22. Januar 2008 von Redaktion
Wir beschäftigen uns eigentlich nur am Rand mit der internationalen Politik. Es fällt aber immer wieder auf, wie die Auslandsberichterstattung der Schweizer Tagespresse kaum über das Paraphrasieren der deutschen Presse hinauskommt.
Wir stellen uns die Arbeit eines Auslandsredakteurs etwa so vor:
1. Internet öffnen
2. Webseiten von Spiegel Online, Focus, Welt, FAZ durchforsten
3. Den Chef fragen, was es den sein soll
4. Artikel zusammenschreiben
Ein auffälliges Beispiel ist die Berichterstattung über die Gemeindewahlen in Graz (Österreich). Hier kandidierte Susanne Winter (FPÖ). Sie hatte vorher einen Skandal ausgelöst, in dem sie den Mohammed als Kinderschänder bezeichnete. Bei den Wahlen legte sie dann von 8 auf 11 % zu, knapp 40% mehr Stimmen – ein Traumresultat für jeden Politiker.
Der Focus titelte dann weit an den Fakten vorbei “Mohammed-Wahlkampf wird zum Bumerang” und sprach von “Rohrkrepierer”. Und die Schweizer Presse schrieb ab:
- 20min: Islam-Hetze zahlt sich nicht aus
- NZZ. Schwaches Abschneiden der FPÖ
- ….
Ein kleiner Budget-Tipp
lesen Sie direkt die Nachrichten im Internet und sparen Sie sich das Geld für das Abo. Lustig ist aber, wenn diese Presse dann immer wieder über Copyright-Rechte ihrer Artikel und Qualitätsjournalismus debattiert.
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Vielleicht müssen sie gar nicht von anderen Zeitungen abschreiben. Viele Zeitungen greifen auf wenige Nachrichtenagenturen zurück und recherchieren nur bei einigen Themen selbst.
@rütliborat
Das ist nur zum Teil so … die Meldungen der Nachrichtagenturen sind zu knapp für einen Zeitungsbericht und sollten auch keine Meinungen enthalten (Ausnahme natürlich SDA). Beliebtestes Abschreibemedium der schw. Presse ist Spiegel-Online. Manchmal frage ich mich, ob sich der Chefredaktor nicht einmal schämt.
da haben es die türkischen Kulturbereicherer viel schwieriger, man kappt ihnen einfach alles was nicht gerne gesehen wird. Wieder mal ist Youtube nicht zu sehen im Land der Friedensbringer.
http://futurezone.orf.at/it/stories/250923/
mir fällt auf, dass jeder Beitrag der einen Link enthält der auf eine andere Seite verweist, in der Moderation landet. Je interessanter und aktueller, je unwahrscheinlicher dass der Beitrag freigeschaltet wird. Meine Zeit und Mitarbeit an Winkelried ist mir aber langsam zu schade, denn es sind jedes Mal einige Minuten die man für die “Katze” arbeitet. Gib es dazu eine plausible Erklärung?
Lieber Framei,
dieser Link hat weder was mit dem Thema zu tun und die Story ist schon fast 24 Std. alt und damit so topaktuell, wie der Fall der Bastillie.
Du kannst gerne Beiträge schreiben, oder einen Tagesübersicht, was auf anderen Blogs zu lesen ist. Wir bringen das gerne.
Kategorischer Imperativ für Journalisten:
Wer nichts weiss, sollte wenigstens gut schreiben können!
ich habe da aber eine ganz andere Vermutung, aber egal. Generell scheint der Blog so gefiltert zu werden, dass Kommentare mit Links generell nicht ungesehen erscheinen. Das “Warum” war eigentlich meine Frage, aber auch egal. Auch Ihr seid nicht immer topaktuell, aber das muss auch nicht immer sein. Wichtiger sind oft die Zusammenhänge und solche habe ich Euch geliefert, vor allem jene von Scholl-Latour, die in der Retrospektive noch interessanter sind als zum Zeitpunkt des Erscheinens.
@Framei
Das stimmt. Sämtliche Kommentare mit Links werden ausgefiltert. Finden wir einen Link, der auf eine Seite verweist, die uns nicht verlinkt hat, wird dieser ev. nicht publiziert.
Und das hat seinen Grund: es ist ziemlich aufwändig, redaktionellen Inhalt zu erstellen. Winkelried versucht immer fair die Quelle anzugeben. Es gibt andere Blogs, die einfach Artikel abschreiben oder paraphrasieren, sogenannten Parasitenblogs und da dulden wir keinen Link.
Ich hoffe Du verstehst das.