30. Januar 2008 von Gastbeitrag - 6 Kommentare
Die Weltwoche berichtet in ihrer neusten Ausgabe, die morgen am Kiosk erhältlich ist, über weitere Fälle im Departement von Monika Stocker. Mittlerweile ist ihr Rücktritt nicht mehr ausgeschlossen. Siche rist aber vor allem eines: mit Monika Stocker in der Stadtregierung gibt es bestimmt keine Lohnerhöhung …
Es sollte ein Befreiungsschlag werden. Vor einer Woche präsentierten die Zürcher Sozialvorsteherin Monika Stocker (Grüne) und Urs Lauffer (FDP), Vizepräsident der Sozialbehörde, die spektakuläre Erfolgsbilanz der neuen Sozialinspektoren. Zugleich kündigte Stocker eine «externe» Untersuchung der Vorwürfe an, die zwei ihrer Mitarbeiterinnen publik gemacht hatten. Doch die Rechnung ging nicht auf. Die Woche endete für die erfolgsverwöhnte grüne Politikerin mit einem Zusammenbruch – sowohl gesundheitlich wie politisch. Alles schien sich gegen Monika Stocker verschworen zu haben. Was ist passiert?
Es mag zynisch anmuten, dass letztlich ein ungewollter Erfolg Monika Stocker zum Verhängnis wurde. Jahrelang hatte sie die Einsetzung der Detektive bekämpft. Dass sie eben diese Tatsache nachträglich wegzureden versuchte, machte die Sache nicht besser, aber -offenkundig. Von Realitätsverlust zeugte aber auch die angekündigte «externe Untersuchung» durch Rechtsanwalt Beat Badertscher. Ein Fraktionskollege von Stocker-Intimus Lauffer im Kantonsrat. Die Übung war so miserabel geplant und inszeniert, dass sie unterdessen wieder abgeblasen wurde.
Neu war, dass der mediale Backslash aus einer unverdächtigen Ecke kam, in der sich Stocker bislang sicher fühlen durfte. In diversen Medien wurden gestandene Genossen zitiert wie etwa der Grenchner Sozialvorsteher Kurt Boner, der Monika Stocker «Blauäugigkeit» vorwarf, oder der Zürcher Stadtammann Thomas Marthaler, der in einem eindringlichen Votum die Linke aufrief, endlich die ideologischen Scheuklappen abzulegen.
Hart dürfte Monika Stocker vor allem aber ein Leitartikel in der Neuen Zürcher Zeitung getroffen haben, die ihr bis dahin die Stange gehalten hatte und die ihr nun einen Departementswechsel innerhalb des Zürcher Stadtrats nahelegte. In Politkreisen wurde der reichlich unbedarfte Vorschlag zwar belächelt, der Stockers persönliche Tragödie letztlich ungewollt auf den Punkt brachte: Nach 14 Amtsjahren ist ein dezenter Abgang aus der verfahrenen Lage, in die sich die 60-jährige Politikerin selber manövriert hatte, fast unmöglich.
Chaotische Zustände im Sozialzentrum
Tags darauf, als auch die NZZ am Sonntag mit markigen Statements von Zürcher Sozialarbeitern («Missbräuche offenbar an der Tagesordnung») und einem giftigen Kommentar («Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!») der grünen Politikerin die Treue aufkündigte, erlitt sie einen Kreislaufkollaps. Seither liegt Monika Stocker im Spital. Skeptiker witterten umgehend ein raffiniertes Manöver. Doch wie aus dem nahen Umfeld von Stocker zu erfahren war, soll ihr gesundheitlicher Zustand «ernst» sein. Die Politikerin steht im Ruf, selbst mit Grippe und Fieber an ihrem Arbeitsplatz zu erscheinen. Dass sie, wie offiziell angekündigt, in einer Woche wieder fit sein soll, erscheint zweifelhaft.
Der Strom von empörten Zuschriften und Telefonaten zum Thema Sozialhilfe an die Redaktion der Weltwoche reisst derweil nicht ab. Meist handelt es sich um Klagen von Bürgern, die sich über Missstände beschweren (siehe Kasten). Vereinzelt haben sich auch Sozialarbeiter gemeldet, zwar immer unter dem Vorbehalt der Anonymität und deshalb mit Vorbehalt zu gewichten. Es fällt allerdings auf, dass sich die Statements im Tenor ähneln: Die Mitarbeiter an der Basis fühlen sich überfordert oder haben resigniert, Theorie und Realität passen nicht zusammen, man habe das Gefühl, dass man in den Chefetagen keine Ahnung habe, was «da unten» läuft. Die Meinungen über die Berichte der Weltwoche sind geteilt, doch die beiden Frauen, die ihre Kritik öffentlich machten, gelten anscheinend vielen als Heldinnen.
Mehrere Meldungen – sowohl von Aussenstehenden wie auch von einem Insider – beziehen sich auf angeblich chaotische Zustände im Sozialzentrum «Dorflinde». Von dort aus werden die Quartiere Schwamendingen, Seebach und Affoltern betreut. Eine Sozialarbeiterin erklärte, sie habe schon lange keine Zeit mehr, um Zahlungen an Fürsorgebezüger zu kontrollieren, die Sache sei aus dem Ruder gelaufen. Einen Teil ihrer Klientel habe sie noch nie gesehen. Insbesondere Immigranten träten bisweilen sehr aggressiv und fordernd auf. Eine neue Stellenleiterin habe ihren Job nach drei Wochen entnervt gekündigt, das Team stehe ohne Führung da. Mitarbeiter der «Dorflinde» forderten deshalb letzte Woche ein Gespräch, direkt mit Monika Stocker. Dieses wird nun auf unbestimmte Zeit verschoben.
Alles spricht dafür, dass die Welle der Kritik, die in den letzten Tagen über Stocker hineingebrochen ist, diese völlig unvorbereitet getroffen hat. Meist charmant, bei Bedarf aber auch mit Hohn liess die Powerfrau aus dem Aargau ihre «Widersacher» stets ins Leere laufen. Wer ihr Credo in Frage stellt, wird schnell als Totengräber der Sozialhilfe und persönlicher Feind mit niederen Motiven diskreditiert. Lange funktionierte diese Masche. Gegen «unten» wurde Stocker derweil von der wortkargen Amtschefin Rosann Waldvogel abgeschirmt. Die Mischung war verheerend: In ihrer Trutzburg hörten die beiden die Alarm- und Warnsignale aus den eigenen Reihen nicht mehr.
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Rütliborat
Ihr einen Departementswechsel nahezulegen ist noch sehr nett von der NZZ
Achilles
Irgendwann kapiert auch die treuherzig amts- und staatstreue Inlandsredaktion der NZZ, dass etwas im Führungsstil und im Denken der Frau Monika Stocker nicht stimmt. Den Kreislaufkollaps der Dame halte ich für inszeniert, damit sie einige Wochen auf Tauchstation gehen kann. Die Abwesenheitsmaschine hat sie schon mehrfach praktiziert, um endlich aus den Schlagzeilen herauszukommen.
Ihre beiden kritischen Mitarbeiterinnen machen es völlig richtig, dass sie eine Kooperation bei einer frisch von Stocker aufgesetzten “Untersuchung” verweigern. So bleibt die üble Suppe am Köcheln.
Achilles
Korrektur:
Abwesenheitsmasche statt Abwesenheitsmaschine
und_so
die grüne alte Fee hat längst ausgedient. Aber bevor sie nicht einen Diebstahl oder sonst ein Delikt begeht, wird sie gedeckt und gehalten. So regieren Grüne denen Regieren fremd aber Demonstrieren geläufig ist. Diese Matrone gehört weg und zwar schnellstens. Inkompetenz gepaart mit Frechheit und Chaos, das lässt die Mehrfach-Sozialbezüger auf den Tischen tanzen. Weiter so liebe Zürcher, wir bezahlen gerne.
Kulturbereicherer
Das schlimmste an der linksgrünen Poltik ist nicht die Unfähiigkeit dieser Politiker, sondern die Presse, die diese Unfähigkeit systematisch verschweigt.
Wäre die Stocker von der SVP würde die Presse sofort Skandal rufen, wenn mal irgendwo ein unbewilligter Kaffee bezahlt worden wäre. Hier aber schwieg die Presse beharrlich. Vor allem der Tagi war ganz schlimm.
schlechtmensch
bei den wahnwitzigen vorstellungen dieser grüne wohltäterin fragt man sich schon bald: ist es dummheit, oder auf der spitze getriebene ideologische verblendung?
man merkt kein unterschied mehr zu den anti-wef demonstranten, gleich tiefes niveau, geistige entwicklung wie ein teenager.
“man kann in der Schweiz niemand zur arbeit zwingen”
aber liebe frau stocker, wo kommen wir hin wenn dass jeder sagt?
jeder hätte das recht sich vor der pflicht zu drücken, denn gleiche rechte haben wir alle auch.
jede menschliche leistung über den durchschnitt hätte unter solchen bedinugen NIE stattgefunden, wenn die welt aus stocker und gesinnungsgenossen bestehen würde, hätten wir wahrscheindlich noch nichteinmal das feuer entdeckt.