also doch noch nicht ganz lernresistent. Von nun an ist jeder, der tatsaechlich Amok laeuft oder Amok laufen will wohl in erster Konsequenz als Trendopfer anzusehen?


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