17. März 2008 von Winkelried
Winkelried: Endlich scheint sich wieder etwas im Umfeld der SVP zu bewegen. Ist diese Initiative Teil der neuen Strategie der SVP?
Hans Fehr: Urheberin der Volksinititive “Für die Stärkung der Volksrechte in der Aussenpolitik” und federführend ist die überparteiliche AUNS. Die SVP und weitere Parteien und Gruppierungen unterstützen unseren Kampf für die Unabhängigkeit unseres Landes.
Winkelried: Wie kam es zu dieser Initiative? Könnten Sie uns das bitte etwas näher erklären ….
Hans Fehr: In Bundesbern werden immer mehr Staatsverträge und Konventionen abgeschlossen, die uns verpflichten, fremdes Recht und dessen Weiterentwicklung! zu übernehmen. Die Konsequenz ist ein schleichender EU-Beitritt. Das Volk und die Kantone haben dazu nichts zu sagen. Ein Musterbeispiel ist Schengen, wo wir in den Bereichen Asyl, Waffenrecht, Visarecht, Grenzkontrolle, Millionenzahlungen immer mehr zum Handlanger Brüssels degradiert werden. Mit unserer Initiative wäre Schengen abgelehnt worden.
Winkelried: Als ich den Initiativtext lass, hörte ich schon die Calmy Rey jammern, damit sei keine Katastrophenhilfe mehr möglich. Was meinen Sie dazu?
Hans Fehr:Immer wenn Frau Calmy-Rey jammert, liegt man politisch richtig. Es ist klar: Zum “Leidwesen” unserer Aussenministerin, die sich bei jeder Gelegenheit zum Schaden unseres Landes international in Szene setzen will, wird die Initiative den Ausverkauf unserer Volksrechte stoppen.
Winkelried: Mit 250000 Fr. ist das eine „Low-Budget-Initiative“. Die AUNS selbst hat etwa 40000 Mitglieder, die SVP etwa 90000 (wovon etwa ein Drittel schätzungsweise ebenfalls bei der AUNS). Etwa 13 der Unterschriften werden sie also ausserhalb der Stammkundschaft sammeln müssen. Das ist erfahrungsgemäss nicht einfach: weder stehen Wahlen an, noch verfügt die AUNS über das Kässeli der SVP. Ist ihr Ziel, die Unterschriften in einem Jahr zu sammeln, nicht etwas kurz?
Hans Fehr: Nein, nach der skandalösen Abwahl des kompetentesten Bundesrates, aufgrund der EU-Anpasser-Politik in Bundesbern und nach den Angriffen aus Brüssel und Berlin gegen unsere Steuersouveränität sind die Leute in Rage und wollen unterschreiben.
Winkelried: Der Nachteil einer Initiative ist, dass sie erst etwa 4 Jahre nach der Unterschriftensammlung vor das Volk kommt, etwa 2013/2014. Politisch gesehen handelt es sich also um eine Langstreckenwaffe. Sie käme also nicht mehr auf die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Rumänien und Bulgarien zur Anwendung. Ist das nicht zu spät?
Hans Fehr: Nein, um die Fristen zu verkürzen und rascher Wirkung zu erzielen, wollen wir unser Unterschriftenziel von 120′000 bis zum Frühjahr 2009 erreichen.
Winkelried: Auch könnte die Initiative z.B. Steuerabkommen nicht verhindern, die uns viel mehr Geld kosten könnten, als Zahlungen an sich. Ist es sinnvoll, dem Bundesrat die Möglichkeit wegzunehmen, der EU „Bakschisch“ zu zahlen, statt ev. noch weitere Souveränitätsverluste in Kauf zu nehmen? Auch die römischen Kaiser zahlten Tribute an germanische Stämme, es kam immer noch billiger als zusätzliche Legionen.
Hans Fehr: Wer das “Bakschisch” zahlt, hat sich bereits erpressen lassen. Und wer sich einmal erpressen lässt, wird immer wieder erpresst. Unsere Initiative schützt die Schweiz vor beidem: vor Souveränitätsverlusten und vor Milliardenzahlungen für fragwürdige Zwecke.
Winkelried: Besteht nicht die Gefahr, dass diese Initiative sogar noch den Integrationsprozess beschleunigt? Sie könnte ja den Bundesrat verleiten, noch möglichst viel zu „spenden“, bevor die Initiative greift.
Hans Fehr: Im Gegenteil: Schon die Lancierung der Initiative ist ein starkes Stopp-Signal, das der Bundesrat nicht übersehen kann. Bis die Initiative wirkt, kann immer noch das fakultative Referendum ergriffen werden.
Winkelried: Mit Internet erreicht man die Bevölkerung immer besser – die Parteien scheinen das noch nicht so ganz begriffen zu haben. Haben Sie die Absicht, wenigstens Videobotschaften zu erstellen oder einen Zähler auf die Homepage zu tun, auf dem jeden Tag der neuste Stand der gesammelten Unterschriften aufgeführt wird?
Hans Fehr: Es gibt den taktischen Grundsatz der Überraschung: Wir werden sammeln und sammeln – und plötzlich geben wir bekannt: Wir sind am Ziel.
Winkelried: Besten Dank für das Gespräch.
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Kritische Fragen ????
Fragen und Antworten sind derart gut aufeinander abgestimmt, dass der Verdacht entsteht eine Person habe das Interview geschrieben.
I think you think wrong “I Think”
wer erst auf solche Gedanken kommt, ist vielleicht selbst nicht ganz frei von solchen Machenschaften.
Die Fragen sind sehr wohl kritisch und zeigen die Grenzen der Initiative ab.