28. Januar 2008 von Redaktion
Zur ekligsten Berichterstattung der Schweizer Medien gehört der Exekutionsjournalismus. Der funktioniert so:
kurz vor dem Versand des Abstimmungsmaterials wird ein Bericht über einen Kandidaten publiziert, bei dem Behauptungen aufgestellt werden, die er natürlich nicht mehr wiederlegen kann. Der Stimmbürger, verunsichert, wählt einen anderen Kandidaten.
Hier Beispiele aus den letzten Monaten:
Luzern
Dem Regierungsrat Daniel Bühlmann wurde von der Neuen Luzerner Zeitung und dem Schweizer Fernsehen “abgeschossen”. Im Rahmen eines Scheidungskrieges hatte er Betreibungen eingefangen und gelegentlich mal ein etwas schlüpfriges Witzchen erzählt.
Blocher
1. GPK: Es wurden haltlose, vage Behauptungen aufgestellt um ihn als zwielichtige Figur erscheinen zu lassen und ihn so zum Rücktritt zu zwingen.
2. Interview mit dem Bruder von Blocher: Journalisten erschlichen sich dessen Vertrauen und stellten ihn mit spontanen Behauptungen bloss.
Der neuste Fall: Christoph Neuhaus
Die Journalisten greifen irgendwelche Behauptungen Dritter auf. Der Kandidat sei angeblich schwul, ihm sei gekündigt worden, usw. Letztlich alles Nebensächlichkeiten, aber mit einer klaren Absicht: den Kandidat in zwielichtiges Licht zu stellen und den Stimmbürger zu verunsichern.
Dieser Exekuktionsjournalismus hat System und ist insbesondere dann gefährlich, wenn es ein de facto Medienmonopol gibt, wie z.B. in der Schweiz. Daniel Bühlmann z.B. hätte sich lediglich in der Neuen Luzerner Zeitung rechtfertigen können, also gerade in dem Medium, welches die Kampagne gegen ihn ritt.
Diese Kampagnien richten sich immer gegen rechte Politiker. Denkbar wäre natürlich auch ein Beitrag über den Sohn von Leuenberger gewesen, der sich relativ freimütig über Drogen und Bisexualität äussert. Auch in der Biographie von Doris Leuthard gibt es interessante Anektoden. Es gibt auch tatsächlich solche Berichte, doch erscheinen die dann fernab vor den Wahlen und heben allenfalls etwas den Bekanntheitsgrad des Kandidanten in der Zeit dazwischen. Wir erinnern uns an Anita Fetz.
Ein besonders gelungenes Beispiel lieferte 2007 die Basler Zeitung. Just am Tag des Wahlversands kam die Meldung: “SD-Kantonsrat Franz Amman immer noch auf der Flucht”. Allerdings war er das schon seit fast fünf Jahren. Die Folgen waren durchschlagend: alle 4 Kantonsräte flogen im hohen Bogen aus dem Kantonsrat.
Gegen solche Machenschaften der Medien kann man nicht viel unternehmen, solange man nicht die lokalen Monopole bricht. Denkbar wären Inseratboykotte oder die Kündigung von Abbos. Meisten reagieren die Zeitungen dann aber schlau: Sie schleimen sich wieder bei den Opfer mit wohlwollenden Berichten ein – nachdem die Wahlen wieder vorbei sind. Kurz vor den nächsten Wahlen, drehen sie das Spiess wieder um.
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wieso soll die Leserschaft Abos kündigen oder die Inserenten ihre Inserate boykottieren, wenn sie gar nicht erst merken was da abgeht. Der Exekutuionsjournalismus gehört zum niederträchtigsten Instrument eines Journies. Da es aber mit der Moral eines Großteils dieser Sekte nicht weit her ist, kommen solche Diffamierungskampagnen immer öfter vor.
Die SVP BE über Christoph Neuhaus:
http://www.svp-bern.ch/index.p.....p;neID=159
Eine Alternative wären gute Webseiten mit Hinweisen auf lokale Veranstaltungen, usw. Sie müssten aber gut gemacht sein und einen redaktionellen Teil haben. Die Werbung dafür wäre nicht schwierig. Auf die Idee scheinen aber noch nicht viele gekommen zu sein, obwohl man damit sogar noch Geld verdienen könnte.