30. Dezember 2007 von Echnaton - 7 Kommentare

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Was ist Kulturalismus? Kulturalisten betonen die Werte ihrer Kultur. Folgerichtig ergeben sich daraus folgende Grundsätze:

1. Ablehnung des Multikulturalismus
Für Multikultis sind alle Kulturen gleich, mal abgesehen vom Essen, Fiestas und Kleider. Diese Vorstellung lehnen wir ab. Andere Kulturen haben ganz andere Einstellungen zu Demokratie, Menschenrechte, Frauenrechte usw. Kulturalisten sehen in der Multikult-Romantik eine naive Form des Provinzialismus.

2. Kultureller Hintergrund ist wichtig
Die Meinung, Gewalttätigkeit habe nichts mit dem kulturellen Hintergrund zu tun, widerspricht den Fakten. Es muss möglich sein, auch wieder über dieses Thema zu sprechen, ohne gleich relativierende Floskeln anhängen zu müssen. Vorbehalten sind natürlich die Regeln des Anstandes im Umgang mit anderen Menschen, egal welcher Kultur.

3. Relativer Individualismus
Unsere individuelle Freiheit überlebt nur, wenn unsere Kultur als Ganzes überlebt. Wer die Freiheit so weit auslegt, dass sie unsere Kultur gefährdet, handelt unsozial. Konkret: wer dem Islam unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit Rechte zugesteht, die unserer Kultur widersprechen, zerstört unsere Identität.

Kulturalismus in der Philosophie (für Fortgeschrittene)

In der Philosophie bezeichnet der Begriff „Kulturalismus“ Denkrichtungen, welche die anthropologische Einordnung des Menschen als eines Kulturwesens besonders stark betonen.

Mensch und Umwelt seien demnach etwas primär von der Kultur geprägtes ‚Kultürliches‘, d. h. stets durch den Menschen selbst Hervorgebrachtes. Den Gegenpol zum „Kulturalismus“ bildet der „Naturalismus“, der die Welt durch naturgegebene Ursachen und Notwendigkeiten erklärt.

Peter Janich definiert Kulturalismus folgendermaßen: Kulturalismus bezeichnet in allgemeinster Form eine philosophisch-kritische Bezugnahme auf die Kultürlichkeit des Verhältnisses von Mensch und Welt und mit besonderem Gewicht eine gegen jede Form des Naturalismus gerichtete Betonung, daß alle menschlichen Hervorbringungen im Alltag, in den Wissenschaften und nicht zuletzt in der Philosophie selbst Kulturleistungen sind.

WINKELRIED

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  1. asylstrasse

    Und ewig keult der Rassismusprügel. Ich sehe schon wie sich der Kreis Schorsch und seine Kumpanen über diesen Beitrag echauffieren und vehementst alles unternehmen werden, um Winkelrieds Mannen hinter Schloss und Riegel zu bringen.

    Denn wenn, wie bspw. Fredrickson beschreibt, Kultur zum funktionalen Äquivalent des Rassenbegriffs wird, DANN SCHHWILLT DEM GEORG DER KAMM UND PLATZT IHM DER KRAGEN!!!!

    Ich für meinen Teil finde das dann ziemlich amüsant, denn wie schon Kant schrieb:

    “Und so zerstört Freiheit im Denken, wenn sie sogar unabhängig von Gesetzen der Vernunft verfahren will, endlich sich selbst.”

  2. Wir freuen uns auf Besuch, auch von den Linken. Lettzlich geht es in die Richtung von Kant. Wichtig ist, das Winkelried nicht nur Linke korregiert, sondern selbst eigene Messlattten setzt. Und daher bin ich froh, dass hier Leute kommentieren und schreiben, die den Kant kennen.

  3. musli_weg

    “Warum sollten nur andere Kulturen das Recht haben, ihre Rechte einzufordern? Verlangen auch Sie, dass man Ihre Kultur respektiert.”

    solange die Gutmenschen in Europa sich freiwillig der eigenen Kultur entledigen, solange bleibt das ein frommer Wunsch. Selbsteinschränkung und Selbsttäuschung nennt man das. Man gewährt den Immigranten jedes Recht, steckt selber zurück, schaut weg und wird morgen nur noch staunen.

  4. Landammann

    Dummerweise verstehen die Linken unter Kultur folgendes: http://www.reitschule.ch

    PS: hahaha http://www.20min.ch/news/luzern/story/12041203

  5. @musli_weg
    Ja, Dank den 68igern.

  6. gebsn

    Was ist überhaupt Kultur? Und vor allem: was ist “unsere Kultur”? Millimetergenau geschnittene Vorgärten? Rolf Knies Gemälde? Viersprachigkeit? Direkte Demokratie? Grundrechte wie die Religionsfreiheit? Korrekte deutsche Rechtschreibung?

  7. lionne56

    Es gibt eine Vielzahl von kulturellen Eigenheiten, die sich m.E. allein auf die Schweiz beziehen. Die millimetergenau geschnittenen Vorgärten würde ich persönlich jetzt nicht dazuzählen… das ist für mich eher ein “Cliché”.
    Kultur beschreibt also, wie wir leben, wie wir miteinander und mit der Umwelt umgehen, wie wir Vergangenes tradieren und uns auf die Zukunft vorbereiten. Lapidare Kurzformel für diesen ‚erweiterten’ Kulturbegriff:
    “Kultur” ist, wie wir leben.
    Ich will hier nur ein paar Stichworte geben (als Anregung zum sich Gedanken machen): ich sehe die Schweiz beispielsweise (noch) als Beispiel für eine Einheit trotz 4 Sprachen, versch. Volksgruppen, div. Konfessionen; wir sind eine durch das Recht verbundene Gemeinschaft freier Völker von freien Menschen; die Schweiz als Ausgangspunkt geistlicher Aufbrüche (z.B. Rotes Kreuz, Reformation), die Schweizer Neutralität, die Textilindustrie (St.Galler Spitze), Käse (Fondue), Schokolade, Alphorn, Schweizer Uhrenindustrie, Gottfried Keller, Dürrenmatt, Thomas Mann, Tessin, Italianità, Marthe Keller, Botta, Jean-Jacques Rousseau, Tinguely, Albert Schweizer, Albert Einstein, Jean-Luc Godard, Montreux, Genf, Matterhorn, Toblerone…usw.usf.
    All diese Begriffe/Namen sind m.E. mit unserer Kultur verbunden und selbstverständlich noch vieles mehr……


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